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        Spielsucht bei meinem Sohn ist ausgeartet - Minecraft u.a.

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Mittwoch, 20.Mai 2015, 02:06

Annabella Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 20.05.2015
Hallo, gottseidank habe ich dieses Forum gefunden, guten Tag an alle Mitglieder hier. Es ist bei mir ein Hilferuf.
Ich selber habe zu dem Übel beigetragen. Was anfangs mir noch völlig harmlos erschien, ist nun zu einer Gefahr geworden, die zerstörend ist.
Es fing damit an, dass mein Sohn nicht unter Entbehrungen leiden soll und auch das haben soll, was andere Kinder in seinem Alter haben, zumal er mir zuerst monatelang vorjammerte, er möchte eine Spielekonsole haben. Seine zwei besten Freunde hatten das alles.
Zuerst wollte ich das auf keinen Fall im Haus haben, später jedoch gab ich nach und kaufte ihm die erste Konsole und MarioSpiele dazu.. Er freute sich daran und spielte sehr gern. Auch ich freute mich zuerst, wenn ich sah, dass es meinem Sohn richtig Spaß machte.
Danach ging es nicht lange, da schaffte ich auf seine Bitte auch eine Wii an. Auch meine Tochter hatte sich das gewünscht.
Doch meinem Sohn genügte bald keine Stunde mehr und auch keine wenigen Stunden mehr, sondern er wollte am liebsten den ganzen Tag bis in die Nacht nur spielen. So gab es immer häufiger Streit zwischen uns, weil er von seiner Konsole nicht weg wollte und ihm das wichtiger wurde als Schule, Hausaufgaben, Lernen und rechtzeitig schlafen gehen und ich ihm die Konsole wegnahm . Zeitweise packte ich die Konsole und die Spiele für einige Tage oder Wochen weg.
Aber das war alles noch harmlos.
Das Übel nahm erst so richtig seinen Lauf, als sein bester Freund, mit dem er in eine Klasse ging, ein Junge, der täglich nach der schule den ganzen tag an der Konsole und am PC sitzt, ihm Minecraft schmackhaft machte. Ich sträubte mich das Spiel anzuschaffen, aber mein Sohn bettelte monatelang, solange, bis ich ihm endlich einen Key kaufte und das Spiel auf seinem PC installierte . Dann wurde super Mario immer uninteressanter und Minecraft wurde sehr mächtig. Teils spielten die beiden es zusammen übern PC und Telefon, keine Ahnung wie die das machten davon verstehe ich nichts. Sie kamen gar nicht mehr weg davon, Schule wurde völlig vernachlässigt, und alles andere wurde uninteressant. Mahnte ich meinen Sohn mit Spielen aufzuhören, geriet er in eine extreme Bockphase und wurde aggressiv.
Ich deinstallierte das Spiel von seinem PC und verbot es ihm und änderte die Logindaten, so dass er sich nicht mehr einloggen konnte.
Trotzdem fand er immer wieder ein Schlupfloch, das spiel zu spielen, sei es dass er sich in das Zimmer seiner Schwester schlich und an ihrem Pc heimlich weiter spielte , von ihr die Konsole klaute, und mit seinem zocksüchtigen Freund zusammen übers Internet und Telefon spielte. Wie ich mitbekommen habe, hat sein Freund dann so was wie einen gemeinsamen Server eingerichtet , und sie telefonierten beim Spielen stundenlang.
Vom Platz passt nicht alles hier ins Feld, daher werde ich den Rest der Geschichte anhängen.
Mittwoch, 20.Mai 2015, 02:07

