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        Die Welt hat mich wieder :)

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Dienstag, 10.Nov 2015, 22:48

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
90 Tage Abstinent
Hallo Forum, Betroffene und Angehörige,

Ich bin Marco, 21, Student und war 5 Jahre Spielsüchtig.
Ich habe eine Entwöhnungstherapie gemacht, mit dem Rauchen aufgehört, meine Antidepressiva abgesetzt, 10kg zugenommen(und wieder einen normalen BMI bekommen), meine „ngste überwunden und bin einen Halbmarathon gelaufen.

Vor der Therapie habe ich hier heimlich gelesen und mir vorgestellt auch mal einen Aussteigerbeitrag zu schreiben.

Ich möchte hier meine Geschichte erzählen um Aufklärung zu schaffen und Betroffene zu animieren.

Ich habe in den schlimmsten Zeiten einen BMI von 17 gehabt, 15 Stunden am Tag gespielt und dabei 30 Zigaretten geraucht.
Ich hatte Angst dass andere über meine Sucht und vor meinen „ngsten bescheid wussten.
Diese „ngste waren das schlimmste was mir je passiert ist, den sie wurden immer stärker und umfangreicher.
Kurz vor Beginn meiner Therapie konnte ich nicht einmal mehr in die Uni fahren, alleine Einkaufen, mein Zimmer aufräumen, mit anderen Menschen reden oder eine Aufgabe/Tätigkeit abschließen.
Im Umgang mit dem anderen Geschlecht tat ich mir dementsprechend schwer, genauso wie mit Hygiene.
Falls ich mich einmal doch überwunden hatte etwas zu unternehmen dann hatte ich es frühzeitig abgebrochen, teils wegen den Angstzuständen teils um wieder Spielen zu können.
Ich habe sehr lange gebraucht um dies zu verstehen und für mich zu akzeptieren.


Wie kann man sich das vorstellen? Worum geht es in der Sucht? Was macht Sie mit einem? Wer wird süchtig und warum kann man es nicht lassen?

Ich kann und darf dass nur aus meiner Sicht beantworten:
Stellt euch einen gut aussehenden intelligenten 15 jährigen vor, der stets gute Noten hatte und erfolgreich im Sport war.
Lasst ihn ein paar schlechte Erfahrungen z.B. einen Korb, eine Schlägerei, generell eine Reihe Misserfolge erleben und gebt ihm einen Computer mit vielen tollen Spielen bei denen er seinen Frust rauslassen kann.

Die Folge ist: dieser Teenager wird nicht lernen richtig mit seinen Gefühlen umzugehen und sich mit Spielen ablenken(was kurzfristig ja auch toll ist).
Und da dieser 15 jährige nicht dumm ist, kann er das noch jahrelang so machen, er koppelt sich ab, redet sich ein dass die Welt grausam und gemein ist und lügt und betrügt wo er nur kann um spielen zu können.
6 Jahre später hat er Angstzustände, Depressionen, Selbstzweifel, starken Tabakkonsum, ist schüchtern und bekommt überhaupt nichts mehr hin, weder regelmäßig essen, schlafen, trinken, Zähne putzen oder Rechnungen bezahlen.

Wenn sich jemand hierin wiederfindet (oder einen Angehörigen) dann kommt einem der Gedanke hoch:
Wie kommt man da raus?
Dafür gibt's keine Anleitung sondern nur eine Richtung (meine Sicht) : PainPain PainPain der Leidensdruck muss groß genug sein, den nur dann traut sich der Süchtige aus seinem Schneckenhaus.
Mein Rat ist, nicht rumeiern und nix anbrennen lassen.
Din Sucht findet immer wieder neue Ausreden.
Gleich zur Suchtberatungsstelle gehen(sofern was positives vom Betroffenen kommt), alles andere ist sinnlos!
Keine Angst vor einer stationären Therapie.

Es kann jeden treffen genau wie beim Alkohol und anderen Süchten.
Durch viele Gespräche mit anderen Suchtkranken erkannte ich(für mich) dass die Unterschiede doch geringer sind als aussenstehende meinen.

Ich kann heute selbst kaum fassen das ich in diese Sucht hineingeraten bin und noch weniger kann ich glauben das ich nun Abstinent bin und keine Angstzustände mehr habe und nicht mehr grübel.

