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        er weiss um die Sucht, laesst es aber dabei

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Donnerstag, 8.Okt 2015, 16:56

karla Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 50
Mitglied seit: 25.02.2011
Schon vor ein paar Jahren habe ich mich hier zum Suchtverhalten meines Sohnes (inzwischen 29 Jahre alt).aussprechen können.
Er hat damals an unserem früheren Wohnort studiert, kam aber seinen Verpflichtungen in der Schule wegen exzessiven Spiels nicht nach. Nach einer Aussprache mit mir und dann mit seiner Schulleitung ging er wieder hin, brachte auch gute Ergebnisse, war aber oft und lange krank, sodass er nicht zu den Prüfungen zugelassen wurde.
Er hat sich damals entschieden, zunächst einige Zeit in seinem Beruf zu arbeiten und später wieder zu studieren.
Vor einem Jahr war es soweit, er wurde zugelassen und studiert wieder. Seitdem wiederholt sich das Ganze.
Er lebt in WG, in der jeder für sich lebt. Von seinem Kumpel weiß ich erst, welches Ausmaß das Spielen wieder genommen hat.
Mein Sohn weiß, dass er "Probleme" hat, er will aber nichts an seinem Spielverhalten ändern.
Sein Vater, wir sind seit 10 Jahren geschieden, wohnt in seiner Nähe. Er guckt mich nur groß an, wenn ich das Problem anspreche, bezahlt dann aber Miete und Krankenkasse für unseren Sohn.
Meine Mutter (79) kocht und wäscht nach wie vor für Ihren Liebling, obwohl ich ihr seit Jahren in den Ohren liege, ihn sich selbst um alles kümmern zu lassen.
"Na ich werde mich doch wohl um mein EnkelKIND kümmern können, wenn Du (also ich) es schon nicht tust."
Mein Vater kommt mit den gleichen Argumenten, wenn er wieder einen Wocheneinkauf bezahlt hat. Meine Eltern leben getrennt, aber auch im gleichen Ort.
Meine ganze (recht kleine) Familie ist zerstritten, auch wegen der unterschiedlichen Auffassungen zum Umgang mit der Sucht meines Sohnes.
Seit Wochen versuche ich ihn telefonisch zu erreichen, er geht nicht ans Telefon, beantwortet e-mails nicht. Ich habe Angst zu ihm zu fahren und nicht eingelassen zu werden. Ich wohne etwa 250 km entfernt in einer anderen Stadt. Nun bin ich seit ein paar Wochen auch aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage dahin zu reisen, die Angst und Reise würde ich schon auf mich nehmen.
Gestern habe ich einfach seinen WG Kumpel angerufen, der meine Fragen aber auch nur andeutungsweise beantwortete.
Heute Morgen rief mein Sohn dann doch an und ließ die Bombe platzen:
Das Studium kann er nicht weiterführen, er wäre durch eine wichtige Prüfung gefallen und nun ist alles vorbei.
Jetzt ist mir klar, dass er mich (und sich auch) den ganzen Sommer belogen hat, auf unser aller Kosten gelebt hat, irgendwer von uns vieren gibt ihm immer etwas, weil die anderen das ja sowieso nicht mitkriegen, wir reden ja nicht miteinander und wenn dann siehe oben.
Meine Mutter sagte gestern zu mir das wahrhaft Ungeheuerliche: €Aber das habe ich Dir doch schon vor langer Zeit gesagt!€ Sie, die ihm heute noch am liebsten den H. abwischt!
Ich will aber weder meinen Eltern noch meinem geschiedenen Ehemann (er ist der Adoptivvater) die Schuld an der verkorksten Sucht geben, ich bin die Mutter, ich habe versagt. Ich habe es nicht geschafft, ihn auf ein Leben mit Problemen vorzubereiten. Ich habe es nicht geschafft, Ihm ein Vorbild zu sein. Ich wohne weit weg, bin inzwischen wieder verheiratet und glücklich, während mein Kind da so langsam aber sicher verwahrlost.
Ich fühle mich so einsam und ohnmächtig, ich weiß nun nicht mehr, was ich tun kann, mag auch mit meinem Mann nicht so recht reden, obwohl ich es könnte, weil seine Jungs so €prachtvoll geraten€ sind. Ich schäme mich also auch noch für mein Versagen.
Ich habe mehrere Hilfsangebote in meiner Nähe wahrgenommen, fühle aber, dass ich hier nicht aufgehoben bin, schließlich ist mein Sohn längst erwachsen.
Danke erstmal für´s Zuhören, Karla
Donnerstag, 8.Okt 2015, 18:58

