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WoW-am-Aussteigen-Aussteiger

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Marcus35

(Dienstag, 27.Apr 2010, 17:59)
Update
Hallo zusammen,

ich bin seit Oktober 2009, also nun rund 7 Monate hier im Berufsförderungswerk und erlerne seit Januar einen neuen Beruf. Ich spiele World of Warcraft weiterhin, aber Zeitlich dosiert. Ich habe Raidzeiten am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag. Ich bringe aber beides zeitlich in eine gute Koexistenz. Ich habe die Möglichkeiten Raids ausfallen zu lassen, und die nehme ich auch war, wenn in einer Woche Klausuren anstehen.

Was mir bisher aber nicht gelungen ist, und auch keiner möchte, ist beide Welten zueinander zu führen, so das meiner Situation der Druck genommen wird. Denn auch wenn meine Arbeitsweise funktioniert, so ist mein Privatleben noch keineswegs in Ordnung. Ich bringe zwar die Disziplin und Ordnung mit, vernünftig an meinem Arbeitsplatz zu funktionieren, aber danach ist mein Privatleben immer noch ein Trümmerhaufen. Ich kann länger als 3-4 Tage zuhause nicht funktionieren. Das habe ich während der letzten Osterferien, als wir 10 Tage beurlaubt wurden, festgestellt. Auch Misserfolge im Beruf sind immer noch durch eine Flucht nach WoW gekennzeichnet.

Desweiteren hat sich nach 4 Jahren Spielzeit mein Namensgedächtnis so weit verschlechtert, das ich nicht in der Lage bin nach 4 Monaten die Namen meiner Klassenkameraden zu behalten. Sich neben dem gerade eben beschriebenen Suchtverhalten in einer Welt zu bewegen, die einem manchmal sehr fremd ist, weil man jemandem etwas sagen möchte (smalltalk), aber ständig um seinen Namen kreist ist für mich sehr beschämend. Der Einstieg ist also sehr sehr schwer und ist einfach ohne fremde Hilfe und Unterstützung nicht immer durchzustehen. Auch wenn hier im Berufsförderungswerk Hilfe ist, so ist sie nicht da wenn ich sie brauche, und der ständige Wechsel von irgendwelchen Personen, die für mich zuständig sind, erlaubt mir auch nicht zu jemandem Vertrauen aufzubauen.

Ich bin über Ostern in den beschriebenen 10 Tagen wieder in meinen Spielryhtmus gefallen, der da ist: Nachts bis morgens spielen und Tagsüber schlafen. Die Hemmschwelle jemanden von aussen bescheid zu sagen, das es mir schlecht ging, kann ich nicht aufbringen. Ich habe nicht gedacht, das ich nochmal so tief fallen kann. Mit Mühe und Not war ich am ersten Tag nach dem Osterurlaub wieder hier, eine Stunde später.

Gruss
marcus

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