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 Foren zum Thema Mediensucht / Forum für Alleinerziehende
        mein Sohn hat kein Leidensdruck

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Samstag, 25.Apr 2015, 18:43

Rosa Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 25.04.2015
Hallo zusammen,
Es geht um meinen Sohn, er ist jetzt 16 Jahre in der 9 klasse, eigentlich ein ruhiger interessierter jugendlicher, er hat einen sehr guten Freund in der Klasse und einen Freund den er bereits seit dem Kindergarten kennt und dieser Freund war mir persönlich nie angenehm, ( er hat seit seiner Kindheit jeden Wunsch erfüllt bekommen wofür er nichts kann, bis zum heutigen Tag und daran gemessen hätte mein Sohn auch gern solch ein Leben) mit dem spielt er seit 2 Jahr regelmässig an seinem PC den er zu Weihnachten bekam.
Seit 1 Jahr spielt er exzessiver, lauter ,aggressiver, als wäre er allein in Wohnung, vor allem bei Nacht, da wird mit der Faust auf dem schreibtisch geschlagen so das das alte schmutzige Geschirr schäppert, am Wochende darf er unbegrenzt.Ich schrecke auf und bitte um Ruhe und er streitet alles ab,er sei das nicht.
In der Woche nach der Schule bis 20:30 Uhr , dann ziehe ich das Kabel ,immer unter Protest mit vielen wütenden Sätzen die ich oft nicht verstehe,ich ignoriere das und lass mich auf kein Handel ein, er gibt mir immer wieder zu verstehen dass ich ihn nie verstehen werde , aus seiner Sicht nennt sich das pupertät und Abgrenzung gegenüber den Erwachsenen, zum Teil schon aber nun ist seit einen halben Jahr die Situation anders und ich habe bemerkt, das er die Schule schwänzt, früh nicht alleine aufstehen kann, kaum Lebensfreude mehr hat, sich allem was vor der Eingangstür sperrt und verweigert, er bagatellisiert alles......in seiner Klasse gäbe es Jungs die viel länger nicht anwesend seien und niemand sagt was, er hat jetzt eine Schulversäumnisanzeige bekommen, auch das gleitet an ihm ab, zumindestens äußerlich, er belügt mich um Ruhe zu haben, seinem einzigen guten Freund erteilt er jedes mal absagen, wenn dieser etwas mit ihm unternehmen möchte.
Ich habe versucht die PC Zeiten einzugrenzen und bin da auf Aggressionen gestoßen, die ich bis dato von meinem Sohn noch nicht kannte.
Bereits Anfang des Jahres habe ich mich um einen Psychiatertermin gekümmert und diesen jetzt im April wahrgenommen mit meinem Sohn zusammen und dieser hatte das Problem schnell erkannt und uns im 2 Termin nun das Ausmaß sowie die Therapiemöglichkeiten benannt.Mein Sohn war so sauer, beschimpfte mich .....ob ich damit jetzt meinen willen bekommen hätte. Er hat mir zu verstehen gegeben keiner Therapie zuzustimmen , er sehe da keine Probleme, alles wäre gut.

Ich weis jetzt, nachdem ich mich zum Teil mit vielen Berichten von Betroffenen Angehörigen beschäftigt habe, welchen Anteil ich daran habe.
Trotzdem habe ich irgendwie den Mut verloren, mich dem so resolut entgegenzustellen. Das einzige was ich jetzt kategorisch durchhalte, gegessen wird nur noch zusammen und nur dieses eine Gericht , wenn er nicht kann zu meiner Zeit, ist Ausschankschluss. Er sieht keinerlei Probleme und es gäbe auch keine Freizeitaktivität die er an stelle des PC füllen könne.Es gibt auch aus meiner Familie niemanden der das versteht und sein Vater hat sich seit 2 Jahren nicht gemeldet und mein Sohn wünscht keinerlei Kontakt, was im Vorfeld immer schon schwierig war.