Annabella Benutzer ist offline

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Fortsetzung:
Vor allem wurde das erst recht zum Verhängnis, als die ganze Familie ein halbes Jahr wegen was anderem in eine tiefe Krise kam und wir daraufhin notgedrungen umziehen mussten und ich in der Zeit kaum Zeit hatte für die Kinder und gesundheitlich stark angegriffen war. Verwandte waren auch keine da, und ich musste meinen Sohn oftmals nachmittags alleine zuhause lassen und mich um anstehende notwendige Dinge kümmern, die getan werden mussten und wo ich ihn gar nicht mitnehmen konnte bzw er wollte sowieso nicht mit. . Er saß dann natürlich vorm PC und der Konsole, einerseits beruhigte mich das, während ich abwesend war denn dann wusste ich ihn zuhause und er konnte sonst keinen Unfug anstellen. Wenn ich damals gewusst hätte, wie das alles noch ausartet....
Er ist regelrecht süchtig nach Minecraft geworden, ebenso nach so komischen Youtube Filmen, wo jugendliche Zocker spielen und dabei permanent das wirrste und übelste Zeugs daherreden, das ich selbst nicht ertragen kann, da werd ich beim Zuhören waaaaahnsinnig, weil es für mich der letzte Schwachsinn ist.Kommt mir alles krank vor. Auch diese Filmchen hat er sich richtig reingezogen wie eine Droge,. ich habe ihm diese Filme strengstens untersagt, aber er fand immer wieder ein Schlupfloch, z.b ging er heimlich ins Zimmer seiner Schwester und spielt dort , ohne das ich es mitbekam., und klaute ihr Handy, wenn er sich nicht in ihren PC einloggen konnte. Ich erwischte ihn nur immer wieder dabei , wie er wieder Minecraft spielte oder sich die Youtube Movies konsumierte oder beides zusammen in zwei Fenstern gleichzeitig sich reinzog. ich schickte ihn hinaus aus dem Zimmer, das ging nicht ohne heftigen Streit und Geschrei ab, und er war dann sehr wütend. Oder er ging zu seinem Zockerfreund , und sie zogen sich das alles stundenlang bei diesem rein.
Das Verhalten meines Sohnes veränderte sich zum negativen: er wurde zunehmend aggressiver, wenn er nicht bekam, was er wollte und solange er wollte, er tobte, weinte, bockte , stampfte , dass es nicht mehr zum Aushalten war, und schlug auch auf Möbel und auf seine Schwester ein, wenn sie ihn nicht an ihren PC ließ. An Regeln konnte er sich immer schlechter halten. Er tat gerade nur noch das was er wollte. Seinen eigenen PC habe ich zu dem Zeitpunkt schon entfernt, das hat ihn schwer getroffen. Ich hörte auch oft, wie er mich anschrie: "Ich hasse dich". In der Schule baute er in wenigen Monaten, als seine Zocksucht ihren Höhepunkt erreicht hatte, total ab und brachte nur noch schlechte Noten nach Hause., er lernte nichts mehr, vernachlässigte immer öfters die Hausaufgaben, so dass er nachsitzen musste.
Mittwoch, 20.Mai 2015, 02:08

Annabella Benutzer ist offline

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Fortsetzung:


Alles drehte sich bei ihm nur noch um diese Spiele und welchen Level er schon erreicht hatte , das war seine Welt , sein Lebensinhalt geworden, und was ihm den Selbstwert steigerte. Auch bei Erwachsenen gab er damit an, wieviel er in den Spielen schon erreicht hatte. In der Schule fand er keine Freunde mehr, meine Tochter erzählte, er würde dort immer nur alleine im Pausenhof herumlaufen, auch sonst hatte er keine sozialen kontakte mehr , nur noch seine Zockerfreunde, und alle anderen interessierten ihn nicht mehr. Auch fand er kein Interesse mehr an andere Beschäftigungen - er wollte nur noch zocken. Und das gleich als er von der Schule nach Hause kam,. Wir hatten jeden Tag nur Streit , und das war echt nicht mehr schön.
Ich habe zuletzt versucht, Regeln durchzusetzen, indem ich ihm erlaubte, lediglich 1 Stunde pro Tag zu spielen, auf keinen Fall aber Minecraft, - nur Super Mario. Auch an diese Regel konnte und wollte er sich nicht halten. Am PC meiner Tochter hatte er dann irgendwelche Wege gefunden, ihr Passwort ausfindig zu machen, Minecraft zu spielen, obwohl das Spiel nicht auf dem PV meiner Tochter installiert war - keine Ahnung wie er das machte,
Er holte sich alles heimlich, irgendwie, in jeder Sekunde, in der er gerade nicht beobachtet wurde von mir, wenn ich beispielsweise in der Küche war. Er ließ sich dazu alles Mögliche einfallen. Ich versteckte auch die Konsolen, das half nicht lange, denn er durchsuchte alles und fand sie und klaute sie und spielte unter der Bettdecke.
Gleichzeitig zu dieser Sucht entwickelte er auch eine regelrechte Fress-sucht und weitere Verhaltensauffälligkeiten. .
Ich wusste gar nicht mehr was ich tun soll, ich bin normalerweise die letzte, die eine Freundschaft verbietet, daher habe ich ihn weiterhin mit seinem Zockerfreund spielen und telefonieren lassen. Innerlich haben bei mir die Alarmglocken geläutet. Zu jenem Zeitpunkt war ich noch nicht in der Lage entschieden durchzugreifen. Ich hab selber unter der Situation gelitten und war teilweise arg verzweifelt. Ich war so weit, dass ich dachte, ich muss ihn wegbringen. in eine Klinik, in ein Heim, damit er wieder normal wird und sich wieder an Regeln halten kann.
Den Abschuss hat er sich kürzlich geleistet, da ist bei mir die Sicherung durchgebrannt. Obwohl ich ihm wegen den hohen Kosten untersagt hatte, vom Festnetz aufs Handy zu telefonieren, telefonierte er ohne mein Wissen (ich ging davon aus dass er aufs Festnetz anruft) aufs Hand von seinem Zockerfreund und vertelefonierte eine schwindelerregende Summe Geld.
Das war für mich der Grund, ihm Total-Spielverbot zu geben und habe die Rufnummern seines Freundes gesperrt. Meiner Tochter (einige Jahre älter als er) , die ihm meist nachgegeben hat hinter meinem Rücken, habe ich untersagt, ihn noch mal an ihren PC zu lassen oder ihm ihr Handy zu geben (auf dem er auch Spiele gemacht hat), mit der Konsequenz, dass ich ihr ansonsten den PC und das Handy auch wegnehmen würde. Sie hält sich momentan daran und sieht jetzt auch die Wichtigkeit ein.
Ich habe ihn sozusagen auf Totalentzug gesetzt., und er hat seither Entzugserscheinungen. Langeweile, er weiß nur wenig mit sich anzufangen. Vorher hat sich alles bei ihm um Internet, Minecraft ua in der Art gedreht, jetzt ist das alles weg, damit muss er erst einmal klarkommen.
Er hat Comics gelesen, seine Eisenbahn hervorgeholt und damit wieder mal nach langer Zeit gespielt, dann mit der Rennbahn gespielt, dann sind wir zusammen raus gegangen und haben dort was unternommen, ferngesteuerte Autos, Radfahren, Fußball spielen, Spielplatz - ich muss mir jetzt was einfallen lassen. Teils war er wieder völlig normal, aber dann sehnte er sich wieder nach seinen Onlinespielen. Dann nannte er mir kürzlich ein neues Spiel, für das würde er "alles in der Welt tun", um es zu bekommen. Und er redet dann , dass er sich mit 18 all das kauft, was er jetzt nicht mehr bekommt.
Ich weiss dass die Sucht noch voll da ist bei ihm. Ich will konsequent bleiben und nicht wieder nachgeben und weich werden, sollte er noch so sehr jammern.
Ich war parallel dazu bei einer Beratung und bei einem Therapeuten. Letzterer empfahl eine stationäre Behandlung in einer Kinderpsychiatrie.
Ich weiss noch nicht ob das der richtige Weg ist.
Mittwoch, 20.Mai 2015, 02:10