Ich habe wieder ein Leben und dass schönste: Ich habe festgestellt das ich auch anders kann.
Ich kann mit Mädchen reden, locker auf fremde zugehen, habe wieder einen freien Kopf für mein Studium und mich mit meinen Eltern vertragen.
Aber ich will auch nicht überheblich werden, den ich weiß dass ich alldas was ich mir so schmerzhaft erkämpft habe innerhalb eines Augenblickes wieder zunichte machen kann.

All das Leid, die Scham und unerfüllten Träume für was?

Sucht schläft nie.

Viele Grüße

Marco

PS: Ihr dürft gerne Frage stellen wen ihr etwas wissen möchtet.
Mittwoch, 11.Nov 2015, 12:32

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Marco,

das, was du uns berichtest, ist äußerst beeindruckend. Selten wurden die Zusammenhänge, die in eine solche Situation führen, hier so klar und eindringlich geschildert. Ich hoffe, dass möglichst viele Betroffene und Angehörige deine Zeilen lesen. Hier wird einmal mehr deutlich, wie wichtig der Leidensdruck ist, um endlich zu erkennen, dass eine Veränderung unumgänglich ist. Auch was du "Schalkeline" geantwortet hast, ist für die verzweifelten Familien ein wichtiger Hinweis. Ich habe es hier herüber kopiert, damit wir alles kompakt beisammen haben:

"Nur wenn sie leiden kann man ihnen helfen.
Was nicht heißt das du ihn schlagen sollst, der Schmerz muss von innen kommen.
Der Betroffene muss meistens scheitern. Es darf (fast, bzw. scheinbar) nichts mehr geben was ihn glauben lässt so weiter machen zu können.

Bei mir war der entscheidende Punkt das mir gesagt wurde das ich ein erbärmliches einsames Leben führe, keine Freunde habe, mein Studium nicht schaffen werde, ein Süchtiges Ar****.... bin, und bald rausgeworfen werde.
Ich wurde damit so dermaßen mit der Wahrheit konfrontiert das ich nicht mehr ausweichen konnte.
Für so eine Konfrontation muss man sich natürlich vorbereiten und man darf sie auch nicht alleine durchführen."


Wohl dem, der einen Menschen hat, der den Mut aufbringt, diese entscheidenden, schonungslos offenen Worte auszusprechen.

Ich würde mich freuen, wenn du dich hier im Forum aktiv beteiligst. Du hast so viel über deine eigene Sucht erfahren, dass es von unschätzbarem Wert ist, diese Erkenntnisse an andere weiter zu geben.

Sei herzlichst gegrüßt
von Merle
Mittwoch, 11.Nov 2015, 14:01

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Danke merle.

Die Erkenntnis das man Mediensüchtig werden kann und man selbst betroffen ist, ist der erste Punkt um sich zu ändern.

Süchtige haben sowieso in unserer Gesellschaft einen Ruf als charakterschwach und wenn dann noch das Suchtmittel nicht Stoffgebunden sondern nur reine Kopfsache ist und man evtl. noch andere Probleme wie Depressionen, usw. hat ist es sehr schwer sich zu öffnen.
Das die Mediensucht bisher noch nicht einmal eine anerkannte psychische Krankheit ist und auch nicht als Sucht offiziell bezeichnet wird ist eine Schweinerei.
Seit Jahren gibt es Hinweise darauf!
Wie soll den die Gesellschaft darüber aufgeklärt werden, wie soll sie es als Sucht und damit als Gefahr anerkennen wenn dass noch nicht einmal die Wissenschaft kann?

Das ist für jegliche Prävention kontraproduktiv.

Behandelt wird Sie jedenfalls als eine solche. Ich habe die gleiche Behandlung bekommen wie andere Suchtkranke, ausser einer Entgiftung.

Das ist zum Beispiel ein Punkt der mich jetzt auch in meiner Abstinenz extrem beschäftigt.
Die Gefahr das man milde belächelt wird ist eben da und beruht einfach nur auf Unwissenheit.


Das alles schürt nur mehr Angst und verhindert das sich Betroffene Hilfe suchen und diese auch annehmen können.
Damit entstehen für Suchtkranke nur schlechte Gedanken, z.B. es gibt gar keine Mediensucht.


Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen: ich hab 30 Zigaretten am Tag geraucht und bis jetzt ist mein Verlangen vom Nikotin zu Computerspielen nicht zu vergleichen. Die Gefahr Rückfällig zu werden ist groß, dass liegt vor allem an der Verfügbarkeit.

