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        Mein Sohn entgleitet mir !

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Freitag, 7.Nov 2014, 14:12

wondergirl50 Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 07.11.2014
Hallo Zusammen!

Inzwischen bin ich total verzweifelt. Mein Sohn ist 17, ohne Schulabschluss, da er seit etwa 1 1/2 Jahren die Schule schwänzt!!!!
Er war schon zwei mal zwangsweise in der Kinder und Jugendpsychatrie. Seit Jahren sind wir mit dem Jugendamt zugange und haben schon alle Hilfen durch. Nach dem letzten Klinikaufenthalt sollte mein Sohn in eine Wohngruppe, was er massiv verweigerte. Seitdem sagt das Jugendamt, wenn er nicht freiwillig geht, können die nichts machen. Ich soll meinen Sohn doch rausschmeissen. Mir gegenüber hat er in diesem Falle schon mit Selbstmord gedroht.
Er geht nicht zur Schule, arbeitet nicht, zockt rund um die Uhr Spiele wie Call of Duty usw. Körperpflege ,mangelhaft.
Wenn hier alles so läuft wie er es wünscht, ist alles gut. Aber wehe, ich ziehe den Stecker...... Er ist groß und recht kräftig, so das ich schon Angst vor ihm habe. Bin selbst in Therapie. Bei meinem Sohn wurden auch depressive Stimmungen festgestellt. Also, er verweigert alles, hat keine Außenkontakte und flippt völlig aus, wenn das Internet nicht geht. Inzwischen droht uns, bzw. meinem Sohn ein Bußgeld wegen des Schwänzens, aber das interessiert ihn nicht.
Ich bin total am Ende und fühle mich hilflos. Der Vater lebt 130 km entfernt von uns und fühlt sich nicht zuständig. Ich kann nicht mehr!!!! So kann es doch nicht weitergehen!!!!!
Montag, 10.Nov 2014, 12:01

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo wondergirl50,

ich schreibe dir jetzt eine PN.

Herzlichst, Merle
Montag, 10.Nov 2014, 12:49

Exit 2.0 Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 28
Mitglied seit: 25.10.2013
Hallo wondergirl50,

wahrscheinlich geht es mir so, wie den meisten anderen Lesern: ich bin erst mal sprachlos. Sprachlos, wie viel Leid ihr schon gemeinsam erlebt habt. Sicherlich ist es noch viel mehr, als aus deinen wenigen Zeilen hervorgeht und niemand, der von außen auf eure Geschichte schaut, kann nachempfinden, wie sehr das ganze schmerzen muss. Von daher mein allererster Gedanke: Habt die Kraft, dies durchzustehen!! Als Familie, auch wenn sie gefühlt nur aus dir und deinem Sohn besteht.

Er scheint ja einige Schwierigkeiten zu haben und das schon seit langer Zeit. Vielleicht ist dir bereits in anderen Forumsbeiträgen aufgefallen, dass ich häufig sage, das exzessive Computerspielen meist eine Flucht vor der Realität, ein guter Freund, ein sicherer Rückzugsort, ggf. die letzte Verbindung zu Freunden und Bekannten ist. Es ist also verständlich - wenn auch absolut nicht okay - dass ein Jugendlicher so extrem reagiert. Ganz besonders schlimm muss es sein, dass ihr schon so vieles probiert habt und dennoch erlebst ihr immer wieder Rückschläge.

Dass das Jugendamt aufgibt, darf nicht okay sein. Niemals, absolut NIEMALS kapituliert man gegenüber einer Suchterkrankung. Es hilft ja nichts, ihn weiter vorsichhinleiden zu lassen. Dann ist es auch in 3 Jahren noch genauso, dann hockt er weiter am Pc, dann geht es ihm weiterhin schlecht.
Hast du bereits Kontakt aufgenommen zu den Kliniken, die er bislang besucht hat? Zu Jugendamt und ggf. Polizei? Sie wissen sicherlich, wie es sich zu vernetzen und zu schützen gilt. Bei allem was du tust, bitte achte vor allem auf dein eigenen, leibliches Wohl.

