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 Fragen im Zusammenhang mit Mediensucht / Fragen aller Art
        Eingreifen oder nicht?

Eingreifen oder nicht?

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Rutert

(Mittwoch, 17.Okt 2012, 14:14)
Lissi gestellte Frage
Hallo Lissi, es ist eine langer Weg bis zur Sucht. Als Berater und Coach stelle ich immer wieder fest, dass dauernd von einer Spielesucht gesprochen wird.
Ich grenze zwischen einer Sucht und einem Hobby sehr deutlich ab. Bei deiner Beschreibung kann man eher schon von einer Sucht ausgehen.

Spielsüchtige sehen sich grundsätzlich nicht als Süchtige an. Sie bezeichnen sich vor ihrem ersten Kontakt mit mir und auch vor anderen als €moralisch schwach€™ oder €schlecht€™ (ein gestörtes Selbstwertgefühlt ist vorhanden). Ich beobachte immer wieder, dass der Klient sich hier jedoch verstrickt, aus dem leidvollen Zwiespalt einerseits keine Verantwortung für seine Schritte zu übernehmen, anderseits sich durch die Entscheidungen der beteiligten Bezugspersonen bzw. Institutionen bevormundet zu fühlen (sofern er welche hat) in einem beginnenden Machtkampf.
Er neigt zur Verweigerung von Kommunikation sowie jeglicher Mitarbeit, bei starker innerlicher Anspannung. Der Klient hat Schwierigkeiten, sich alltäglichen, auch altersüblichen sozialen Kontakte anzuschließen, dort in altersgemäßer Weise individuell aktiv zu sein, diesbezgl. massive Probleme insofern, dass der Klient dazu neigt, sich eher in seine Wohnung zurückzuziehen, wo dann wohl auch schwerwiegend zu bezeichnende soziale Inaktivität vorhanden ist. (Das gilt gleichermaßen auch für erwachsene Spieler)
Es ist in den Gesprächen deutlich darstellbar, dass hinsichtlich des Fühlens, Wollen und Handelns die Übereinstimmungen verloren gehen. Im Computer spielen bedeutet immer, sich teilweise aus seiner persönlichen Geschichte zu lösen. Der Klient ist sich nicht mehr er selbst.
Sollten alle Bemühungen außerhalb einer stationären Unterbringung gescheitert sein (durch Therapeuten, Berater etc.), so müssen weitere Schritte gegangen werden. Bei einer Zeitüberschreitung von mehr als einem Jahr und erfolglosen Therapien halte ich es bei dieser Personengruppe für erforderlich, dass diese in einer stationären Unterbringung (Akutbehandlung) mit entsprechenden Menschen, Therapeuten, die den Klienten wieder ins reale Leben integrieren, untergebracht werden. Ziel dieser Unterbringung muss sein, den Klienten auch ein möglichst selbstständiges Leben mit eigenen Einkommen in Zukunft außerhalb einer Einrichtung zu ermöglichen.

Mit wenigen Worten: Du solltest handeln und tätig werden..

Viel Erfolg






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