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Frau durch Onlinerollenspiel verloren

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Christian

(Freitag, 2.Apr 2010, 23:22)
Migliedsantrag
Zitat
Original geschrieben von: Team-ch Leider erkennt das System nicht, dass ich ihm eine PDF-Datei gebe. So muss die Datei abgespeichert werden und als PDF-Datei geöffnet werden. Dann sollte es klappen.

Alles klar, hat geklappt, Antrag geht in den nächsten Tagen raus. Gut, dass der Hinweis auf der Seite steht, wie man mit der Datei umgehen muss. Ich habe mal überlegt. Wenn ich nur davon ausgehe, dass ein Prozent der deutschen Internetnutzer abhängig sind und etwa 70% der Bevölkerung ins Netz gehen, dann dürften allein in unserer kleinen Stadt mit rund 56.000 Einwohnern etwa 400 Internet-Abhängige leben. Wenn ich nur ein bis zwei Prozent davon irgendwie erreichen kann, hätten wir eine nette kleine Gruppe zusammen, für eine Selbsthilfegruppe, ein Betroffenen-Café oder sowas. Ich würde Euch wirklich gern unterstützen, über die konkrete Form muss ich aber noch nachgrübeln. Ich habe z.B. keine Ahnung, wie man die Betroffenen überhaupt erreichen kann.

Was mich persönlich angeht, bin ich erstaunt, wie es aufwärts geht. Gestern war ich mit meinen "Jungs" draußen. Das war super, ich habe gemerkt, wie sehr ich mich auf meine Freunde verlassen kann. Die haben mit mir geredet, mir zugehört, mich aufgebaut. Und es waren Leute dabei, die ich vielleicht einmal im Jahr sehe und gestern war es, als würden wir täglich miteinander plaudern. So vertraut, so freundschaftlich. Auch auf meine Familie kann ich zählen. Meine Mutter und mein Bruder waren am Montag spontan da, sie wussten gar nicht, ob ich zuhause bin. Standen unerwartet aber wie erbeten vor der Tür. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Heute war ich aktiv. Habe die Wohnung aufgeräumt und etwas umgestaltet. Habe den lange vernachlässigten Balkon von Unkraut befreit und Blumenzwiebeln gepflanzt. Nächste Woche kommt der große Balkon dran (wir haben zwei). Letztes Jahr im Sommer habe ich von meinen Freunden ein Auto geschenkt bekommen (nen alten Scirocco), da muss wohl noch was dran gemacht werden. Das will ich in den nächsten Wochen in Angriff nehmen, dann bin ich nach vielen Jahren endlich wieder mobil. Ich habe plötzlich soviel Kraft, soviele Ziele und Beschäftigungen, ich kann sagen, dass es mir gut und jeden Tag besser geht.

Ich bin mir wohl noch nicht sicher, wie ich mit anderen Frauen umgehen soll. Einerseits bin ich verheiratet und will meiner Frau auch in dieser Phase treu sein. Andererseits bin ich kein Kind von Traurigkeit und noch lange nicht weg "vom Markt". Ich weiß, dass ich nicht lange allein sein kann/will. Aber ich will auch keine flüchtigen Affären, weil kein Mensch es verdient, nur als Trostpflaster instrumentalisiert zu werden. In dem Punkt bin ich wirklich sehr unsicher.

Naja, ich weiß, dass es aufwärts und vorwärts geht. Ich habe meine Pläne und Ziele und freue mich auf jeden neuen Tag. Mein Spiel ist das reale Leben. Wenn ich das mit einem MMORPG vergleiche, sieht es gut aus. Ich beschränke mich nicht auf ein 15-20 Zoll großes Fenster, in meinem Spiel spielen sechseinhalb Milliarden Spieler mit, statt nur ein paar tausend. Mein Spiel berührt alle fünf Sinne und ist nicht auf audio-visuelle Reize beschränkt. Mein Spiel hat eine unschlagbare Grafik. Ich bestimme, was ich tun kann und bin nicht auf die programmierten Möglichkeiten beschränkt.

Die Unterstützung von meinen Freunden und Euch hilft mir, mich neu zu erfinden, mich mindestens jeden Tag ein Stück mehr zu entdecken. Ich will mein Potenzial entfalten und meine Kraft positiv nutzen. Ich muss Euch an dieser Stelle wirklich mal ein dickes "Danke" aussprechen.

Noch etwas am Rande, was ich gestern in der Zeitung las. Immer dann, wenn ich vom Tod vernachlässigter Kinder höre, überkommt mich ein böser Verdacht zur Ursache. Bei der kleinen Lea aus der Oberpfalz scheint er sich leider zu bestätigen. Die Mutter soll exzessiv Online-Kniffel gespielt haben, statt sich um ihr Kind zu kümmern. Ich finde sowas traurig. Wir müssen echt was unternehmen, um solche und ähnliche Schicksale zu verhindern. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.

Liebe Grüße,
Chris.

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