Lass dich nicht erpressen. Es ist doch nichts anderes. Natürlich, Suizidandrohungen gilt es immer ernst zu nehmen. Aber das heißt noch lange nicht, dass er sie als Druckmittel gegen dich verwenden darf. Und im übrigen: Wer Suizid androht, muss unter Beobachtung gestellt und psychologisch betreut werden, das sollte dem Sohnemann auch bewusst sein. Erfahrungen damit hat er ja gesammelt. Ausreden wie "das bringt doch alles nichts" oder "Schiebst du mich wieder ab in die Klapse..." all das sind doch nur „ngste und Sorgen, die da laut werden. Eine Flucht vor dem, was ihn so herunterzieht, was ihn an den Rechner treibt und was so unglaublich weh tut. Lass dir nicht einreden, du würdest ihm schaden, wenn du dich an „rzte, Psychologen und Jugendamt wendest. Du willst nur sein Bestes!! Du willst, dass es ihm und euch besser geht.

Ich wünsche euch, dass es Leute in eurer Nähe gibt, die aktiv und pragmatisch helfen können.
Bitte halte uns hier im Forum auf dem Laufenden, wir werden versuchen, dir weiterhin Mut und Kraft zuzusprechen, damit du aus diesem schwarzen Loch herausfindest und bestenfalls deinen Sohn gleich mitnimmst!

Liebe Grüße!
Montag, 10.Nov 2014, 13:03

Vedrfölnir Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Und Habicht hat sich mal in punkto Literatur schlau gemacht für dich und deinen Sohn.
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Spielst du noch, oder verlierst du schon?
http://www.spielsucht-forum.de/media/spielst-du-noch-oder-verlierst-du-schon-209x300.jpg
Lesend Wege aus der Sucht finden

Die Spielsucht gilt als eine der leisesten Süchte, die innerhalb der Gesellschaft zu finden sind. Betroffene verlieren oft nicht nur ihr gesamtes Hab und Gut und verschulden sich hoch, sondern büßen mit der Zeit auch ihr gesamtes soziales Netzwerk ein. Das Buch »Spielst du noch, oder verlierst du schon?« schildert nicht nur eindrucksvoll die Spirale der Sucht, sondern rechnet auch mit der Gesellschaft und der Automaten- und Casinolobby ab.
Der Autor M. Trojan spricht in seinem Buch die Spieler direkt an und zwingt sie, ihr Verhalten objektiv und ungeschönt zu analysieren. Dieser neue Ansatz eines Suchtratgebers urteilt nicht von oben herab, sondern begibt sich mit den Betroffenen und deren Angehörigen auf Augenhöhe. Ebenso wird in diesem Buch sehr deutlich, was der Autor von den staatlichen Kontrollorganen, der Suchtprävention und der Gesetzgebung hält. In seinen Augen wird auf Kosten der Menschen Profit gemacht und dieser weit über das Leid der Opfer gestellt. Auch die Automaten- und Glückspiel-Lobby wird hart ins Gericht genommen, denn sie scheut bis hin zu persönlichen Anfeindungen keine Mühen, den Autor und andere Kritiker mundtot zu machen.
Diese Buch wäre kein Ratgeber, wenn es in ihm um die bloße Analyse der Situation ginge. M. Trojan analysiert nicht nur die Gründe der Sucht, sondern gibt auch zahlreiche Tipps und Ratschläge, sich für immer aus der Suchtspirale zu befreien. Sein Weg ist manchmal für den Betroffenen unbequem, denn an erster Stelle steht die Selbsterkenntnis, ohne die keine Sucht bekämpft werden kann. Ist dies geschafft, kann ein Rückfall in alte Gewohnheiten durch die Tricks, die das Buch offenbart, erfolgreich abgewehrt werden.
Nicht nur Süchtige, sondern auch deren Angehörige leiden oft unter den Folgen der Spielsucht. Diese reichen von emotionalen Störungen, bis hin zum finanziellen Ruin ganzer Familien. Für Angehörige von Spielsüchtigen und potentiell suchtgefährdeten bietet dieser Ratgeber eine Stütze im Alltag. Ob selbst betroffen oder nicht, laut der Meinung des Autors ist Spielsucht ein gesellschaftliches Problem, das alle etwas angeht und bei dem jeder etwas beitragen kann. Das Buch »Spielst Du noch, oder verlierst du schon?« kann direkt und indirekt Betroffenen dabei helfen, die zerstörende Sucht aus ihrem Leben zu verbannen.

