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Gärtnerin(Mittwoch, 25.Aug 2010, 22:25)Anonym Unsere Tochter begann mit 13 Jahren, Ragnarok (ähnlich WoW) zu spielen. Zunächst hatten wir keine Einwände, weil es so harmlos aussah und wir von vorherigen Computerspielen wussten, dass sie derer bald überdrüssig wurde. Wir hatten uns getäuscht, denn bald hielt sie sich nicht mehr an vereinbarte Zeiten, nach Verboten spielte sie nachts heimlich und wenn ich den Computer mit Gewalt abstellte, wurde sie aggressiv, was wir von ihr nicht kannten. Diese Gewaltausbrüche wurden immer häufiger, so dass ich mehrere Erziehungsberatungsstellen aufsuchte, die aber keinen Rat wussten und mich an das Jugendamt verwiesen. Von dort sandte man uns zwei Pädagogen, die unsere Tochter vom Spielen ablenken wollten, z. B. mit Eisessen gehen und Keksebacken. Das machte sie anfangs mit, danach verschwand sie, wenn die beiden kamen. Sie vernachlässigte die Schule, hatte keine sozialen Kontakte, gab Gitarre- und Schlagzeugspielen auf, schlief kaum noch und nutzte jede unbeobachtete Minute, um zu spielen. Als ich den Account beim Burda-Verlag löschen ließ, war sie einem Nervenzusammenbruch nahe. Die Pädagogen rieten uns, sie in die Kinderpsychiatrie einweisen zu lassen und als sie einmal mit einem Messer bewaffnet ihren wegggenommenen Computer zurückforderte, ging die Angelegenheit vor Gericht. Dort hielt man uns mangelnde Erziehungsfähigkeit vor und wollte uns von einem Gutachter überprüfen lassen. Als wir dieses Ansinnen empört zurückwiesen, wurde vom Gericht die Einweisung angeordnet und sie wurde mit Polizeigewalt von zu Hauses unvorbereitet abgeholt. In der Kinderpsychiatrie stellte man dann fest, dass sie nicht computersüchtig sei, das wären nur Schwierigkeiten innerhalb der Familie. (Nur, die Schwierigkeiten in der Familie waren durch das ständige Spielen und den Kampf dagegen ausgelöst!!!) Zunächst kam sie in eine betreute Wohngruppe (wir sind ja nicht erziehungsfähig) - danach wieder zu uns. Und weil sie nicht computersüchtig war - amtlich bestätigt - fing sie gleich wieder an, diesmal dann World of Warcraft. Wir gaben auf, weil wir Maßnahmen vom Jugendamt befürchteten. Sie wurde immer aggressiver, musste nach zweimaligem Sitzenbleiben das Gymnasium verlassen und geriet dann auch noch in Kreise, die Alkohol konsumierten. So wie im Spiel, wo alles per Mausclick funktioniert, drangsalierte sie auch mich und oft setzte sie ihre Forderungen mit Gewalt durch, indem sie Türen einschlug, mit Steinen warf und das Schlimmste, sie begann, mich auch außerhalb von Spielsituationen zu schlagen.. Ich suchte wieder Hilfe beim Jugendamt und bat um eine gezielte Therapiemaßnahme, es hieß aber immer wieder, dass wir uns nicht durchsetzen könnten, eben weil wir nicht erziehungsfähig seien. Niemals wurde ihre Computer/Rollenspielsucht als Auslöser ihres aggressiven Verhaltens in Erwägung gezogen! Als sie dann jemanden angriff, der sich aber wehrte und sie ins Krankenhaus musste, stellte das Jugendamt einen Antrag auf Entzug des Sorgerechts. Bei Gericht versuchte man uns zu überzeugen, dass es das Beste sei, wenn sie anderweitig untergebracht würde (keine Therapie), damit es nicht durch die Gewaltaktionen zu einem unvorhersehbaren Unglück kommen würde. Kaum war die Verhandlung zu Ende, wurde schon in der Schule angerufen und sie wurde mit polizeilicher Hilfe an einen anderen Ort gebracht, den man uns nicht nannte. Wir hatten 4 Wochen (Weihnachtszeit) keinerlei Kontakt mit ihr, als müsse sie vor uns !! geschützt werden. Danach kam sie in eine andere Stadt, die Sozialarbeiterin sagte mir nur lakonisch, Ihre Tochter kehrt nie wieder zu Ihnen zurück! - als seien wir asozial. Auch nach Ablauf des zweijährigen Aufenthalts (sie wird dann 18) will man sie dort behalten, man deutet mir an, dass es nicht gut wäre, wenn sie wieder in unsere Nähe käme. Nicht die Rollenspielsucht mit all den negativen Folgen ist der Auslöser dieses Dramas, sondern man gibt uns die Schuld - den Eltern, weil wir angeblich nicht erziehungsfähig sind und unsere Tochter vor uns geschützt werden muss! |
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