Vielen Dank ist ein wenig lang geworden
Rosa
Montag, 27.Apr 2015, 12:38

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Rosa,
das, was du schilderst, ist sozusagen der "klassische Verlauf". Die Abwärtsspirale ist deckungsgleich zu dem, was uns in unzähligen Briefen von hilfesuchenden Müttern und Vätern geschildert wird. Es fängt immer schleichend an und in der ersten Zeit ist noch nicht so deutlich erkennbar, wie massiv das Kind sich verändert. Dann steigt allmählich der Aggressionspegel, die Eltern werden mit unflätigsten Worten beschimpft, Dinge gehen zu Bruch, wenn die Onlinezeiten reduziert werden, die Fehlzeiten in der Schule werden immer mehr, bis am Ende gar nichts mehr geht. Fatalerweise merken die Betroffenen selbst nicht, was da mit ihnen passiert. Sie begreifen überhaupt nicht, warum die Angehörigen so alarmiert sind, tun dies als Hysterie und "du hast ja keine Ahnung" ab. Im Grunde interessiert sie nichts anderes mehr als die Frage, wie sie sich ihr Suchtmittel (den PC, das Handy etc.) sichern und erhalten können. Gleichermaßen fatalerweise buchen die überforderten Eltern dieses Verhalten aufs Konto der Pubertät. Dem ist aber nicht so!!
Ein Pubertierender ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität, grenzt sich versuchsweise immer wieder von den Eltern ab, sucht die Auseinandersetzung, um heraus zu finden, wo er und die Eltern stehen. Ein Pubertierender schießt über das Ziel hinaus, ist mit den Veränderungen, die mit seinem Körper stattfinden, immer wieder überfordert, hat massive Stimmungsschwankungen, weil er sich auf der Schwelle zwischen noch Kind sein Wollen und dem Erwachsenwerden befindet. Oft wird es mal laut und knallen die Türen, Eltern und Kind reiben sich aneinander und testen den neuen Stand der Dinge aus.
Das, was Eltern jedoch mit onlinesüchtigen Kindern erleben, ist damit nicht zu vergleichen. Es gehört nicht zur Pubertät, dass es keinen einigermaßen respektvollen Umgang miteinander mehr gibt und es gehört nicht zur Pubertät, dass Mütter attackiert werden und Türen und Mobiliar zu Bruch gehen. Jugendliche in der Pubertät haben trotz aller Kämpfe und Unstimmigkeiten ihre Eltern nach wie vor lieb und halten bei aller Motzerei der Familie die Stellung. Das, was da mit deinem Sohn passiert, ist seiner Medienabhängigkeit zuzuschreiben.
Du hast "Glück", dass dein Sohn erst 16 Jahre alt ist und somit deinem Einfluss noch nicht völlig entwachsen. Du solltest dringend seinen Onlinekonsum gravierend einschränken. Es geht nicht an, dass er am Wochenende (oder gar in den Ferien) unbegrenzt spielen darf und unter der Woche gleich nach der Schule bis in die späten Abendstunden. Wenn es dir nicht gelingt, hier klare Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu 100 % zu kontrollieren, wird dein Sohn immer mehr die Kontrolle über sein junges Leben verlieren. Er wird die Schule nicht abschließen und keinerlei Perspektiven haben, was eine Ausbildung und ein eigenständiges und erfülltes Leben anbetrifft. Bitte lies dir all die Forenbeiträge durch, die „hnliches berichten. Dies sollte dir die Kraft zum Eingreifen geben. Wir sagen immer: "Erst wenn man weiß, was es zu verhindern gilt, wird man den Mut aufbringen, einzugreifen."
Bitte lies dir auch ausführlich durch, was eine Familie erlebt hat, die diesen Weg konsequent und mit allen Anstrengungen gegangen ist: (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/1076/4/1/brauchen-dringend-hilfe/) Nach nur wenigen Wochen des klaren und massiven Reduzierens, hatte sich bereits eine erfreuliche Veränderung eingestellt.
Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.
Merle
Montag, 27.Apr 2015, 15:19