309 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag; Auflage: 1 (18. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954887509
ISBN-13: 978-3954887507
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MMORPG€™s €“ Sucht oder Hobby? Eine Einführung für Außenstehende
könnten.

http://www.spielsucht-forum.de/media/sucht-oder-hobby-eine-einfuehrung-fuer-au%C3%9Fenstehende.jpg

MMORPG€™s €“ Sucht oder Hobby?:
Eine Einführung für Außenstehende, Angehörige und Freunde
# Broschiert: 72 Seiten
# Verlag: Books on Demand; Auflage: 2. Auflage. (26. Oktober 2010)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3842328389
# ISBN-13: 978-3842328389
# Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 0,4 cm
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bei Fragen oder ähnlichem wenden Sie sich bitte an merle und Co.


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
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Montag, 10.Nov 2014, 18:54

wondergirl50 Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 07.11.2014
Hallo !
Erstmal danke für Eure Antworten.

Hier ging grad schon wieder die Post ab. Ich habe meinen Sohn freundlich darauf hingewiesen, daß er doch bitte mal duschen soll weil er schon stinkt. Ich sag das fast täglich und kriege nur blöde Antworten. Sowas wie -"halt doch die Fresse du blöde Kuh, das geht dich gar nichts an wann ich dusche"- Das dann mal mehr oder weniger freundlich. Außerdem schläft er schon seit etwa 4 Monaten !!!!! in der selben Bettwäsche und verweigert jeden Versuch das zu ändern.
Mein Sohn braucht dringend Hilfe aber die in der Klinik sagen, ich muss da hart sein und ihn ggf. vor die Türe setzen.
Das schaffe ich einfach nicht. Grade hat er mich wieder angeschrien, ich soll doch die Fresse halten. Wenn er mit seinen Online-Partnern über das Headset spricht, kann das schon mal recht laut und heftig werden. Da fallen dann schlimme Ausdrücke, die ich hier nicht wiedergeben möchte, Es kommt auch vor, wenn etwas nicht wie gewünscht klappt beim Spiel, dann tritt er massiv gegen die Wand und schreit rum. Gehe ich dann zu ihm, kriege ich das volle Pfund.
Ich kann das einfach nicht mehr ertragen und hab richtig Angst in solchen Momenten, das mein Sohn sich mal völlig vergisst.
Einerseits ist er so sensibel und auch lieb, andererseits erkenne ich ihn nicht wieder.
Er sagte mir letztens, das er nur so ist, weil ich mich vor acht Jahren von seinem Vater getrennt habe und mit ihm in eine andere Stadt gezogen bin.
Anfangs hat es hier ganz gut funktioniert. Er war sogar im Fussballverein.
Wir hatten allerdings schon recht früh hier einen Familienhilfe, da mein Sohn schon mit 10 Jahren agressive Ausraster hatte und mich sogar mit einem Stock grün und blau schlug. Dies kam nur einmal vor.
Immer wenn ich versuche mit ihm über die heutige Situation zu reden, blockt er ab und wird agressiv.
Wie gesagt, ich hab nur noch Magenschmerzen, nehme Antidepressiva und bin in Therapie.

Ich hasse mich für meine Schwäche und hoffe doch inständig, das meinem Sohn irgendwie geholfen wird. Er hat sich wohl schon aufgegeben da er keine Ziele hat und ihm nach eigener Aussage die Zukunft ganz egal ist.


Wünsche jetzt erstmal einen netten Abend.
Montag, 10.Nov 2014, 19:38

Vedrfölnir Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Ganz ehrlich; bevor Sie sich noch hin und her einen Kopf machen; seien Sie einmal nur auf sich selber bedacht und setzen Sie ihren Sohn einfach vor die Tür!
Da er ja aber noch keine achtzehn ist; weder einen Schulabschluss oder Lehre hat erkundigen Sie sich doch bitte bei den Experten hier wo es in Ihrer nächstgelegenen Umgebung so eine Art Übergangswohnen für Jugendliche oder junge Erwachsene mit Problemen gibt.
Und wenn der Sohn nicht will auch egal; wenn er mal ausser Haus ist würde ich an ihrer Stelle sein Zimmer ausmisten; sämtliche Technik ect entfernen; ausstecken und wegsperren oder was auch immer und ihm wirklich nur das Bett ohne Bettzeug lassen.
Er braucht eh keins, weil er schon so lang mit den stinkenden Sachen schläft und sich nicht um seine hygiene kümmert.
Und wenn er spielen will.. und? Ist doch egal... er bringt sich nicht ein kümmert sich keinen Finger mit ihm Haushalt; also muss/kann er eh nicht spielen da
1. Spielen am Computer Strom kostet und 2 geht er einer Lehre oder Arbeit nach? Nein also kann er auch 3. kein Geld zum Haushalt beitragen und hat somit 4. in meinen Augen auch kein Recht den Strom für sein Vergnügen mitzubenutzen.
Und wenn er weiter umspinnt; lassen Sie sich doch von den Experten hier Adressen geben für eine Reha oder Therapie,.. denn so wie er momentan ist nein er muss erst selbst im klarem mit sich kommen und wass er übheraupt im Leben machen will; ich finde wenn er für den gemeinsamen Haushalt wo er momentan als "parasiter Single lebt" nichts beiträgt; braucht er bis auf die lebenswichtigsten Sachen nichts zu erwarten oder einfordern.



