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        Der Aufstieg nach dem Fall... (Tagebuch)

Der Aufstieg nach dem Fall... (Tagebuch)

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merle

(Donnerstag, 18.Mär 2010, 14:56)
das ist ganz normal
Hallo kleinesMauf,
dass der Entzug ab der zweiten Woche schlimmer ist, ist ganz normal - das darf Dich nicht entmutigen. In der ersten Woche warst Du noch getragen von der Euphorie des großartigen Entschlusses, endgültig auszusteigen, doch ab der zweiten Woche schlägt dann die nackte Wirklichkeit zu. Die WoW-losen Stunden kriechen dahin und ein Tag erscheint unendlich lang und schier nicht zu bewältigen. In dieser Phase brauchst Du ganz viel bewusste Disziplin. Schau nur auf jeden einzelnen Tag und sage Dir: "Heute spiele ich nicht!" Und morgen dann sagst Du Dir wieder: "Heute spiele ich nicht!" Schau nicht zurück und schau vor allem nicht auf die nächsten Tage, so quasi mit dem Gedanke: "Oh Gott, wie soll ich das schaffen." Es gibt nur das Jetzt, nur den heutigen WoW-abstinenten Tag und das ganz klar von Dir innerlich vorbereitete Alternativprogramm. Aktiviere jede erdenkliche Tätigkeit, die Dir den Tag füllt. Und wenn Du in Nürnberg ankommst, muss Deine allererste Aktion das Zerstören der WoW-CD sein.
Wenn Du diese schwierige Zeit geschafft hast, wirst Du irgendwann feststellen, dass es immer leichter wird, und ab und zu sagen: "Huch, ich habe ja heute noch gar nicht an WoW gedacht." Der Nebel wird sich lichten und es wird Dir immer leichter fallen, Deine Zeit sinnvoll und irgendwann auch genüsslich auszufüllen. Ab dann geht es aufwärts - und das kommt schneller als Du denkst. Wir freuen uns mit Dir auf diesen Tag!!!
Vor Team-ch brauchst Du Dich wahrlich nicht zu fürchten. Er ist ein unglaublich lieber und warmherziger Mensch, der sich ganz ganz tief in andere hineinfühlen kann. Aber das wirst Du ja dann sehen, wenn Du bei uns bist. Wir freuen uns sehr auf Dich. Auch Deine Angst vor der Gruppe kannst Du getrost vergessen. Bei uns muss niemand irgend etwas, und wer nicht reden will, hört halt einfach nur zu. (Allerdings haben wir noch nie jemanden gehabt, der geschwiegen hat, weil es sooooo gut tut, zu sprechen und von den Mitstreitern und Mitbetroffenen zu 100 % verstanden zu werden!)
Ich gehe fest davon aus, dass Du von Deinem Arzt ein Attest bekommen kannst für Deinen wichtigen Termin. Erkundige Dich doch einfach mal und lass Dir bescheinigen, dass Du am 29. definitiv nicht zur Schule gehen kannst. Vielleicht kannst Du auch direkt beim Psychologen schon vorab um ein Attest bitten? Ruf doch einfach dort nochmal an - mittlerweile hast Du ja offenbar allen Mut der Welt.
Du machst es so gut alles und wir freuen uns sehr an Dir.
LG Merle

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