Ein Interview von Johannes Pernsteiner mit dem Herausgeber von "Praxishandbuch für Therapeuten, Pädagogen und Eltern: "Internet- und Computersucht",
Prof. Dr. Christoph Möller
Mitautoren sind die Initiatoren von rollenspielsucht.de und Gründer von AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.
Fachtag in Nürnberg am 16.09.11 „Alles zu viel: Wenn Alltag süchtig macht – Selbsthilfe und Suchthilfe zeigen Wege aus der Verhaltenssucht"
Workshop: Internet und Computerspiele – wann beginnt die Sucht?
Beitrag von Christoph Hirte
Zum ersten Mal in der Geschichte der Amokläufer haben wir detaillierte Äußerungen des Täters über die Computerspiele, die er gespielt hat und die er explizit als Schießtraining empfiehlt.
Zerbrochene Ehen, abgebrochene Studien, ein 20-Jähriger, der gerade zum dritten Mal in verschiedenen Schulen die 9. Klasse gemacht hat, zuletzt endlich erfolgreich. Die Lebensläufe der Aussteiger, die in Stichworten über ihre Online-Spielsucht berichten, offenbaren Brüche in der Biographie, sie sprechen von verlorener Lebenszeit und der Gefahr, rückfällig zu werden. Genauso wie die Gespräche mit betroffenen Eltern das Bild von Leid und Elend der Angehörigen vermitteln. Von Gudrun Passarge
Auf dem 16. Deutschen Präventionstag in Oldenburg kommen am Montag und Dienstag mehr als 5.000 Fachbesucher aus 20 Ländern zusammen, um über die Gefahren und Herausforderungen der neuen Medienwelten für die Verbrechens-verhütung zu beraten.
"Sämtliche Studien belegten den großen Schaden der extensiven frühkindlichen Mediennutzung. Erlebt werde nicht mehr die Wirklichkeit, sondern ein schwaches Abbild"
Über 770.000 Eltern haben die Homepage des Selbsthilfeportals rollenspielsucht.de in den letzten vier Jahren besucht - oft verzweifelt auf der Suche nach Hilfe und Unterstützung, weil die Kinder komplett in digitale Pixelwelten abgedriftet sind. Die Bilanz des Portals fällt nach vier Jahren ernüchternd aus. Auch wenn verstärkt über die Computerspielsucht als Krankheitsbild diskutiert wird, so ist der Nachwuchs weiterhin nicht geschützt. Online-Pornos, Browser-Spiele und Rollenspiele für Grundschüler sind echte Probleme.
Unappetitliches Schweigen - Schon lange gibt es Berichte über ungehemmten Zugriff zu Internetpornografie von Kindern und Jugendlichen. Zahlreiche Studien wurden durch eigene Erfahrungen der Fachstelle Return aus der Praxis ergänzt und von der Fachstelle Return (Hannover) für eine Anhörung im Hessischen Landtag veröffentlicht. AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. und die Elterninitiative rollenspielsucht.de schließen sich den Forderungen der Fachstelle in vollem Umfang an.
Kaum jemand wisse tatsächlich, «was die Hersteller dieser Telefone, in diesem Fall Apple, tun, ohne dass wir als Benutzer konkret davon wissen».
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Ein Bericht von Dr. phil. Marion Sonnenmoser über rollenspielsucht.de, AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. und das Netzwerk für Ratsuchende als Projekt des Monats der Drogenbeauftragten der Bundesregierung.
Hoffnung für viele Angehörige: Eine Betreuung kann (durch das örtlich zuständige Betreuungsgericht) angeordnet werden, wenn die Rollenspielsucht als psychische Erkrankung einhergeht mit der Unfähigkeit der erkrankten Person, ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise selbst zu erledigen.
Facebook, sogenannte soziale Netzwerke, Browsergames? Was wissen Sie über Probleme und Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang? Schreiben Sie bitte in dieses Forum auf dieser Seite.
"Die unzähligen brutalen oder obszönen Szenen und Sprüche, die sich in den FSK-12-Filmen finden, sind allerdings auch für Jugendliche ab 14 ungeeignet und schädlich - weil sie überwältigen, ängstigen, schockieren, verletzen."