“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
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Montag, 10.Nov 2014, 21:06

Rellöm Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 105
Mitglied seit: 04.03.2014
Hallo Wondergirl,

das liest sich verdammt schwierig. Dazu kommt, dass dein Sohn ja in maximal 12 Monaten volljährig ist und dann ohnehin tun und lassen kann, was er will. Also viel Zeit für erzieherische Maßnahmen bleiben da nicht mehr.

Eigentlich bin ich der Meinung, dein Sohn ist ein Fall für betreutes Wohnen. Aber ich glaube kaum, dass er von sich aus in eine solche Gruppe gehen wird.

Dein Sohn gehört auf jeden Fall in eine Therapie. Da ist aber auch fraglich, ob er das einsieht. Möglicherweise ist er ein heißer Kandidat für eine Einweisung, sofern er eine Gefahr für sich und seine Umgebung darstellt. Das beurteilen kann ich aber nicht.

Freitag, 14.Nov 2014, 11:42

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo wondergirl,

schade, dass du dich nicht bei uns gemeldet hast. Es wäre gut, dies alles mal ausführlich und bis ins Detail zu besprechen.

Dass dein Sohn dringend Hilfe braucht, steht außer Frage. Allerdings wird keine Klinik ihn für eine Therapie aufnehmen, solange dieser Wunsch nicht von ihm selbst kommt. Ihn zwangsweise in eine Therapie zu schicken, ist vergeudete Liebesmüh. Er wird die geforderte Zeit absitzen und nichts von all den Gesprächen oder Maßnahmen wird ihn richtig erreichen.

Was ihm fehlt, ist die Krankheitseinsicht, und die bekommt er nur, wenn es ihm wirklich ganz schlecht geht und sich nichts mehr bewegt. Daheim im warmen Nest, rundumversorgt von einer lieben Mutter -die halt vielleicht ab und zu zetert, schimpft und beim Zocken stört, aber das kann man schon mal aushalten- ist doch das wahre Paradies. Warum sollte er an diesem Status quo etwas ändern? Es fehlt ihm ja nichts zu seinem Glück. Er hat sein Suchtmittel rund um die Uhr, er hat zu essen und muss nicht frieren. Er hat keinerlei Verpflichtungen, muss sich nicht anstrengen (außer dass er ab und zu mit den allerletzten Worten seine Mutter zum Kuschen bringen muss) und kann sich beliebig in seine Onlinewelt hinein flüchten. So werden Jahre vergehen, in denen es ihm selbst gar nicht allzu schlecht geht, solange es ihm gelingt, die Zukunft völlig zu verdrängen und auszublenden. Aber du wirst an seiner Seite zugrunde gehen und deshalb ist es unabdingbar, dass eure Wege sich trennen müssen.

Du kannst verständlicherweise diesen Schritt, deinen Sohn "raus zu schmeißen", nicht ohne professionelle Hilfe von außen leisten. Die Gefahr, dass du körperlich attackiert wirst, wäre zu groß. Andererseits würde dies dich dazu berechtigen, sofort die Polizei einzuschalten, und da "Gefahr für Leib und Leben droht", darauf zu bestehen, dass dein Sohn fremd untergebracht wird, um dein Leben zu schützen. Damit wäre dieser wichtige Schritt vollzogen und könntest du über weitere Maßnahmen nachdenken...... Hättest du den Mut dazu?

