|
|
merle(Donnerstag, 12.Mai 2011, 13:57)Hallo Leokadia, in den letzten Wochen war ich so involviert in das lebhafte und turbulente Auf und Ab unserer Familie, dass ich nur wenig Zeit hatte, mich hier im Forum einzubringen. Doch jetzt endlich kann ich Dir auf Deinen Beitrag antworten, der mir wahrlich eine Gänsehaut verpasst hat. Da muss erst ein Display kaputt gehen, damit die Situation sich einschneidend verändert... Ich hoffe so sehr, dass Ihr nach wie vor PC-frei seid und demnach - lass mich rechnen - bereits stolz auf Tag 16 OHNE zurückblicken könnt. Das würde mich so für Euch freuen. In Eurem Fall ist es ja auch nicht schlecht, dass Dein Sohn bei seinen Klassenkameraden sagen kann: "Ich würde ja spielen, aber leider ist der PC kaputt." Denn die Urangst von uns Müttern ist ja immer, dass das Kind gemobbt und ausgegrenzt werden könnte. Du schreibst sehr anschaulich, dass die Frage: "wann und wie lange darf ich an den Computer?" Euer Leben beherrscht hat. Damit stehst Du nicht allein. Ich will nicht wissen, in wie vielen Familien diese Worte die zentralen Worte eines Nachmittages sind. Vor zwei Jahren gab es bei uns noch die Regelung, dass täglich eine halbe Stunde Gameboy gespielt werden darf. Unsere Kinder (12 und fast 15) kamen heim und hatten noch vor dem "Hallo Mama" die Frage auf den Lippen: "Kann ich jetzt?" Dann kam der Tag, an dem ich von Kopf bis Fuß spürte, dass ich das nicht mehr will. Ich habe meinen Jungs mitgeteilt, dass ab sofort nur noch am Wochenende für 1 1/2 Stunden gespielt werden darf. Und erstaunlicherweise kam kein Protest - null komma null!!!! Seitdem ist es herrlich. Die Jungs kommen heim, wir hocken zusammen, erzählen, essen, ratschen. Es wird gearbeitet und rumgeflackt, viel viel viel musiziert und gelesen. Ihnen fehlt nichts, absolut nichts. Probier das mal aus, Leokadia, und beobachte mal, wie sich Dein Kind dadurch verändert. Im April hatten wir neun Tage Medienfasten (http://www.kep.de/home/aktionen/offline-aktiv-sein/), um mal zu spüren, wie sich das anfühlt, so ganz ohne alles. Es war wunderschön, und unseren Jungs fiel es nicht schwer, weil sie es gar nicht gewöhnt sind, ihre Freizeit vor den Medien zu verbringen. Erkundige Dich doch mal bei der Freiwilligen Feuerwehr, ob sie wieder eine neue Jugendgruppe eröffnen. Unser 14-jähriger ist seit fast zwei Jahren begeistert dabei und erlebt viele tolle Sachen (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/461/35/1/abenteuer-pur-jugendfeuerwehr-in-jeder-gemeinde/). Ich kann dies nur wärmstens empfehlen!!! Bitte schreib uns doch, wie sich alles weiterentwickelt. Ich drücke die Daumen, dass Ihr einen guten Weg gefunden habt. Liebe Grüße Merle |
Powered by Koobi:CMS 7.24 © dream4®