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        Was tun? Partner WOW süchtig

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Dienstag, 23.Feb 2016, 09:15

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 23.02.2016
Liebe Leute,
ich lege jetzt einfach mal los.Ich bin seit 3,5 Jahren mit einem 42 Jahre alten Mann zusammen.Als ich ihn kennenlernte,bekam er Hartz4,spielte und sein Leben bestand aus spielen ( damals EVE online,WOW) jetzt nur noch WOW. Er war seit 4 Jahren im Hartz 4 Bezug,vorher selbstständig als Programmierer (Studium abgebrochen) ,recht erfolgreich,da nicht dumm.Dies ging aufgrund von Burn Out und Depression den Bach runter(ich vermute eher aufgrund von Spielsucht & Depression).Die Wohnung sah aus wie eine Junkie Bude, unerledigter Papierkram.....wurde alles ignoriert. Schulden bei der Krankenkasse....etc.Ich motivierte und unterstütze ihn dabei eine Umschulung zum Fachinformatiker zu bekommen.Die macht er nun auch seit 1,5 Jahren -geht noch bis Juni2016.Ich unterstütze wo ich konnte,brachte seine Papiere mit ihm auf Stand,räumten Bude auf ....etc.Ich musste dann allerdings bestellen,dass er im Grunde nichts veränderte.Papiere liefen wieder auf, Bude ging den Bach runter....etc.Auch in der Umschulung bleibt er weit unter seinen Möglichkeiten ....klar ,wer bis 4 Uhr morgens spielt ist natürlich nicht so arbeitsfähig....einen Zusatzbonus innerhalb der Ausbildung hat er geknickt,da er die dafür notwendige Hausarbeit nicht geschrieben hat-klar WOW war ihm näher.Ich selber habe das Thema Sucht immer mal wieder angesprochen,mal mehr mal weniger,ich ging in die Suchtberatung,um mir Hilfe zu holen.Wenn es um Sucht ging gab es immer Streit,klar. Er sei nicht süchtig es handele sich um ein Hobby......Alles was in normalem Alltag dazugehört wird rausgeschoben,bis nichts mehr geht. Wenn allerdings der Strom abgestellt wird und das Internet nicht funktioniert,dann läuft er zu Höchstformen auf und setzt alle Hebel in Bewegung.
Zu unserer " Beziehung"
Es gab natürlich auch gute Zeiten-klar,warum sollte ich mir das sonst antun???
Allerdings war die Beziehung natürlich auch immer der Sucht unterworfen.Es gab immer Phasen ,besonders wenn es Konflikte gab,in denen er abtauchte und nur noch spielte.Auf Mails nicht reagierte etc. GRUSELIG
Es gab Zeiten in denen wir viel Spass hatten und auch Kommunikation möglich war.Und ich merkte,dass er schon auch Dinge zugunsten der Beziehung veränderte.Wir sahen uns mehr,d.h. 1 Abend unter der Woche und von Freitag bis Sonntag .Sonntag war dann immer sein heiliger Tag....den er zu Hause vor dem PC verbrachte,so wie er auch jeden Abend bis zu 8 Stunden am PC verbringt.
Wir treffen uns überwiegend bei mir,ich habe einen Sohn und 2 Kater.Mein Sohn und er mögen sich sehr-klar sonst hätte ginge es ja auch nicht.
Es gab immer Phasen,in denen er im Grunde nur körperlich anwesend war-schrecklich.Meistens gab es dann Stress und erstmal etwas Abstand.Wenn er dann wieder kam (4-8 Wochen später) war er aufmerksam und präsent und hatte wohl immer gemerkt,das spielen allein nicht der Himmel ist.....und er uns richtig vermisst hat.
Nun ist es seit ca. 2 Monaten einfach nur noch gruselig.Er nimmt nichts mehr wahr,vergisst alles und macht nur noch sein Ding.Lebt also sein Leben in unserem Leben.Er sagt er hätte den Kopf im M Moment nicht frei ( Praktikumsbetrieb wird ihn nicht übernehmen und er überlegt ob er jetzt noch den Platz wechseln soll) .Dies nun seit 6 Wochen ohne auch nur eine Bewerbung geschrieben zu haben.....dies nimmt ihn angeblich alles so in Anspruch,dass er den Kopf nicht frei hat.
Wenn ich mir seine Charaktere bei WOW angucke,dann sehe ich ganz klar,dass die Energie nicht in das erstellen der WEB seine ,Bewerbung o.ä. geht.Ich glaube,dass er gestresst ist,aber ich denke es handelt sich mal wieder um eine absolute Zockerphase.
Wenn er bei uns ist,dann konsumiert er nur,nimmt nichts wahr ( oder eben schon -aber ignoriert stumpf),setzt sich an den gedeckten Tisch ohne sich zu bedanken,und beteiligt sich auch nicht grossartig.
Dienstag, 23.Feb 2016, 09:45