Ansonsten solltest du an offizieller Stelle klar und unmißverständlich einfordern, dass dir an diesem Punkt geholfen wird. Wenn du uns deine Postleitzahl mitteilst, können wir dir eine entsprechende Stelle heraus suchen. Dein Sohn darf nicht mehr mit dir unter einem Dach wohnen!!! Ihr geht beide daran kaputt.

Es gibt keinen Grund, einen Selbsthass zu entwickeln, auch wenn ich deine Beweggründe dafür verstehe. Du bist eine tapfere und starke Frau und hast dies alles bis zum heutigen Tag durch gestanden. Gönne dir den Gedanke, dass du es verdient hast, nun endlich in Frieden zu leben und dieses Entsetzen, das du Tag für Tag erlebst, hinter dir zu lassen.

Bitte melde dich bei uns. Das Angebot steht.

Merle
Freitag, 14.Nov 2014, 11:55

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
die Schuldleier
Wondergirl, ich möchte dir noch etwas zum Vorwurf deines Sohnes, dies alles sei so, weil du damals seinen Vater verlassen hast, sagen. Mach dich stark gegen ein so lächerliches Argument. Klar muss er einen Schuldigen für seine Misere finden, weil er es nicht ertragen kann, die Verantwortung dafür bei sich zu suchen. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und du wirst damals deine Gründe gehabt haben, diese Verbindung zu beenden und dir in einer anderen Stadt ein neues Leben aufzubauen. Es gibt Millionen Kinder, die diese schmerzliche Tatsache erleben müssen und trotzdem stark durchs Leben gehen. Wie lange will er sich darauf berufen, dass er ein armes armes Scheidungskind ist und deshalb sein Leben ja in keinem Fall auf die Reihe kriegen kann. Die Trennung war für alle Beteiligten mit Sicherheit ein schmerzlicher Lebensabschnitt, aber es ist lächerlich, dir für das gesamte weitere Leben daraus einen Schuldstrick drehen zu wollen. Auf diese Weise hält er dich in Schach, denn ein sich schuldig fühlender Mensch ist nur allzu bereit, viel auf sich zu nehmen, um damit vielleicht seine Schuld abzutragen. Es wird Zeit, dass du dich aus diesem Spiel verabschiedest. Solche Argumente sind dir nicht länger zuzumuten.
Herzlichst, Merle
Samstag, 15.Nov 2014, 14:19

wondergirl50 Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 07.11.2014
Hallo Merle!
Erstmal lieben Dank für die ausführlichen Antworten. Leider hatte ich bisher aus mir unerfindlichen Gründen nicht den Mut mit Euch zu telefonieren.Bin im Moment auch gesundheitlich angeschlagen, so dass mir einfach die Kraft für solche Gespräche fehlt. Aber es hilft mir schon sehr zu wissen, das ich mit diesem Problem nicht allein bin.

Meine Postleitzahl ist 590xx

Wenn es mir besser geht, werde ich mich aufraffen und anrufen.

Bis dahin erstmal liebe Grüße und ein schönes Wochenende

Freitag, 21.Nov 2014, 12:24

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo wondergirl,

alles zu seiner Zeit. Jetzt schau erst mal, dass du gesundheitlich wieder auf die Beine kommst, um die Kraft für weitere Schritte zu finden.

Hier kannst du Beratungsstellen in deinem Umfeld heraus suchen: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/forum/67/plz-5xxxxsortierungklick-auf-thema/

LG Merle
Montag, 24.Nov 2014, 22:09
Was lief denn da in der frühen Jugend schief?
Hallo wondergirl50