Annabella Benutzer ist offline

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Fortsetzung:
Oder ob es auch ohne Klinik geht, damit er von der Sucht loskommt? Und was wenn er wieder mit den Zockerfreunden zusammen kommt?
Ich bin derzeit bemüht, irgendwas zu unternehmen, damit er andere Freunde findet, mit denen er draußen spielen kann. Bloß nicht wieder Zockbrüder.
Ich werd ihn auch in eine Ferienfreizeit schicken.
Ich bin nun wieder etwas entlastet in meinen anderen Dingen, so dass ich mehr Zeit habe und mit ihm was machen kann.
Aber überall lauern neue Verlockungen, egal wo man ist, im Bus auf der Straße, überall sieht man Kinder und Jugendliche mit ihrem Handys und beim Spielen mit den Handys. Mein Sohn sitzt dann im Bus gegenüber und schaut wehmütig hin.
Meine Tochter hingegen wurde überhaupt nicht süchtig, sie hat es kaum gespielt.
Mittwoch, 20.Mai 2015, 02:31

Annabella Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 20.05.2015
PS: hab ich vergessen: Mein Sohn ist 11.
Habe mir das Buch von Wolker besorgt: "Spielsucht bei PC/Konsolen- und Onlinegames." Habs heute bekommen und auch meinem Sohn gezeigt und versucht interessant zu machen. Er hat den Buchtitel gelesen und das Buch angeschaut, als wäre es ein Feind - sein Kommentar: "Interessiert mich nicht"
Donnerstag, 21.Mai 2015, 23:00

Amaryllis Benutzer ist offline

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Liebe Annabella,
wo hast du denn diesen Klon meines Sohnes her. ;-)
Der ist auch 11 und spielt Minecraft oder zieht sich diese idiotischen Let's plays rein, auch gleichzeitig auf dem geteilten Bildschirm. Und alles andere passt auch, bis hin zu dem genauen Wortlaut.
Ich finde, du hast schon unglaublich viel geschafft und kannst stolz auf dich sein.

Hier möchte jetzt noch mein Sohn, der gerade zuschaut, dir eine Nachricht schicken:



(Das ist ihre Meinung)
Hallo,
Ich würde empfehlen, dass er mal gute Fantasy Bücher lesen sollte wie z. B. Einsamer Wolf oder Schule der Magier, denn solche Bücher zu lesen macht jedem Spaß.
LGY
Samstag, 23.Mai 2015, 14:16

Annabella Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 20.05.2015
Hall Amaryllis, danke für Deinen Beitrag. Die scheinen sich wohl alle zu ähneln.

Mein Sohn interessiert leider kein Buch, auch keinerlei Fantasybuch. Da hab ich schon alles mögliche versucht ihm schmackhaft zu machen - keine Chance. Er liest schon Bücher , aber nur LTBs von Donald Duck und Micky Maus Zeitschriften. Wenigstens liest er das, gerade jetzt wo ich ihn auf Entzug gesetzt habe.
Übrigens, er nennt sich "Gamer", und später will er beruflich mal "Youtuber" werden, sagt er.
Tolle Karriere, und wenn er so weitermacht, muss er sogar vom Gymmi runter, weil er es nicht mehr packt.
Ich habe ihm klar gemacht, wenn er so weiter macht, landet er bei den Kloputzern oder bei der Müllabfuhr, oder in Hartz IV.

Ja, da mache ich mich die nächsten Wochen und Monate noch auf einen harten Kampf gefasst. Ich hab ihn nach den Pfingstferien bei den Pfadfindern angemeldet. Mal schaun, ob ihm das gefällt.
Die Gefahr ist immer da, auch bedingt durch seinen gleichermaßen spielsüchtigen Zockerfreund.

