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Computerspielsucht - eine ernst zu nehmende Volkskrankheit


Auf dem ersten Symposium des Fachverbandes Medienabhängigkeit e.V am 22. und 23. Oktober 2009 in Hannover wurden wichtige Schritte zur Erforschung des Themas Medienabhängigkeit gegangen. Das Symposium befasste sich mit Diagnostik, Prävention und Behandlung von Computerspielabhängigkeit.

Als interessierter Laie bin ich hier auf bestürzende Informationen gestoßen. Daher möchte ich die Links zu den auf dem Symposium erarbeiteten Dokumenten hier auflisten.
Um eine Diskussion in Gang zu bringen habe ich einige Informationen daraus herausgehoben und meine subjektive Meinung angefügt. Das Thema ist zu bedrückend und gefährlich als das man es einfach ignorieren könnte.
Zu Beginn weise ich auf einige Forschungsergebnisse, die auf der Seite des Fachverbandes Medienabhängigkeit zu finden sind (http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/forschungsergebnisse.html), hin.

Zusammengestellt von: inter2naut (Danke)
 


Zur Diskussion im Forum

Forschungsergebnisse:

· Computerspielsucht ist bereits eine ernst zu nehmende Volkskrankheit: „Eine noch weiter reichende allgegenwärtige Präsenz von Computern und Internet, gerade auch die in den Kinderzimmern, hat vermutlich zu einer Verschärfung der Problematik geführt. Die bisherigen Zahlen können allerdings schon belegen, dass ein exzessiver Internetkonsum durchaus ein gesellschaftsrelevantes Problem darstellt und eine epidemische Dimension annimmt.“ (4)

· Die Gefahr von Computerspielen süchtig zu werden, darf man nicht unterschätzen: „Auch wenn die Ergebnisse der bisherigen Studien nahelegen, dass ein psychisch gesunder Erwachsener nicht vom Internet und seinen Derivaten de novo abhängig wird, so kann hier in diesem Sinne keine Entwarnung gegeben werden. Angesichts der suggestiven und interaktiven Kraft der neuen digitalen Medien, insbesondere der von Online-Spielen und -Parallelwelten, ist nicht auszuschließen, dass Menschen mit subklinischen psychiatrischen Syndromen, vor allem aber auch Kinder und Jugendliche, abhängig gemacht werden können und psychisch erkranken.“ (8) „Die Ergebnisse der neuesten Untersuchungen sprechen dafür, dass Online-Rollenspiele das größte Abhängigkeitspotential bergen. Dies liegt daran, dass die Spieleentwickler dafür sorgen, dass sie zu ihren Nutzern über zum Teil perfide Methoden eine intensive Bindung aufbauen und in ein weit gespanntes Beziehungsnetz mit anderen Nutzern einflechten. Außerdem bieten sie ihren Nutzern einen alternativen Lebensraum, in dem sie scheinbar alles sein und tun können, was ihnen in der konkret-realen Welt nicht möglich ist. Jederzeit in eine Phantasiewelt entschwinden und dort immer wieder eine andere Identität annehmen und neue Beziehungen aufnehmen zu können, dies macht die besondere Verführungskraft der digitalen Paralleluniversen aus. Ihnen zu verfallen, von ihnen abhängig zu werden, scheint nicht allein das Schicksal von vorgängig psychisch Kranken zu sein, auch wenn die bisherigen Untersuchungen dafür sprechen mögen.“[Herv. d. Verf.] (8)

· Es sind besondere Anstrengungen zur Vermeidung von Computerspielabhängigkeit notwendig: „Neben einer engagierten Psychiatrie für Erwachsene, Jugendliche und Kinder bedarf es deshalb auch einer kritischen Medienpädagogik, die über die Vermittlung von so genannter Medienkompetenz hinaus Konzepte für eine Prävention von Internet und Computerspielabhängigkeit entwickelt. Die Überlegungen machen anschaulich, wie sehr das Phänomen der Internetabhängigkeit eine Kollaboration verschiedener medienwissenschaftlicher Disziplinen notwendig macht.“ (8)

Einige Punkte aus dem 1. Symposium des Fachverbandes Medienabhängigkeit e.V:

Positionspapier_prävention (12):
· Suchtpotential soll bei der Alterseinstufung berücksichtigt werden:

„Die Verantwortlichen des Jugendmedienschutzes werden aufgefordert, neben inhaltlichen Kriterien auch das Merkmal
„Suchtpotential“ eines Bildschirmspiels in das Prüfungsverfahren zur Alterseinstufung bei der USK zu implementieren. Geeignete
Prüfkriterien für das Suchtpotential von Spielen gilt es dazu zunächst zu entwickeln.“ (12)

