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dagmar(Samstag, 23.Jan 2010, 14:22)World of Warcraft Hallo, seit nunmehr einem Jahr habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem 20jährigen Sohn der WoWsüchtig ist. Die Sucht fing schleichend an nachdem er seine eigene Wohnung mit 18 bezogen hat. Nov. 08 hat mein Sohn die Schule geschmissen (11. Klasse Gymnasium). Ich habe versucht mit Unterhaltskürzung etwas zu erreichen. Ergebnislos. Habe dann Anfang 09 mit dem Kreiswehrersatzamt Kontakt aufgenommen, mein Sohn wurde zum 01.04.09 einberufen. Kurz vorher hatten wir den lt. Kontakt der herzlich war. Er freue sich darauf einen geregelten Tagesablauf zu haben und hat WoW von der Festplatte gelöscht. Ich war glücklich und dachte alles wird gut. Doch war die Sucht stärker. Mittlerweile ist der Status der Verwahrlosung und mehr, in seiner Wohnung überschritten. |
shadow(Samstag, 13.Feb 2010, 17:45)WOW-Sucht Hallo Dagmar, habe Deinen Beitrag gelesen. Auch unser Sohn (21) ist leider mit allen Konsequenzen diesem blöden WOW-Spiel verfallen. Als er noch bei uns wohnte, hatte man ja einigermaßen noch eine Kontrolle, aber seit er März/09 sich eine eigene Wohnung gesucht hatte, ist er uns wohl ganz aus der Kontrolle geraten, Kontrolle hört sich irgendwie schrecklich an, aber ich weiß keinen anderen Ausdruck. Als er noch zuhause wohnte,fielen viele Dinge vor ( Betrug, Lügen,Fälschungen u.s.w. an. Als er auszog, dachten wir, er hätte kapiert, worauf es jetzt ankommt und übernimmt Eigenverantwortung für sich und seine Zukunft. Aber leider weit gefehlt. Jetzt ist er nach Beendigung seiner Lehre arbeitslos. Er hatte noch Glück die Ausbildung abzuschließen und hat seinen Gesellenbrief bekommen. Als wir ihn dann unangemeldet in seiner Wohnung aufsuchten, sah diese wie eine Mülhalde aus. Antworten auf unsere Fragen bekamen wir auch nicht. Unsere Hilfe scheint er auch nicht in Anspruch nehmen zu wollen. Und obwohl die ganze Familie weiß was los ist, ist er immer noch am Lügen und verstrickt sich immer weiter damit. Wir hatten uns dann an eine Beratungsstelle gewandt. Aber es hat uns nicht so viel gebracht. Außer dass man uns riet, da wir von allen Seiten Hilfe angeboten haben, ihn jetzt eine Zeit in Ruhe zu lassen. Jetzt müßte er aktiv werden. Er selber sagt immer, dass er alleine damit sich auseinander setzen muß. Vieleicht klappt es ja, aber ich glaube, er will uns damit nur abwimmeln und uns ruhig stellen. Wir warten mal ab. Was ist mit Deinem Sohn den weiter passiert? Hast Du jetzt noch Kontakt zu ihm? Wie geht es Dir dabei ? Kreisen Deine Gedanken auch viel um Deinen Sohn? Ich frage sicher schon zuviel und möchte nicht aufdringlich sein ! Vieleicht hast Du ja Lust mir zu antworten, ich würde mich sehr freuen. Ganz herliche Grüße shadow[/i] |
Luna(Samstag, 13.Feb 2010, 23:51)Einsicht Hallo! Leider kann man "Erwachsene Kinder" nicht zur Therapie zwingen. Wenn keine Einsicht seitens des Süchtigen besteht, ist man als Angehöriger machtlos. Hört sich jetzt zwar hart an, aber wenn sie ganz am Boden sind ( eventuell ohne Geld und Bleibe) kommen sie manchmal zum Nachdenken- Meiner Meinung nach bleibt in solchen Fällen nur das " fallen lassen". Soll heißen, jegliche Hilfe einstellen. Oftmalsbefindet man sich in einer Co-Abhängigkeit. Wichtig ist, sich selber Hilfe zu suchen. Z.B. durch Beratungstellen ( Diakonie, Drogenberatungsstelle, Gesundheitsamt, Selbsthilfegruppen oder Gespräche mit anderen Betroffenen). Sammelt Eure Kräfte. Wenn Eure Söhne bereit sind Hilfe anzunehmen werdet Ihr sie brauchen. Alles Gute und viele Grüße Luna |
