"Wir begrüßen Sie herzlich als Gast beim Netzwerk für Ratsuchende von AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.
Sie müssen sich registrieren, um in den Foren Beiträge verfassen zu können.
Anonyme und kostenlos. Wichtiger Hinweis: Die Nutzung ist völlig unabhängig von den Interessen
oder den Zielen des Vereins.  (mit-AKTIV werden: Info hier)

Netzwerk für Ratsuchende:  (Aufruf alle Rubriken: www.netzwerk-fuer-ratsuchende.de)
-- 
Sucht- und andere Beratungsstellen     -- Forum Fachberatung
-- Kliniken                                                         -- Ambulanzen, Ärzte, Psychologen, Therapeuten
-- Präventionsangebote                                 -- Präventive Interventionen  (neu)
-- bestehende Selbsthilfegruppen              -- Gründungsgesuche für Selbsthilfegruppen
-- Offline-Alternativen (auch therapeutisch)
-- Netzwerke + Initiativen + Vereine + Forschung + andere Institutionen 

Austausch- und Infoforen:                                                             Pressegesuche
Angehörige / Aussteiger / Alleinerziehende / Betroffene / Partner / Umfrage / News / (Ihre)Termine
allgemeiner Austausch / Fragen zur Mediensucht / Suchtpotenzial anderer Spiele / Prominente



Forum
 Foren zum Thema Mediensucht / Partner-Forum
        Weiß nicht, was ich noch tun soll

Seite drucken

Donnerstag, 10.Sep 2015, 20:36

yvtat Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 10.09.2015
Hallo,

mein Freund und ich wohnen nun seit ca. 3 Jahren zusammen.
Seit geraumer Zeit (ich kann nicht genau sagen wann) zockt er League of Legends.
Im Moment sind noch Semesterferien. Er steht auf und macht dann erst ein mal sein "Aufwach-Game", so nennt er es. Dazu Kaffee.
Das er im Moment allerdings bis 11:30 (auch mal länger) schläft, und das das "eine" Game auch mal länger dauern kann als eins, ist ihm anscheinend nicht richtig bewusst.
Ich bin eher ein Frühaufsteher. Alle Versuche ihn dazu zu bewegen, etwas früher aufzustehen scheiterten bis jetzt.

In der Zeit während er noch schläft lerne ich und versuche unsere Wohnung in normal Zustand zu versetzen.
Wenn er dann aufsteht, kommt meistens die Frage: "Hast du die Wäsche schon fertig?".
Im Moment fühle ich mich wie seine Mutter, nicht wie seine Freundin.

Alle Versuche, ihn zu animieren mir zu helfen, oder Einkaufen zu gehen, werden mit einem "Gleich." oder "Jaha....." abgeschmettert.
Als wir diesen Sommer eine Woche am Meer waren, war er wie verändert. Er hat mitgeholfen das Zelt ordentlich zu halten und ging auch spülen. Er hat auch nicht bis mittags geschlafen und war auch nicht bis spät in die Nacht wach.
Nach dem Urlaub kam mir hier zu Hause allerdings alles extremer vor. Er sitzt, meiner Meinung nach, öfters und länger vor seinem Computer. Ist teilweise noch abwesender.
Seinen Eltern ist sein Spielkonsum auch schon aufgefallen, aber wenn die beiden etwas dazu sagen sind es ja nur "die dämlichen Eltern" die einem auf die Nerven gehen. Aber wenn meine Mutter zu Besuch kommt, und er nur Hallo sagt und dann wieder vor seinen Rechner verschwindet, finde ich das schon extrem.

Mir geht es im Moment nicht gut dabei und ich weiß auch, dass er süchtig ist. Er sieht das aber nicht ein.
Wie kann ich es ihm verständlich beibringen, so das es in seinem Gehirn ankommt?
Donnerstag, 10.Sep 2015, 23:21

Vedrfölnir Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Einfach sagen das des Internet nicht geht; Router abtrennen vom Anschluss; oder wenn du es richtig haben willst dass er aufwacht einen bösen Dos Botter draufmachen; das heisst dass der Rechner beim starten nicht mehr aus dem Dos Modus rauskommt und er gezwungen wird erst sich mal um seine Verpflichtungen zu kümmern.


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Sonntag, 13.Sep 2015, 09:44

Dota2 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 7
Mitglied seit: 07.08.2015
Hallo Yvtat,

ich möchte auf deinen Beitrag als betroffene Mutter antworten.
Wie du selbst schreibst, fühlst du dich schon als seine Mutter.