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 23.02.2016
WOW
Fortsetzung
Sorry-aber ich konnte nichts aus dem Text streichen


Zu mir
Ich bin nur noch genervt und auch sehr verletzt.Halte diese Ignoranz nicht mehr aus.Finde es verletztend gar nicht wahrgenommen zu werden,geschweige denn mal gefragt zu werden,wie es mir eigentlich geht????Und habe natürlich auch keinen Bock auf jemanden,der sich hier nur noch bedienen lässt.Zudem ist dies natürlich auch kein Vorbild für meinen Sohn.Zumindest keins das ich möchte.
Ich habe dann in letzter Zeit fast alle Verabredungen abgesagt,da ich das so nicht will und nur noch genervt bin.Ich sprach mit ihm ( kein leichtes Unterfangen) und sagte ihm es sei so nicht akzeptabel für mich.Ich hatte z.b. einen Termin im Job,der sehr wichtig war und mich über Wochen beschäftigt hat.Er wusste davon und hat es noch nicht mal hingekriegt an dem Tag mal eine SMS zu schreiben oder anzurufen,oder oder.Als ich ihn darauf ansprach kam nur : Ich wüsste doch,was bei ihm zur Zeit los sei ? Das habe aber nichts mit mir zu tun.
Ich war krank und sagte die Verabredung ab- da kam kein : Braucht ihr was? Soll ich etwas einkaufen???Wie geht es Dir?
Bei unserer letzten Verabredung sagte ich ihm,dass es so für mich nicht weiter geht.Das ich mir hier vorkomme wie die Mutti ....etc. Er sagte nichts dazu.
Ich bin ratlos? Was tun?
Eigentlich weiss ich es. Solange er nicht bereit ist sich seiner Sucht zu stellen wird sich grundlegend nichts ändern.Es wird gute Phasen und solche wie jetzt geben , die Wiederholung der Wiederholung.....
Und dennoch bin ich nicht so weit mich ganz zu trennen.
Also was tun? Vielleicht erstmal für 2 Monate Pause einlegen,um für mich zu gucken und zu hoffen,dass bei ihm etwas KLICK macht?
Auch wenn alles sehr abgeklärt klingt,bin ich doch recht verzweifelt. Ich würde mich über Rückmeldungen freuen.Danke!
AntwortenAntworten
Dienstag, 23.Feb 2016, 21:39

Schneewittchen Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 4
Mitglied seit: 22.11.2015
DU bist wichtig!
Liebe Gerbera280,

ich habe mir deine Zeilen erstmal ein bißchen durch den Kopf gehen lassen. Mein Eindruck: du bist einen Schritt weiter als die meisten Partner die hier schreiben. Du kannst sehr deutlich sagen, was du nicht mehr möchtest. Und ich denke innerlich hast du bereits eine Entscheidung getroffen. Du siehst die Situation ziemlich klar und du hast auch begriffen, wo deine Grenze ist.

