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Team-ch(Sonntag, 7.Mär 2010, 09:51)Leserbrief an die SZ zu diesem Artikel Leserbrief zu „Der will nur spielen“ SZ 06.03.10 (Seite 2 – Thema des Tages) Die Autoren fragen: Wächst hier eine zwischenmenschlich gestörte Generation heran? Das Medienkonsumverhalten von Kindern und Jugendlichen wird vor allem von der Videospielindustrie und ihren umfangreichen nahestehenden Kreisen nach wie vor lautstark verharmlost. Wie selbstverständlich ist zu lesen, dass wöchentlich 32 Stunden Internet und PC – das sind 4,5 Stunden täglich! - bei Kindern völlig normal sind. Soll hier suggeriert werden, dass Eltern, die dies nicht tolerieren, technikfeindlich sind ? Im SZ-Artikel „Verloren in Zeit und Raum“ (Roland Preuß vom 16.07.09 (http://www.sueddeutsche.de/computer/247/480725/text/) wird sehr eindrücklich geschildert, wohin exzessiver Medienkonsum führen kann. Wann wird es flächendeckend die notwendigen Therapiekliniken geben? Wer wird die Kosten tragen? Was ist, wenn uns später, nach vielen verlorenen Jahren, die Kinder fragen: „ Warum habt ihr mich da nicht heraus geholt?“ Knapp 200 Berichte von ehemaligen Viel-Spielern können im Aussteiger-Forum der Elterninitiative rollenspielsucht umfassend nachgelesen werden.Wir als Elterninitiative haben seit 3 Jahren tagtäglich mit hilfesuchenden und verzweifelten Familien zu tun. Wir können nicht verstehen, dass nach wie vor Goldgräberstimmung im Zusammenhang mit nahezu unbegrenztem Medienkonsum ausgerufen wird, an vorderster Stelle natürlich von der milliardenschweren Videospielindustrie, von vielen Politikern und, in deren Schlepptau, leider auch von vielen Medienpädagogen. Die Familien werden vielfach durch fahrlässig empfohlene Zeitangaben zusätzlich verunsichert. Wir als Eltern können und wollen die nachhaltigen Verharmlosungsversuche nicht weiter akzeptieren und hinnehmen. Momo und die Zeitdiebe lassen grüßen. Eltern sollten darin bestärkt werden, bei der Vereinbarung der Medienkonsumzeiten ihrem gesunden Menschenverstand wieder mehr zu vertrauen, statt sich auf irgendwelche medienpädagogisch empfohlenen Maximalzeiten zu verlassen. Wenn allerdings die Situation nicht mehr kontrollierbar ist, sollten Eltern früher als bisher fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Selbsthilfegruppen sind eine gute und wichtige Möglichkeit sich auszutauschen und gegenseitig zu stärken. Verzweifelte Angehörige und Betroffene gibt es genug und diese Familien und Kinder / Jugendliche haben bislang noch keine Lobby. Stellen, die helfen können, können beim Netzwerk für Ratsuchende (netzwerk-fuer-ratsuchende.de) schneller gefunden werden. (Sucht- und Beratungsstellen, Kliniken, Therapeuten, Psychologen, Ärzte, Ambulanzen, Selbsthilfegruppen, Selbsthilfegruppengesuche, Netzwerke, Initiativen, Vereine, Prävention, Offline-Alternativen). Wir wünschen uns zunehmend mehr selbstbewusste und AKTIVE Eltern, die sich zu diesem Thema informieren und mutig engagieren. Christoph Hirte Vorstandsvorsitzender AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. (Ergänzung 13.03.2010: In der Printausgabe vom 13.03.2010 (leicht gekürzt) veröffentlicht) |
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