Wenn der Angehörige oder Partner süchtig ist, erreichen ihn die Vorwürfe ect. nicht mehr.
Hier besteht die Gefahr der Co-Abhängigkeit.
Erkläre deinem Partner in einer ruhigen Stunde, nicht abgelenkt durchs Spielen, was du von ihm
erwartest in Bezug auf gemeinsame Unternehmungen, Hausarbeit und kündige auch Konsequenzen an,
falls die Situation sich nicht ändern wird.
Gehe deinen Hobbies nach, treff dich mit Freunden.

Ich habe als Angehörige verstanden, dass nur der Süchtige selbst sich helfen kann.
Sonntag, 13.Sep 2015, 21:39

Rellöm Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 105
Mitglied seit: 04.03.2014
Ist doch ganz einfach: wenn er nichts mehr selber einkauft, dann bereitest du ihm auch nichts mehr zu noch kaufst du für ihn ein. Er muss lernen, dass sich ein Kühlschrank nicht von alleine füllt.

Und Aufwachspiel.. hat er keine Seminararbeiten oder sonst was für's Studium zu erledigen?

Dienstag, 15.Sep 2015, 18:58

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo yvtat,

wie hast du dir zu Beginn eurer Beziehung eure Partnerschaft vorgestellt? Hast du dir einen Mann an deiner Seite gewünscht, der dich als kostenlose Wäsche- und Putzfrau und als Köchin willkommen heißt, ansonsten aber in Ruhe seine Games zocken will? Hast du dir gewünscht, morgens alleine auf zu stehen, um das Chaos zu beseitigen, das dein Mann bei seinen nächtlichen PC-Eskapaden hinterlassen hat? Hast du davon geträumt, die Haushaltspflichten, das Einkaufen das Waschen und Bügeln allein bewältigen zu müssen, weil dein Partner sich zu nichts aufraffen kann? Hast du dir einen "Mitbewohner" gewünscht, der sich einen Teufel schert um das, was dich bewegt? Endstation Sehnsucht.

Du darfst dich an deine anfänglichen Träume erinnern - du musst es sogar. So wird dir erschreckend vor Augen geführt, wie weit deine Wirklichkeit davon entfernt ist. Sei sicher, yvtat, die Kluft zwischen Traum und Ist-Situation wird sich noch viel tiefer auftun, denn dein Freund ist süchtig. Wie du in unzähligen Beispielen hier im Forum lesen kannst, kann nur er selbst aus dieser unseligen Entwicklung heraus finden, durch die Erkenntnis, dass sein Leben und damit seine gesamte Persönlichkeit aus den Fugen geraten ist und er Hilfe braucht. Kein Flehen deinerseits, keine eindringlichen Worte, werden ihn erreichen. Dass er sein "Aufwach-Game" braucht, was dann schon mal Stunden dauern kann, ist das kleine BierCHEN, das der Alkoholiker verniedlichend zu sich nimmt, weil er der Tatsache seiner Abhängigkeit und der Tatsache, dass es nicht bei dem einen bleibt, nicht ins Auge blicken kann.

Du bist noch so jung und stehst ganz am Anfang. Willst du dir dein Leben verdunkeln, indem du gegen Windmühlen kämpfst? Gegen League of Legends kommst du nicht an, und dieses Game scheint deinem Freund wichtiger zu sein als du. Steh zu dem, was du dir von einer Beziehung mit gegenseitiger Liebe und Achtung erträumst, denn du hast ein Recht darauf, so nah wie möglich an diesen Traum heran zu kommen. Trag deinen Teil dazu bei und mach dich frei von diesem leeren Zusammensein. Du darfst mehr haben als dass du gefragt wirst, ob die Wäsche schon fertig ist.

LG Merle
Mittwoch, 21.Okt 2015, 18:37

yvtat Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 10.09.2015
Vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten.

Aktuell hat sich die Lage hier schon sehr verbessert. Seine Eltern haben sich Rat bei einem Psychologen (Te Wilt oder so) geholt. Die beiden haben meinen Freund dann sofort mit dem Thema PC Sucht konfrontiert.
Begeistert war er natürlich nicht, aber als ich ihm meine Träume, Wünsche, „ngste und Hoffnungem erzählt habe, war er ziemluch fertig. Und als ich ihm dann sagte, ich wisse nicht wie es mit uns weiter gehen solle, fing er an zu weinen.
Ich habe ihm gesagt, dass wir zusammen Kämpfen werden und am nächsten Tag überraschte er mich. Er hat bei dem oben besagten Psychologen gemeldet und wird sich bei diesem in Therapie begeben.

