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![]() Foren zum Thema Mediensucht / Neuigkeiten zum Thema Mediensucht![]() Kinderschutzbund macht gemeinsame Sache mit Computerspielbranche
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inter2naut(Montag, 2.Aug 2010, 21:40)Kinderschutzbund macht gemeinsame Sache mit Computerspielbranche 'GamesMarkt: “BIU-Ratgeber macht Eltern fit für die gamescom”' heisst es auf der Seite "http://www.computerspielberatung.de/" (Artikel unter http://gerald-joerns.de/csb/?p=4710 ) Weiter heisst es dort "Gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund stellt der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) im Vorfeld der gamescom einen neuen Eltern-Ratgeber zum Thema Games bereit." Ratgeber gibt es bereits - was wird hier neues geboten: siehe http://www.spielen-verbindet.de/uploads/tx_biuarticle/100714_Elternratgeber.pdf "1. Auf das richtige Maß kommt es an!" Guter Rat ist teuer - dieser Rat erscheint aber aufgrund seiner häufigen Verwendung nicht mit Exklusivrechten belegt und daher eher preiswert zu sein. Sicher würde dieser Rat wertvoll werden, wenn er hier präzisiert würde und hervorgehen würde, welche Maßnahmen erforderlich sind, ein "richtiges" Maß Computerspiel bei Kindern zu erreichen: Die Zeitvorstellungen für eine sinnvolle Nutzung sind für die Computerspiele minutengenau angegeben, sagen aber nichts über eine empfohlene Dauer der Gesamtmediennutzung aus. Das Ende der Spielzeit soll ausreichend früh angekündigt werden, damit Kinder nicht enttäuscht werden, wenn sie plötzlich aufhören müssen. Die Faszination des Kindes am Computerspiel soll man nachvollziehen und die Spielzeit soll gemeinsam festgelegt werden. Technische Hilfsmittel sollen auch bei der Begrenzung der Spieledauer helfen. Man vergisst dabei aber meines Erachtens, dass Kinder nicht nur zu Hause mit Computerspielen konfrontiert werden, sondern sowohl bei Freunden, Verwandten weiterspielen können oder sich sogar mit dem Handy in die Spielewelt einklinken. Soweit der erste Punkt des Ratgebers: mindestens verbesserungswürdig. Unter dem zweiten Punkt wird man dazu aufgefordert, sich mit den Spielen der Kinder zu beschäftigen. Wissen die Ersteller dieser Broschüre nicht, dass viele Computerspiele 80 Level haben und man mehrere Jahre braucht, um dort alle Spielvariationen und -ereignisse zu durchleben? Die wenigsten Erwachsenen werden diese Zeit aufbringen können und noch weniger Kinder werden es ertragen, ihren Altvorderen die Details des Spiele-Universums zu erklären. Sicher ist es gut, wenn man sich damit auseinandersetzt und die am Computer spielenden Kinder beaufsichtigt. Aber dass man weiß, dass neben vielen harmlosen Spielelementen auch erschreckende und verstörende Elemente bei einem Spiel dabei sind (obwohl die Freigabe für Kinder ab 12 Jahren gilt), kann man von den wenigsten Eltern erwarten. Auch eine Suchtgefährdung wird man nicht leicht erkennen können, wenn man ein Game kurz "anspielt". Die Gefahr, dass eine Computerspiel süchtig macht, wird auch kaum durch eine Altersklassifizierung erfasst. Wichtiger Punkt ist der soziale Kontext laut diesem Ratgeber: Weil alle über Computerspiele reden, muss das Kind auch mitreden können, sonst ist es isoliert. Weiter wird empfohlen " die Perspektive des Kindes " einzunehmen: Rollentausch und Computerspielnachhilfe für Eltern sind hier empfehlenswert, so der Rat. Begleitung beim Spielekauf wird als weitere Forderung an die Eltern gegeben. Etwas sarkastisch: "Freuen Sie sich, wenn Ihnen Ihre Kinder auf Knien danken dass Sie die neueste Ausgabe des Onlinerollenspiels gekauft haben! Solche Demutsbezeugungen können Sie sonst nicht bekommen!" Bemerkungen zu Jugendschutzfilter, Familientimer, illegale Tauschbörsen (Spielehersteller wollen verdienen) und Alternativen zum Computerspiel sowie der Hinweis, dass man auch Fehler machen kann, schließen den Ratgeber ab. Der Ratgeber ist vielleicht gut gemeint, lässt aber neues hilfreiches zum Thema vermissen und kann daher nicht überzeugen. Die vielen Verlinkungen, die eher verwirren, und die unklare Autorenschaft (Kinderschutzbund bzw. BIU) lassen Eltern verunsichert zurück. |
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