· Bei der Förderung der Medienkompetenz soll auch Suchtpotential von Computerspielen thematisiert werden:
„Konzepte zur Förderung von Medienkompetenz der Bildungseinrichtungen sind zu überprüfen, ob Sie das Suchtpotential von Computerspielen ausreichend berücksichtigen. Im schulischen Kontext soll die Förderung einer reflektierten Nutzung von Bildschirmmedien als Bildungsaufgabe fest verankert werden.“ (12)

· Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Punkt bei Prävention der Computerspielabhängigkeit:
„Neben spezifischen Angeboten für die Zielgruppen, sollte ein Schwerpunkt der Prävention der Computerspielabhängigkeit auf der Öffentlichkeitsarbeit liegen. Da die Computerspielabhängigkeit noch nicht als Suchterkrankung anerkannt ist und folglich der Versorgungsstruktur vielfach noch eine finanzielle Absicherung fehlt, ist die Sensibilisierung auf politischer und gesellschaftlicher Ebene von besonderer Bedeutung.“ (12)

Auflistung der Dokumente und Links zu den Dokumenten:
(1) Bert Theodor te Wildt,
Die Frage, ob Menschen von Medien in einem pathologischen Sinne abhängig werden können, hat durch die Entwicklung des Internets und seiner Derivate an Aktualität gewonnen. : internetabhaengikeit01.pdf

(2) Bert Theodor te Wildt, Stand der Forschung zum Phänomen der Internetabhängigkeit
Die Erstbeschreibung des Phänomens der Internetabhängigkeit war von dem New Yorker Psychiater Ivan Goldberg im Jahre 1995 zunächst ironisch gemeint.: internetabhaengikeit02.pdf

(3) Bert Theodor te Wildt, Symptomatik und Diagnostik der Internetabhängigkeit
Wenngleich die phänomenologische Einordnung nach wie vor unklar ist, so scheint unter den bisher an der Erforschung beteiligten Wissenschaftlern weitgehende Einigkeit darin zu bestehen…: internetabhaengikeit03.pdf

(4) Bert Theodor te Wildt, Epidemiologie der Internetabhängigkeit
Da die Instrumente zur Untersuchung von Internetabhängigkeit bisher nicht wirklich dafür validiert sind...: internetabhaengikeit04.pdf

(5) Bert Theodor te Wildt, Internetabhängigkeit und Komorbidität
Ähnlich wie bei stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen ist es auch bei der nicht-stoffgebundenen Internetabhängigkeit sinnvoll, auftretende komorbide Störungen aus zwei Blickwinkeln zu betrachten. : internetabhaengikeit05.pdf

(6) Bert Theodor te Wildt, Eigene Studien zur diagnostischen Einordnung des Phänomens Internetabhängigkeit
Eine eigene Untersuchung zur phänomenologischen und diagnostischen Einordnung von Internetabhängigkeit setzte sich aus einer Hauptstudie und drei Zusatzstudien zusammen.: internetabhaengikeit06.pdf

(7) Bert Theodor te Wildt, Erklärungsansätze für das Phänomen Internetabhängigkeit
Phänomenologisch spricht einiges dafür, dass die neuen digitalen Medien angesichts ihrer ubiquitären Verfügbarkeit und ihrer scheinbar grenzenlosen Interaktivität eine für Medien neuartige Dimension der Beziehung zu ihrem Konsumenten ausbilden, die eine Abhängigkeitsentwicklung befördern können : internetabhaengikeit07.pdf

(8) Bert Theodor te Wildt, Nosologie des Phänomens Internetabhängigkeit
Aus psychiatrischer Sicht gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten, das klinische Phänomen der Internetabhängigkeit diagnostisch einzuordnen.: internetabhaengikeit08.pdf

(9) Bert Theodor te Wildt, Therapie und Prävention von Internetabhängigkeit
Da die zuvor vorgestellten Ansätze zur Erklärung und Einordnung von Internetabhängigkeit noch relativ weit von einer abschließenden wissenschaftlichen Fundierung entfernt sind, können bisher keine evidenzbasierten Therapieempfehlungen gegeben werden. : internetabhaengikeit09.pdf

(10) Bert Theodor te Wildt, Literatur,
internetabhaengikeit10.pdf

(11) Dorothee Mücken et al., Positionspapier Diagnostik von Computerspielabhängigkeit, Positionspapier_Diagnostik.pdf

(12) Dorothee Mücken et al., Positionspapier Prävention von Computerspielabhängigkeit, Positionspapier_prävention.pdf

(13) Dorothee Mücken et al., Arbeitspapier Behandlung von Medienabhängigkeit zur Diskussionsgrundlage für ein Positionspapier, Positionspapier_behandlung.pdf

(14) Dorothee Mücken et al., Protokoll der Tagung Protokoll_symposiumFV.pdf

Danke an inter2naut für die Zusammenstellung

Zur Diskussion im Forum







 

Geschrieben von: Team-ch am 29.01.2010

 

 


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