Vedrfölnir Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Ganz ehrlich, da hilft nur Schocktherapie!
Wenn Ihr Sohn sowas schon von sich gibt, der hat keine Ahnung wie sein späteres Leben verlaufen wird... er denkt dass Vater Staat ihn wohl ewig auffangen wird wenn er nicht mehr bei der Familie wohnt..
Nehmen Sie ihn doch mal in Suppenküchen mit oder an Tafeln wenn es solche ähnlichen Einrichtungen gibt oder Caritas Betreuung für Kinder aus ärmeren Familien; Altkleidersammelstellen; Sozialmärkte; damit der Sohn sieht wo er landen kann wenn er nicht die Kurve kriegt und ausserdem er dankbar sein soll dass es ihm noch gut geht.
Damit er sieht dass es auch Kinder und Jugendliche in seinem Alter gibt die viel weniger haben als er..
Wenn Sie Tipps bezüglich Kindersicherungsprogramme ect brauchen oder auch kleine Kniffheiten am PC; dass der sich ohne offensichtlichen Grund nicht immer benutzen lässt zögern Sie nicht mir eine private Nachricht hier im Forum zu shreiben.. ich hoffe ich darf das mal merle...
--
Und solange der Sohn uneinsichtig ist; alles was mit Medien hat ja auch CD Player; Fernseher(der gehört gar nicht in das Jugendzimmer); PC(Spielkonsolen); Handy aus seinem Zimmer entfernen.
Sozusagen eiskalter Entzug damit er wieder zu sich kommt und zur Schule geht.
Und seine Argumente dass andere solang aufbleiben und spielen dürfen sind uralt... die kennen wir alle.
Und sollte er rebellieren dann ist es nur eine Reaktion mehr nicht denn jede Aktion erzeugt eine Gegenreaktion; wobei meistens brauchen wir Menschen dies wenn wir vom Weg abgekommen sind.




“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Mittwoch, 29.Apr 2015, 11:19

Rosa Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 25.04.2015
Hallo ,
Es waren schwierige Tage, seitdem das Problem beim Namen genannt wurde, sind die Fronten verhärtet und ich Rede wenig mit meinem Sohn, nur das nötigste.Er war wieder nicht zur Schule und ich habe ihm im Vorfeld gesagt das ich alles am Wochenende abbaue, wenn er es nicht schafft.Es war als hätte ich ein fremden Tyrannen zu Hause, es ist irgendwie nicht mein Kind, ich kann richtig erkennen an seinem Gesicht, wie es ihn arbeitet,diese Wut.
Ich war auch beim Jugendamt , denn es waren sehr kritische Momente in denen er und ich mich befanden,es hätte nicht viel gefehlt dann ich er mich körperlich attackiert oder ich ihn und das war sehr beängstigend.Mein Bruder kann sich das alles gar nicht vorstellen, ich habe noch eine Tochter die bereits 22Jahre ist und ebenfalls kein Engel in der Pupertät war und ich habe das relativ gelassen genommen, mein Familie war da schon am limit.
Seit 2 Tagen geht er zur Schule, ich habe Spätdienst und stehe jeden morgen an seinem Bett , er braucht 2 Stunden um aufzustehen.Jetzt weiß ich nicht wie ich mich zu dem jetzigen Wochenende verhalte, wieviel Stunden kann ihm zu billigen. Ich habe meinem Bruder um technische Hilfe gebeten, sonst steig mir meine Tochter die noch bei mir zu Hause wohnt auf s Dach.
Vielen Dank noch mal für die wohltuenden Antworten,
Rosa
Freitag, 1.Mai 2015, 14:26

