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HamburgerLady(Samstag, 12.Jun 2010, 22:31)Freund ist mir total entglitten Guten Abend liebe Community, wie der Überschrift zu entnehmen ist stehe ich vor einem großen Rätsel und Problem. Doch sollte ich ganz vorne anfangen: Vor drei Jahren habe ich mit einem Onlinerollenspiel angefangen und war sehr süchtig. Meine tägliche Bewegung bestand darin mich ins Badezimmer oder in die Küche zu begeben. Soziale Kontakte habe ich alle schleifen lassen - das Übliche eben. Aber um mich geht es hier nicht. Jedenfalls war ich damals Mitglied in einer Gilde, sowie mein Freund auch. Wir unternahmen im Spiel eine Menge, tauschten Messengeradressen aus und chatteten viel miteinander. Bei unserem Treffen verliebten wir uns direkt ineinander. Die ersten Wochen der Beziehung verliefen traumhaft. Man muss dazu sagen, dass ich in der Vergangenheit hauptsächlich Negativerfahrungen mit Männern machten durfte und den Glauben an die Männerwelt fast verloren hatte, doch er eroberte mein Herz im Sturm. Nachdem diese "Anfangszeit" (nenne ich sie mal) vorrüber war und mein Computer zu der Zeit kaputt ging, ich also seit Dezember nicht mehr spielen konnte, änderte sich auch unser Verhältnis zueinander. Wenn ich liebe, dann liebe ich sehr stark. Verständlich, dass ich mich nach Nähe und Zuneigung sehne. Die bekam ich jedoch weniger und weniger von ihm. Er hatte keine Lust mehr etwas mit mir zu unternehmen und es kam oft vor, dass ich bei ihm Zuhause auf dem Bett saß, an der Wand lehnte, ihn stundenlang anbettelte zu mir zu kommen, er aber spielte. Nichts hat er mehr mitbekommen. Wenn er dann doch irgendwann die Lust am Spiel verlor, dann war ich natürlich ziemlich angenervt von seinem Verhalten mir gegenüber und habe ihn das auch spüren lassen. So kam es dazu, dass ich ihn scheinbar nurnoch gestresst habe, zumal er Zuhause - er wohnt noch bei seinen Eltern - das schwarze Schaf ist. Vor fünf Tagen hatte ich Geburtstag... das hat er jedoch vergessen. Und da ich wusste, dass er es vergessen würde, da ihm alles andere komplett gleichgültig ist, habe ich es ihm am Tag zuvor gesagt. Er war sichtlich schockiert, nicht daran gedacht zu haben. Wir verabredeten uns, wollten eigentlich essen gehen, doch er hatte spontan Lust auf Burger und so landeten wir in einem Fastfoodrestaurant... Nach 1 1/2 Stunden sagte er dann, er wolle nach hause, da er mir sowieso nichts bieten könnte , geschweigedem mich unterhalten könne. Ich war am Boden zerstört. Nach einigen Diskussionen und Vorwürfen, die ich ihm machte (ein großes Manko von mir) bin ich wieder mit zu ihm gefahren und wir haben uns den Rest des Tages gestritten, wiel er - wie immer - spielte. Erst wenn ich mit Klamotten in der Tür stehe wird er wach. Wir stritten uns heftig... doch am Tag darauf kam er wie zuvor verabredet zu mir und wir verbrachten die Nacht zusammen. Bei mir konnte er nur nicht spielen... also machte er was? Er wollte direkt schlafen gehen! Ich habe meine Ansprüche schon lange zurückgestellt, seit Monaten kaum noch Zuneiigung bekommen, daher empfand ich es als normal und legte mich dazu. Doch irgendetas und vor allem die Tatsache, dass er meinen Geburtstag vergessen hatte, ich nichteinmal eine Karte von ihm bekommen habe, hat mich sehr verletzt. Ich lag ein paar cm von ihm entfernt und habe bitterlich geweint... doch er wollte nur schlafen. Hat nicht einmal notiz davon genommen. Völlig verzweifelt rannte ich in die Küche und stellte mich ans offene Fenster, um über alles nocheinmal nachzudenken. Ich kam zurück ins Zimmer, machte das Licht an, setzte mich neben ihn und fragte ihn, was er für ein Freund sei. Er verstand nicht... Ich fragte ihn, ob er mich liebt. Sagte ihm, er könne mich nicht lieben, da er mich sonst nicht so abfällig behandeln würde. Erst bekam ich keine Antwort. Verwirrt starrte er ins Leere. Auf einmal sah ich, wie Tränen ihm übers Gesicht flossen. Er sagte "Ich kann es dir nicht sagen, ich weiß es nicht". Wir redeten die ganze Nacht lang und analysierten zusammen, unter Tränen, unsere Situation. Er liebt mich, doch er kann nicht so für mich da sein, wie er gerne würde... Er sagte, er wolle sich ändern, alles besser machen. So sein, wie er zu Anfang war, als er noch nicht komplett versuchtet war. Gestern hatten wir eine heftige Auseinandersetzung. (Fortsetzung folgt) |
