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Mediensucht - was wissen wir schon darüber?

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inter2naut

(Donnerstag, 11.Feb 2010, 20:25)
Spielender Mensch oder mit Mensch gespielt
Im jetzt veröffentlichten ausführlichen Protokoll des 1. Symposiums Fachverband Medienabhängigkeit e.V. http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/images/Dateien/Protokoll_symposiumFV.pdf wird im Referat von Dipl.-Psych. Klaus Wölfling auch die Internetseite www.GetGameSmart.com [im Protokoll falsch: GetGamesSmart.com] von Microsoft erwähnt (als Präventions- und Interventionsseite).
Als ich mir den Film unter dem Titel "Watch a Video - Get Tips from Experts" ansah, erschrak ich doch ziemlich: dort wurden Bewertungskriterien vorgestellt, die den Eltern eine sinnvolle Auswahl eines Computerspiels ermöglichen sollten. So weit ich es verstand, dreht sich alles bei der Bewertung um bestimmte Inhalte (Gewalt, Sexdarstellungen, bzw. Spiele für alle Altersklassen ohne Gefährdungen). Sicher ist es auch sehr wichtig, dass Kindern keine angstmachenden oder jugendgefährdende Inhalte bei den Spielen serviert bekommen. Mit keinem Wort wurde aber erwähnt, dass Kinder lernen müssen, vernünftige Spielgewohnheiten zu entwickeln. Das heißt, dass sie Abstand zu den Spielen halten lernen und sich nicht darin hineinflüchten und anderen Beschäftigungen weiterhin nachgehen. Möglicherweise gibt es Kinder, die so gefährdet sind, dass sie besser gar nicht mit Computerspielen in Kontakt kommen, weil sie sonst abhängigmachende Spielgewohnheiten entwickeln.

Auf mich machte der dort gezeigte Film den Eindruck als ob man aufkommende Ängste bei Eltern gegenüber Computerspielen besänftigen wollte und sich als "ehrlicher Makler" präsentiert.
Mit den von den Eltern ausgewählten, als kindgerecht bewerteten Spielen, will man das erste Interesse der Kinder dafür wecken. Hat man sie erst mal da, folgen sicher weitere Spielekäufe. Wenn dann ein paar der Kinder computerspielsüchtig werden, liegt die Verantwortung bei den Eltern, da sie die guten Ratschläge der Spielehersteller nicht richtig umgesetzt hätten.
Vielleicht ist meine Einschätzug zu den Absichten der Spielehersteller zu hart, da wirklich versucht wird, Kinder zu schützen. Letztendlich fürchte ich aber, es kommen bei sochen Versuchen von Spieleherstellern immer irgendwie auch Werbefilme für ihre Produkte heraus, die letztlich die Gefahr der Computerspielabhängigkeit für Kinder erhöhen.


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