Vedrfölnir Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Erstmal; Sie sind weder Schuld an dem ganzen; noch haben Sie in Ihrer Erziehung versagt.
Denn eines können/dürfen Sie nicht machen.
Ihren Sohn mit den anderen Söhnen ihres neuen Partners vergleichen; denn das ist wie das eigene Kind nichtig machen; dass es egal was es versucht nichts wert sei; denn das macht ihren Sohn wenn er es mitkriegt einfach nur noch mehr trauriger und ihm wird oder ist alles egal
Deswegen brauchen und sollen Sie sich nicht schämen; denn ab einem gewissen Alter; kann auch unter achtzehn oder über achtzehn sein ist Ihr Sohn selbst für sich verantwortlich.
Und meistens hilft nichts anderes als das eigene Kind loslassen und in das kalte Wasser fallen zu lassen; ganz genau wie in der Tierwelt.; wo Vögel ihren langsam flügge gewordenen Nachwuchs erstmal aus dem Nest stoßen um zu sehen wer fliegen kann und wer nicht; und er nicht fliegen kann oder sich nicht die Mühe macht wird gefressen oder endet tot bei einem Ameisehaufen.
Es klingt hart aber es ist so; das Leben besteht nicht nur aus einfachen Wegen.
Darum sollten Sie sich jetzt nicht verrückt machen lassen; das heisst er braucht zwar Unterstützung aber weder finanzielle noch materielle von Ihnen und Ihrer Mutter.
Er soll erfahren wie es ist; gar nichts zu bekommen ohne Leistung.
Und ihr Sohn soll am eigenen Leib spühren dass es so nicht weitergehen kann und auf längere Sicht bekommt er so oder so Probleme da er erwachsen ist und seine Rechnungen nicht zahlt/ oder bald nicht mehr bezahlen kann.
Darum finde ich; dass es ganz gut ist wenn der junge Mann so richtig in die Wand kracht; damit er endlich aufwacht und sich mal Gedanken machtüber sich; sein Leben ect...
--
Am besten wäre es so oder so; wenn Sie ihm den Vorschlag machen wenn er momentan sowieso keine beruflichen/ studien Verpflichtungen nachgeht; dass er sich für einen Monat eine Auszeit und einen kleinen nein nicht Urlaub nimmt sondern einfach eine ruhige Zeit.. dh. vier Wochen keine Technik(kein PC; kein Smartphone; nix); er in einer kleinen Hütte; am besten noch so eine wo er alles selbst machen muss; wenn er nicht erfrieren will Holzhacken ect...ja so Natur tut dem Menschen immer gut.
--
Und falls er das nicht machen will; tja dann müssen Sie ihn wohl oder übel in sein Unglück laufen lassen; Unerstützung aber würde ich an Ihrer Stelle keine mehr geben; soll er lernen sich selbst zu versorgen wie Wäsche waschen; Zimmer sauber halten etc...