Wie ist das denn bei Deinem Sohn? Ist er raus aus der Spielsucht?
Samstag, 23.Mai 2015, 18:48

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 782
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Annabella,
dein Sohn ist erst 11 - Wahnsinn!! Dies ist ein Alter, in dem in der Regel noch das gilt, was die Mama sagt und einfordert, ein Alter, in dem es für die gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung noch ganz wichtig ist, draußen zu sein, mit Freunden, beim Sport, mit dem Fahrrad, beim Schwimmen. Ich war beim Lesen deines Beitrages richtig erleichtert, als du gegen Ende schriebst, dass dein Sohn endlich die Eisenbahn wieder hervor geholt hat, die ferngesteuerten Autos und den Fußball, weil du ihn auf Totalentzug gesetzt hast. Halte durch, auch wenn er vor Langeweile jammert. Dies ist ein gesunder Vorgang und den gilt es, auszuhalten. Langeweile ist der Nährboden für Ideen, und ihm wird nichts anderes übrig bleiben, als sich etwas einfallen zu lassen, um seine neu gewonnene Zeit sinnvol aus zu füllen. Dies wird ihm im Laufe der Zeit immer besser gelingen und es sieht ja so aus, als ob du die Möglichkeit hast, ihn tatkräftig dabei zu unterstützen. In dieser schwierigen anfänglichen Entzugsphase ist es hilfreich für ihn, wenn ihr viel unternehmt, damit das Loch, in das er gefallen ist, nicht zu einem Abgrund wird.
Sei geduldig und erwarte nicht zu viel. Der "Wiederaufbau" findet Stein für Stein und Schritt für Schritt statt. Es wäre hilfreich, wenn dein Sohn einen neuen zockfreien Freundeskreis aufbauen könnte durch die neuen Aktivitäten, die ihm geboten werden (Pfadfinder). Die freiwillige Feuerwehr ist auch ein großartiges Unterfangen und bietet Abenteuer, Teamgeist, Disziplin, Herausforderung und Solidarität. Wer dies im realen Leben erfahren darf, wird diese Werte nicht in der virtuellen Welt ersatzweise suchen müssen. Das Wichtigste ist, dass du konsequent bleibst und nicht nach ein paar guten Wochen wieder schwach wirst. Dann war alles umsonst. Dein Sohn wird schneller als du glauben magst wieder in sein altes Verhalten zurück fallen, und je älter er wird, desto schwieriger wird es werden, ihn zur Einhaltung der von dir festgesetzten Regeln zu bringen.
Hol dir die Motivation dafür durch das Lesen unserer Forenbeiträge. Erst, wenn dir klar wird, wohin das Ganze führen kann, wenn du nicht eingreifst - und zwar jetzt und sofort! - wirst du die Kraft haben, dich ohne Wenn und Aber durch zu setzen, auch wenn es unsagbar anstrengend ist. Eine Aussteigerin schrieb uns: "Ab und zu weine ich, aber ich bin froh, dass meine Eltern mich da raus geholt haben." Lass dich durch solche Sätze wie: "Wenn ich 18 bin, dann..." nicht verunsichern. Bis dahin fließt noch eine Menge Wasser den Rhein hinunter. Wenn dein Sohn durch dich die Möglichkeit bekommt, sich gesund zu entwickeln, wird er mit 18 mitten im Leben stehen, die psychosoziale Reife haben, sinnvoll mit den Medien (die als WERKZEUG eine wunderbare Sache sind) um zu gehen und die Vorteile und Genüsse des realen Lebens sehr wohl zu schätzen wissen.
Ich grüße dich herzlich.
Merle
Sonntag, 24.Mai 2015, 11:36

Amaryllis Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 26.04.2015
Hallo,
ich würde sagen dass ich halb aus der Schiene bin und mit halb meine ich halb. Ich mache z.B: erst beim 10ten mal Schluss. Aber lese sehr gerne Bücher wie Feuerquell, Skulldogery pleasant, und anderes.
Ich würde zwar nicht sagen das vollkommener Entzug eine gute und schnelle Methode ist. Meine Mutter hat das auch nicht gemacht ich habe meine reguläre Spiel Zeit. Wenn meine Zeit um ist kann ich mir Zeit erarbeiten wie zB.: Instrumend spielen, schreiben, nach draußen gehen und anderes.

