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merle

(Montag, 14.Jun 2010, 14:51)
Hilfe durch Nichthilfe
Hallo Eusebia, hallo Sommer,
dieses "Ihn Fallen- Lassen ohne ihn aufzugeben", dieses "Ich denke, die können sich nur selbst helfen und wir müssen da sein, wenn es soweit ist" scheint mir der Schlüssel zu sein bei unseren erwachsenen Kindern, die einen Lebensumweg über die Sucht nehmen. Wenn wir als Eltern, vor allem wir als Mütter, nicht aufhören, unsere Söhne rundum zu versorgen und ihnen alles abzunehmen, wenn wir nicht aufhören, ihnen ihr Leben zu organisieren und einzuspringen, wenn sie es nicht selbst machen etc. etc. etc., machen wir uns quasi zum Komplizen. Wir halten ihnen die Konsequenzen ihres Suchtverhaltens vom Hals und hindern sie dadurch daran, tief zu fallen. Beim Betroffenen kann nur dann der Wunsch nach Veränderung entstehen, wenn der Leidensdruck so hoch ist, dass nichts mehr funktioniert. Alles andere wirkt suchtverlängernd und zieht das Erkennen der Auswegslosigkeit der eigenen Situation und das Bedürfnis nach Selbstheilung in die Länge.
Es bedarf unmenschlicher Kraft, als Eltern diesen Weg zu gehen, scheinbar tatenlos zusehen zu müssen, wie das eigene Kind ganz unten ankommt. Diese Hilfe durch Nichthilfe ist jedoch der einzige Weg, unser erwachsenes Kind da "rauszuholen". Es muss nur jederzeit wissen, dass wir für es da sind, dass wir es lieben, dass wir es gedanklich begleiten auf seinem schweren Weg und da sein werden, wenn es darum bittet.
Diese Kraft wünsche ich Euch von ganzem Herzen.
Merle

PS
Eusebia, ich habe Dir heute eine PN mit Hilfsadressen geschickt.


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