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        immer und immer wieder WOW

immer und immer wieder WOW

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carla2208

(Freitag, 7.Mai 2010, 07:37)
hallo zusammen,

ich bin neu in diesem forum und habe jetzt schon vieles hier gelesen und in mich aufgenommen.

ich merke, dass ich mit meinen problemen nicht alleine bin.

auch mein sohn (19) ist WOW-spielsüchtig verbunden mit einer massiven sozialen phobie, d.h. er geht seit
letztem jahr juli nicht mehr aus dem haus.
er sollte im april eine 12-wöchige reha machen, aber er will nicht von zu hause weg.
auch er lebt im "Hotel Mama".
habe mir jetzt hilfe bei einem sozial psychiatrischen dienst gesucht, wo ich derzeit einmal die woche hingehe.
ich soll sehen, dass es MIR gut geht und mich von ihm distanzieren. Auch eine selbsthilfegruppe "glücksspiel"
werde ich demnächst besuchen.
alles gut gemeinte worte, die ich auf der einen seite verstehe, aber es äußerst schwer ist, sie umzusetzen.
am 12.05. läuft die spielverlängerung für WOW ab. ich werde sie ihm nicht besorgen, aber ich habe angst davor,
wie er reagieren könnte.

ich bin traurig und wütend zugleich.

Carla

Christian

(Freitag, 7.Mai 2010, 09:14)
Hallo carla2208,

wenn Du/ihr schon eine Reha eingeleitet hast/habt, scheint es ja schon weit gekommen zu sein (wobei ich nur vermuten kann, dass die Reha mit dem Spielproblem zusammenhängt). Wichtig ist, die Sache nicht eskalieren zu lassen, sie aber auch nicht zu fördern. Das erfordert Balance und ist sehr schwer. Deine Situation unterscheidet sich von der von Alexander insoweit, als dass Dein Sohn volljährig ist und daher das elterliche Erziehungsrecht nicht mehr greift. Das macht die Sache noch schwieriger.

Wenn Dein Sohn sich vehement weigert, Hilfe anzunehmen, führt m.E. kein Weg daran vorbei, eine rechtliche Betreuung einzuleiten. Das geht über eine Anregung an das Amtsgericht. Der Betreuer bekommt dann, wenn und soweit es erforderlich ist, die Befugnisse, eine Therapie zu beantragen und alles weitere zu regeln. Wenn Dein Sohn nicht mitspielt, wird das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Betreuers notfalls mit Hilfe der Polizei durchgesetzt. Klingt alles recht hart, aber ich musste mich aus eigener Betroffenheit als Ehemann einer spiel-/internetsüchtigen Frau damit auseinandersetzen.

Mein Rat daher: suche Dir individuelle Beratung vor Ort. Wenn gar nichts mehr geht, muss Zwang her. Aber Zwang und Druck, um eine Änderung bei Deinem Sohn herbeizuführen, ist erst dann angebracht, wenn es nicht anders geht. Internetsperre ist gar nicht gut, wenn man einem Süchtigen die Droge wegnimmt, dreht er durch und schottet sich nur noch mehr ab.


Zitat
ich merke, dass ich mit meinen problemen nicht alleine bin.


Bei zwei Millionen internetsüchtigen Menschen in Deutschland und unzähligen leidenden Angehörigen bist Du ganz bestimmt nicht allein. Und jeden Tag bekennen sich mehr und mehr Leute zu dem Problem.

Liebe Grüße,
Chris.

carla2208

(Freitag, 7.Mai 2010, 09:51)
hallo chris,

danke für deine zeilen.

von der rechtlichen betreuung habe ich bisher noch nichts gehört.
man sprach beim soz. psych. dienst an, dass ich ihn, wenn sich gar nichts bei ihm tut, aus der wohnung entfernen lassen könnte über
ein gerichtsverfahren. schon alleine die vorstellung macht mir große angst. ich bin alleinerziehend und der vater kümmert sich seit jahren nicht mehr um ihn.

das mit der reha hat er nur unterschrieben, dass er seine ruhe hat und ich ihn nicht weiter nerve.
die reha konnte auf juli verschoben werden. es ist eine klinik, die sich speziell auf path. PC-spielen (gaming, surfing, chatting)
spezialisiert hat. zusätzlich werden die soz. phobie und sein massives übergewicht mitbehandelt.
momentan sagt er, dass er im juli geht, aber ich darf keine großen hoffnungen haben, sonst werde ich wieder vor den kopf gestoßen.

ein kleiner fortschritt jedoch ist seit 3 wochen zu verzeichnen. er hat wieder einen tagesrhythmus und er pflegt sich wieder.
die spielzeit hat er selbst auf über die hälfte reduziert. die frage ist nur was passiert nächste woche, wenn er WOW nicht mehr spielen kann.

Carla

merle

(Montag, 10.Mai 2010, 14:56)
das warme Nest
Hallo Carla,
Dein wunderschöner Spruch, dass Du loslassen willst, damit er fliegen kann, zeigt, dass Du innerlich auf einem guten Weg bist. Dies ist doch eigentlich der erste Schritt, um das verhängnisvolle "Hotel Mama" aufzulösen und Deinen Sohn aufzufordern, ein selbständiges Leben in Angriff zu nehmen. Solange ihm das Nest warm und bequem bereitet wird, gibt es für ihn keinen Grund, diese behagliche Situation zu verändern. Warum sollte er sich anstrengen, wenn ihm alles abgenommen wird, wenn er sich um nichts kümmern muss, weil es sich sozusagen "ganz von selbst erledigt" alles? Nur steht dabei auch die unausweichliche Frage im Raum, was dies alles mit seinem Selbstwertgefühl macht, mit seiner Achtung vor sich und seinem Können? Er ist ein junger erwachsener Mensch, der mitten im Leben stehen sollte und in der Lage sein müsste, seine Dinge selbst zu regeln.... mehr in einer PN.
Liebe Grüße
Merle

sayit

(Donnerstag, 12.Jan 2012, 08:53)
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sozialphobie, übergewicht, computerspiele. Er hat sicher vorallem anderen ein sehr, sehr großen selbstvertrauensdefizit, das sie wahrscheinlich allein nicht verbessern werden können. Bei sozialphobie sind onlinespiele ja wirklich eine sehr typische flucht reaktion dementsprechend würde ich diesen part nicht überbewerten. Wahrscheinlich lässt er sich eher breitschlagen wenn sie ihm eine therapie gegen die sozialphobie ans herz legen.

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