PS: Ich bin auch 11. Meine Mutter hat mir einen eigenen Account erstellt und Family Safe eingerichtet sehr praktisch.

Soweit mein Sohn.

Wie er schon schreibt, machen wir gerade keinen Null-Entzug. Dies ist auch nur ein Ausprobieren, aber wenn es denn funktioniert, können wir dabei bleiben. Mir ist wichtig, dass er wieder Erfahrungen im Real-Life hat ,mit echten Menschen und echten körperlichen Reizen.
Wenn ihr aber schon beim Null-Entzug seit, würde ich das auch nicht so schnell wieder aufgeben.


Er ist leider noch nicht "geheilt". Es gibt wegen Computerspielzeit immer wieder Streit und ständige Betrugsversuche. Aber langsam wird es besser.
Wenn ich als Mutter ihm Alternativen gegen die Langeweile (Bücher, Sport, Gruppen) anbiete, wird das sowieso kategorisch abgeblockt. Schließlich bin ich als die, die ihm das Suchtmittel verweigert, das Feindbild. Solange bis er sich selber in seiner Langeweile anödet und ihm etwas einfällt. Wir wohnen in einer größeren Stadt und es gibt genug Angebote. Prinzipiell weiß er, was es so alles gibt.

Zum Glück sind seine beiden besten Freunde nicht süchtig. Sie spielen auch gerne mal Minecraft, aber im Rahmen. Mit denen kann er auch andere Dinge nachen. Es ist sehr wichtig, dass er die beiden hat. Zu Hause alleine fällt im nichts ein. Mittlerweile kauft er wieder gerne Nahrumgsmittel ein und kocht auch wieder einfache Gerichte. Vielleicht geht er mal mit einem Freund zusammen zum Sport. Aber das muss er alleine entscheiden.

Im letzten halben Jahr hat er in der Schule (5. Klasse Gym.) nur noch schlechte Noten geschrieben. Die letzte Mathearbeit war aber wieder gut. Da hatte er weniger gespielt und mit seinem Freund wirklich gelernt. Ich habe dass Gefühl, dass die intensive Spielerei sein Gehirn völlig mit nutzlosem Zeug überschwemmt hat, so dass weder Denken noch Lernen möglich war.

Auch mein Sohn ist "Gamer" und will "Youtuber" werden, aber nun nicht mehr als Beruf. Diese "Let's Players" werden von den Kiddies vergöttert wie früher die Popstars. Es sind die großen Vorbilder. So muss man werden, wenn man berühmt und beliebt sein will -denken sie. Einige wenige haben wirklich immer einen coolen Spruch auf Lager. Die sind schon etwas älter und haben noch ein Leben (gehabt?) Aber viele Jüngere sind mit ihrem "Ey Alter - Ich bin toooooot" nur noch arm.

Heutzutage ist cool, wer irgendein Video auf Youtube stellt. Aber die orginellen Ideen dazu kommen nicht aus einem Zocker-Leben, sondern aus echten Erfahrungen.

Schreib mal, wie es bei euch so weitergeht.
Liebe Grüße
Amaryllis


Mittwoch, 27.Mai 2015, 10:17

Rellöm Benutzer ist offline

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Diese Let's Player sind die neuen Popstars - früher schaute die Jugend Fernsehen, heute Youtube. Das Ding dabei ist allerdings, dass davon letzten Endes nur sehr wenige berühmt werden und dann davon leben können, dann aber machen sie eine Menge Geld - und die meisten eben gar nicht. Und wenn der Ruhm vorbei ist, haben sie besser genug Geld angehäuft oder können wieder in ihren erlernten Beruf zurückkehren.

