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        Sohn ist 11 Jahre

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Sonntag, 26.Apr 2015, 02:11

Amaryllis Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Mein Sohn ist 11 und zeigt eindeutige Symptom von Spielesucht.

Fernseher und mein Handy habe ich schon vor vielen Monaten abgeschafft, da er immer wieder Möglchkeiten gefunden hat, sie ohne Erlaubnis zu benutzen.
Ist mein Sohn zu Hause, weiß er nichts mit sich anzufangen. Er will ständig an den Computer, insbesondere spielt er Minecraft, skypt dabei mit Schulfreunden oder Internet-Bekannten und schaut zeitgleich Mineraf tLetsPlays, um mehr Tricks zu lernen.
Er weigert sich, in einen Sportverein oder eine andere Gruppe zu gehen. Er trifft sich gerne mit Freunden, aber seit ich die Eltern gebeten habe, die Internetzeit auf 1 Stunde zu begrenzen, ist das weniger interessant. 2 Freunde sind noch übrig, mit denen er auch etwas anderes macht, aber die haben nicht so oft Zeit.

Dann ist er zu Hause und versucht alles, um an Spielezeit zu kommen: Versprechungen, die er nicht einhält, stundenlang hinter mir herlaufen, um mich zu nerven, Drohungen, die Wohnung zu verwüsten, wobei immer mal etwas zu Bruch geht, worauf ich ihn vor die Tür setze,

Er macht nur noch selten seine Hausaufgaben, schreit mich aggressiv an, wenn ich sie einfordere. Meine Hilfe nimmt er auh nicht an. Für Klassenarbeiten lernt er nichts und schreibt nur noh 5en.

Er war öfter nicht in der Schule. Stellt sich morgens einfah tot. Wenn ich von der Arbeit kam, war er einfah weg und kam nachts um 22:30 nah Hause. Er hatte viel Ged von mir gestohlen und ih vermutete ihn in irgendeinem Internetafe Wir leben in einer größeren Stadt. Da ist er praktisch unauffindbar.

Dann versuchte er mich zu erpressen, dass er nur zur Schule gehen würde, wenn er mehr Spielzeit bekäme. Ich habe mich darauf eingelassen, aber das ging nicht lange gut. Er hält sich an keine Abbsprachen, ist immer wieder für viele Stunden verschwunden. Er ist satt, wenn er nach Hause kommt, hat sich von Cola und Schokolade ernährt und ist mittlerweile richtig dick geworden.

Letztens wurde er in der Stadt gesehen. Gestern hatte ich einen freien Tag und habe alles in der Gegend dort abgesucht und ihn taatsächlich in einem Kiosk beim EgoShooter spielen gefunden. Er hatte den Betreibern irgendweclhe Geschichten erzählt und sie haben ihn tatsächlich dort grenzenlos spielen lassen, taten völlig naiv. Er hat sicher viel Geld dort gelassen.

Heute war er wieder weg, als ich eben bei der Post war. Ich habe ihn dann bei MediaMarkt am Ipad gefunden. Letztes Jahr hatte ich MediaMarkt und andere Elektronikmärkte gebeten, ihm Hausverbot zu erteilen, weil ich ihn öfter dort gefunden hatte.

Aber wenn er will, ist er übermorgen in einem anderen Internetafe. Das ist ein Fass ohne Boden.

Ich habe kaum noch Bargeld zu Hause, aber er schafft es immer wieder in einem Moment der Unkonzentriertheit, das Geld zu stehlen. Zuerst habe ich noch seine Verstecke gefunden,z. B. im umgeschlagenen Hosenbein, aber er ist immer geschickter geworden. Taschengeld bekommt er schon lange nicht mehr, aber so hat das natürlich keinen Effekt. Alle Konsequenzen sind ihm völlig egal, so wie alles egal ist, was nicht Computerspiel ist. Normal reden und ihm erklären, warum ich mir Sorgen mache, bringt gar nichts. Er sagt zu allem "ja", aber auch das ist ihm egal.

