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Frau durch Onlinerollenspiel verloren

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HappyHour

(Samstag, 30.Jan 2010, 20:54)
Hallo Christian, hallo Knackpunkt,

tja, das mit den Freunden sehe ich etwas anders wie Knackpunkt. Das geht schon bei der Definition "Freund" los. Ich habe genau 3 Freunde im Leben. Die kann ich nachts um 4 anrufen wenn es brennt und dann stehen sie ohne wenn und aber vor der Tür und helfen. Ich kann mich auf sie verlassen (alles gesagt gilt natürlich umgekehrt auch), sie sind kritikfähig und teilen ihr Leben mit mir in guten wie in (und das ist der Unterschied) schlechten Zeiten.

Die zweite Fraktion ist die der "Bekannten". Da wird es schon differenzierter. Man sieht sich, wenn man sich eben sieht. Notrufe in der Nacht wären doch eher unerwünscht und präsent sind sie meistens nur, wenn es einem "gut geht". Hat man ein echtes Problem, ist die Distanz schnell da oder es wird ganz und gar ignoriert.

In der Gilde gab es die "auf der gleichen Wellenlänge". Bevorzugte Mitspieler mit denen man questen und raiden ging. Aber Freunde...?

Als ich meine erste Gilde verlassen hatte, konnte ich garnicht so schnell schauen, wie man mich "vergessen" hatte, nicht mehr sehen wollte und im Spiel wortlos an mir vorbeiging. Ich finde, eine echte Beziehung kann man hier nicht direkt aufbauen, da das Spiel im Vordergrund steht und das "Drum-rum" nur nettes Beiwerk ist. Klar, wenn ich 10 Stunden am Tag einen festen Kreis um mich rum habe, entstehen schon stärkere Bindungen. Aber das ist, zeitlich gesehen auf der Arbeit genauso. Es gibt Kollegen mit denen man kann und andere die man meidet. Vllt entstehen sogar wahre Freundschaften daraus. Aber der Zeitfaktor der gemeinsam verbrachten Zeit spielt hier doch eine grosse Rolle.

Ob es nun die Gilde war oder mein alter Kollegenkreis: "Aus den Augen, aus dem Sinn!". Oder was glaubst du, Knackpunkt, wie oft heute noch einer während des Spiels an dich denkt? Vllt wenn mal Serverwartung ist... oder hast du noch regen Kontakt ausserhalb des Spiels zu deinen Mitstreitern?

Du hast nie ein Bild deines Gegenübers aus dem Spiel gesehen, dir aber dein eigenes aus den Gesprächen und Handlungen dort gemacht. Wie nahe kommt dies an die Realität?

Ich vergleiche es einmal mit diesen vielen ONLINE-Partner-Vermittlungen. Jeder gibt sein Bestes und zeigt sich von seiner Sonnenseite. Trifft man sich dann aber im RL, heisst es "Hosen runter" und meistens scheitert die Beziehung dann doch, da "das Bild, das ich mir von dir gemacht hatte, doch nicht den Erwartungen entsprach."

Virtuelle Welten heissen nicht umsonst so, da hier nur der "Schein" dessen gewahrt wird, was er eigentlich real darstellen soll. Eigentlich eine supergut verpackte "Mogelpackung", die sich nach dem Öffnen als "heisse Luft" herausstellt.

Und so, Christian, wird sich auch der Jordanier als Flop herausstellen. Zwar anfänglich ganz interessant, aber im Endeffekt wird er nicht annähernd halten können was er verspricht.

Schon Odysseus wäre den "Circen" zum Opfer gefallen, hätte er sich nicht an den Schiffsmast binden lassen.


Zitat
Sie muss kapieren, dass sie krank ist. Sie sagt, sie wolle kein Geld mehr im Spiel versenken. Sagte sie um Weihnachten herum auch. Anfang Januar waren einige Hundert Euro verballert. Immer wieder: ich hör auf, ich will aufhören, das Spiel ist krank. Andererseits: ich will es nicht aufgeben, meine Freunde nicht verlieren, ich will spielen.


Das ganze nennt man glaub ich "Wunschkonzert". Du bekommst immer das zu hören, was du willst, Hauptsache du nervst nicht weiter. So wie ich schon einmal geschrieben habe, ist es an der Zeit anderes Kaliber aufzufahren. Nur durch Druck kann hier noch eine Reaktion/Wende herbeigeführt werden. Welche Wahl der Waffen du wählst, liegt allein in deinem Ermessen, aber die Wahl will gut überlegt sein. Im Moment bin ich mir nicht ganz sicher, wer von euch beiden wieder näher am Abgrund steht. Zeit, das Ruder rumzureissen.

Es gibt einen alten, abgedroschenen Spruch der da lautet: "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!".
Gewalt beziehe ich in diesem Fall jedoch auf ein überlegtes Vorgehen, vllt die letzte Chance für euch beide doch noch das rettende Ufer zu erreichen.

In diesem Sinne drücke ich dir weiterhin die Daumen und das notwendige Fingerspitzengefühl das Ruder noch einmal rumzureissen.


Immer an deiner Seite

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