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        Computersucht und Schulverweigerung

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Freitag, 29.Aug 2014, 14:26

Drache Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 29.08.2014
Hallo, bin neu in der Community,habe ein großes Problem. Ich glaube mein vier zehnjähriger Sohn hat ein Problem mit Onlinespielen.Ich gebe euch einen kurzen Rückblick was bislang passiert ist.Mein Sohn wurde vor 2Jahren von zwei Mitschülern seiner damaligen klasse gemobbt,ging dann schlagartig nicht mehr zur Schule und wurde aufgrund hoher Fehlzeiten nicht versetzt,wollte dann auch nicht wiederholen und wir haben dann entschieden ihn auf der Realschule anzumelden,er ging vorher aufs Gymnasium.Sein Computerspielen konnte man da aber noch einigermaßen handeln.Das letzte Schuljahr ging er nach wie vor sehr unregelmäßig zur schule,er war auch am Schuljahres Anfang auf der neuen schule für 9 Tage stationär auf einer Kinder und jugendpsychiatrischen Station wurde dann auf Wunsch der Mutter gegen ärztlichen Rat entlassen,ich hatte das Gefühl das das nicht das richtige für ihn war.Ich hatte danach einen Familie Helfer für ein paar Monate.Aktuell ist er bis zu den Ferien 5Wochen nicht in die schule gegangen,jetzt in den Ferien sitzt er bis zu 14Stunden vor dem PC. Versuche den PC zu entfernen scheiterten.Ich brauche dringend Hilfe.
Samstag, 30.Aug 2014, 10:44

Rellöm Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 105
Mitglied seit: 04.03.2014
Du bist alleinerziehender Vater, aber es gibt noch eine Mutter, richtig? Wie sieht es mit dem Sorgerecht zwischen euch beiden aus?

Drei grundsätzliche Sachen:

1. Dein Sohn hat in der Tat ein ernsthaftes Problem, aber mit 14 muss er noch das tun, was die Eltern wollen.
2. Vater und Mutter müssen in der Sache sich einig sein und gemeinsam am selben Strang ziehen, sonst wird euch euer Sohn gnadenlos gegeneinander ausspielen.
3. Dein Sohn braucht dringend einen neu geregelten Tagesablauf und damit auch Regeln, was die Computernutzung anbelangt. Und die Einhaltung dieser Regeln müssen von dir überwacht werden, denn deinem Sohn würde ich nicht vertrauen.

Nun mal genauer: 14 Stunden Computerkonsum in den Ferien ist eindeutig zu viel. In der Situation deines Sohnes flüchten viele gerne in virtuelle Realitäten, um da die Sicherheit und Anerkennung zu bekommen, die ihnen im wirklichen Leben versagt geblieben sind. Müsste er nicht schlafen, dann wäre dein Sohn möglicherweise 24 Stunden vor der Kiste.

Du musst was gegen den exzessiven Konsum dringend unternehmen. Ganz wirst du deinen Sohn nicht vom Computer weg bringen können, aber er braucht dringend zeitliche Regeln, wie lange er in seiner Freizeit an der Kiste sein darf, die du dann aber auch überwachen musst. Das wird ihm nicht gefallen, aber da musst du dann durch, dafür bist du ja der Vater und das gehört zur Erziehung eben dazu.

Ein Budget könnte beispielsweise sein, dass er täglich 90 Minuten an der Kiste daddeln darf, maximal also dann 630 Minuten die Woche und nicht genutzte Spielzeit verfällt am Ende der Woche automatisch. Das wird ihm nicht passen, ist dann aber eben so. Und wenn die Zeit rum ist, dann gehört die Kiste am Besten weggesperrt. Das geht natürlich einfach, wenn es ein Notebook ist, ansonsten gehört der Computer am Besten in einen Raum, zu dem nur du die Schlüssel hast und den du verschließen kannst.

Hat dein Sohn ein Smartphone? Das braucht er nicht und kann der Ersatzbefriedigung dienen, weg damit und her mit einem altmodischen Featurephone. Ein Telefon, mit dem man nur telefonieren und sonst nichts kann, reicht für ihn vollkommen aus.

Samstag, 30.Aug 2014, 10:48

Rellöm Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 105
Mitglied seit: 04.03.2014
Vor allem Dingen aber gilt ein eherner Grundsatz, wenn du die Regeln einmal aufgestellt hast: hart bleiben und nicht nachgeben, den sonst hat das alles keinen Sinn.
Samstag, 30.Aug 2014, 16:38

Vedrfölnir Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Geh des predige ich seit langem hier und immer wieder heisst es ich sei altmodisch..tzz *gg*
Aber mal wieder zurück zum Ernst...
Ich an deiner Stelle würde noch weitergehen; nicht nur so a Spielguthaben ausmachen was am ende der Woche verfällt; nein auch wenn er zb fern guckt oder anderweitig der medialen Beschallung ausgesetzt ist würde ich das an deiner Stelle auch reduzieren vl das einzige was geen würde Musik hören aber ohne Computer sondern halt ganz altmodisch an einem analogen Musikplayer mit Disk System.
Vor allem ich weiss nicht ob ich es hier darf; aber vor einiger Zeit hatte ich mal ein Kindersicherheitssperrprogramm ausprobiert nur der haken ist du musst dich bisschen in die Materie reinlesen weil wenn es nicht gebraucht wird mehr dann ist es manchmal umunständlich den ganzen Rechner neu aufzusetzen weil es sich tief in die registry schreibt.
Aber bis keine dauerhafte Lösung gefunden ist hoffe ich hier einige alternativen posten zu können; da kann man sogar einstellen wenn die eingestelte Zeit am Tag vorbei ist schaltet sich der Rechner ab; und wenn man es vor der Zeit anschalten will blockt es dann auch...