Sonntag, 26.Apr 2015, 02:12

Amaryllis Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Fortsetzung von oben
Zur Vorgeschichte:
In der Grundschule wurde er 2 Jahre lang schlimm gemobbt, mit völliger Ausgrenzung und fast täglichen körperlichen Angriffen und Beleidigungen. Die Lehrerinnen haben es trotz ständiger Gespräche nicht geschafft, die Situation zu verbessern, bis mein Sohn täglich aus der Schule weggelaufen ist. Er ist dann herumgestromert und hat dann die Elektronikmärkte als Zufluchtsort entdeckt. Ein Junge aus der Nachbarschaft , der Geld von seinen Elter stahl, hat ihn auf die Idee, Geld von mir zu nehmen, gebracht und gute Tricks verraten. Mit diesem Jungen hat er zum Glück jetzt keinen Kontakt mehr.

Auf Anraten der Schule wurde er psychiatrisch untersucht. Es wurden keine Auffälligkeiten gefunden.

Wir haben dann die Schule gewechselt, aber die ehemalige Schule hatte, um ihren Ruf zu wahren, als Information weitergegeben, dass es gar kein Mobbing gegeben hätte mein Sohn sich alles ausdenken würde und ich naiv wäre. So wurde er dann auch behandelt und als 3 Jungen ihn jagten, weil er dann panisch weglief, und ihn beim Essen unter dem Tish traten, wurde nur er geschimpft, er solle sich nicht so anstellen. Daraufhin verweigerte er auch diese Schule und war wieder "weg".
Auf meinen Wunsch hatte er schon monatelang Gespräche mit dem Psychiater, was aber keinen Effekt hatte. Zeitgleich kam ein Familienhelfer vom Jugendamt. Acuh der hatte sich mit der ehem. Schule unterhalten und hielt meinen Sohn für einen Simulanten Die 100 anderen Kindern aus der Schule, die unsere Geschichte haarklein bestätigen konnten, hat natürlich niemand gefagt. Mein Sohn hat sich dann auch nach ein paar Treffen geweigert, mit ihm etwas zu unternehmen.

Nach der zweiten Schulverweigerung kam er ins Kinderheim. Zwei der Kinder dort waren massiv aggressiv und er musste viel einstecken. Sogar seine Bücher hatte man ihm verboten, da er erst 10 war, die Bücher aber erst ab 12. Da er höflich war, sich an alle Regeln hielt und sich nachmittags langweilte, hatte er freien Ausgang. Er ging dann ca. 3 Stunden täglich in den Jugendtreffpunkt, wo er Videospiele spielte oder anderen dabei zusah. Den Betreuern erzählte er das natürlich nicht.
Nach 4 Monaten konnte ich ihn gegen den massiven Willen des Jugendamtes dort herausholen, da ich gesehen habe, wie er langsam psychisch kaputt geht.

Dann kam er hier auf das Gymnasium, was zuerst ganz gut lief. Computerspiele blieben wichtig, aber im Rahmen. Nach einem halber Jaht war es allgemein in der Klasse sozial etwas schwierig. Das hat sich wieder stabilisiert, aber seitdem hat er den ganz am Anfang beschriebenen Rückfall.

So gut, wie ich die Ursachen verstehe, so hilflos bin ich trotzdem in der momentanen Situation.
Kann mir jemand einen Rat geben?
Sonntag, 26.Apr 2015, 04:02

Vedrfölnir Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 03.06.2013
Ganz ehrlich?
In der heutigen Welt ohne Technologie leben; dem Sohn alles verbieten was ihn interessieren könnte ist der falsche Weg!
Trotzdem Regeln müssen sein; und da er weder Hausaufgaben noch sonst irgendwelche Pflichten erfüllt müssen Konsequenzen her aber gänzlich handy und alles verbieten... verzeihung aber packen Sie sich selber an die Nase.
1. Es gibt keine Kisoke mit Videospielen
2. Es ist doch nicht verboten in Elektro Märkten Sachen anzugucken und auszuprobieren
3. Stehel geht ja gar nicht aber
4. Alles verbieten was mit Videospielen und Elektro zu tun hat ist auch keine Lösung; darum sollte man damit einen vernünftigen Umgang damit lernen können/ dürfen!

Ich denke es wäre mal ein Anfang den Rat der Eperten hier ranzuziehen und bevor Sie einfach noch mehr Verbote ihrem Sohn aufhängen; sich einfach mal mit ihm zusammensetzen und aussprechen btw Minecraft Spielzeiten/ Skypezeiten feste vereinbaren.
Weil in der heutigen Zeit ganz ohne leben geht aber es ist schwer und es grenzt aus ... trotzdem kann man mit leben aber auch nicht ständig die Birne am Bildschirm haben.


