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        15 jähriger mit Asperger und Computersucht

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Sonntag, 6.Dez 2015, 11:40

Asariana Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 06.12.2015
Hallo Leidensgenossinnen,

ich habe gerade eure Beiträge gelesen und vermute, dass unser Problem etwas schwieriger ist.

Mein Sohn ist 15 und hat Asperger Autismus. Hinzu kommt, dass er eine Computersucht entwickelt hat. Es ist so wie ihr es auch kennt: Fast jede freie MInute am PC, vernachlässigt sich, putzt sein einiger Zeit nichtmal mehr die Zähne, bewegt sich kaum (hat daher schon Rückenschmerzen), keine sozialen KOntakte (nur am PC), wird aggressiv, wenn man ihm W Lan ausmacht, wenn man den KOnsum reduzieren will wildes Geschrei u.s.w.

In der Schule gibt es nur noch Zensuren von 4 bis 6 (und dauernd hat er so ein "Fertigkeitsgefühl". Ich bezweifle, dass er (trotz Intelligenz) einen Abschluss schaffen wird. NICHTS interessiert ihn, keine Leute, seine Zukunft, Jegliches was mit Leben zu zu tun hat. Er lebt im Grunde garnicht mehr, er vegitiert und merkt es nichteinmal (er sagt, er hat keine Sucht, das ist halt sein Hobby).

Im Gegensatz zu euch schaffe ich es nicht, ihm das Teil wegzunehmen, W Lan auszuschalten etc. ER stellt sich einfach davor und hält mich fest und er ist größer und stärker. Der "MANN im Haus, Vater genannt" hat das noch nie als seine Aufgabe betracht da erziehend einzugreifen und jetzt ist er ganz ausgezogen. Ich habe also keinerlei Hilfe.

Die Autismusambulanz hat gerade die Therapie abgebrochen weil kein Fortschritt.

Da jetzt wohl die letzte Gelegenheit ist das Ruder nochmal rumzureißen (bevor er 18 ist) bin ich auf der Suche nach einer stationären Therapie.

Hat jemand von euch damit Erfahrungen?

Asariana
Sonntag, 6.Dez 2015, 13:56

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Hallo Asariana,

die Symptome und Verhaltebsweisen von deinem Sohn stimmten genau mit mir überein.
Ich habe zwar kein Asperger, habe aber über Jahre hinweg 6 bis 16 Stunden vor dem Pc verbracht und dennoch Abi ubd Ausbildung gut abgeschlossen.

Bei mir hat sich eine Sucht entwickelt und mir hat nur eine stationäre Therapie geholfen.
Ich war in der Salus Klinik in Lindow, die ich dir auch ans Herz lege.

Wenn er allerdings eine stationäre Therapie machen soll musst du ihn schon dazubringen diese selbst einzuleiten.
Solange er seinen ganzen Frust mit den Spielen kompensieren kann wird er nichts ändern.
Ihm den Pc wegnehmen bringt nichts.

Der Leidensdruck muss groß genug sein.

Du musst ihn konfrontieren was er für eine arme einsame Seele ist.Sag es ihm ohne Mitleid und gerade aus.
Immer wieder und wieder und lass ihn dabei spielen.

Und nach 1h kannst du dann wieder in sein Zimmer gehen und ihm deine Entäuschung erläutern.
Du kannst ihm sein Scheitern prophezeien und und und.

Das wäre zum Beispiel eine gute vorgehensweise um ihm das Leben zur Hölle zu machen.

Es ist auch wichtig das der Leidensdruck groß genug ist ubd dass er freiwillig die Therapie macht.
Ansonsten wird sie wohl kaum langfristig zum Ziel führen.