Grüßle
Freitag, 13.Nov 2015, 18:15

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Marco,

ja, da kann ich dir nur Recht geben. Trotzdem hat sich das Problembewusstsein Gott sei Dank in den letzten Jahren erheblich verbessert. Als wir vor etwas mehr als acht Jahren als betroffene Eltern nach Hilfe Ausschau hielten, gab es so gut wie KEINE Anlaufstelle für dieses Problem. Wir fühlten uns allein auf weiter Flur. Wie froh wären wir gewesen, wenn es damals so etwas wie diese Internetseite mit ihrem Forum gegeben hätte....

Mittlerweile kann niemand es mehr verantworten, diese Problematik vollkommen zu leugnen, auch wenn sie in ihrer Gesamtheit immer noch viel zu sehr verharmlost wird und das Zauberwort der Medienkompetenz in den besorgten Köpfen der Eltern fest sitzt. Die Lobby der Spieleindustrie ist einfach zu groß und zu milliardenschwer. Sie schafft es, uns gebetsmühlenartig zu suggerieren, dass unsere Kinder den Anschluss an die Zukunft verpassen, wenn sie nicht mit drei Jahren ihre erste App programmieren können. Wer traut sich denn an diesem Punkt noch, gegen den Strom zu schwimmen und sein gesundes Bauchgefühl entscheiden zu lassen, dass es zur gesunden Entwicklung gehört, auf Bäume zu klettern, im Matsch zu buddeln und das Leben real zu entdecken? Diejenigen, die den Mut dazu haben, ihre Kinder so spät wie möglich an elektronische Medien heran zu führen, weil sie die Welt erst einmal in ihrem ganzen Umfang mit allen Sinnen be-greifen sollen, laufen Gefahr, als rückständig belächelt zu werden.

Umso wichtiger ist, dass wir alle, die wir mit dem Thema Mediensucht zu tun haben oder hatten, damit nach draußen gehen und uns zu Wort melden.

LG Merle
Montag, 28.Dez 2015, 12:03

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
148 Tage Abstinent, 126 Tage Nichtraucher
Hallo Forum, hallo anonyme Leser,

Nachdem so Zeit vergangen ist, will ich einfach mal wieder schreiben wie es mir den ergangen ist.
Wie lebt es sich so ohne Pcspiele, wie halte ich das durch, ist es schlimm, was macht mein sozial Leben?

Es lebt sich wirklich normal.
Und das soll keineswegs negativ klingen. Ich bin jetzt ausgezogen, habe einen Job und lerne regelmäßig für mein Studium.
Der Wahnsinn, ich hätte das niemals für möglich gehalten. Umso schöner wenn man sich das dann wieder ins Gedächtnis ruft.

Meine Stimmungsschwankungen sind total geglättet, ich würde mich als ausgeglichen beschreiben (In der Reha und danach war das keineswegs so).

Wie halte ich das durch?
Nun ganz einfach: Ich habe Fernseher, Tablet, Pc, Laptop, Smartphone zuhause gelassen. Ich habe ein Windowsphone das mich überhaupt nicht triggert.
Das sind im übrigen strengere Regeln als mir eigentlich vom Therapeuten aufgebrummt wurden. Aber wer weiß besser was gut für mich ist als ich selbst?

Hintergrund ist, dass ich als ich aus der Klinik kam mein Tablet hatte und statts zu zocken meine Zeit mit dem schauen von Filmen verbrachte. Als ich mir dessen bewusst wurde wie sehr ich schon wieder hier drinn hänge... ohje
Zum Glück konnte ich mich überwinden und gab mein Tablet ab.

Sicherlich fragt ihr euch, das man doch einen Pc braucht um zu arbeiten usw. Das kann ich ja alles im Pc Raum in der Uni machen.
Ausserdem lernt man viele hilflose BWL-Studentinnen im Druckerraum kennen,die mit dem Papierstau völlig überfordert sind

Schlimm ist es nicht mehr. Ich gewöhne mich an dieses Leben und sehe immer mehr Dinge, erlebe mehr und habe auch mehr Selbstvertrauen.
Ich kann total offen mit fremden Leuten reden, mache viel Sport(vor allem mit stud. Gruppen).

Sogar richtige Kochversuche habe ich gestartet

Das ich mal ein Verlangen nach Spielen oder Zigaretten habe, kommt vor, wird aber immer seltener. Doese Gedanken sind auch spät. nach 1min wieder weg.
Wichtig ist eben sich dessen ab und zu bewusst zu mache wie gut es einem dem geht und natürlich das die Sucht nicht schläft.