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Sonntag, 26.Apr 2015, 12:53

Amaryllis Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Danke für deine Anttwort.
Es ist allerdings nicht so, dass mein Sohn gar nicht spielen dürfte. Er darf täglich 1 Stunde, wenn er zur Schule geht , die Hausaufgaben macht und sich täglich dir Zähne putzt. Dazu darf er sich durch lernen, Instrument üben oder Texte schreiben, mehr Zeit verdienen. Bei Freunden spielt er ohne Berechnung. Ich bin auch niht kleinlich, wenn er gerade mit einem Schulfreund in einer Mission ist, dann darf er die zuende spielen.
Aber das reicht ihm nicht. Egal wie lange er spielen darf, danach gibt es Stress, weil er mehr will.

Und wenn er die Schule schwänzt, dann gibt es keinen Computer. Das stört ihn nicht weiter, wenn er stattdessen 10 Stunden in irgendeinem Internetcafe sitzen kann und dort Spiele spielt, die für sein Alter nicht geeignet sind. Schule schwänzen bewährt sich besonders, weil er einfach weg ist, wenn ich von der Arbeit komme und nichts mehr unter Kontrolle habe. Dann weigert er sich sogar, nur die Hände zu waschen und Zähne zu putzen.
Sonntag, 26.Apr 2015, 13:00

Amaryllis Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Ach ja,
in dem Kiosk gab es ein paar Computerplätze, wo man ins Internet kann.

Er darf sich auch gerne in Elektronikmärkten umsehen, aber nicht 7 Stunden täglich dort idiotische Spiele daddeln.
Sonntag, 26.Apr 2015, 13:15

Vedrfölnir Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Wie gesagt Sie müssen bevor es ausartet mit ihm einen Benutzungsplan ausarbeiten; denn wenn Schule ist sagen wir unter der Woche sollte er wenn Schularbeiten oder ähnliches anstehen eher lernen als spielen.
Ausserdem denke ich ein Zeitplan für PC Zeit wäre hervorragend das erübrigt jegliche Diskussion um mehr Spielzeit oder so moment...
Und da er nicht selber ran gehen soll und alles wieder umstellen gibt es wunderbare Hilfsprograme wie Kindersicherungen für den PC und ähnliche dass die Geräte sich selber nach der eingestellten zeit sich runterfahren und nicht mehr benutzen lassen bis zum nächsten Zeitfenster wo er die Geräte benutzen darf.

Hier mal ein paar links:
http://salfeld.de/software/kindersicherung/ - gute Kindersicherung aber einer der sich auskennt wäre von Vorteil da sich das Teil gerne zu tief in die Registry schreibt aber momentan das beste Programm am Markt..

hier zwei videos zu erklärung... falls es erlaubt ist.

http://salfeld.net/video/install/index.html

http://salfeld.net/video/uebersicht/index.html
--

Am besten das Passwort heben Sie selber an einem unerreichbaren Ort für ihren Sohn auf .. am besten an einem wo er nie nachgucken würde.
Bei weiteren Fragen einfach an die Experten hier wenden...


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Sonntag, 26.Apr 2015, 16:44

Amaryllis Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Danke für die Tipps. Bei mir ist alles, was zu sichern geht, passwortgeschützt. Die Passwörter habe ich nirgendwo aufgeschrieben, nur im Kopf. Windows8 ist über Family Safe sehr komfortabel zu sichern. Jedes Kind hat seinen eigenen Account.

Abmachungen, Nutzungspläne, .. hatten wir schon immer, aber er hält sih nicht mehr dran. Geht es um Spielzeit ist jede Moral und jeder normale zwischenmenschliche Umgang vergessen. Lügen, Betrügen, Stehlen, leere Versprechungen, Drohungen, .. Er schreckt vor nichts zurück. Ohne seine "Droge" ist er unzurechnungsfähig. Seine Gedanken kreisen um nichts anderes, als seine Spiele und wie er an noch mehr Zeit kommen kann.