“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Freitag, 9.Okt 2015, 11:12

karla Benutzer ist offline

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Natürlich haben Sie recht: der Vergleich des Einen mit dem Anderen ist eine ziemlich irreführende Sache und nicht schön.
Ich hatte einfach Angst, mit meinem Mann über das akute Problem mit meinem Sohn zu sprechen, weil ich befürchtet habe, dass er mich nicht versteht.
Aber weit gefehlt, wir haben gestern Abend lange, ausführlich, konstruktiv und liebevoll miteinander über die Mediensucht und den Anteil meiner kleinen übersichtlichen Familie daran gesprchen.
Solche Ideen, den jungen Mann mal ein Weilchen in die "Wildnis" zu schicken, sind toll, aber leider illusorisch. Ich habe keine Hütte im Irgendwo. Leider ist es tatsächlich so, dass wir Angehörigen (Mutter, Vater, Oma, Opa) nicht einig sind. Wir suchen maximal die Schuldfrage zu klären, ohne aber eine Lösung zu suchen. Jeder will der/die Gute oder Beste sein, als wäre mein Sohn 4 Jahre alt.
Ich habe eben versucht, mich mit seinem Vater zu verabreden, um gemeinsam als Eltern mit unserem Sohn zu reden, ihm z.B. zukünftig jede materielle Hilfe zu versagen, doch ich habe nur gehört, dass das sowieso keinen Zweck hätte.
Mein Sohn muß auf die Nase fallen. Und es fällt mir zwar schwer es zu sagen, aber es ist gut, daß er von der Uni geflogen ist. Wann er nun aber aufwacht und sich Hilfe holt, wer weiß?
Aber vielen Dank für die Antwort auf meinen Hilferuf!
Gruß Karla
Freitag, 9.Okt 2015, 11:41

Vedrfölnir Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Nein Sie müssen keine Hütte haben.
In Amsterdam gibt es eine Suchtklinik mit dem Namen "The Smith and Jones" oder ich kann ihnen auch ein paar gute Adressen hier in Deutschland geben; wenn sie möchten; denn so kann es nicht weitergehen.. vor allem wenn er schon tief gefallen ist und noch tiefer fällt und fällt..irgendwann kommt er nicht mehr heraus!


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
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Freitag, 9.Okt 2015, 16:35

karla Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 50
Mitglied seit: 25.02.2011
Danke für den Tipp. Eine Klinik in Holland kommt nur in Frage, wenn wir sie nicht privat zahlen müssen, weil wir das nicht können.
Karla
Samstag, 10.Okt 2015, 17:19

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 782
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo karla,
deine ohnehin schmerzliche und schwierige Situation mit deinem mehr als erwachsenen Sohn wird dadurch erschwert, dass er auch ohne deine Zustimmung von drei Seiten finanzielle Unterstützung bekommt, d.h. immer wieder aufgefangen wird, obwohl er längst auf die Nase hätte fallen müssen. Jegliche pekuniäre Hilfestellung wirkt suchtverlängernd und verhindert, dass der Betroffene in eine auswegslose Lage kommt, die ihn zu einer Veränderung seines Verhaltens zwingt. Offenbar hast du keine Chance, dies deiner zerstrittenen Familie klar zu machen. Für dich gibt es daher nur einen Weg: nimm dich aus dieser Situation heraus, bevor sie dich kaputt macht.
Dein Sohn ist alt genug, dass er die Verantwortung für sein Leben selbst übernehmen muss. Er hat euch jahrelang belogen, und zumindest du solltest aus dieser Tatsache die Konsequenzen ziehen und dich nicht weiter um "Rettung" bemühen. Er hat seine Chance gehabt, mehr als einmal, und irgendwann ist Schluss. Du bist Gott sei Dank wieder in einer glücklichen Beziehung aufgehoben und ich bin auch sehr froh, dass du endlich mit deinem Mann über diese Probleme gesprochen hast. Es wäre für euch nicht gut, wenn hier nicht offen und mutig miteinander kommuniziert wird, denn du brauchst den Halt und die Unterstützung deines neuen Partners in dieser schwierigen Zeit.
Schuldgefühle sind nichts, was dich weiter bringt. So trittst du nur auf der Stelle und marterst dich mit den immergleichen Gedanken, die niemanden weiter bringen. Sie lähmen dich und halten dich davon ab, nach produktiven Lösungswegen zu suchen. Schau nach vorn und nicht zurück. Das, was geschehen ist, kannst du nicht zurück nehmen. Auch du hattest in seinen Kinder- und Jugendjahren ein sicherlich nicht immer einfaches Leben mit all seinen Verstrickungen, die du meistern musstest. Wie kommst du auf den Gedanken, dass das, was passiert ist, allein dir anzulasten ist? Setze dich selbst dadurch nicht sinnlos unter Druck, sondern wende dich dem zu, was vor dir liegt. Deinem Sohn solltest du mitteilen, dass du dich aus dem Ganzen jetzt heraus nimmst, weil du ihm zumutest (und dadurch zutraust !! ), dass er sein Leben eigenständig in die Hände nimmt. Er sollte wissen, dass du ihn fest in deinem Herzen hast, dass du aber nicht länger ertragen kannst und willst, dass er sein Leben "verspielt".
Ich wünsche dir ganz viel Kraft zum nach vorne Schauen und Loslassen.
Herzlichst, Merle
Montag, 12.Okt 2015, 11:42