Da ich viel offener glücklicher und Selbstbewusster bin fällt es mir viel leichter Kontakte aufzubauen oder wiederzubeleben.

Alles in allem: Besser hätte ich es nicht machen können. Der Entschluss eine Therapie zu machen hat mein Leben und mich total verändert.

Grüßle
Dienstag, 29.Dez 2015, 17:09

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo der_dau,

das ist einfach großartig, was du da berichtest. Und es macht Mut, so viel Mut. Es lässt erkennen, dass derjenige, der nicht nachlässt, über das Gewesene zu reflektieren und daraus immer wieder seine klaren Konsequenzen zu ziehen, erfolgreich seinen Weg OHNE gehen kann. 148 (bzw. 126) Tage abstinent - eine wahnsinnig lange Zeit. Glückwunsch, Glückwunsch, Glückwunsch!! Ich stelle mir immer vor, dass ein noch zögernder Ausstiegswilliger dies liest und sich dadurch entschließt, nun auch diesen Schritt zu wagen..... So hilfst du wahrscheinlich einigen Menschen, genauso mutig und entschlossen zu handeln wie du.

Komm gut ins neue Jahr, ins weiterhin suchtfreie, befreite und befreiende.

LG Merle
Mittwoch, 13.Jan 2016, 20:48

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
155 Tage ohne Zocken, 143 ohne Zigaretten
Hallo =)

ich muss mein letzten Bericht verbessern, damals waren es 138 und nicht 148 Tage.

Danke dir Merle, du bist das Herz dieser Website. Wirklich dass muss mal gesagt sein, ich kenne niemand der
so tolle Worte findet und damit völlig Fremden Mut Hoffnung und ein Lächeln schenkt.

Und jetzt zu meinem Tagebuch:

Wenn ich so in mich hineinhorche stelle ich fest, dass ich mich in den letzten 2 Wochen hängen habe lassen.
Ich hab aufgehört Joggen zu gehen, aufgehört frisch zu kochen, kann mich nur noch schwer motivieren in die Uni zu gehen(obwohl ich daneben wohne).
Ich erwische mich ab und zu auch wieder beim Grübeln... ich erschreck dann immer und denke mir, ohje nicht das schon wieder
Kann zum teil auch an den bevorstehenden Prüfungen liegen...
Nur muss ich mir keine Sorgen machen, ich bin sehr gut vorbereitet.

Mir kommt es eher wie eine sich anbahnende Depression vor...
Ich muss unbedingt wieder mehr nach draußen. Die Wände streichen, einen Teppich kaufen...Poster aufhängen... Kochkurs machen

Was mir wirklich gut tut ist hier im Forum meinen Senf dazuzugeben. Da hat man das Gefühl dass man helfen kann.

Ich wollte nur mal schreiben, dass nicht alles immer top ist. Mir geht es gerade einfach nicht gut.
Aber ich zuversichtlich das zubschaffen. Wenn ich mir nur vorstelle das ich früher auch nur beim kleinsten Problem den Pc angemacht hab um alles zu unterdrücken/vergessen/kompensieren....

gruß Der_Dümmste Anzunehmende User
Freitag, 15.Jan 2016, 11:34

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo,

ich denke, dass du dir keine Sorgen zu machen brauchst, weil du seit zwei Wochen etwas durchhängst. Der Weg nach oben verläuft nach meiner Beobachtung nie stringent und in einer Linie, sondern gleicht eher einer Spirale, die sich nach oben schraubt. So liegt es in der Natur der Sache, dass diese Kurve dich auch immer wieder nach unten treibt. Auf diese Weise kannst du wenigstens nie verlernen, es zu bemerken, wenn es abwärts geht, und rechtzeitig dein Frühwarnsystem anzuschmeißen. Warum gleich an eine Depression denken? Du bist momentan nicht gut drauf, das ist alles. Mach dir einen Plan, was du unbedingt als Pflichtprogramm wieder in deinen Tagesablauf mit hinein nehmen willst (wie du ja selbst schon gesagt hast: joggen, kochen, spazierengehen etc.), mach dir mit irgendetwas eine Freude und verschöner dein Wohnen. Dann wird sich der Nebel lichten und das Grau wird verschwinden. So einfach ist das, oder? Du bist so weit und du hast so viel verstanden, was auch aus deinem hervorragend klugen und klaren Engagement hier in unserem Forum hervorgeht. Ich habe keine Angst um dich.