Besonders Online-Rollenspiele wie "World of Warcraft" seien stark nachgefragt, sagte der Kongressleiter Prof. Anil Batra. "Das Besondere an diesen Spielen ist die soziale Komponente durch die Bildung von Gemeinschaften im Internet." Viele Spieler erlebten nur dort Freundschaft, Selbstsicherheit und Schlagfertigkeit, die sie dann im realen Leben nicht umsetzen könnten.
Meist sei die Abhängigkeit von Computerspielen aber nur ein Ausdruck für ein anderes Problem. "Junge Menschen, die schon vorher zu Depressionen neigen oder eine schlechtere Lebensqualität haben, versuchen, emotionale Probleme mit dem Spielen zu überwinden." Dabei werde das Computerspielen selbst zum Problem. Auch die Nutzung des Internets selbst werde potenziell zu einer Gefahr, so Batra. Es biete neue Kanäle für Probleme wie Kauf-, Kommunikations- und Sexsucht.
Immer mehr Hinweise auf ernste gesundheitliche Probleme. Kinderärzte schlagen immer öfter ungehört Alarm. Wann reagieren Politiker? Keine Veränderung der Mediennutzungszeiten in Sicht. Wann beginnt das Umdenken? Generationsübergreifendes Bündnis könnte Abhilfe schaffen. Dazu müssen auch ältere Jahrgänge sich mit diesen "neuen" Problemen auseinandersetzten und Stellung beziehen.
Einige Studien und Untersuchungen: "Zuviel Pommes und PC machen unsere Kinder krank" „Die dramatische Diagnose der Kinderärzte zeigt Handlungsbedarf“ "Im Extremfall der Einstieg in Kindesmisshandlung"
"Im Internet hat man einen neuen Zeitfaktor. Man kommt so schnell an die Information, dass man schnell das Gefühl bekommt: Ich hab es kapiert! Bei Büchern musste man in Bibliotheken gehen und sich anstrengen. Wenn man aber alles scheinbar in drei Sekunden erreichen kann - sucht man dann überhaupt noch weiter, nach dem nächsten Buch, dem nächsten Aufsatz?"
Vortrag von Christoph Hirte
(Vorstandsvorsitzender von AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. und Initiator der Elterninitiative rollenspielsucht.de)
(am 06.07.2010 im Bayr. Landtag)
3. Berliner Mediensuchtkonferenz 2010 - Workshop "Eltern aktiv gegen Mediensucht"
Vortrag von Anni Martini (Elternkreis Ulm) "Klare Grenzen setzen" (PDF)
"Veränderung und Erziehung ist anstrengend aber das lohnt sich. Um Zukunft leben zu können, müssen wir die Gegenwart gestalten. Für die Zukunft unserer Kinder sind wir heute verantwortlich."
„Wo Eltern früher darauf geachtet haben, mit wem die Kinder vor der Haustür spielen, müssen sie heute gewährleisten, dass Kinder im weltweiten Netz nicht in schlechte Gesellschaft geraten“.
Wann sprechen auch Ihre Kollegen mehr über die Probleme, die zunehmend mehr die Familien zerreißen?
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für Angehörige und Ausstiegswillige. Die WoW-Erweiterung Cataclysm wird nicht vor Ende des Jahres kommen. Wie uns berichtet wurde, warten viele bereits schon lange sehnsüchtig darauf. Mit jedem weiteren Tag „ohne“ kann der Abstand dazu größer werden. Vielleicht gelingt ja jetzt der große Kraftakt des Ausstiegs– gemeinsam!
Verlust der Phantasie (Spiegel von Barbara Hardinghaus und Dialika Krahe)
Das Internet bietet freien Zugang in die Welt der Pornografie. Für Teenager gehört der Konsum zum Alltag wie Musik und Sport. Verändern die grenzenlosen Möglichkeiten das Liebesleben einer Generation?
Gute Nachricht für Familien, deren Kinder über freizugängliche, fremde W-Lan-Leitungen aus der Nachbarschaft spielen: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass W-Lan-Betreiber, die ihre Leitungen nicht mit Kennwörtern schützen, für alles verantwortlich sind, was mit ihrer Leitung geschieht. Deshalb sind Kennwörter dringend erforderlich.
(Pro-medienmagazin) "Medien-Abstinenz: Wie auf Entzug" Und wieder eine Studie: "Moderne Medien können abhängig machen".
Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher der Universität Maryland. Warum wird diese Tatsache bei uns weiterhin flächendeckend ignoriert?