Ich hoffe ich konnte dir helfen.
Donnerstag, 10.Dez 2015, 10:52

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Asariana,

hier in unserem Forum findest du zahllose Beiträge, die genau das schildern, was du momentan durch machst. Mit der Zusatzproblematik Asperger kenne ich mich nicht aus und kann deshalb nicht umreißen, inwiefern sich die hilfreichen Ratschläge, die du hier im Forum finden kannst, bei deinem Sohn auch umsetzen lassen. Das kannst nur du entscheiden. Aber ich würde dir in jedem Fall empfehlen, die Spielzeiten deines Sohnes drastisch zu reduzieren. Dies kannst du nur erreichen, indem die Technik dir diesen Schritt quasi "abnimmt", d.h. dass du nicht einsam und allein auf die Einhaltung einer von dir ausgesprochenen Regel angewiesen bist, sondern der PC so eingestellt wird, dass er automatisch abschaltet und nichts mehr geht. Hast du in deinem Bekanntenkreis jemanden, der dir da fachmännisch behilflich sein kann und das entsprechende Knowhow hat? Wenn dein Sohn in der Schule ist, könntet ihr dann die erforderlichen Schritte unternehmen und ihn vor vollendete Tatsachen stellen. Es wäre allerdings gut, wenn du nicht allein bist, wenn du ihn mit den neuen Fakten konfrontierst. Du solltest beschützt sein, falls er massiv ausrastet, was auch eher zu erwarten ist. Je fester du zu diesem Schritt stehst und je klarer du diese Maßnahme vertrittst, desto eher wird er auch Ruhe geben. Er wird spüren, dass er keinen Verhandlungsspielraum mehr hat. Hol dir die Kraft zu dieser Klarheit aus unserem Forum.

Stärke dich auch dadurch, dass du dir folgenden Beitrag in seinem gesamten Entwicklungsverlauf ausführlich zu Gemüte führst: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/index.php?p=showtopic&toid=1076&high=Richard
Hier wird geschildert, wie es einer Familie gelungen ist, durch Konsequenz, Unbeirrbarkeit und klares Handeln dem Sohn aus seiner schwierigen Situation heraus zu helfen. Durch die drastische Reduzierung seiner Nutzungszeiten, die zu keiner Zeit mehr verhandelbar war, hatte er die Chance, wieder einen klaren Kopf zu bekommen und sich dem realen Leben wieder zuzuwenden. Jetzt hat er sogar eine Freundin gefunden und das Internet ist nicht mehr wirklich interessant. Noch vor einem Jahr hatte er all die Symptome gezeigt, die du von deinem Sohn schilderst. Vielleicht kannst du ja auch zu Pieter, der dies geschrieben hat, über PN Kontakt aufnehmen, um dich bezüglich der technischen Möglichkeiten beraten zu lassen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

Herzlichst, Merle
Sonntag, 3.Jan 2016, 21:40

Andrea1410 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Ratlos
Mein Sohn ist kein anerkanter Asperger obwohl er einige Punkte erfüllte die es ihm schwer machten und machen soziale Fähigkeiten zu entwickeln und Kontakte zu knüpfen und zu Pflegen.
Inteligent ist er und klever.
Auch aus dem Grund das er sehr schlechte Erfahrungen mit anderen Kindern gemacht und ich Angst um ihn hatte hab ich viel zu lange gezögert einen Riegel vor seine Spielerei im Internet zu schieben. Und jetzt spitzt sich alles immer mehr zu.
Er ist 16 und hat für nächsten Sommer eine Lehrstelle fest. So weit alles gut Aber er schläft nur noch am Tag! weil er sich kaum noch pflegte und alles hinter sich liegen ließ..Schmutzwäsche Geschier usw. kam es vor Silvester zum Streit. Internet zugang sperren interesierte ihn nicht er ist Technich so gut er trickst das schon. Da ich zwei Söhne 13/16 habe, alleinerziehend und voll berufstätig bin ist es ziemlich schwer die Kontrolle zu bewaren.
Es macht es auch nicht leichter das die Psychologen die ich zu Rate zogen und die Ihn vor Jahren schon ind der Tagesklinik hatten(nicht wegen des Spielens) mir den Tip gaben "Ihn doch mal in Ruhe zu lassen und an den Folgen seines Handels lernen zu lassen"wenn er keine sauberen Sachen mehr hat merkt er das schonn.Er hat sich vier Tage nicht gewasche was kümmern den saubere Klamotten.
In meiner Verzweiflung hab ich ihm den Kühlschrank abgeschlossen, mit Vorankündigung "gegessen wird nicht nach 20 Uhr" Das führte zu einem waren Drama in dessen Verlauf er mit Baked Beans um sich warf.
Jetzt bin ich drauf und dran mich morgen Krank schreiben zu lassen und zum Jugendamt zu gehen.. vielleicht ist es besser Ihn eine weile in ein Jugendwohnheim ziehe zu lassen.
Damit er lernt das es Regeln gibt!
Alternativ würde ich das Internet ganz sperren/ab melden einschlieslich Handy. Bis lang hab ich das vermieden auch weil beide das für die Schule brauchen. Aber ich weiß nicht wie ich das sonst in den Griff bekommen soll...
Für Eure Meinung wäre ich sehr Dankbar
Lg.Andrea
Montag, 4.Jan 2016, 13:06