Vielen Dank für deine anerkennenden Worte. Ich hatte richtig einen warmen Kloß im Hals, so sehr habe ich mich darüber gefreut.

Gleich heute gehst du einen der Punkte an - versprochen?

Herzlichst, Merle
Mittwoch, 3.Feb 2016, 18:49

karla Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 50
Mitglied seit: 25.02.2011
Hallo der_dau!

Ich habe heute von Dir gelesen und mich, ehrlich gesagt, darüber gefreut.
Wie geht es Dir denn inzwischen?

Liebe Grüße, k.

Mittwoch, 3.Feb 2016, 20:54

der_dau Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 10.11.2015
In 6 Tagen 1/2 Jahr :)
Hallo freut mich das ihr mir schreibt.

Ja mir gehts ganz dufte. Ich bin im Moment im Prüfungsstress. Noch 2 Tage und dann hab ichs gepackt :P
Achtung jetzt wirds prollig: ich hab bis jetzt alle Prüfungen mit besser 2,0 bestanden. Ich hab zwar noch nicht alle Ergebnisse aber eben überall 1,0-Gefühl.
Ich hab nur eben verdammt viel Stress weil ich nicht früh genug angefangen habe mit lernen.

Wenn ich das so lese kann ichs grade selber nicht glauben das ich das mal so eben geschafft hab. Ich erkenn immer mehr Talente und Eigenschaften an mir, dass liegt vermutlich daran das ich mich doch recht intensiv mit meiner Entwicklung auseinander setze.
Aber es ist schön nach jahrelangen Aufschieben/nicht Erledigen von Aufgaben oder mangelhaften Ergebnissen jetzt wirklich an der Uni zu rocken

Da merkt man überhaupt erstmal zu was man in der Lage ist und das schöne ist, dass ich noch weit weg von meiner Grenze bin(krasser scheiß).

Das beste in den letzten Wochen war wohl ein Video übers Frauen ansprechen. In 20 Minuten hat dieser Youtuber/Flirtcoach mein komplettes Frauenbild über Kopf geworfen. Ich lerne jetzt jede Woche 2 bis 3 Mädels kennen, ohne überhaupt groß etwas zu machen.
Ich bin regelrecht erleuchtet worden, im Bezug auf meine Attraktivität Frauen gegenüber. Ich dachte immer ich sei unattraktiv und Frauen stehn nur auf Arschlöcher usw. was gibts da noch zu sagen: Danke,dass es solche Videos/Menschen gibt.
Dazu muss man sagen das die meisten"flirtcoaches" einfach nur irgendwelche vorgehensweisen vorstellen mit denen man falsches Selbstbewusstsein vorspielt.
Es gibt aber auch wirklich tolle Videos die sehr umfangreich jemanden an das Thema heranführen und tolle tipps geben.

Ich hab mich ehrlich gesagt sogar mehr mit dem Ansprechen von Frauen beschäftigt als mit dem Lernstoff .

Ich denke ich gewöhne mir mal an mir ein paar Dinge vorzunehmen und diese dann unter meinen Post zu schreiben: Quasi Wochenziele.

Also dann ist mein Wochenziel(können auch mehrere Wochen sein):

Frauen ansprechen, 1 Apfel am Tag essen, mindestens 2 mal in der Woche Sport zu machen, das Geschirr nicht bis zum nächsten Tag liegen lassen.


so mal schauen was davon ich umsetzen kann oder ob ich mich da übernehme

gruß der dau
Montag, 15.Feb 2016, 13:10

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo der_dau,

großartig, was du da von dir berichtest. Ich merke gerade, dass ich wie ein Honigkuchenpferd strahle beim noch einmal lesen deiner Zeilen. Ich freu mich so darüber!!!!
Wie sind die letzten Prüfungen gelaufen? Hast du schon Ergebnisse - prollige protzige wunderbare und beeindruckende? Schreib uns, ob du die 1,0 und 2,0 Marken geschafft hast, damit wir dir auf die Schulter klopfen können.
Hast du dein "Wochenpensum" erfolgreich erfüllt? Das ist doch wirklich eine wunderschöne to-do-Liste, die du dir da aufgestellt hast Auf dass sie viele Nachahmer findet.

LG Merle

Ach ja, noch heißeste Glückwünsche zum 1/2 Jahr. Nun bist du bereits unterwegs zur zweiten Hälfte, die sicherlich genau so wunderbar wird wie die erste.


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