Rosa Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 25.04.2015
Hallo ,
Danke nochmal an Merle für die PN, es hat mir an diesen Abend sehr geholfen eine Rückenstärkung zu bekommen in einer sehr schwierigen Phase. Es ist ja nicht so einfach als Mutter immer wieder jeden Tag mit seinen Schuldgefühlen leben und sich sich selbst aufzubauen " ich tue das richtige" oder gehe ich zu weit.
In letzten beiden Tagen dreht sich die Spirale immer weiter abwärts, er ist nicht zur Schule gegangen und ich habe ihm gesagt es gibt für eine Woche kein Internet.Nun hab ich mich auf endlose Gespräche eingelassen, in der er mich belehren wollte, woher ich die Information hätte, das das Internet krank mache, ich solle mich richtig ausdrücken und es wären ja Spiele und nicht das Internet.Drohte mir immer verbal,an welchen Sachen ich in der Wohnung besonders hänge, wie ich mich fühlen würde wenn er sie mir entwenden würde, es könnte passieren, das ich mir bald neue Möbel kaufen müsse, da er alles zerschlagen werde.
Er appelliert immer wieder an meinen Schuldgefühlen, warum jetzt und nicht schon früher ? Ich habe versucht ihm zu erklären, das ich die Situation falsch eingeschätzt habe und das sein Leben jetzt nicht mehr selbstbestimmt wäre und ich jetzt da bin, darauf kam nur, das ich altmodisch wäre, er doch mit dieser Technik groß geworden ist und sich nicht zurück entwickeln wird. Ich weiß jetzt, es bringt nichts mich auf solche Gespräche einzulassen,er hat seine sozialen Kompetenzen verloren, ihm ist alles egal, er hofft immer noch mich mit Drohungen und Druck weich zu kriegen. Ich sollte sogar einen von seinen Spielerfreunden am Telefon zuhören wie dieser darüber denkt, leider denkt er so wie ich und meint ich wäre noch zu nett und sollte härter sein, das hätte bei dem denjenigen auch geholfen,mein Sohn fand das überhaupt nicht gut.
Sein Guthaben auf seinem Handy ist seit gestern alle, somit kann er auch nicht mehr über sein Handy ins Netz.
Ich habe immer noch das Gefühl das war noch nicht das Ende und wie weit wird sich die Spirale wohl noch drehen wird.
Ich bin heute am Feiertag auf meine Arbeit geflüchtet weil ich es zu Hause nicht aushalte, dass finde ich schon mehr als beängstigend.
Viele Grüße
Rosa
Samstag, 2.Mai 2015, 08:08

Pk88 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 05.04.2015
Hallo Rosa.

Ich bin selbst abhängig von Spielen und auf einem langen Weg davon wegzukommen.
Ich möchte selbst irgendwann meine eigene Geschichte hier im Forum preisgeben.

Was ich dir sagen möchte ist :

Versuche zu verstehen warum dein Sohn überhaupt spielt und was. Wenn du die Ursache kennst,
dann kannst du ihn besser davon überzeugen, dass das Spielen nicht alles im Leben und so in gewissermaßen gefährlich ist.
Unternimmt etwas zusammen, findet einen Kompromiss.
Das Spielen zu verbieten macht es nur noch schlimmer, er braucht Alternativen, wo er aktiv gefordert wird.
Rede mit ihm und versuche ihm zu zeigen wie es dir geht.
Er darf vor allem den Respekt gegenüber seiner Mutter nicht verlieren.

P.S.: Ich habe lange überlegt, ob ich hier überhaupt reinschreibe.
Aber du hast Mut bewiesen und viele andere auch.
Und Hilfe annehmen ist nichts schlimmes, im Gegenteil!

Mit freundlichen Grüßen

Pk88
Montag, 4.Mai 2015, 12:26

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Rosa,

du schreibst: "Ich habe immer noch das Gefühl das war noch nicht das Ende und wie weit wird sich die Spirale wohl noch drehen." Ich muss dir leider sagen, dass dies erst der Anfang ist. Du stehst vor einer Kette schwieriger, anstrengender und nervenaufreibender Auseinandersetzungen und wirst ganz viel Kraft brauchen, so konsequent zu bleiben, wie du es ab jetzt geplant hast. PK 88 hat wohl Recht, wenn er dich darauf hinweist, dass du mit deinem Sohn sprechen solltest, um ihn und seine Motivation verstehen zu lernen. Er hat Recht mit der Anregung, viel mit deinem Sohn zu unternehmen, damit er auf andere Gedanken kommt. Nur ist der Zeitpunkt dafür zu früh.

Zuerst einmal muss dein Sohn die Chance haben, wieder klar im Kopf zu werden. Solange in ihm nur Platz ist für die Frage: "Wann kann ich wieder?" kann er gar nicht zugänglich sein für Alternativen. Solange sein Suchtgedächtnis schreit und nach seiner Dosis verlangt, wirst du ihn verbal nicht erreichen können. Er wird pokern, argumentieren, lamentieren, schimpfen, schreien und handgreiflich werden, solange er die Möglichkeit wittert, wieder an sein Suchtmittel zu kommen.