Er hatte z.B. der kleinen Schwester ihr Passwort abgeguckt. Oder, als ich eben auf Toilette war,en in ein paar Minuten die Sicherheitseinstellungen für sein Acount geändert .Einmal hatte ich unvorsichtigerweise sein Account über eine Funktastatur im Nebenraum entsperrt, die er mir freundlih brachte.
Alle Tricks finde ich natürlich bald heraus, aber ihm fällt immer wieder etwas neues ein.

Mein ganzes Leben verläuft nur noch in "Hab-Acht-Stellung" und ich bin als berufstätige, alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern nicht immer voll konzentriert. Jede Nachlässigkeit wird sofort ausgenutzt.

Nun will er "League of Legends" spielen. Das geht nur zu Hause und nicht im Internetcafe. Mir ist klar, dass das Spiel besonderes Suchtpotential hat, aber gerade hält er sich an Regeln und übt für die Schule, um Spielezeit zu bekommen. Ich weiß nicht, ob es gut ist, dass ich so die Kontrolle wieder habe, oder ob das Spiel auf Dauer gesehen,noch mehr Probleme verursahen wird.
Sonntag, 26.Apr 2015, 18:55

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 782
Mitglied seit: 12.06.2009
Liebe Amaryllis,
das ist ja beinhart, was du da zu bewältigen hast: alleinerziehend, drei Kinder, und noch dazu eines, das sich deinen Regeln und Vorgaben vollends entzieht .... Wahnsinn. Ich kann nur ahnen, in welcher Gemütsverfassung du dich befinden musst, bei diesem Berg an Kummer und Hilflosigkeit. Um so größer ist mein Wunsch, dass dir umfassend geholfen werden kann.
Mir ist es ein Rätsel, wie es möglich ist, dass dein Sohn, der ja erst 11 Jahre alt ist (!) sich bereits so flächendeckend jeder Regel verweigert, sei es die Schulpflicht, die Hausaufgaben, das Lernen für Schulaufgaben oder das Heimkommen zu einer seinem Alter angemessenen Zeit. Mir scheint, dass er gar keine Orientierung mehr in sich hat, was recht ist und was nicht. Er stiehlt, er droht, er trickst aus, er verschwindet für Stunden, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass du in Sorge sein könntest. Er wäscht sich weder die Hände, noch putzt er sich die Zähne und ihm ist offenbar auch egal, dass er nur noch 5er hat, was ja zwangsläufig dazu führt, dass er das Klassenziel nicht erreicht.
Sein zwanghaftes Feilschen nach mehr Computerzeit ist selbstverständlich das klare Zeichen einer massiven Spielsucht, dennoch scheint mir diese in eurem Fall nur ein Symptom zu sein. Die Problematik bei euch liegt tiefer und deshalb möchte ich meine Fühler ausstrecken, um vielleicht eine Instanz zu finden, die euch umfassender helfen kann. Dein Sohn hat jeglichen Respekt vor dir und vor allen Forderungen, die an ihn als Kind gestellt werden dürfen, verloren. Er scheint vollkommen ohne Halt zu sein und ohne jegliche Orientierung. Was dazu geführt haben könnte, maße ich mir nicht an zu beurteilen. Fakt ist, dass ihr dringend Hilfe braucht, damit euer Familiengefüge wieder ins Lot kommt. Er sollte wieder Kind sein dürfen, das sich nach den Vorgaben seiner Mutter richtet, und du solltest wieder die Große sein dürfen, die sagt, wo es lang geht.
Zu "League of Legends" kann ich nur ganz klar sagen: Finger weg! Dieses Spiel hat enormes Suchtpotential, und ein hoher Prozentsatz der Hilferufe, die bei uns einlaufen, haben mit diesem Spiel zu tun. Eure ohnehin schon haarsträubend schwierige Situation wird sich noch weiter verschärfen, wenn du zulässt, dass er Zugriff darauf hat. Wir raten auch dringend davon ab, mit mehr Computerzeit zu belohnen, wenn er sich "wohl verhält". (Zitat von dir: Dazu darf er sich durch lernen, Instrument üben oder Texte schreiben, mehr Zeit verdienen). Die eine Stunde, die du vorgibst, ist eine klare Ansage, an die er sich zu halten hat und die umgekehrt eher zu reduzieren ist, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.
Ich melde mich bei dir, sobald ich eine Instanz gefunden habe, die euch helfen könnte. Vielleicht kannst du mir - gerne über PN - deine Postleitzahl mitteilen.
Auch ich werde mich bei dir noch kurz privat melden.
Viel viel Kraft wünsche ich dir.
Merle



Mittwoch, 16.Dez 2015, 06:08

travolta Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 12.12.2015
mein sohn ist auch 11
Hut ab !! was du da alles leistest - ich verneige mich vor dir und schicke dir ganz ganz viel Kraft, die du auf jeden Fall brauchen wirst.