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
eindeutige Anzeichen...
Hallo Andrea,

zunächst mal Hut ab das du es sogar in Erwägung ziehst ihn vorübergehend ins Jugendamt zu stecken...
Das hört sich allerdings auch ziemlich traurig an und ob du im entscheidenden Moment dann auch den Mut hast ist eine andere Sache...

Das mit dem Asperger verstehe ich nicht, Mensche mit Asperger sind nicht nur intelligent sondern Hochbegabt(meist IQ über 139)
Ich bin auch Intelligent und mir viel es vor der Therapie immer schwerer aus dem Haus zu gehen und unter Menschen zu kommen. Das ist eigentlich fast schon eine Standard Nebenerscheinung wenn man mehr als 10 Stunden am Pc verbringt. Aber deshalb habe ich noch lange kein Asperger.
Die Diagnose muss von einem Fachmann gestellt werden, ichbsage dir auch warum, wenn du dir einmal die versch
Persönlichkeitsstörungen durchliest, wirst du feststellen das viele Punkte auf dich zutreffen(nennt sich Therapeutenkrankheit).

Aber jetzt zu deinem Sohn:
Für mich hört sich das nach einem klassischem Fall an.
Dein Sohn tut sich schwer mit Gleichaltrigen und vermutlich besonders mit Mädchen.
Er hat kaum Selbstvertrauen und seine sozialen Bedürfnisse werden nicht erfüllt.
Man kann in solchen Situationen depressive Merkmale oder richtige Depressionen bekommen genauso wie Angstzustände(soziale Phobie).

Er kompensiert seine (für ihn aussichtslose) traurige Lage mit dem Zocken.
Ich würde ihm eine stat. Therapie empfehlen. Um ihn dort hin zu bringen würde ich die Drohung mit dem Jugendamt geltend machen.
Wie du es schon richtig gemacht hast, er muss fallen gelassen werden.
Aktionen wie den Kühlschrank zu schließen und keine Wäsche mehr waschen sind die besten Hilfsmittel dafür.

Wenn du genug Kraft aufbringst ihm das Leben zur Hölle zu machen und ihn konfrontieren kannst was für ein jämmerliches Leben er führt und das sich nie etwas daran ändern wird wenn er keine Therapie macht dann kann er das schaffen und seine Ausbildung anfangen und auch erfolgreich meistern.

Falls du diese Kraft nicht hast ist es komplizierter. Ob du es schaffst ihn ins Jugendheim zu stecken bleibt abzuwarten. Ob er dort Einsichtig wird? vermutlich kann er dort fast genauso viel Spielen wie Zuhause(nur meine Vermutung). Ich denke eher das er seine Wut dann in sich reinfrisst und du ihn verlierst.

vielleicht gibt es noch andere Meinungen.
Ich wünsche dir alles gute

PS: es gibt hier anonyme Skype Angehörigen Gruppen, in denen stecken Eltern mit selben Problemen. Schau doch mal dort vorbei.
Montag, 4.Jan 2016, 17:15

Andrea1410 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Vielen Dank Für die Antwort!!! der_dau
Da war viel bei was sich jetzt schon so bewiesen hat.Und alleine das ich eine Antwort bekomm bedeutet mir viel. Fühl mich grade ziemlich alleine!

Ich Hab mich heute erst mal meiner „rtztin anvertraut die mich promt krank geschrieben hat damit ich Zeit habe erst mal alles zu klären.
Dann war ich beim Jugendamt, dort wurde mir der Rat gegeben mich an die Drogenberatung zu wenden allerdings fühlen die sich nicht zuständig. Unsere Psychologische Beratungsstelle gab mir die Nummer der Diakonie in Herten von dort erwarte ich noch einen Rückruf.

