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Peter Hensinger: Digital und kabellos lernen - Faszination mit Nebenwirkungen


Anhörung im Südtiroler Landtag:  "Digital und kabellos lernen - Faszination mit Nebenwirkungen Aufwach(s)en im Umgang mit digitalen Medien"
von Peter Hensinger, Diagnose-Funk e.V.  

  1. Schlüsselqualifikationen zur Medienmündigkeit
  2. Die Digitalisierung des Natürlichen
  3. Informationsgewitter im Gehirn 
  4. Veränderungen der Sprach-, Schreib- und Lesekompetenz
  5. 150 mal am Smartphone - Stress- und Suchtfaktor Multitasking 
  6. Digitale Junkies  
  7. Besseres Lernen?
  8. Ökonomische Verwertbarkeit darf Bildung nicht dominieren 
 
Dazu sechs Thesen: 

1. Die Einführung digitaler und kabellosen Medien darf nur erfolgen, wenn zwei juristische Tatbestände gesetzlich geregelt sind:  

- Ein spezielles Datenschutzgesetz für Kinder und Jugendliche muss erlassen werden, angelehnt an den Children`s Online Privacy Property Act (COPPA) der USA.
- Das Vorsorgeprinzip muss angewandt und die daraus folgenden Schutzregelungen zur Minimierung der Strahlenbelastung für Kinder definiert werden. Grundlage dafür ist eine eigene, unabhängige Auswertung der Studienlage zu biologischen Wirkungen nichtionisierender Strahlung, insbesondere von WLAN, aber auch der anderen Frequenzen (GSM, UMTS,LTE). Strahlenschutz bedeutet: Die Verkabelung digitaler Medien hat Vorrang; neue optische Techniken wie VLC (Li-Fi) werden gefördert. 

 2. Kinder und Jugendliche brauchen eine Verwurzelung in der Realität, bevor sie der Virtualität ausgesetzt sind. Ihr Gehirn entwickelt sich besser, wenn kein TabletPC oder Smartphone reale Welterfahrung verhindert.  

3. Wir brauchen mindestens bis einschließlich der Grundschule digitalfreie Zonen, damit Kinder die Lernerfahrungen machen, die zu ihrer kognitiven Entwicklung passen. 

4. Ab dem 12. Lebensjahr können die digitalen Medien schrittweise als Hilfsmittel eingeführt werden. Die Schüler müssen ihren Nutzen und ihre Risiken kennen. Medienmündigkeit ist wesentlicher Bestandteil von Medienkompetenz. Beides ist notwendig, damit junge Erwachsene in Ausbildung, Studium und Beruf die Medien beherrschen, um nicht von Ihnen gestresst und manipuliert zu werden. 

5. Für die Einführung der digitalen Medien in den Schulen müssen die Erziehungsbehörden Bildungs-pläne entwickeln, die den Stand der Gehirnforschung und Lernpsychologie berücksichtigen und die Rechte des Kindes auf eine natürliche Entwicklung respektieren. Die Schulpläne dürfen nicht auf das Ziel der ökonomischen Verwertbarkeit der Kinder umgeschrieben werden, um sie für die Ideologie des Höher, Schneller, Weiter und den Konsumismus zu konditionieren. 

 6. Die hohen Anforderungen und Risiken des Internetzeitalters erfordern dafür sensibilisierte Lehrer. Es muss in mehr Lehrer und kleinere Klassen investiert werden, anstatt der IT-Industrie zu neuen Milliarden Umsätzen zu verhelfen. 

(Die Thesen 2 - 6 sind angelehnt an Lembke/Leipner, 2015)
 
 
Über den Autor:

Peter Hensinger, M.A., Jahrgang 1948, studierte Germanistik, Linguistik und Pädagogik, erlernte anschließend den Beruf des Druckers, übte ihn aus, wechselte dann in die Psychiatrie und war dort 20 Jahre als Gruppenleiter tätig; Ausbildung zur Fachkraft für Arbeits-und Behindertenförderung. Bei der Verbraucherorganisation Diagnose-Funk e.V. ist er Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Wissenschaft, Vorstandsmitglied im Kreisverband Stuttgart des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Er ist in Stuttgart geboren und wohnt dort. 



 

Geschrieben von: Team-ch am 12.06.2015

 

 


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