Mein Sohn ist auch 11 und zeigt weit geringer - aber doch ähnliche Anzeichen. Du bist also nicht allein und ich bin mir sicher, es gibt noch viele in unserer Situation. Der Beitrag oben von merle hat auch mir sehr geholfen.

Ich bin stark der Meinung, dass es bei den Kindern tiefer liegt. Die Sucht nach Spielen ist ein Fehlen von Vorbildern, von guten Gemeinschaften und einer wichtigen Aufgabe, der sie nachgehen können. Davon bin ich zu tiefst überzeugt. Nur diese drei Säulen können wir in der heutigen Zeit unseren Kindern nicht mehr bieten. Also ist meiner Ansicht nach die Computer/Internet/ Mediensucht die Antwort auf unser neues soziales Umfeld.

Dennoch !!!! ich mag nicht, wenn man sich auf das Umfeld ausredet. Ich selbst suche jetzt nach Möglichkeiten meinen Kindern diese wichtige Aufgabe, gute Vorbilder und Gemeinschaften zu bieten. Aber das ist eine wirklich schwierige Aufgabe. Vielleicht können wir hier im Netz daran gemeinsam weiterarbeiten. Mehrere unterschiedliche Erfahrungen bringen hier sicher total viel ein. Mehrere Gehirne führen bekanntlich zu besseren Lösungen als nur eines.

zb. ich suche in der Gegend eine Jungschar - (wie wir es früher hatten) - gibt es nicht ! bei der Feuerwehr dürfen die Kinder auch Computerspielen :-( - der Sport ist ausgeartet auf Erfolgssucht und will nur Gewinner, dadurch ist dort das Mobbing äußerst stark vertreten. Fan bin ich von den neuen Schulen zb. Erdkinderplan lt. Montessori, welche als Internat geführt werden und die Kinder zu Eigenverantwortung führen ohne Leistungsdruck. Ziel ist es dabei, dass sich die Gemeinschaft der Schule, also Lehrer wie Kinder komplett selbst versorgen. Das ist eine tolle Aufgabe für die Kinder, sie sind in einer Gemeinschaft und haben hoffentlich auch gute Vorbilder. Leider gibt es sehr wenige dieser Schulen und auch da ist es sehr davon abhängig, wer die Schule leitet und welche Lehrer dort unterrichten.

Denke so gut es geht trotzdem positiv. Die Kinder, und besonders unsere Jungs, die so stark rebellieren - wecken uns ja rechtzeitig auf, dass wir wieder klar sehen, dass einiges schief läuft. Nur so können wir uns alle auf den Weg machen und Lösungen finden. Ich wünsche mir oft, so toll funktionierende Kinder zu haben, die folgsam sind, brav in die schule gehen usw. letztendlich wachsen wir aber nur an den rebellierenden Kindern.

Viel Kraft wünsche ich Dir und uns allen !
Montag, 21.Dez 2015, 17:16

Amaryllis Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 26.04.2015
Hallo Travolta,
danke für deinen hilfreichen Beitrag.
Zum Glück ist es bei uns in den letzten Monatenm etwas besser geworden. Er läuft nicht mehr trotzig weg, und so hat auch die Computerzeitbeschränkung einen Effekt.
Wichtig war, dass ich, wie Merle mir geraten hat, Computerzeit nicht mehr als Belohnung benutze, obwohl es kurzfristig gesehen gut funktionierte. Dafür schwebt er kurz vor dem Schulrausschmiss, wegen Schulverweigerung, die er als Druckmittel gegen mich versuchte einzusetzen.

Nach den traumatisietrenden Erfahrungen (auch für mich) im Kinderheim war es sehr schwer, hier loszulassen und ihm die komplette Verantwortung zu übertragen. Aber es hat doch funktioniert.
Es gibt immer noch täglich Kämpfe, aber nun auf normalen Level. Manchmal muss der Laptop bei einer Freundin oder meiner Arbeitsstelle "übernachten" oder ist auch mal für ein paar Tage "weg", so dass auch ich keine Möglichkeit habe, ihn wiederzuholen. Damit lies sich der Terror eindämmen.