Immer wieder wird uns berichtet, dass diejenigen, die keinen unbegrenzten Zugriff auf ihre Spiele mehr haben, im Laufe der Zeit von sich aus wieder auf alternative Ideen kamen. Der eine holte sein Fahrrad wieder aus dem Keller, der andere ging plötzlich wieder zum Badminton und der dritte fing wieder an, auf seiner Gitarre zu spielen. Wenn ihr diesen Stand erst einmal wieder erreicht habt, wird es auch leichter sein, wieder miteinander ruhig und produktiv zu sprechen. Dann kannst du gemeinsam mit deinem Sohn über Unternehmungen, die ihm Spaß machen, nachdenken. Der erste und wichtigste Schritt ist jetzt erst einmal, dass er wieder regelmäßig zur Schule geht und nicht noch weiter den Anschluss verliert. Jede Situation, die ihn entmutigt, wäre nämlich kontraproduktiv. Dann scheint die Flucht ins Spielen das einzig Reizvolle zu sein, weil im realen Leben ja eh nichts mehr funktioniert.

Denke immer daran, dass dein Sohn dich eines Tages fragen könnte: "Warum hast du mich da nicht rausgeholt?" Ein junger Aussteiger, der durch die Zockerei das Abitur nicht geschafft hatte, sagte zu seiner Mutter: "Du hast es nicht verhindert. Du warst nicht streng genug." Diese Sätze sollten dir alle Kraft der Welt geben, diesen schwierigen und konsequenten Weg des NEINs zu gehen.

LG Merle

Freitag, 8.Mai 2015, 11:15

Rosa Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 25.04.2015
Hallo ,
Ich möchte gern über den jetzigen Stand der Dinge berichten.Mein Sohn hat seit einer Woche kein Zugang zum Internet kein Telefon , so wie wir alle nicht. Es hat sich nur eines geändert es ist jetzt sehr ruhig zu Hause.Ansonsten schafft mein Sohn weder allein am morgen auf zustehen noch ist er an irgendetwas interessiert.Auch die „ußerung wen er jetzt die Prüfungen in Deutsch und Mathe nicht schafft, sieht er keinen Grund mehr überhaupt noch zur Schule zu gehen.Das es einen Zusammenhang zwischen regelmäßigen Schulbesuch und Abschluss besteht kann er leider nicht sehen. Er fühlt sich genervt und es wäre ihm zu laut in der Schule.Mir ist schon bewusst das sich eine ausgewachsene Lustlosigkeit und Antriebsschwächen entwickelt hat, die er schon immer hatte, nur jetzt verstärkt.Ich habe versucht nochmal mit ihm zu sprechen, was ich für tun könne,wo er sein Problem sieht,ob er von allem eine auszeit braucht , er sagt nur es gäbe keine Probleme.Alle gemeinsamen Angebote steht er sehr abweisend gegenüber, nächste Woche sollte er wieder mal ein Praktikum absolvieren, er hat kein Platz kann sich wie immer auch zu nichts durchringen.Irgendwie ist man als Elternteil verpflichtet die Kinder zu motivieren sich selbständig einen zu Suchen,aber es ist bereits das 3 Praktikum was er machen soll und es ist ja nicht so das Firmen immer total aus dem Häuschen sind. Ich bin ziemlich erschöpft , es gibt wenig Unterstützung durch den Psychiater, wo ich mehr mal als einmal auf den AB gesprochen habe und um Rückruf gebeten habe.Das Jugendamt kann erst mit einem Schriftstück vom Psychiater etwas in die Wege leiten, es ist irgendwie alles sehr zäh.Ich schwanke zwischen ständigen heulen, alles ignorieren ( ist doch gar nicht so schlimm ) und dann immer wieder weltuntergangstimmung ,darunter leidet auch meine Arbeit.nächste Woche kann ich das erste mal zu einem Angehörigentreffen gehen und ich versuche mal nicht zu heulen, es hört einfach nicht auf, es ist sehr unangenehm und es hilft ja auch nicht meinem Sohn.
herzliche grüße
Rosa
Montag, 11.Mai 2015, 13:35

Amaryllis Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Liebe Rosa,
ich habe hier parallel den Threat über meinen Sohn, der sich sehr ähnlich zu deinem verhält.
Immer wieder lese ich hier im Forum den einen und anderen Bericht. Das gibt mir Kraft durchzuhalten.