HamburgerLady(Samstag, 12.Jun 2010, 22:32)Es ging wierder um dieses verflixte Spiel. Im Affekt sagte ich zu ihm, dass ich ihm nciht mehr Glauben kann und mich von ihm trenne. Zuerst begriff er nicht und fragte, ob es mein ernst sei. Er bat um eine Auszeit, aber keine Trennung. Doch ich sturkopf habe daran festgehalten... Er rief mich wenige Stunden später weinend an und sagte, dass er mich vermisst und nicht ohne mich kann. Ich sagte ihm dasselbe und bat ihn, in Ruhe darüber zu reden, doch er wollte, dass die Trennung aufrecht erhalten bliebe. Dann legte er auf und ging nicht mehr ran. Völlig verwirrt und ohne Sinn und Verstand zog ich mich an und rannte zum Bahnhof. Um Mitternacht war ich dann bei ihm. Er kam raus, wir redeten kurz, aber er war sichtlich nicht begeistert, dass ich da war. Er bestand darauf, dass ich die Nacht bei ihm verbringe (wir wohnen 45 km auseinander). Er nahm mich mit zu sich und baute ein Gästebett auf. Er sagte, dass er zu süchtig ist und es eingesehen hat. Er wäre nicht beziehungsfähig und könnte mir daher nicht geben, was ich brauchte. Zumindest nicht ins einem zustand. Er sagt, er weiß, dass er krank ist, aber er ist nicht bereit aufzuhören und solange er spielt, hat eine PArtnerin in seinem Leben keinen Platz. Ich solle mir keine Hoffnungen machen, doch er schließt es nicht aus, dass wir wieder zueinander finden werden. Ich solle bitte nicht so traurig sein. Er sagte, er will keine andere Frau als mich, doch er kann es nicht ertragen mich unglücklich zu sehen und so sieht er mich jeden Tag, wenn er spielt. Eine Auszeit möchte er nicht, denn die Zeit, die er für sich braucht, sei zu lang für eine Auszeit. Er kann mir nicht sagen, ob wir jemals wieder zusammenkommen werden, doch er schließt es nicht aus. Er liebt mich und will mich nicht verletzen. Alles, was er mir versprechen konnte war, dass er sich bei mir melden wird, doch es wird sehr lange dauern. Sehr lange. Ich machte mich auf den Weg nach hause. Er stand noch nie am Fenster und hat mir nachgesehen... Doch heute stand er am Fenster, nachdem er mich zur Tür brachte, und hat mir nachgesehen... Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich war selbst mal süchtig und weiß wie er denkt. Ich kann es voll und ganz nachvollziehen. Doch mittlerweile hat mein Leben einen höheren Stellenwert als ein Spiel - ich spiele nicht mehr, daher weiß ich nciht, was ich jetzt tun soll. Ich bin komplett verzweifelt, Ich liebe diesen Mann, doch ich weiß nicht, was ich jetzt noch tun kann. Über hilfreiche Ratschläge wäre ich sehr dankbar. Mit Gruß, HamburgerLady |
HamburgerLady(Samstag, 12.Jun 2010, 22:34)Ich will ihn einfach nicht verlieren. Dieses Spiel hat soviel kaputt gemacht. Wir hatten vorher eine wunderschöne Zeit. Er ist wie ausgewechselt. |
merle(Montag, 14.Jun 2010, 15:31)ein klarer Schnitt Hallo Hamburger Lady, ich kann mir gut vorstellen, wie weh Dir das alles tut, doch wie würde es sich anfühlen, wenn es so weiterginge wie bisher? Wäre das besser? Sieht so eine lebendige Partnerschaft aus? Vielleicht kann Dich dieser Gedanke trösten. Ich muss Dir sagen, dass ich immer sehr skeptisch reagiere, wenn jemand sagt: "Ich liebe Dich, aber ...." Das was Du schilderst, hat für mein Gefühl mit Liebe rein gar nichts zu tun. Ich habe den Eindruck, dass Dein Freund erleichtert ist über die Trennung, weil er jetzt uneingeschränkt und ohne dass ihn jemand dauernd "stört" spielen kann. Diese Tatsache wird verpackt in süße Worte und soll Dir Deinen Trennungsschmerz etwas leichter machen, damit er sich nicht allzu schlecht fühlen muss. Verzeih mir meine offenen Worte, aber Du solltest der Tatsache ins Auge sehen, dass hier nur ein klarer Schnitt helfen kann. Denn es geht jetzt darum, dass Du nach vorne schaust und kraftvoll und aktiv daran gehst, Dir ein lebenswertes Leben zu gestalten. Dein Freund ist süchtig und hat ganz klar geäußert, dass er trotz dieser Erkenntnis nicht daran denkt, aufzuhören. Dies ist eine Entscheidung, die er als erwachsener Mensch getroffen hat, und ist eine Entscheidung gegen eine Partnerschaft (dh. auch eine Entscheidung gegen Dich). Da er ein Leben in der virtuellen Welt einer lebendigen Beziehung vorzieht, solltest Du Dich ganz bewusst und mit allen Sinnen für das wirkliche Leben entscheiden, ohne ihn. Ich begleite Dich gedanklich und schicke Dir ganz ganz viel Kraft für`s Nach-vorne-Schauen. Merle |
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