Ich bin ganz deiner Meinung, Travolta, dass die Kinder eigentlich eine Gemeinschaft und echte Aufgaben bräuchten. Mein Sohn ist stark an Polkitik und Umweltschutz interessiert. Aber auch bei Greenpeace oder anderen Organisationen kann man als 11jähriger nur "Kinderkram" machen. Mein Sohn möchte aber wirklich etwas bewegen. Und für seine Ideen fehlen ihm die Mitstreiter. Ich bin sicher, dass er in echten Krisenzeiten sein Potential entfalten würde, aber hier und jetzt tut er nicht mehr, als ER für nötig hält, unbd das ist, meiner Meinung nach, zu wenig. Man hat im Real Life nur 1 Leben und nicht, wie bei Minecraft, unendlich viele Chancen.

Mit Sportvereinen haben wir auch die gleichen Erfahrungen gemacht. Mein Sohn würde gerne nur zum Spaß, Sport machen, aber das gibt es kaum. Ich hatte die Kletterrgruppe vom Alpenverein gefunden, aber die hat keine freien Plätze mehr. Es gibt auch eine Gruppe "Tauchen" für Jugendliche. Aber dann traute er sich nicht dorthin. Ich hatte ihm noch die "Pfadfinder" und die Gruppe vom "Technichen Hilfswerk" vorgeschlagen, aber auch das hat er abgelehnt. Ich habe das Gefühl, dass er seinen eigenen Weg finden muss und Vorschläge allein schon deshalb nicht annehmen kann, weil sie von mir kommen.

Viele Grüße
Amaryllis
Mittwoch, 23.Dez 2015, 06:19

travolta Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 12.12.2015
Hallo !

Bin wieder zurück, nachdem bei uns im Haus alles was Technik betrifft entfernt wurde.

Ich bin mit meinem 11 Jährigen jetzt doch total krass vorgegangen und habe alles entfernt. Er ist jetzt total depressiv und liegt nur herum. Schläft fast den ganzen Tag. Geht natürlich nicht mehr in die Schule und schimpft nur rum. Ich will das jetzt mal durchziehen.

Nach langen Überlegungen bin ich doch der Meinung, dass in dem Alter von 11 die Kinder überhaupt keinen Computer und Handy brauchen. Es klingt so total abgedroschen und altmodisch - aber wir hatten es auch nicht, oder ?

Das Problem ist jetzt noch ein bisschen, dass es Freunde jedoch haben. Wobei ich jetzt mit den Eltern ausgemacht habe, dass diese auch Computerfrei unterwegs sind - zumindest, wenn mein Sohn kommt. DA sollen die Jungs ja miteinander spielen und nicht vor dem Bildschirm sitzen. Das funktioniert, obwohl mir aufgefallen ist, dass er jetzt immer weniger Freunde hat.

Aber bei uns im Ort gibt es in seinem Alter ein paar Kinder, deren Eltern den Kindern bis 14 alles verbieten (auch Fernsehen !!) und wirklich super gut damit fahren. Ich bin immer begeistert, wenn wir die besuchen. Die Kinder spielen fantastisch auch mit sich selbst. Unglaublich, da werden 5000 Puzzles gemacht, gebastelt mit Brennhölzern, im Garten ein Baumhaus gebaut - von den Großen UND es werden auch Dinge im Haushalt erledigt (ohne Druckmittel und Androhung die Computerzeit zu reduzieren). Also es ist möglich und ich bin davon überzeugt, dass dann mit 14 nicht die Medien-Sucht über diese Kinder einfällt.

Der Weg dorthin ist für unsere Kids wahrscheinlich abgefahren. Ich kann mir leider nicht vorstellen, dass wir dahin kommen. Aber zumindest habe ich durch unsere Probleme diese Familien kennen lernen dürfen und sehen dürfen, dass es sehr wohl auch Kinder gibt, die OHNE Computer und Co in der heutigen Zeit aufwachsen und NORMAL sind.

Viel Kraft und frohe Weihnachten euch 4 !

lg
Travolta


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