Auch mein Sohn hat sofort wieder mit Schulverweigerung reagiert, um mich unter Druck zu setzen, weil er weiß, dass mich das sehr belastet.
Erst als ich wirklich die Hoffnung aufgegeben hatte und ich jegliche Konsequenz von Seiten der Schule aus Erschöpfung bereit war hinzunehmen, war er wieder in der Schule. Seitdem ist er jeden Tag da und macht sogar Hausaufgaben. Ich denke, bei deinem Sohn wird es schwieriger, weil er schon älter ist. Aber ich denke, auch dein Sohn versucht noch alles, um dich zu beeinflussen, nach der Art "Siehst du, deine Maßnahmen bringen nichts. Du kannst mir also den Computer wiedergeben. Dann gehe ich vielleicht doch wieder zur Schule (oder auch nicht)." Ich bin eine Zeit lang auf diese Hoffnung hereingefallen und kann dir nur empfehlen, bleib hart. Und ich weiß, wie unglaublich schwer das ist.

Ich war hier am Ort bei der Onlinespiele-Sucht-Beratung. Dort wurde mir gesagt, dass ich mich auf einen mehrwöchigen (6-8 Wochen oder länger) Kampf einstellen muss und danach die Süchtigen in eine depressive Phase fallen.
Vielleicht geht er nicht zur Schule und zum Praktikum, aber ohne deine Maßnahmen hat es ihn ja auch nicht gekümmert. Schlimmer ist es also nicht geworden.

Wie reagiert denn die Schule? Bekommt er einen Schulabschluss? Kann er das Jahr evtl. wiederholen? Würde der Psychiater euch dabei unterstützen, dass er wiederholen darf? Vielleicht hilft es dir, wenn du einen Plan B schon mal in der Tashe hast.

Liebe Grüße von Amaryllis
Montag, 11.Mai 2015, 21:50

Rosa Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 25.04.2015
Liebe Amaryllis
Ich danke dir für deine aufmunternden Worte ,ich habe leider nicht ganz verstanden wie du das meinst, sollte ich ihn wenn es um Schule geht,ihn einfach im Bett schlafen lassen, die Schule entzieht sich dieser Situation und ist dankbar, das ich mich als Mutter darum kümmere.
Leider gibt es bisher noch keinen Plan B, ich kämpfe mir da einen ab.Mit dem Schulabschluss kann ich noch nicht sagen, heute hab ich ihn mal wieder aus dem Bett komplementiert und zur Mathe Prüfung gefahren.Er selbst gibt an, dass er nur die Hälfte wusste und sein geodreieck nicht dabei hatte.Ich weiss nicht ob er es schafft.
Er hat sich mit einen Freund im Fitness Club angemeldet, mit meiner Zustimmung,das geschieht ausnahmsweise weil er jetzt mehr Zeit hat.
Ansonsten habe ich lange mit meinem Bruder gesprochen und er sagt, er ist von Frauen umgeben, er braucht jetzt eigentlich seinen Vater mit dem er in diese Auseinandersetzung gehen sollte, was mich nicht weiter bringt, da er seinen Vater absolut ablehnt und dieser sich in der Vergangenheit mit den gleichen Problemen unsere Familie belastete.Zusammenfassend kann ich schon sagen das ich erstmal die Situation zu Hause schlimmer gemacht habe, aber für seine Zukunft wiederum konsequent an meinem Plan festhalte, er selbst sieht darin keinen Sinn.Nächste Woche habe ich einen Termin beim Jugendamt, ich habe einen Antrag auf Unterstützung bei der Erziehung gestellt habe, ich nehme momentan alles was ich bekommen kann , ich weiß nicht ob es über trieben ist. Er hat einem Abend aus Wut seine Pinnwand abgenommen und diese in 1000 kleine Einzelstücke zerlegt und die Kuscheltiere zerschnitten.Ich bin darauf aus dem Haus gegangen und habe nur gesagt , er soll es in Ordnung bringen und hab ihn damit zurückgelassen, was er dann auch gemacht hat.
Liebe Grüße
Rosa
Dienstag, 12.Mai 2015, 09:08

Amaryllis Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Liebe Rosa,
wenn dein Sohn sich noch zur Schule bringen lässt, dann ist das viel mehr als ich hier in der schlimmsten Zeit erreichen konnte. Meinen Sohn bekommt keiner zur Schule, wenn er nicht will. Kalte Dusche, Rausschmeißen, Schulleiter kommt morgens abholen, ... Keine Chance.