Ein Jugendwohnheim wäre eine möglichkeit wenn das zusammen leben nicht mehr geht, so die Aussage von der Dame im Jugendamt. Aber Punkt eins das wäre dann recht endgültig und zweitens Internet gibt es dort auch.
Allerdings (auch wenn ich das nicht möchte,also das er geht.) habe ich meinem Sohn heute vor die Wahl gestellt . Entweder reden wir heute ausführlich über die Regeln hier im Haus oder er lernt die Regeln im Jugendwohnheim, weniger dürften das dort nicht sein.
Er wollte Bedenkzeit, die soll er haben.Ich denke leicht wird es nicht aber ich möchte eigentlich das wenigstens dei Monate das Internet komplet aus unserem Haus verschwindet (Ich schließ mich dabei nicht aus). Wärend dieser Zeit wird hier die Arbeitsteilung eingeführt (bislang macht der große nix) Und danach gibt es keinen Pc mehr im eigenem Zimmer und feste Zeiten für die Nutzung.
Und ich hoffe er sieht ein das das kein Leben ist das er führt.Das mit dem vor Augen führen immer wieder finde ich gut!! Aber er wird es Hassen
Das sind meine Bedingungen.
Zu deiner Frage wegen des Asperger das ist eine ziemlich lange Geschichte. Aber so viel er war ein Jahr in Abu Dhabi in der Schule erste Klasse. Sein verhalten dort und auch später in Deutschland führten zu Anfeindungen bis hin zum Mobbing.
In Deutschland war er dann in einer Tagesklinik, aber auch im Autistenzentrum dort stellte man fest das er In 2von fünf relevanten Punkten starke defizite aufwies.
Zu wenig für eine große Diagnostik wie man mir sagte.
Er lernte dann schon mit anderen klar zu kommen blieb aber sehr für sich leider.
Montag, 4.Jan 2016, 17:57

Andrea1410 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Hallo Ich noch mal,
Der Schuss ging nach hinten los :-( ich hab ihm mal vor Augen geführt(soweit das Verbal geht)wie Schmutzig dieses Zimmer ist und das ich es Eklig fände so zu leben. Jetzt will erst recht nicht mehr mit mir reden..Okeee
Ich hab jetzt zwei Bekannte angeschrieben und räum morgen seinen Pc aus dem Zimmer Alleine schaff ich das nicht der junge ist 185cm groß.

der_dau Wie komm ich an die Sype Gruppe??
Danke
liebe Grüße Andrea
Montag, 4.Jan 2016, 22:44

merida Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 09.04.2015
Hallo Andrea1410,

die Angehörigengruppe trifft sich übermorgen, Mittwoch 18 Uhr wieder über Skype. Falls Du Interesse hast dazuzukommen nimm doch
per Mail Kontakt mit Patrick Durner auf: pd@hls-online.org. Er leitet die Gruppe.

Hier noch der Link im Forum zur Webcare-Gruppe
http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/1101/4/1/virtuelle-selbsthilfegruppe-fuer-angehoerige/

Viele Grüße
merida
Dienstag, 5.Jan 2016, 21:31

Andrea1410 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Vielen Dank merida!!!
LG.Andrea

Mittwoch, 6.Jan 2016, 13:14

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
hallo Andrea,

das hört sich alles nach einem Plan an.

Ich finde deinen Tatendrang bemerkenswert, der zeigt mir das du viel Selbstvertrauen hast.

Wie du richtig erkannt hast muss der pc erstmal weg(nicht nur das Internet) und erst monate später in einen anderen Raum.
Versuch unbedingt eine Therapie zu finden. Wie soll er sein Verhalten und seine Defizite erkennen und etwas daran ändern?
Nur den Pc wegnehmen ist nur die halbe Miete und verlockt nur zum rückfall.

Zuständig sind Suchtberatungsstellen. Die können dir insofern helfen, wenn du an einer stationären Therapie interessiert bist.
Ansonsten gibt es des öfteren ambulante Gruppen deren Therapieprogramm über 6 Monate laufen... oftmals in Unikliniken.
Ich habe da leider keine gute Erfahrung gemacht, aber ich bin nicht dein Sohn und die Klinik wird nicht die Klinik sein.