Ich hoffe es wird alles gut.
Vielen Dank noch mal und liebe Grüße
Yvtat
Donnerstag, 22.Okt 2015, 11:05

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo yvtat,

das sind ja erfreuliche Nachrichten. Es ist gut, dass du ihm von deinen Träumen, Vorstellungen und Sehnsüchten erzählt hast. Offenbar bist du so klar gewesen, dass er begriffen hat, dass die Uhr bei euch auf fünf vor zwölf steht. Jetzt wird sich weisen, wie es weiter geht. Wenn eure Beziehung ihm das Wichtigste ist, wird er die Kraft haben, mit professioneller Hilfe und großem eigenem aktivem Einsatz aus seiner Sucht heraus zu finden. Ich drücke euch so fest die Daumen.
Bitte berichte uns, wie ihr vorwärtskommt miteinander.

Herzlichst, Merle
Dienstag, 17.Nov 2015, 13:01

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Das hast du, seine Eltern, der Psychologe und er selbst ja perfekt hinbekommen.

Wirklich toll.

Im Interesse aller stillen Leser: wie steht es jetzt bei euch? Spielt er wieder? Macht er eine Therapie? Oder zögert er alles raus?
Ich und vermutlich andere auch würden uns freuen davon zu hören.
Dienstag, 17.Nov 2015, 13:23

yvtat Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 10.09.2015
Ja, er hat sich Hilfe gesucht und geht dort immer noch regelmäßig hin.
Mein Freund hat jetzt wieder einen "richtigen" Tag- Nacht Rythmus. Wir essen abends wieder zusammen, am Esstisch und nicht am Computer.
Ihm macht die Uni wieder Spass und er will jetzt auch richtig reinhauen, damit er schnell fertig wird und einen guten Abschluss bekommt.
Bei uns in der Beziehung läuft es auch wieder harmonischer und wir machen wieder mehr gemeinsam.

Wenn mein Freund am Tag alles erledigt hat, spielt er abends mal ein Ründchen, aber dann macht er auch Schluss und macht seinen Rechner aus und hält sich an seine, wie er sagt, "zubettgeh Zeiten".

Bei uns war es ganz, ganz kurz vor 12. Ich war froh, das er die Gilfe von seinen Eltern, mir und dem Psychologen angenommen hat.
Seine Eltern und ich haben das Thema viel zu lange rausgezögert, und es war echt gast zu spät, aber im Rückblick war die offene Ansprache das Beste was wir tun konnten.

Wir kämpfen jetzt aktiv gegen diesen dämlichen Computer und die Spiele, gemeinsam!
Ld yvtat
Mittwoch, 18.Nov 2015, 08:26

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Toll das freut mich für euch.

Genau so soll es laufen.
Nur tu dir und ihm den gefallen und unterschätz es nicht.
Es fängt langsam an, und sofort ist man in seinem alten Trott.

Ich wünsche euch alles gute =)
Mittwoch, 18.Nov 2015, 18:17

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo yvtat,
ich freue mich sehr, dass ihr einen so klaren Weg eingeschlagen habt miteinander. Offenbar war deinem Freund eure Beziehung so wichtig, dass er auf keinen Fall riskieren wollte, dich zu verlieren. Das ist ein großes Glück für euch Beide. Ich wünsche euch, dass es stetig aufwärts geht. Dennoch seid wachsam und habt immer im Hinterkopf, dass sich alles wieder einschleichen kann, wenn ihr nicht mit allen Sinnen sensibilisiert bleibt auf Anzeichen einer negativen Veränderung. Ich wünsche euch, dass sich alles weiter stabilisiert und ihr euer wieder gefundenes neues Leben gebührend und achtsam genießen könnt.
Herzlichst, Merle
Mittwoch, 10.Aug 2016, 22:08

Kenn Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 29.07.2016
Es ist mir sehr interessant, gibt es hier gute Variante, wenn die Leute konnen ohne Sucht weiterleben? Es könnte mir eine Hoffe geben.


Seite drucken  |  Nächstes Thema  |  Vorheriges Thema
 
Gehe zu
 


 Wer ist online?


Benutzer online: 0, Gäste online: 40

 Forum Statistiken


Themen: 1146, Beiträge: 4169, Mitglieder: 1983
Wir begrüssen unser neuestes Mitglied: hoffnungsvollxy

 Heutige Geburtstage


Heute hat kein Mitglied Geburtstag.