In Deutschland: Eine 2-jährige musste sterben, da ihre onlinesüchtige Mutter vergaß, sich um sie zu kümmern. Durch ihr Leben in der Parallelwelt hatte sie den Bezug zur Realität vollständig verloren.
Was mit gesundem Menschenverstand vielen eh schon klar war, wurde jetzt von US-Wissenschaftlern bestätigt:
Gewalthaltige PC-Spiele fördern Aggressivität und sollten deshalb aus dem Haushalt entfernt werden.
„Wir können mit äußerster Gewissheit feststellen, dass Studien immer die gleichen Effekte sehen – unabhängig von der jeweiligen Kultur und egal, welches Untersuchungsverfahren angewandt wurde“
"Gesellschaft und Politik müssten auf diese Herausforderung reagieren"
"Eltern wird geraten, mit ihren Kindern über dieses Thema zu sprechen. Man sollte ihnen erklären, warum man bestimmte Arten von Spielen im Haushalt nicht erlaubt“
Auf dem ersten Symposium des Fachverbandes Medienabhängigkeit e.V am 22. und 23. Oktober 2009 in Hannover wurden wichtige Schritte zur Erforschung des Themas Medienabhängigkeit gegangen. Das Symposium befasste sich mit Diagnostik, Prävention und Behandlung von Computerspielabhängigkeit.
Als interessierter Laie bin ich hier auf bestürzende Informationen gestoßen. Daher möchte ich die Links zu den auf dem Symposium erarbeiteten Dokumenten hier auflisten.
Um eine Diskussion in Gang zu bringen habe ich einige Informationen daraus herausgehoben und meine subjektive Meinung angefügt. Das Thema ist zu bedrückend und gefährlich als das man es einfach ignorieren könnte.
Zu Beginn weise ich auf einige Forschungsergebnisse, die auf der Seite des Fachverbandes Medienabhängigkeit zu finden sind (http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/forschungsergebnisse.html), hin.
FAZ vom 27.01.2010 (Von Oliver Jungen)
Blizzard hat vor wenigen Tagen auf der das Spiel begleitenden „Arsenal“-Website die Möglichkeit geschaffen, Informationen über alle Aktivitäten jedes WoW-Avatars per RSS-Feed zu beziehen. Die Empörung schlägt hoch in der Community. Zigtausend zumeist wütende Einträge kamen in den WoW-Foren weltweit schon zusammen. Es sei nicht allzu schwer, wird argumentiert, die zugehörigen Spieler zu enttarnen: Damit könne exakt verfolgt werden, wer zu welcher Zeit online war und was er vollbracht hat; ein schwerer Eingriff in die Anonymität.
Ergänzung:
Im Arsenal lassen sich vier Spieler nebeneinander ansehen und z.B. deren Fähigkeiten vergleichen. Das könnte den Anreiz, zu spielen, erhöhen, besonders bei den immer jüngeren Spielern, da mit guten Werten und hoher investierter Spielzeit geglänzt werden kann.
"Medienerziehung beginnt spätestens mit der Wahl des ersten Bilderbuchs. Bereits hier bietet man piktografische Gewohnheiten an und die weitere Auswahl wird mitentscheiden, ob das Kind später mehr Tiere oder mehr Pokémons kennt.
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„Höhere Scheidungsraten durch virtuelle Beziehungen“ - Britische Anwälte berichten, dass für jede fünfte Trennung ein virtueller Flirt, z.B. bei Facebook, verantwortlich ist. Für den Stern ist dies ein überraschender Nebeneffekt, doch wer die Szene intensiv und ernsthaft beobachtet, würde eher sagen, dass es sich um eine logische Konsequenz handelt.
Derzeit findet in Niedersachsen eine Veranstaltungsreihe als sog. LAN-Party für Eltern statt. Hier sollen Eltern erfahren, wie faszinierend Onlinerollenspiele sind und sogar in die Welt der Killerspiele entführt werden. Dass ausgerechnet eine Jugendschutzstelle für Computerspiele wirbt, noch dazu im Auftrag der niedersächsischen Regierung, halten wir für äußerst fragwürdig. Laut Sucht- und Drogenbericht 2009 sind bis zu 2,8 Millionen Menschen in Deutschland onlinesüchtig und ebenso viele gefährdet. Spieleschutz statt Jugendschutz?