http://salfeld.de/software/kindersicherung/

Solltest noch Fragen haben; zögere nicht sie zu Stellen.
mfg


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Montag, 1.Sep 2014, 09:40

Exit 2.0 Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 28
Mitglied seit: 25.10.2013
Hallo Drache,
ich stimme den anderen zu, das klingt nach einem sehr ernsten Problem bei euch.
Bei getrennt erziehenden Eltern ist es immer sehr schwer, Absprachen zu treffen und diese einzuhalten und Kinder/Jugendliche sind Meister darin, die Eltern gegeneinander zum eigenen "Wohl" auszuspielen. Ihr als Eltern habt sicherlich das Beste für euren Sohn im Sinn, das wird auch die Mutter zugeben. Da sich der Sohn scheinbar immernoch nicht wohl in der Schule fühlt, müssen Schritte eingeleitet werden. Muss ja nicht die Psychiatrie als "Wegbringen von zu Hause" sein.
Mit 14 regelmäßig Schule verweigern, widerspricht nicht nur den Regeln der Eltern, sondern auch dem Gesetz. Dein Sohn ist schulpflichtig.
Auch dafür gibt es ambulante Stellen (in Essen z.B. die Schulverweigerungsambulanz), die diesen Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vielleicht gibt es soetwas ja auch in eurer Nähe. Wurde nach dem Psychiatrie-Aufenthalt keine weiterführende psychologische Betreuung empfohlen/eingeleitet?

Was das Zocken betrifft...was auch immer er spielt: Da ist er jemand, da bedeutet er etwas, da kann er was erreichen. da hat er Freunde.
In meinen Augen stehen klärende Gespräche zu Zielen, Absprachen und weiterführenden Schritten mit der Mutter an erster Stelle, das Aufrechterhalten des Kontaktes/der Beziehung zum Sohn und die Anbindung an externe Hilfestellen, damit er nicht mit 15 oder 16 die Schule ganz abbricht.

Ich drücke die Daumen!

Mittwoch, 24.Sep 2014, 11:11

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Drache,

ich freue mich, dass du hier im Forum auf deinen Beitrag hin schon etliche Tipps und Anregungen bekommen hast. Ich kann dem Geschriebenen nur beipflichten: euer Sohn ist gottlob noch sehr jung und hat sich an das zu halten, was ihr als Eltern ihm vorgebt - hoffentlich gemeinschaftlich und einig!!! Dass ihr an einem Strang zieht und die gleichen Ziele für euer Kind im Auge habt, ist unabdingbar, weil sich ansonsten die Situation enorm verkompliziert. Wie schnell spielen die Kinder die Eltern gegeneinander aus, weil sie sich so viel freie Mediennutzung wie möglich erhoffen. Das Elternteil, das diesbezüglich strenger und konsequenter ist, lebt praktisch immer mit der Angst, dass das Kind zum anderen Elternteil ziehen will, um mehr "Freiheiten" zu bekommen. Deshalb ist es so immens wichtig, dass Mutter und Vater den gleichen Kurs fahren.

Es wird dir nichts anderes übrig bleiben, als die erst einmal sicherlich höchst unangenehmen Auswirkungen auf eine radikale Reduzierung auszuhalten. Du bist groß und du hast das Sagen! Dein Kind bekommt letztlich viel Sicherheit vermittelt, wenn du klare Ansagen machst und dich nicht aus dem Konzept bringen lässt, denn es braucht die Gewissheit, dass du stark und unverrückbar bist. Kindern, die ihre Eltern "in der Hand haben", fehlt die Orientierung, denn ihre Welt steht Kopf. Dein Sohn wird nach der schweren Anfangszeit zu seinem inneren Frieden zurückfinden, wenn er wieder gelernt hat, seine Freizeit und Lebenszeit mit anderen Dingen zu füllen als mit einem Computerspiel. Er wird wissen, dass sein Papa wie ein Fels ist, dass man sich auf ihn verlassen kann, dass er stark ist und auf ihn aufpasst. Eure Beziehung wird sich erholen und wieder festigen - ein wichtiger Schritt für die weiteren Jahre der Pubertät, in denen die BEziehung zueinander die Kinder oft mehr erreicht als die ERziehung. Habe den Mut, dich da unbeirrt durch zu setzen und klare Regeln auf zu stellen. Noch ist dieser Schritt nicht allzu schwer. Wenn dein Kind erst älter ist, wirst du dir da eher die Zähne ausbeißen... Lies bitte ausführlich in unseren Foren, wohin es führen kann, wenn Eltern diesen Schritt verpasst haben, dann weißt du, was es zu verhindern gilt. Du bist verantwortlich dafür, dass dein Sohn die bevorstehenden wichtigen Jahre sinnvoll erleben kann, um sich und seine Neigungen und Begabungen kennen zu lernen und aus zu loten. Verhindere, dass er diese Chance "verspielt".

LG Merle


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