Mittwoch, 27.Mai 2015, 11:09

Annabella Benutzer ist offline

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Ich dachte auch erst, kein Null-Entzug, sondern teilweiser Entzug wäre die bessere Lösung, als ihm alles wegzunehmen. Internet mehr). Nur das hat nicht geklappt, er hat immer wieder versucht mich auszutricksen und es zeitlich weiter hinaus zu verzögern, und hat sich überhaupt nicht an diese Regel halten können, genauso wie er es auch sonst schwierig hat, sich an andere Regeln zu halten. Das war jeden Tag nur Kampf und Streit, nicht mehr zum Aushalten.
Das hat bei uns keinen Sinn und funktioniert nicht.
Mir zerrt dieser tägliche Kampf und Streit ganz schön an den Nerven.
Ich habe ihn so oft gewarnt und gefragt, was ihm lieber ist: Sich an die Regeln halten und 1 Stunde pro Tag wahlweise Nintendo spielen oder am PC was spielen (jedoch kein Internet mehr)- oder wenn er das nicht einhalten kann und damit nicht zufrieden ist, kommt alles weg.
Letztendlich,als es erneut in einem Streit eskalierte, blieb nur die eine Lösung: alles weg.
Auch mit Belohnung hat das nicht funktioniert. Ich wollte ihm eine Wii U zu Weihnachten schenken und hatte sie bereits gekauft,
aber nur unter der Bedingung würde er sie erhalten, wenn er 1 Stunde Spielen pro Tag einhalten kann. Die Wii U hat er sich nämlich ganz arg gewünscht und für die hätte er laut seiner Aussage auch "alles getan", doch selbst hier konnte er die Regeln nicht einhalten. So hat er die Wii U verspielt,und ich hab sie inzwischen veräußert. Er hat es provoziert.

Das habe ich auch beobachtet, dass diese innerlich verarmten yutuber Sinnlos- und Schwachsinn- und Gehirnverblödungsredner (sorry wenn ich das so bezeichne) für ihn die großen Vorbilder sind. Da läuten bei mir die Alarmglocken. Vor allem unglaublich, wie beeinflussend das auf meinen Sohn bisher gewirkt hat.

Vielen Dank für Eure Beiträge, die mir Mut machen.
Ich hab ihn bei den Pfadfindern angemeldet. Bei der Feuerwehr wird es nichts, weil das am selben Abend ist wie bei den Pfadfindern. Und fürs Fußball müssen wir erst Kontakt und eine Mitfahrgelegenheit (sind ohne Auto und neu zugezogen) finden, weil Fußball in einem anderen Ort ist.
Mittwoch, 27.Mai 2015, 11:17

Annabella Benutzer ist offline

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nun ja, ich bin selber schuld, weil ich ihm das alles gekauft habe. Nie hätte ich gedacht oder nur ansatzweise vermutet, dass das so ausarten würde, in eine
Sucht ausarten würde und was es sonst noch alles aus ihm gemacht hat.
Sonst hätte ich das NIE NIE NIE gekauft.
Jetzt muss ich die Sache ausbügeln und meinen Sohn wieder da rausholen, damit er "gesundet" (falls das möglich sein sollte)
und nicht wieder rückfällig wird.
Mittwoch, 27.Mai 2015, 11:28

Annabella Benutzer ist offline

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Die Spielsucht reduzieren von mehreren Stunden auf eine Stunde täglich ist so aussichtslos wie bei einem Alkoholiker, bei dem man versucht, seine tägliche Schnapsflasche auf ein Gläschen pro Tag zu reduzieren


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