wie kam es denn und was war denn der Grund, dass Dein Sohn so früh eine Jugendtherapie benötigte? War er als kleiner Kerl ein anhängliches Kind, oder mehr
ein Kind, was andere Kinder gerne ärgerte? Also ich hab mir nun so Deine Beiträge angeschaut und muss für mich so aus dem Bauchgefühl heraus feststellen, dass er eigendlich laut Hilfe ruft, aber Dir für die Lage, in der er jetzt nun mal festgefahren scheint, die Vollschuld gibt, ja, sogar eine Portion Hass sehe ich auch. Ganz ehrlich, wenn er mit Selbstmord droht, dann muss da was ganz fettes hinter ihm liegen. Mobbing in der Schule? Einen beschissenen Therapeuten, miese Gruppenmitglieder? Hat er sich nie geäußert? Wurden Schläge vorgelebt? Von wem hat er Schläge erfahren oder wer hat sie ihm beigebracht? Fakt ist für mich, Du brauchst dringend eine Auszeit. Gönne Dir mal was Schönes mit Deinem Sohn. Was hat ihn den früher glücklich gemacht? Die Aussagen hier, man solle ihn abschieben, einsperren oder noch härter, auf die Straße werfen, das kann es doch nicht wirklich sein. Oder? Eine Gesellschaft, die so saumäßig hart, herzlos und angriffslustig ist, die zwingt einen doch buchstäblich, Wege zu nehmen, die ruhiger sind. Seine Aggression kommt doch nicht von ungefähr. Was bringt den Menschen zum ausrasten? Was bringt einen Hund dazu, nach einem zu schnappen? Es sind die Vorgeschichten, die nicht ignoriert werden dürfen. Das lass ich mir nicht nehmen, da muss jemand ran, der ihm mal Mut in den Hintern bläst. Wer stinkt, hat niemals eine Aussicht, eine Liebe zu finden. Ist es das, was ihm fehlt? Hatte er mal eine ganz herbe und derbe Abfuhr erlebt, gedemüdigt? Mein Sohn z.B. flüchtet auch in die Ruhezone und lebt sich dort in der Spielewelt als Held aus, den er in unserer ach so tollen Welt nicht sein darf. Warum? Weil der Neid groß gestreut ist. Das Deine Situation, liebes Wondergirl50 Kraft ohne Ende kostet, das kann ich mir vorstellen. Ich selbst bin nun zarte 53 Jahre alt und liebe Humor und Ruhe. Das habe ich meinem Sohn vorgelebt. Nur eines ist mir nie richtig gelungen, die fiesen Attaken durch die Außenwelt perfekt abzuwehren. So hatte er zu oft eine müde und erschöpfte Mutter vor sich, die sogar so hier und da versteckt weinte. Ich dachte, er hätte es nicht bemerkt, aber die Sensoren sind da. Bei jedem. Was bringt ihn denn so zum ausrasten. Die Bevormundung? Was sind harte Regeln? Kasernenhofmanieren? Trill wie bei den Chinesen? Geht es auch mit Liebe? Wie reagiert er denn, wenn er merkt, dass Du z.B. weinst?
Viele Fragen, gelle? Sorry, aber sie interessieren mich ungemein, weil ich denke, vieles hier läuft schief im Leben unserer Kinder und ganz ehrlich, der Spruch,
viele Köche verderben den Brei, der stimmt schon irgendwie. Ihr gehört zusammen. Es liegt schon an Dir mit, hier Bewegung ins eingefahrene Spiel zu bringen.
Auch mir fällt es z.Zt. nicht wirklich leicht, da ich selbst momentan gesundheitlich sehr angeschlagen bin und schon zum 2. diese Jahr eine scheußliche Diagnose bekam. Krebs, aber gutartig. All solche Tiefs im Leben, ziehen an den Kindern von uns nicht spurlos vorbei. Wenn die Lok nicht zieht, rollen die Wagons nur vor sich hin, es sei denn, die Fahrt geht ins Tal. Doch auch hier fehlt die Lok die bremst, denn sonst entgleisen die Wagons. Verstehst Du, was ich damit sagen will. Man benötigt die führende Hand, die einem Halt und Zuversicht gibt. "He, auf Dich kann ich mich verlassen!" Ich denke, erst dann kommt der Mut von ganz allein, das Bedürftnis zu haben, es der Lok irgendwann zu zeigen, das man auch in der Lage ist, selbst Wagons zu ziehen. Es grüßt Dich ganz lieb liebes wondergirl50 die Nine28
Dienstag, 25.Nov 2014, 19:27

wondergirl50 Benutzer ist offline

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Hallo liebe Nine 28!
Es ist sehr erfreulich, das Deine Diagnose zwar schlimm aber nicht lebensbedrohlich ist. Wünsch Dir weiterhin viel Glück und Gesundheit

