www.aktiv-gegen-mediensucht.de



http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/566/16/1/kinderspiele-und-suchtratschlaege/

Druckversion / Zur Bildschirmversion





Forum
 Foren zum Thema Mediensucht / Neuigkeiten zum Thema Mediensucht
        Kinderspiele und Suchtratschläge

Kinderspiele und Suchtratschläge

()



inter2naut

(Samstag, 21.Aug 2010, 16:57)
Kinderspiele und Suchtratschläge
Man findet sich damit ab, dass es Probleme mit Computerspielen gibt (Sucht, Verrohung, geistige Verarmung). Was soll man auch anderes machen?
Somit der Hinweis auf die neuesten Ratschläge von klicksafe.de: Der wichtigste Ratschlag lautet wohl: "Kinder nicht allein mit dem Computer/Computerspiel/Handy etc. lassen!". Folgende Broschüre https://www.klicksafe.de/cms/upload/user-data/pdf/Broschren_Ratgeber/spiel-und-lernsoftware-band-19.pdf stellt verschiedene Spiele dar. Einige Aussagen daraus entsprechen meiner Ansicht, wie z.B. "Kinder müssen nicht frühzeitig an elektronische Spiele, also Games, herangeführt werden. Sie werden im späteren Leben keinen Nachteil haben, selbst wenn sie niemals Games gespielt haben." . Bei anderen Aussagen wiederum bin ich skeptischer, zum Beispiel wenn gesagt wird "Wichtig: Zwingen Sie Ihr Kind nicht, mittendrin aufzuhören. „Ein Fußballspiel bricht man auch nicht nach 70 Minuten ab." . Ich denke, solange es ein Spiel ist, darf auch ein Computerspiel nach rechtzeitiger Ankündigung abgebrochen werden - es ist ein SPIEL! . Selbstverständlich sollten vorher zugestandene Zeiten, genauso wie die 60 Minuten für ein Fußballspiel, eingehalten werden, aber ein Rollenspiel wird sich nicht nach Vereinbarungen zwischen Eltern und Kindern richten. Rollenspiele dauern lebenslang . Dass ein bekanntermaßen suchtgefährdendes Spiel wie WoW namentlich erwähnt wird und dabei nur auf die Möglichkeit hingewiesen wird, dass die Spielzeiten beschränkt werden können, ist bedenklich. Dadurch wird dieses Spiel ja als vorbildlich dargestellt! "Bei einem der beliebtesten Rollenspiele „World of Warcraft“ können Eltern die Spielzeiten beaufsichtigen. Sie können festlegen, zu welcher Uhrzeit sich ihre Kinder einloggen dürfen." Statt es Spiel mit Suchtgefahr zu beschreiben wird dieses Game, das keine weitere Erwähnung im Text erfährt, als "beliebtestes Rollenspiel" beschrieben, dessen Nutzung leicht überwacht werden kann und damit vielen Lesern in guter Erinnerung bleiben.

Eine Geschichte, in der ein Vater beschreibt, wie er selbst der Anziehungskraft eines Computerspiels verfällt, dient in dem Ratgeber dazu, um für Verständnis für die computerspielenden Kinder zu werben. Die Geschichte könnte auch darstellen, wie leicht man dem Sog der Computerspiele verfällt .

Gut finde ich, dass darauf hingewiesen wird, dass die Freigabe der Computerspiele nach USK nicht nach pädagogischen Maßstäben getroffen wurde. Es wird eigens eine zusätzliche Klassifizierung angegeben: Folgende Einstufung ist dort auch zu finden: "U S K: freigegeben ab 6 Jahren. Pädagogische Beurteilung: ab 12 Jahren." Dies sagt doch meiner Ansicht nach aus, dass von der Einstufung nach USK relativ wenig zu halten ist.


Auch auf klicksafe wird ein Flyer https://www.klicksafe.de/cms/upload/user-data/pdf/Broschren_Ratgeber/ComSpiel_Eltern_NS_Download.pdf angeboten, der Eltern den richtigen Umgang mit Kindern und Computerspielen erklärt. Die dort gemachte Aufforderung "Zuerst die Hausaufgaben, dann eine Pause, dann Computerspielen." erscheint gut, aber schwer durchzusetzen. Zudem gebe ich zu bedenken, dass oftmals das Gelernte aufgrund von Mediennutzung (also auch Fernsehen) danach, sich im Kopf nicht festsetzen kann und daher aus dem Gedächtnis wieder verschwindet. Die Pause sollte also doch ziemlich groß sein.

Powered by Koobi:CMS 7.24 © dream4®