Mittlerweile geht er immehin hin, obwohl es morgens zäh ist und manchmal rufe ich auch ein Taxi, damit er überhaupt geht, denn es ist ihm peinlich zu spät zu kommen. So ein Morgen zählt bei mir schon unter "ganz gut gelaufen".

Und wenn dein Sohn die Überreste seiner aggressiven Aussetzer danach wieder aufräumt, ist das auch ein gutes Zeichen. Dann ist ihm wenigstens dann bewusst, dass e idiotisch gehandelt hat. Und es wäe wirklich toll, wenn er regelmäßig schafft ins Fitnessstudio zu gehen.

Mein Sohn hat lange jeden Sport abgelehnt, obwohl er früher sehr sportlich war. Nun war er auch mit einem Freund beim Tischtennis und will dot regelmäßig hingehen. Der Freund hatte eigentlich keine Lust mehr, mit meinem Sohn würde es ihm aber mehr Spaß machen. Ich nehme das erfreut zur Kenntnis aber rechne nicht wirklich damit. Zu oft hat er es sich dann doch wieder anders überlegt.

Der fehlende Vater ist bei uns auch ein Problem. Aber der lässt sich nicht herzaubern.Auch Opa oder Onkel gibt es nicht in der Nähe, nur Frauen, wie bei euch. Wenigstens gibt es jetzt, seit er in der 5. Klasse ist, männliche Lehrer. Im Moment ist mein Sohn viel bei seinem Freund und baut eine lockere Beziehung zu dessen Vater auf. Er beobachtet viel, was der so tut.

Wir hatten letztes Jahr einen Familienhelfer von JA. Auf meinen speziellen Wunsch hatte sich ein Mann dafür gefunden. Es war die Katastrophe. Der Sozialarbeiter meinte, dass mein Sohn ("wie bei allen alleinerziehenden Müttern" mehr klare Regeln bräuchte und hat sein echtes Problem, Mobbing in der Schule, überhaupt nicht Ernst genommen. Mein Sohn hat sich nach ein paar Treffen geweigert, Kontakt zu ihm zu haben. Darauf blieb er mein Ansprechpartner, von dem ich mir Hilfe und Tipps erwartet habe, bis ich merkte, dass wir schon längst in einer Schublade stecken, in der ich mich nicht wiedererkannt habe. Als er dann noch sagte, dass es meinem Sohn "Recht geschehe", dass er von anderen Kindern verprügelt werde, da er ja auch "die Familie terrorisiert hätte",, weil er sich geweigert hatte, zur Schule zu gehen, hatte auch ich keine Lust mehr auf eine Zusammenarbeit.

Aber bei euch kann es auch ganz anders laufen. Jeder Sozialarbeiter ist ja ein anderer Mensch. Versuchen kann man es auf alle Fäle.

Mein Sohn hat alerdings Leuten, die dafür bezahlt werden, dass sie ihm Zuhören, nie vertraut.

Bei uns hat sich die Spielesuchr als Flucht vor dem Mobbing in der Schule entwickelt. Gibt es bei euch auch eine Vorgeschichte? Irgendetwas, dass ihn wütend macht und das er versucht zu unterdrücken?