Ich habe meine Grenze damals gezogen, als mein Partner zum 2. Mal abgetaucht war und sich nicht mehr meldete. Danach habe ich mir geschworen, dass ich das kein 3. Mal hinnehmen werde. Das scheint also ein Symptom der Internet/Spielsucht zu sein. War es bei dir auch so, dass du von Mal zu Mal in den Situationen in denen er sich nicht gemeldet hat, du ein Stück abgeklärter wurdest? Bei mir war es so. Beim ersten Mal war es ganz schlimm und dann wurde es mir von Mal zu Mal ein Stück gleichgültiger. Ich kannte das schon. Das ist ein klares Zeichen von "innerer Kündigung".
Frage dich, wie die Wochen waren in denen ihr keinen Kontakt hattet. Was hast du vermisst? Das war nicht viel oder? Das war nur noch Vertrautheit oder?

Die nächsten Zeilen mögen sich für dich hart anhören und bitte nimm' es nicht persönlich - es ist meine Sicht der Dinge: Er ist ein erwachsener Mann. Er braucht keine Mutter mehr! Und für eine Partnerschaft taugt er nicht. Du bist zur Suchtberatung gegangen, obwohl du nicht süchtig bist. Du nimmst den Part der Mutter/Bevormunderin ein. Lass' es! Kümmere dich um dich und deinen Sohn. Lass' ihn, er möchte nicht, akzeptiere das.
Aber vor allem: ziehe deine Grenze und halte sie ein! Das ist wichtig sonst wirst du in einen Strudel geraten der dich soweit nach unten zieht, dass DU krank wirst.

Und eins noch: ich hatte ein langes Gespräch mit einer Psychiaterin über Sucht und ein Satz ist mir im Kopf geblieben: "In der Sucht verliert der Süchtige jeglichen Anstand vor sich selber und vor allen anderen Personen, weil er Angst bekommt."

Trennung ist nie schön! Aber du wirst hinterher erleichtert auf eine Zeit zurückblicken und feststellen, dass es dir besser geht.

Ich fand es schade, dass hier die meisten Ratsuchenden nicht mehr schreiben, wie ihre Geschichte zuende gegangen ist. Auch ich habe das bisher noch nicht gemacht. Das hatte schlicht und ergreifend gesundheitliche Gründe. Ich werde meine Geschichte hier demnächst zuende beschreiben, damit die nächsten die hier Rat suchen, lesen können, dass es nach vorne gehen kann.

Wenn du Fragen hast, frage! Wenn du Aufmunterung oder Bestätigung suchst, schreibe! Du wirst hier verstanden und wir können dir zuhören und dich unterstützen!

Liebe Grüße,
Schneewittchen
Mittwoch, 24.Feb 2016, 07:45

Gerbera280 Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 23.02.2016
Schnewittchen
Liebes Schneewittchen
vielen Dank für deine Zeilen.Lustig,denn gestern habe ich einige deiner Beiträge gelesen und dachte es wäre schön,wenn mir das Schneewittchen schreibt:-).
Ich finde deine Zeilen nicht hart,nein-du siehst es alles sehr realistisch.Geht mir ähnlich,wobei ich emotional doch noch verstrickt bin.Aber zunehmend weniger. Der Begriff der inneren Kündigung hat mich sehr beschäftigt..... ja es stimmt ,auch ich habe wohl innerlich gekündigt -oder bin auf dem Weg dahin.
Dieses Abtauchen und sich einfach nicht mehr melden- es hat mich anfänglich um den Verstand gebracht,da es ja auch für "normale" Menschen nicht nachvollziehbar ist und ich so niemals mit Menschen umgehen würde.Ergo-ich möchte auch nicht,dass so mit mir umgegangen wird.Ja und es scheint ein Symptom zu sein.
Stimmt-er braucht keine Mutti ...und ich kein zweites Kind.Habe ja bereits eines und das ist auch ganz wunderbar! Ich weiss noch nicht so recht wie es weitergehen soll/wird. Ich merke nur,dass ich immer weniger Lust habe ihn zu sehen.Warum auch? Um hier die Mutti zu machen? SEX? Darauf habe ich unter diesen Umständen natürlich auch immer weniger Lust.....wenn Sex das einzige ist,wo noch Nähe /Aufmerksamkeit rüber kommt,dann reicht das natürlich vorne und hinten nicht. Ich mache mir jetzt keinen Stress,ich gucke wie die nächsten Treffen (heute Abend z.B.) ablaufen und entscheide dann.Ich denke es wird darauf hinauslaufen,dass ich zunächst meine Grenzen klar kriege und ihm auch nochmal in aller Deutlichkeit sage,dass sein " Hobby" eine Sucht ist und er was ändern muss,da ich sonst keine Zukunft für uns mehr sehe.Und mir eine ganze Weile eine Auszeit nehme.Da kann ich für mich gucken und das Leben geniessen ( das kann ich nämlich-freue mich auch schon auf den Frühling!) und er hat nochmal die Chance zu gucken,ob er etwas verändern will. Wenn nicht,dann ist es so.Aber ich möchte auf keinen Fall so weiter machen.Ich war jetzt 3 Wochen krank-heftigste Grippe und ich sehe da sehr wohl einen Zusammenhang.
Schneewittchen-wo finde ich deine Geschichte? Würde mich doch sehr interessieren.Liebe Grüße Gerbera
Mittwoch, 24.Feb 2016, 09:53

