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        Im Sog der virtuellen Welt

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Dienstag, 8.Dez 2015, 19:32

TobiasD Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 20.11.2015
Im Sog der virtuellen Welt
Hallo allerseits,

ich hab zuerst den Fehler gemacht meinen Beitrag in der alten Rubrik reinzustellen, von daher wird diese 2. Version wohl auch nicht mehr den Haargenauen Wortlaut treffen.

Ich heiße Tobias und bin 29 Jahre alt und habe mich vor ein paar Wochen von MMO's abgewandt.

Meine Geschichte:
Gamer bin schon seit ich 6 Jahre alt war, damals mit dem Game Boy, später über Konsolen und heutzutage über den PC.
Früher konnte ich das aber auch noch besser kompensieren da ich auch oft außer Haus war und gemeinsam mit Freunden Freizeitbeschäftigung hatte.
Und später haben sich dann die Wege getrennt und man hat sich immer seltener gesehen und die verbliebenen Freunde waren/sind halt auch Gamer. Von daher gab es auch hier schon mal nicht die besten Voraussetzungen.

Mit 17 dann hab ich meinen ersten PC bekommen und ab hier fängt die Geschichte so richtig an.
Erst habe ich die Browsergames für mich entdeckt und hier fast alle freie Zeit verbracht.
Mit 21 habe ich dann World of Warcraft in die Finger bekommen, im nachhinein betrachtet ein Folgenschwerer Fehler.

Ich betrat also diese wunderschöne Welt in der alles so anders war als in der bescheidenen realen Welt.
Am Anfang war ich zwar sehr verblüfft und wollte diese neue Welt erforschen, konnte mich aber zeitlich immerhin noch begrenzen, leider sollte es nicht so bleiben.
Sehr bald schon erhöhten sich meine Onlinezeiten und ich habe mich zusehends mehr und mehr abgeschottet, in meine eigenen kleinen Welt.
Welche Folgen das für mich hatte?
Aus dem Haus gegangen bin ich nur für die Arbeit oder Berufsschule und meine 1. Ausbildung hab ich auch nur knapp bestanden.
Körperlich fühle ich mich dank massiven Übergewicht beschissen.
Ständig zu war ich gereizt und konnte nur an dieses Spiel denken und was ich dann am Abend wieder alles machen soll.
Tja Einsamkeit gehört auch dazu und frustriert, macht depressiv und das zog mich natürlich auch immer wieder in den Teufelskreis zurück.

8 lange Jahre hat es gedauert bis ich diesen Schritt ernsthaft gewagt habe, denn erstmal musste ich mir selber eingestehen das ich Süchtig bin danach wie der Junkie nach der Nadel oder der Kokser nach dem weisen Stoff. Nachdem ich das nun alles realisiert hatte überkam mich natürlich zum einen Wut und zum anderem Trauer über diese Sinnfrei verschwendeten Jahre.

Ich habe mich zuerst von meiner Gilde und meinen Ingame Bekanntschaften verabschiedet und was mich eher überrascht hat war das mich jeder zu diesem Schritt beglückwünscht hat.

Erst habe ich mir überlegt ob ich diesen Account verkaufen soll, habe aber nach etwas Bedenkzeit beschlossen alle Charaktere auf diesem Account zu löschen um endgültig mit diesem Thema abzuschließen. Die ganze Löschungsaktion hab ich auch aufgenommen und auf meinen Youtube Channel gestellt [youtube:Bye Bye WOW][/youtube]

Nun geht es eben darum mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, einfach wird es nicht aber machbar ist es durchaus, es ist nur Schade das man die Wahrheit erstmal selbst feststellen muss, aber gut vielleicht es einfach besser so, wünsche jedem viel Erfolg der sich ebenfalls davon befreien möchte.

Schöne Grüße

Tobias
Dienstag, 8.Dez 2015, 19:49

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Hey Tobias,

du kannst wirklich stolz auf dich sein.
Trotzdem hört sich das furchtbar an, du musst dich beschissen fühlen.
Und dass ist auch gut so:
Nutze jetzt diese eine Chance und mach eine Therapie.
Mach jetzt bloß keine halben Sachen es gibt nichts wofür du dich zu schämen brauchst.
Ich weiß wie schwer es ist sich mit diesem Gedanken anzufreunden und das man Angst hat und und und....
Im Nachhinein war es das wichtigste in meinem Leben mich damals überwunden zu haben eine stationäre zu machen.
Die Zeichen das du es ohne Therapie nicht schaffen wirst sind alle da.
Du hast gerade einen lichten Moment und kannst jetzt wirklich alles packen wenn du es denn willst.
Ich bin kein Therapeut aber Aussteiger und ich weiß wovon ich rede.
Ich hab in der stationären 9kg zugenomme(war stark Untergewichtig), habe mit dem Rauchen aufgehört (30kippen) „ngste überwunden und und und.


Geh zur nächste Suchtberatungsstelle und mach eine stationäre Therapie.
Lass dich nicht abwimmeln, du hast ein Suchtproblem.

ICh wünsche dir alles gute und vor allem den kühlen Kopf um den Stein richtig ins Rollen zu bringen und die Kraft deine Zweifel links liegen zu lassen.
Dienstag, 15.Dez 2015, 15:58

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Tobias,

da kann man dich ja wirklich nur beglückwünschen. Du hast den ersten, den vielleicht wichtigsten Schritt geschafft: Du kannst dir eingestehen, dass du süchtig bist und dass die vergangenen Jahre durch dein Zocken verlorene Jahre waren. Hut ab vor deinem Mut, dies zu erkennen und ab jetzt ändern zu wollen. Das ist die Voraussetzung, die du für alle weiteren Schritte brauchst, um aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen.

Nutze die Kraft, die du aus diesem Erkennen momentan schöpfst, dafür, dich nach Hilfe umzusehen. Du schreibst ja selbst, dass du von allen Seiten beglückwünscht wurdest, als du deinen Schlussstrich angekündigt und wahr gemacht hast. Ich bin sicher, dass Viele dich um deine Kraft beneiden und sich wünschten, sie wären auch schon so weit gekommen. So gibt es keinen Grund, dich dafür zu schämen, dass du Hilfe brauchst. Wende dich an eine professionelle Stelle, so wie der_dau es dir aus eigener schmerzlicher Erfahrung schon geraten hat. Dort wird man dir bei allen erforderlichen nächsten Schritten behilflich sein, sodass ein Hilfekarussell einsetzt, auf das du erst einmal einfach nur aufspringen musst. Deine Motivation, da raus zu kommen, ist hoch, weil du verstanden hast, was mit dir los ist. Ich bin sicher, dass du hart arbeiten wirst, um die Angebote, die von professioneller Seite auf dich zukommen werden, optimal zu nutzen.

Wir hier im Forum werden dich auf dem Weg zum Ausstieg begleiten. Hol dir auch Kraft aus dem, was andere geschrieben haben, die diesen Weg bereits erfolgreich gegangen sind.

Ich drücke dir die Daumen für deine nächsten Schritte.

LG Merle
Dienstag, 9.Feb 2016, 21:16

Rellöm Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 105
Mitglied seit: 04.03.2014
Alle Charaktere zu löschen ist ein wichtiger Schritt, aber seien wir mal ehrlich und das weißt auch du ganz genau: das reicht nicht aus!

Du solltest Blizzard anschreiben und deinen Account löschen lassen, um den möglichen Wiedereinstieg teurer zu machen.


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