Dienstag, 19.Mai 2015, 18:08

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Rosa,
"Zusammenfassend kann ich schon sagen das ich erstmal die Situation zu Hause schlimmer gemacht habe, aber für seine Zukunft wiederum konsequent an meinem Plan festhalte". Ich denke, damit hast du es genau auf den Punkt gebracht. Was hilft es, wenn du Tag für Tag "dem Schlimmen" aus dem Weg gehst, um euer Zusammenleben für euch einigermaßen lebbar zu gestalten, am Ende aber alles in die Brüche geht? Jetzt und hier wird dir unfassbar viel Kraft abverlangt, aber ich kann dir versprechen, dass es sich lohnt.
Ihr seid jetzt in einer Phase, in der dein Sohn heraus zu finden versucht, wer den längeren Atem hat, im Sinne von: "Irgendwann knickt sie ein, gibt klein bei und hebt die Zeitenreduzierung wieder auf. Ich krieg sie schon klein, wenn ich nur hartnäckig genug bin." Das ist, was in ihm vorgeht. Wahrscheinlich hat er, so ärgerlich das Ganze jetzt ist, nebenbei auch eine gehörige Portion Respekt dir gegenüber, weil ihn ja doch irritiert, wie stark du sein kannst. Letztendlich gibt ihm das Halt, auch wenn er das niemals zugeben würde im jetzigen Stadium. Nimm dir zu Hilfe, dass du einfach in jeder einzelnen Auseinandersetzung, die auf dich zukommt, wie ein Mantra innerlich den Satz sprichst: "Ich habe den längeren Atem." Und schau nicht aufs Ganze, sondern nur auf den jetzt gerade ablaufenden schwierigen Moment. Dann hast du keinen unüberwindbaren Berg, der sich vor dir auftürmt, sondern lauter kleine Hürden, die es zu überwinden gilt. Du hast wunderbar reagiert, als er die Pinnwand zerfetzt hat: Klare Ansage machen und ruhig von dannen ziehen. So verpufft das, was Eindruck machen sollte, mit einem erbärmlichen Knällchen. Dass er danach aufgeräumt hat, zeigt, dass du ganz die Große warst, die sagt, wo es lang geht. Und so muss es sein.
Gut machst du es, Rosa, auch wenn du immer wieder nicht drüber raus siehst. Weiter so!
LG Merle
Sonntag, 31.Mai 2015, 14:05

Rosa Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 25.04.2015
Hallo zusammen ich wollte gerne einen mal einen Zwischenstand abgeben,
Seit vier Wochen nutzt mein Sohn sein PC nicht mehr, aus verschiedenen Gründen, erstens meine Leitung ist stark gedrosselt , so dass seine Spiele nicht so recht funktionieren und das macht eben keinen Spass, abends geht er regelmäßig mit Freunden zum Sport, am Wochenende mal zum Schwimmen oder mal auf eine Party bei Freunden, natürlich kommt die intension nicht von ihm selbst sondern wirklich von Freunden.Ich als Mutter bin außen vor, welche Junge lässt sich mit fast 17 von Mutti zum schwimmen motivieren oder auf eine Party mitnehmen.Darüber bin ich sehr froh, das alles sind ganz zarte Pflanzen, die bei jeder negativen Erfahrung auch wieder schlecht geredet werden.Er fragt natürlich auch ab und zu wann endlich das Internet wieder funktionstüchtig ist.
Mit der Schule läuft es noch nicht so gut und Unterstützung vom Jugendamt gibt es erstmal keine.
Das wäre erstmal,
Liebe Grüße Rosa
Montag, 8.Jun 2015, 13:01

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Liebe Rosa,
halte durch - ihr seid auf einem guten Weg. Du musst einen langen Atem haben und auch, was die Schule anbelangt, geduldig sein. Ihr habt schon so viel erreicht und es ist wunderbar, dass seine Freunde da mitziehen. Das ist Gold wert. Auf diese Weise kann dein Sohn wieder klar im Kopf werden und die Erfahrung machen, dass das reale Leben viel Schönes und Spannendes zu bieten hat. Sein Suchtgedächtnis wird blasser und von anderen Erfahrungen überlagert werden. Dies ist nur deiner absoluten Konsequenz zu verdanken. Gratulation.
Ich wünsche euch weiteres Vorwärtskommen und viele viele positive Erfahrungen damit.
Merle
Freitag, 10.Jul 2015, 19:42

SandraK Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 10.07.2015
Hallo!

Wie soll mann dem Sohn Auge aufmachen,klar machen,dass er grosse Problem hat? Mall habe ich verständniss,mall Wut,mall bin Hiiilflos,ich suche verzweifelt Ausweg.



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