der_dau Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
Hallo Gerbera,

schön das du hier bist.
Du hast schon viel verstanden, aber wir sind Menschen wir funktionieren eben nicht rational.
Was ich dir damit auf den Weg geben möchte ist:
Sei stark wenn es drauf ankommt, es ist ganz normal dass eine Stimme in dir drin ihm nochmals eine chance geben möchte.
Es ist nie leicht sich von seinem Partner zu trennen, und in eurem Fall wird er vermutlich wieder versuchen alles wieder hinzubiegen und leere Versprechungen machen. Du bekommst Probleme mit deinem Gewissen und gleichzeitig wünscht du dir das du ihm Glauben könntest.

Ansonsten wärst du ja auch schon lange nicht mehr bei ihm...

Was sehr wichtig ist, dass ist zumindest meine Meinung, wenn du es durchziehst und dich von ihm trennst dann versuche ihm unmissverständlich klarzumachen dass er ein Suchtproblem hat, dass er jetzt über seinen Schatten springen muss und sich Hilfe suchen muss.
Ein Gespräch in einer Suchtberatungsstelle ist der erste Schritt dazu.
Sag ihm auch dass wenn er nicht jetzt schon aktiv wird, dann wird er spätestens morgen wieder spielen und alles verdrängen.
Mach ihm Mut das es auch andere Spielsüchtige gibt und das diese nur mit Hilfe es geschafft haben davon loszukommen.

Das ist elementar wichtig, dass ihm das jemand sagt.
Sag ihm das und du kannst dich von ihm ohne Gewissensbisse trennen.

Ansonsten wünsch ich dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.
Mach dir ein paar schöne Tage mit deinem Sohn.

mfg
Mittwoch, 24.Feb 2016, 11:08

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 23.02.2016
@ Dau
Lieber Dau-
danke!!!!!
Tut so gut,hier verstanden zu werden.War schrecklich die letzten Wochen,die Ignoranz,Gleichgültigkeit ,Passivität ....etc.Du hast recht und ich sehe es genau so.All das muss ich sagen und werde es auch sagen,sobald ich so weit bin.Bin aber auf dem besten Weg. Ist aber nicht so,dass es noch nie Thema war....nein immer wieder mal.Und ja-ich mache mir eine nette Zeit mit meinem Sohn-das tue ich immer-macht nämlich Spass und ist herrlich lebendig!!!!! Mehr davon....
Liebe Grüße Gerbera
Mittwoch, 24.Feb 2016, 11:12