Das wollte ich dir mit auf den Weg geben. Bleib stark und mach weiter.
Samstag, 9.Jan 2016, 22:06

Andrea1410 Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Hallo der_dau,
Bin grade Wahnsinig traurig..Aber Danke erst ein mal für deine aufbauenden Worte!
Er hat den Pc abgegeben freiwillig. Der ist bis zu den Osterferien bei einem Bekannten von mir, der selber Vater aber auch absoluter Pc Spezialist ist, und daher eine echte Autorität für meinen Sohn.
Der/Sohn ist aber jetzt, seit dem traurig in seinem Zimmer verschwunden und wirkt völlig resigniert. Was mir das Herz bricht, ich hab das Gefühl ihm seine Kollegen zu rauben, die jetzt halt ohne ihn zocken. Und ihm keinen Ersatz zu bieten, klar ich würde gern mal mit Ihm Kochen weil das Spaß macht und er so gar nichts kann auf dem Gebiet. Und wir Spielen auch gern (Mein Freund,mein jüngerer Sohn und ich) Ich fahr gern Rad und so weiter aber ich Arbeite auch voll. Viel Zeit bleibt da oft nicht.
Ausserdem hab ich Angst das er sich an die falschen Leute anschließt und dann schlimmeres kommt als Daddeln am Pc.
Von Therapien Halt ich nicht mehr viel 10 jahre Erfahrungen haben mir gezeigt das es viel Glück bedarf, Therapeuten zu treffen die Fachkompetenz gesunden Menschenverstand und genug Demut aufbringen um Denn Patienten letztendlich als Partner nicht als Fall zu sehen.
Eine Meinung die vielleicht jetzt schwer zu verstehen ist dafür muss man wahrscheinlich einiges mehr von mir und meinen Jungs wissen. Fackt ist jedoch das mir nach gefühlten tausend Therapie Stunden immer noch keiner sagen kann was unser Problem ist.
Das soll aber nicht heißen das ich nicht wundervolle Therapeuten und „rzte getroffen habe die meisten machen einen tollen Job. Nur gibt es auf meine Fragen wohl keine Antwort ;-)
Ganz liebe Grüße Andrea

Sonntag, 10.Jan 2016, 20:18

Andrea1410 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Heute sah das alles schon entspannter aus, der große steht jetzt auch Sonntags um 6 auf.. War gut drauf hat sein Zimmer aufgeräumt okee mit bischen Bestechung Kinderiegel gehen immer . Insgesamt war es ein entspanntes miteinander der Pc war kaum Thema.. Das tat richtig gut
Lg. Andrea
Montag, 11.Jan 2016, 01:15

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Hallo Andrea,

es freut mich das ihr das durchgezogen habt und sich zuhause alles harmonischer Abspielt.

Ich habe ein paar Fragen an dich:

Der PC ist weg, er ist ruhig, glaubst du das bleibt so?

Was passiert wenn er wieder einen Pc hat?

Was ist mit ihm und seinen Bedürfnissen? Er muss und will unter gleichaltrige, kann es vielleicht aber nicht so...

Das mit der Therapie würde ich mir überlegen.
Er muss ja auch sein Verhalten und seinen Pc konsum hinterfragen und und und...

Stationäre Therapien leitet man am besten ein, wenn man zu einer Suchtberatungsstellen geht, dass mit der Diakonie hat sich gut angehört.
Was ist da raus gekommen?


Ich wünsch dir eine vernschaufpause, viel Glück und vor allem wünsche ich dir dass du die Situation nicht unterschätzt.
Ich denke es ist die Ruhe vor dem Sturm.
Montag, 11.Jan 2016, 19:04

Andrea1410 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 03.01.2016
Hallo der_dau
Momentan hat Sebastian viel mit der Schule zu tun, da er 2 fünfen zu erwarten hat, und einige Stunden nachsitzen muss wegen zu spät kommens.
Er hat nicht so das Bedürfnis nach Geselschaft leider. Allerdings hat er ja noch sein Handy und darüber komuniziert er mit seinen Kumpels.
Er wirkt aufgeschlossener und besser gelaunt. Aber momentan denkt er glaub ich einfach "oke nach den drei Monaten geht das ja wieder so wie früher "Pc im Zimmer und Tür zu". Ich denke ein wirklicher Erfolg ist es erst wenn ich ihm zeigen kann das sein Konsum nicht normal war wie er meint, und ja dafür wäre eine Therapie gut. Aber leider wird er da nicht mit machen da sein behandelder Psychologe ihm vor einigen Monaten gesagt hat nee du hast alles im Griff nix Sucht Mama übertreibt. Und daher läst er sich von mir jetzt die Auszeit verordnen weil er den Bogen was Zimmer und Körperhygiene und Schulleistungen angeht weit überspannt hat. Aber zu mehr wird er nicht bereit sein. Die Diakonie hat mir für Mittwoch einen Termin gegeben 14 Uhr ich lass mich da alleine erst mal beraten und dann schau ich weiter.
Vielen lieben Dank und liebe Grüße
Andrea
Ps. Ich weiß das es grade zu glatt läuft ;-) und erwarte den Sturm auch!! Aber mein Sohn ist auch irgendwie anders daher bekommt ihn auch der Psychologe nicht richtig eingeschätzt . Der Junge gibt mir Rätsel auf seit er auf der Welt ist..Aber okee das hält fit im Kopf gell...
Mittwoch, 13.Jan 2016, 10:58