Team-ch(Sonntag, 14.Feb 2010, 13:57)alle -mit-AKTIV-werden- Hallo Luna, seit Sommer letzten Jahres bauen wir hier ein Netzwerk für Ratsuchende auf, damit man die Stellen, die helfen können, schneller finden kann. Denn die Suche gestaltet sich oftmals nicht so einfach. Es gibt z.B. Verwaltungen, die aus verschiedensten Gründen zögern, ihre Fachabteilungen hier aufzulisten. Manche Stellen haben Angst, dass sie überlaufen werden, wenn ihre Adressen öffentlich sind. Die große Dunkelziffer der Betroffenen bzw.der betroffenen Familien bleibt auf diese Weise länger im Verborgenen. Die Win-Win Situation wird länger bestehen bleiben (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/index.php?p=showtopic&toid=254&high=win-win) und die Familien bleiben weiter auf der Strecke. Es gibt bereits über 140 Einträge von Sucht- und Beratungsstellen, Kliniken, Ambulanzen, Therapeuten, Psychologen, etc. im Netzwerk (hier: http://www.netzwerk-fuer-ratsuchende.de/). Wir wollen, dass dieses Netzwerk weiter wächst, und dabei sind wir auch bei der Suche nach Stellen auf Eure Hilfe angewiesen. Wenn in einer Region noch keine Stelle eingetragen ist, suchen wir gerne danach. Wenn jemand Stellen kennt, bitte dort anfragen und um Eintragung bitten, oder uns einen Tipp geben, dann werden wir dies erledigen. Wichtig ist, dass wir alle AKTIV sind bzw. werden (im kleinen, privaten und im großen, öffentlichen Bereich) - wie der Name des Vereins schon sagt: " AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT " - (Von selbst wird sich kaum etwas verändern) " Initiative zur Verhinderung von Mediensucht durch aktives Handeln. " (AKTIV heißt auch - sich ausführlich -AKTIV- und umfassend mit dieser Thematik zu beschäftigen) " Der Mißbrauch von elektronischen Medien soll so unpopulär wie Alkohol- und Drogenmißbrauch weden. " (Wird denn von uns Eltern die uneingeschränkte Lieferung von Schnaps und Drogen in die Kinderzimmer gefordert, damit sie sich frühzeitig einen "kompetenten Umgang damit erarbeiten können?" Wenn viele AKTIV werden, werden wir stärker, verschaffen uns mehr Gehör und haben ein anderes Gewicht. (mit-AKTIV-werden ) Wir brauchen eine Lobby für Kinder und Familien . Dazu brauchen wir besonders diejenigen, die das Problem aus eigener Erfahrung schmerzlich kennengelernt haben. Stück für Stück und mit viel Mut. Die zu häufig auftretende, lähmende Verzweiflung muss sich in Kraft verwandeln. Wenn wir spüren, dass diese Kraft bei vielen anderen wächst (z.B. durch Einträge auf dieser Seite), kann sie an Fahrt gewinnen. Gerade die Dauerbeeinflussung unserer Kinder und Jugendichen durch die unkontrollierte Dosis von elektronischen Medien (beginnend schon im Kleinkindalter durch unkontrollierten TV-Konsum) entzieht uns über kurz oder lang jegliche Erziehungsmöglichkeit - nachzulesen bei unzähligen Elternberichten. Wir freuen uns auf Eurer Engegement. Danke Team-CH |
NIDRO(Montag, 15.Feb 2010, 11:05)Nicht-Hilfe kann HIlfe sein Hallo Dagmar, Luna hat durchaus recht. Noch nicht einmal ein Kind kann zur Therapie gezwungen werden, Erwachsene dreimal nicht. Er muss es eigenständig feststellen, dass etwas nicht stimmt. In meiner Beratung kommt es oft vor, dass Eltern mit dem Versuch, ihre "Kinder" aus dem PC zu befreien, sie weiter hineintreiben. Wie das? SIe nehmen die negativen Folgen dem Kind ab (Bett, Essen, PC, www läuft weiter) und bauen Druck auf ,etwas zu verändern. Sie sollen jetzt selbständig werden und zwar so, wie die Eltern es (sinnvollerweise) sehen. Das ist so wie: sei spontan aber sofort. Jungs in diesem Alter sind oft noch mitten in dem "Pubertätsspiel" mit dem Namen "ich lasse mir von keinem etwas sagen -. von meinen Eltern schon gar nicht." Somit kann es passieren, dass er sich nicht ändern darf, weil er dann seinen Eltern ja recht geben würde, was er aber nicht kann. Ein Teufelskreis. Es ist das gleiche Problem wie bei harten Drogen - nur wer aussteigen will kann HIlfe annehmen. Ob die Eltern helfen können ist oft unklar, manchmal können sie, manchmal nicht. Eltern können aber dadurch helfen, dass sie für sich sorgen. Sich Kraft holen, ihr Verhalten überdenken, vielleicht sich als Angehörige weiter beraten lassen, oder eine Therapie machen, um so sich zu verändern - dann kann der Sohn nicht mehr so weiter machen. Die Familie ist ein System, jedes Verhalten passt zu dem des anderen. Du kannst Deinen Sohn nicht ändern aber Dich und damit indirekt Deinen Sohn. Dies ist ein Weg der funktionieren kann. Viel Erfolg und Kraft!! NIDRO |
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