karla Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 50
Mitglied seit: 25.02.2011
Liebe Merle!

Danke für diese aufbauenden Worte.
Ich merke ja, dass ich schon ziemlich kaputt bin und weiß auch, wo die Gründe dafür zu suchen sind. Die Lösung kann tatsächlich nur sein, dass ich mich völlig aus der Situation herausnehme. Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Nicht mal von einem Lebenspartner lässt man sich einfach so scheiden.
Es tut so wahnsinnig weh, sich von seinem Kind, ganz egal wie alt es ist, zu distanzieren und gleichzeitig auch die Verbindung zu den Eltern abzubrechen. Auch hier bin ich ja zu der schmerzhaften Erkenntnis gekommen, dass Probleme nicht angeschaut werden sollen und wenn, dann eher ich das Problem bin, als z.B. die Sucht.
Ja, dieser Abschied ist schwer und bringt mich auch in einen weiteren Gewissenskonflikt, weil meine Eltern schon ziemlich alt sind und von mir, als einzigem Kind, weitaus mehr erwarten, als ich zu geben bereit bin.

Gern würde ich mich mit anderen darüber austauschen!

Ja, Du hast Recht, ich habe das Glück, einen wunderbaren Partner zu haben, den ich vor einem Jahr geheiratet habe. Hier ist so viel Lebensfreude zu spüren, davon können wir ganz viel abgeben. Der Gedanke, dass meine Familie davon wohl nichts abhaben will, ist auch schmerzlich aber eine interessante Einsicht.

karla

Mittwoch, 14.Okt 2015, 11:26

webCARE Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 18
Mitglied seit: 11.05.2015
virtuelle Selbsthilfegruppe für Angehörige
Liebe karla,

eine heftige Situation, die ich in ähnlicher Form schon zig mal gehört/ gelesen habe. Das ist auch mit ein Grund warum ich mich auf die Projektleitung von webC@RE beworben habe.

Du erwähnst den Willen und die Bereitschaft zum Austausch und genau das ist die Motivation hinter webC@RE, den Austausch anzuregen.

Wenn du Lust hast, wir haben am 28.10. um 19.30 Uhr unser nächstes Treffen der Elterngruppe. Es befinden sich also alle in einer ähnlichen Situation.
Das Treffen findet in Skype statt, ein Account ist also Voraussetzung. Letztes Mal haben wir geschrieben, es wurde aber auch der Wunsch geäußert auf die Sprachform zu wechseln, heißt ein Headset wäre in diesem Fall auch nötig.

Würde mich sehr freuen, dich bei webC@RE begrüßen zu dürfen. Falls noch Fragen auftauchen, schreib mich gerne an.

