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        Medienzeiten bei jugendlichem Kind arten aus, ständig Streitigkeiten

Medienzeiten bei jugendlichem Kind arten aus, ständig Streitigkeiten

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Schneeflocke

(Samstag, 21.Dez 2019, 15:13)
Guten Tag! Ich habe dieses Forum gefunden, denn ich habe einen mediensüchtigen Sohn. Jedenfalls meiner Ansicht nach mediensüchtig. Er jedoch bestreitet das und verteidigt ständig seine Sucht mit oberschlauen Argumenten. Dann streiten wir uns so richtig, er mit seinen schlauen Argumente, ich mit meinen. Er würgt meine Argumente mit dem nächsten schlauen Argument ab und hört überhaupt nicht richtig zu. Ich muss seine Argumente verwerfen, da es nur welche sind, die an der Mediensucht festhalten und sie verteidigen. So richtig unvernünftig. Er sieht seinen Medienkonsum nicht als Sucht. Er wirft mir vor, ich würde ihn nicht verstehen, und ich halte ihm vor, er würde mich nicht verstehen, indem, was ich ihm dazu sage. Diese Streitigkeiten sind so was von zermürbend.
Seit Jahren ist das schon so, und es gibt täglich deshalb Reibereien. Mich kostet das ganz schön viel Kraft und Nerven, und jeden Tag diese Konflikte ist nicht schön fürs Familienleben, wenn so viel Unfrieden ist.
Ich habe früher, als er so 10, 11 Jahre alt war, so lange es ging, hinausgezögert, ihm ein Handy und eine Konsole zu kaufen. Er musste teils monatelang und 1-2 Jahre betteln, und die anderen hätten das doch auch. Dann als er sie endlich hatte, bin ich phasenweise doch weich geworden und habe die Nutzungszeiten wegen den Streitigkeiten darum, die ich leid hatte und deren ich müde war, zwischendurch schleifen lassen, indem ich ihm täglich viel zu lange Medien gewährt habe und nicht mehr konsequent genug war.
Dann habe ich beobachtet, wie er dadurch immer mehr das Interesse am realen Leben verloren hat. Soziale Kontakte hat er im realen Leben bis auf einen Freund eh kaum gehabt, mit dem einen Freund hat er sich nur sehr selten getroffen. Zuhause hat er die anderen Freizeitinteressen verloren. Nur noch die Medien waren interessant. Und hat er sie nicht bekommen, war ihm langweilig, und er wurde schlecht gelaunt und hat nichts mehr mit sich anzufangen gewusst. Ganz am Anfang hatte er sogar einen Freund, der extrem mediensüchtig war (bei dem hat es die Mutter ganz schleifen lassen). Dann wurde eine Situation draus, in der die beiden nur noch zusammen saßen und den ganzen Tag durchgezockt haben. Es war für mich ein schwerer Eingriff, den ich dann gemacht habe, bei dem ich mich gar nicht gut gefühlt habe, weil so was nicht meine Art ist, aber ich habe den Kontakt unterbunden, nachdem ich gesehen habe, wie schlimm das ausgeartet ist, und wie mein Sohn süchtig geworden ist. Ich wusste mir nicht anders zu helfen.
In der Schule hat er zwar auch abgebaut seit dem Medienkonsum, aber nicht so schlimm, und er könnte besser sein, jedenfalls tut er nicht viel für die Schule. Nur das Allernötigste.
Mittlerweile ist er 15, und der tägliche Kampf wegen Medienbegrenzung geht nach wie vor weiter zwischen uns. Er sitzt täglich mehrere Stunden an den Medien, meist im Netz auf Discord und nebenbei per Multitasking wird gezockt. Dass er multitaskingfähig ist, darauf ist er stolz. Meinen uralten Bildschirm hat er dann auch noch in beschlag genommen, so dass er zwei Bildschirme hat. , die er gleichzeitig bedient. Sein Argument: er will mit seinem Videoprogramm Videos schneiden , selber welche herstellen und braucht dafür zwei. Also gut, hab ich gesagt, damit er wenigstens in der Hinsicht was Kreatives macht. In Wirklichkeit benutzt er die beiden Bildschirme aber hauptsächlich dazu, auf dem einen Bildschirm Discord laufen zu haben und auf dem anderen Bildschirm gleichzeitig zu zocken. Spiele, die er zockt sind super Mario und Zelda. Auf Discord hat er sich seinen Freundeskreis aufgebaut. Find ich ja schön dass er wenigstens dort Freunde hat, mit denen er sich unterhält, aber nur per Medien und stundenlang?? Und am Wochenende und in den Ferien wollte/will er den ganzen Tag bis nachts durchgängig an den Medien sitzen.


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