Ich möchte gern auf Deine Fragen eingehen. Was da wohl schief gefaufen ist im Leben meines Sohnes`??? Gute Frage. Wie ich hier schon schrieb, wirft mir mein Sohn die Trennung von seinem Vater vor. Vor acht Jahren bin ich der Liebe wegen mit meinem Sohn in eine andere Stadt gezogen. Natürlich war und bin ich mir durchaus darüber klar, das dies ein elementarer Einschnitt im Leben meines Sohnes war. Für mich war und ist mein Sohn immer der Wichtigste Mensch. Schläge gab es bei mir nie!!!! Aufgrund der Trennung habe ich aus schlechtem Gewissen heraus in manchen Situationen zu oft nachgegeben und beide Augen zugedrückt. Anfangs lief es wie schon hier beschrieben auch gut. Der Junge war sozial vernetzt und sogar im Fussballverein. Ich weiß nicht, wann es anfing so berg ab zu gehen.Wir haben alles probiert und sogar die Schulsozialtante hat alles versucht. Aber niemand kam an den Jungen heran. Meinen Sohn zwangsweise einzuweisen war nicht leicht und tut mir wirklich leid. Gebracht hat es obendrein nix!! Er ließ und lässt sich von mir gar nichts mehr sagen und vergammelt ohne Schulabschluss vor sich hin. Sollte ich es mal wagen, den Internet Stecker zu ziehen, gibts hier voll Alarm mit Beschimpfungen, Beleidigungen und sogar Drohungen. Er behandelt mich oft sehr verachtend und schmeißt dann so Sprüche rein wie "Du bist dumm..." und findet das total lustig.
Also ich bin eigentlich ein positiver Mensch mit einem gesunden Verhältnis zur Ironie, aber mittlerweile fühle ich mir nur noch schei.......!!!!!

Auch ich als Mutter bringe es nicht übers herz ihn raus zu schmeißen. Jedoch bin ich mir sicher, wenn es so weitergeht dann sind wir beide verloren.
Mir fehlt nach der jahrelangen Odyssee einfach die Kraft mich dagegen zu stemmen und so hoffe ich immer noch, das mir da mal jemand hilft. Alles habe ich schon versucht, aber überall werde ich abgewiesen mit der Begründung, wenn der Junge nicht freiwillig mit macht, dann können wir nichts tun. Aber er verweigert ja alles!!!!!

Eines möchte ich hier nochmal klar sagen, ich liebe meinen Sohn sehr und wünsche mir doch nur ein selbstbestimmtes "normales" Leben für ihn.

Alles Liebe
wondergirl 50

Donnerstag, 27.Nov 2014, 09:53

Rellöm Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 04.03.2014
Dein Sohn weiß ganz genau, egal was du auch sagst, letzten Endes knickst du wieder ein und damit hat er dich eben im Sack.

Ich teile die Meinung, dass es dir nicht mehr gut tut, mit ihm noch länger zusammen zu wohnen. Das Einzige, was euch beiden wirklich helfen kann, ist ein Rauswurf. Du musst dich von ihm abnabeln und er sich von dir.
Donnerstag, 27.Nov 2014, 11:55

Exit 2.0 Benutzer ist offline

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Hallo wondergirl50,
ich hab mir immer wieder meine Gedanken gemacht zu deiner Situation und ich verstehe zwar, dass die Hilfseinrichtungen immer sagen "nur wenn er freiwillig mitmacht", aber das betrifft ja dann nur ihn. Das heißt ja nicht, dass du nicht etwas machen kannst - und zwar für dich. Was gibt es denn im Alltag, das dir gut tut, das du dir gönnen kannst? Wo du Kraft schöpfst? Mut sammeln kannst, wie es so schön beschrieben wurde mit der Lok.
Wahrscheinlich wiederhole ich mich, aber natürlich hat dein Sohn "keinen Bock" und "alles ist scheiße" und "nichts bringt was", weil es nämlich besch***en weh tut, wenn man Hoffnung zulässt. Hoffnung, dass alles besser werden kann. Weil diese Hoffnung hieße, dass man über die Selbstschutz-Mauer blicken muss. Und das heißt dann, sich verletzbar machen. Er hat Angst, da bin ich mir fast sicher. Und Angst und Hoffnungslosigkeit sind eine furchtbare Kombination, weil sie sich gegenseitig verstärken.

Und ich nehme an, du selbst kennst sie auch selbst sehr gut. Also wie soll der junge Mann sich trauen, wenn auch drum herum wenig Hoffnung lebt? Und das ist kein Vorwurf, das ist eher das Bild, wie ich es aus deinen Schilderungen sehe.
Nebenbei, ich wäre auch sehr neugierig auf all die Antworten, die auf die vorherig gestellten Fragen kommen könnten...

Liebe Grüße!



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