Viele Grüße

Patrick Durner
Projektleiter webC@RE
Mittwoch, 14.Okt 2015, 16:29

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 782
Mitglied seit: 12.06.2009
Liebe karla,
ich kann gut verstehen, dass es dir schwer fällt, dich aus diesem "Spiel" heraus zu nehmen, aber einer muss den Anfang machen, klare Stellung zu beziehen, sonst kommt niemand mehr aus diesem Teufelskreis heraus. Das Ganze heißt ja nicht, dass du den Kontakt zu deinen Eltern abbrechen musst. Deiner töchterlichen Fürsorgepflicht kannst du ja weiterhin nachkommen, dich nur auf keinerlei Diskussionen, die Situation deines Sohnes anbetreffend, mehr einlassen. Hier solltest du klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass du zu diesem Thema keine Gespräche mehr wünschst. Du hast deinen Standpunkt dazu gefunden und wirst dir keine Schuldzuweisungen oder anderes mehr zumuten. Basta. Wenn deine Eltern es nicht schaffen, dies zu respektieren, solltest du dich allerdings zurück ziehen. Es tut dir nicht gut, dich all dem weiter auszusetzen.
Tanke Kraft bei deinem neuen Lebenspartner und richte den Blick nach vorne.
LG Merle
Donnerstag, 15.Okt 2015, 21:55

Vedrfölnir Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Da gebe ich der guten merle meine ganze Zustimmung.
Du kannst nichts für ihn tun; ausser paar Tipps die wir dir gegebenhaben auf einen Zettel und es ihm das nächste Mal mitzugeben; mehr nicht.
Denn wenn er sich schon nichts vorschreiben läst wird er so oder so sehen wie es in paar Jahren um ihm bestellt sein wird.
Dir und deinem neuen Leben viel Glück und lass dich nicht von deinem Sohn kaputt machen.
"Denn um wirklich zu erkennen welchen wert wir haben; wohin wir gehen; was wir erreicht haben; welche menschen wir berührt haben; müssen wir erst uns selbst unseren eigenen Dämonen ausetzen um zu verstehen was das Leben von uns will"(eigenes. Zitat)


“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
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Freitag, 16.Okt 2015, 07:46

karla Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 25.02.2011
Vielen Dank Euch Allen und erstmal ein schönes Wochenende!
Ich werde den Regen an der Ostsee geniessen, ein Kurzurlaub!
Eure karla
Donnerstag, 19.Nov 2015, 19:04

karla Benutzer ist offline

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kurze Bemerkung zu folgendem Text: Ich habe das so fast wörtlich gestern in der virtuellen SHG mit webcare geschrieben.
Der Text und die Antworten sind nicht vollständig!


Karla:
Ich hatte gestern ein fürchterliches Erlebnis am Telefon.

Dem geht ein Kurzbesuch meiner Mutter voraus, bei dem sie mir von meinem Sohn ausrichtete, dass er sich sobald er wieder einen Job hat, bei mir melden würde.
Und das war gestern der Fall. Bei diesem kurzen Anruf hat er mich ziemlich abgefertigt und keine weiteren Erklärungen zum Job (auf See)gemacht, nur dass es am Freitag losgeht und mich nicht zu interessieren hat, welche Reederei und welches Schiff usw. und überhaupt hätte ich mein Versprechen, mich um seine Oma ( meine Mutter) zu kümmern nicht gehalten, tschüß und aufgelegt.

Nun hatte ich unabhängig davon vor, kommenden Montag zu ihm zu fahren.
Ich habe ohne ihn zu informieren (er geht nie ans Tel)., einen Termin bei der örtlichen Suchtberatung gemacht, für ihn oder mich, wie es kommt. Ich habe einen alten Freund ins Boot geholt, der meinen Sohn von klein an kennt und selber Suchterfahrung hat. Er gab mir den Tipp, gleich ein paar Infos zu Kliniken und Therapie"stätten" mitzunehmen, also gut vorbereitet zu ihm zu fahren.
Nun fährt er selber weg.
Also habe ich meinen Plan umwerfen müssen und wollte heute hin.
.......
Ich habe aber doch noch mal versucht ihn vorher anzurufen und er ging tatsächlich ran. Nach kurzem, sehr aggressivem Gespräch, schrie er, brüllte, war rasend, warf das Handy weg und tobte durch seine Wohnung. Irgendwann kam er zurück und wir haben noch etwas gesprochen, nun fast normal, na eher weinerlich.

Er sagte: er will nur noch weg hier, weg, weg, weg und Geld verdienen und ein schönes Leben führen,
Das klang sehr verzweifelt, jedenfalls interpretiere ich das so.
......
antwort: könnte das vielleicht auch der Arschtritt sein, den er gebraucht hat, um sich tatsächlich aufzuraffen?