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Andrea,

wie tapfer du dich da durch beißt - beeindruckend. Und du wirst auch für die weiteren Schritte die notwendige Klarheit haben, so stark wie du offenbar bist. Ich spüre eine große Liebe zu deinem Sohn, die dir ganz offensichtlich die Kraft verleiht, dich konsequent an eine bessere Situation hin zu baggern, Schritt für Schritt.

Deine erste Maßnahme war ganz sicher richtig. Du merkst ja bereits jetzt schon nach dieser kurzen Zeit an deinem Sohn klare Verhaltensänderungen, weil er endlich die Chance hat, den Kopf aus seinem Spielesumpf heraus zu strecken und reale Lebensluft zu schnuppern. Im Augenblick ist es noch völlig egal, ob er sich "wohlverhält", weil er sich nicht die Möglichkeit verbauen will, seinen PC am Ende der Frist wieder zu bekommen. Wichtig ist, dass er sich erholen kann und wieder "clean" wird in seinem Denken. Allerdings halte ich die Zeit der "Sperre" für zu kurz. Nur wenn er über viele Monate nicht zocken kann, besteht die Chance, dass er sich Alternativen sucht, die ihn zurückholen und ihm vor Augen führen, dass das reale und greifbare Leben ja doch seine Vorzüge hat. Drei wenige Monate könnten ihn einfach nur in eine Warteschleife setzen, die er brav hinter sich bringt, passiv und seinen Mangel schmerzhaft wahrnehmend. Damit wäre die Gelegenheit vertan, ihn auf andere Gedanken zu bringen.

Dein Sohn ist von Haus aus offenbar ein eher zurückgezogener und scheuer Mensch. Das ist Teil seiner Persönlichkeit und wird ihn durch sein Leben begleiten. Daran ist auch nichts auszusetzen, denn nicht jeder muss offensiv und extrovertiert an die Dinge heran gehen. Wir brauchen auch die Stillen, die Tiefen, die Nachdenklichen. Die uferlose Zockerei verstärkt jedoch die Rückzugstendenzen deines Sohnes und kann eine anfängliche Schüchternheit zur sozialen „ngstlichkeit ungut anwachsen lassen, bis hin zur sozialen Phobie. Ihm ist nicht geholfen, wenn er sich in die virtuelle Welt flüchten kann, weil dies seine ohnehin scheue Veranlagung massiv verstärkt. Seine Kontaktschwierigkeiten überwinden kann er nur, wenn er nicht ins Virtuelle ausweichen darf, denn in dieser Welt ist es nicht schwer, ein Held zu sein und zu einer Gruppe zu gehören. Solange er diese Möglichkeit hat, wird er den Weg des geringsten Widerstandes dem schwierigeren im echten Leben immer vorziehen.

Vielleicht denkst du doch über eine Verlängerung der PC-losen Frist nach. Du solltest, wenn du hier zu einem klaren Schluss gekommen bist, deinen Sohn aber unbedingt davon in Kenntnis setzen und ihm deine Beweggründe ausführlich schildern. Auch was es an neuen Regeln nach der Zeit OHNE geben wird (Pc nicht mehr im eigenen Zimmer, klare, massiv reduzierte Zeiten), muss ihm mitgeteilt werden. Nur so hat er die Chance, sich mit den Gegebenheiten auseinander zu setzen und fühlt sich nicht hintergangen und betrogen, weil ihr ihn im Unklaren darüber gelassen habt, dass es nicht einfach so weiter geht wie gehabt.

Ich bin gespannt auf weitere Berichte von dir. Du machst es gut!

LG Merle


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