Karla: Ja, hoffentlich, nur nimmt er alles mit aufs Schiff. Jetzt fährt er wieder ein paar Monate zur See, ohne Onlinespiele und dann?
....

Ich habe ihm dann gesagt, dass ich ihm nichts sehnlicher Wünsche, als ein schönes Leben, und das auch noch ein paar mal wiederholt.
Das Gespräch war dann noch nicht zu Ende, aber recht bald.

_______________________________________________

Ca. eine halbe Stunde nach der Skype- Unterhaltung der SHG hatte ich das Bedürfnis, noch einmal meinen Sohn anzurufen. Er ging wieder ans Telefon, fragte freundlich: " na was gibt es denn noch?" und ich konnte ihm sagen, dass ich mich sehr freue, dass es mit dem Job geklappt hat und ich ihm wünsche, dass er den Kopf erstmal frei bekommt und dass ich ihn liebe.

Ich hoffe, der Text bringt jetzt kein großes Durcheinander!




Sonntag, 22.Nov 2015, 21:43

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
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Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo karla,

ich freue mich sehr, dass du dich wieder gemeldet hast. Versuche nun, wirklich los zu lassen und ganz tief innen drin darauf zu vertrauen, dass dein Sohn das für ihn Richtige tut. Sein Bedürfnis, einfach nur weg, weg, weg zu gehen, kann ja durchaus so verstanden werden, dass er eine tiefe Sehnsucht danach hat, aus dieser auswegslosen Situation und diesem unendlichen Teufelskreis der Abhängigkeit endlich heraus zu finden.

Wir haben schon die aberwitzigsten Geschichten gehört, auf welche Weise Betroffene versucht haben, ihre Sucht los zu werden. Eine Mutter erzählte uns, dass ihr Sohn nach heftigsten Aggressionsausbrüchen ihr gegenüber ihren Autoschlüssel geschnappt hat, mit seinem Laptop in der Tasche los gebraust ist, das Auto in Holland abgestellt hat, mit der Fähre nach England gefahren ist, dort seinen Laptop einem irischen Pfarrer verkauft hat, um danach mit leeren Händen wieder nach Hause zurück zu kehren. Hier war wohl auch der große Wunsch vorhanden, dieses elendige Teil, diesen Verursacher der Sucht, so weit weg, weg, weg wie möglich zu wissen.....

Stärke dich mit dem Gedanke, dass du deinem Sohn die besten Worte auf seine Reise mitgegeben hast, die er bekommen konnte: Du hast ihm gesagt, dass du ihn liebst. Dass du dich darüber freust, dass es mit seinem Job geklappt hat, war auch so etwas wie eine "Absolution". Damit gibst du ihn als Mutter frei. Jetzt ist es bei ihm, die neue Lebenssituation für sich zu nutzen und das für ihn Beste daraus zu machen. Denke nicht an das Danach, denn sonst trübst du die guten Kräfte, die ihn jetzt begleiten sollen, ein. Das Einzige, was jetzt hilft, ist Vertrauen. "Gute Gedanken sind wie Engel, die wir aussenden, um das Erwünschte herbei zu führen". Dies soll dich leiten, damit du ganz ruhig und gelassen auf dein Leben und deine Partnerschaft schauen kannst und deinen Sohn in seines ziehen lässt.

Ich freue mich darauf, Weiteres von dir zu erfahren, immer wenn dir danach ist.

LG Merle
Montag, 23.Nov 2015, 11:49

karla Benutzer ist offline

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Re
Danke, liebe Merle, für Deine immer wieder ermunternden und viel Kraft spendenden Worte!
LG Karla
Mittwoch, 13.Jan 2016, 20:28

der_dau Benutzer ist offline

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hallo Karla,

mich würde interessieren wie es den nun aktuell um dich steht?

Bist du mit deiner Familie im Streit, weil dein Sohn 100.Lügen erzählt hat und die ihn (auch in der Sucht), unterstützt haben?
Hat sich dein Sohn gemeldet?
Gibt es was neues?

es hilft ja sich den Frust wegzuschreiben.
gruß



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