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 11
Mitglied seit: 23.02.2016
Nachtrag
.....Versprechungen hat er nie gemacht.Das fand ich auch angenehm und ehrlich.Er hat dann schon immer versucht etwas zu unseren Gunsten zu verändern -ohne gross darüber zu reden( Kommunikation gehört nicht zu seinen Stärken ;-))-Grüße!
Mittwoch, 24.Feb 2016, 11:30

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Beitrag von Gerbera280 vom 23.02.2016 07:59 Uhr
THEMA: Spielen im Kopf

Ich habe doch noch mal eine Frage.Natürlich bindet Sucht viel Energie und kostet Zeit...... Was mir jedoch nicht klar ist : Mein Freund war und ist phasenweise so etwas von abwesend,vergesslich .Dreht sich dann in seinem Kopf alles um das Spiel? Die nächsten Züge...?? Spielt er im Kopf weiter?Er kriegt oftmals gar nicht mit,was um ihn herum passiert. Weiss da jemand von Euch etwas?
Hier bei mir spielt er nicht -und wenn ich mal bei ihm bin spielt er da auch nicht- wäre ja auch widersinnig,warum sollten wir uns dann treffen?
Würde mich über Antworten freuen.

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ANTWORT von webcare am 24.02.2016 10:04
Hallo Gerbera,

auf deine Frage gibt es mehrere Antworten. Zum einen ist die Gedankliche Beschäftigung mit dem Spiel auch wenn man nicht online ist tatsächlich ein Suchtkriterium. Es gibt aber unter Umständen auch weitere Gründe. Da man sich selbst nicht mehr wahrnimmt solang man im Spiel ist, kommt dies natürlich geballt zurück, wenn man den Rechner dann mal ausschaltet. Das ist mit ein Grund warum Süchtige dann weiter machen, um nicht zu spüren wie schlecht es ihnen eigentlich geht. Heißt im Klartext: es könnte sein, dass er abwesend ist, weil er spürt, wie schlecht es ihm geht und weil all das an Gedanken, die durch das Spielen verdrängt werden sollen massiv zurück kommen.
Auch Entzugserscheinungen könnten ein Grund für die Abwesenheit sein. Die gibt es tatsächlich, wie mir Fachkollegen aus dem stationären Setting regelmäßig bestätigen.
Und ein nicht unwesentlicher Punkt: die Zockerei ist für das Hirn eine Höchstleistung. Die Reizüberflutung ist immens und das macht sich natürlich auch bemerkbar. Ich bescheibe es immer als eine Art Zock-Kater, also ähnlich wie wenn man zuviel Alkohol getrunken hat. Noch dazu haben viele Mediensüchtige massive Schlafstörungen, die u.a. von der starken Beanspruchung des Gehirns und dem hohen Stresslevel im Spiel kommen.

Das ist was ich über das Thema Mediensucht weiß. Darüber hinaus gibt es möglicherweise noch persönliche Gründe, die ich aus der Ferne natürlich nicht einschätzen kann.
Unterm Strich ist aber nur eines wichtig und zwar das, was in dem anderen Beitrag von dir schon benannt wurde: sorge gut für DICH! Dass er sich von selbst fängt und das wirklich dauerhaft in den Griff bekommt ist sehr unwahrscheinlich. Dazu braucht es meiner Meinung nach professionelle Unterstützung und die muss ER wollen.

Ich drück dir die Daumen, dass du den Absprung gut schaffst!

LG Patrick

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ANTWORT von Gerbera 280 (Themenstarter) 24.02.16 um 10:55 Uhr

Danke ,lieber Patrick!! Das was du schreibst leuchtet mir ein und ich denke ähnlich darüber. Oftmals kommt es mir auch wie die totale Erschöpfung vor...und das ist natürlich sehr sexy so als Dauerprogramm ;-). Und ja-ich sorge für mich-immer besser. Alles andere bringt ja nichts.Liebe Grüße Gerbera

=========================
ANTWORT von der-dau 24.02.16 um 11:35 Uhr

sehr gute Frage
bei mir war das so:

Ich war so vergesslich. wenn ich in den Keller bin um mir etwas zu trinken zu holen bin ich manchmal wieder hoch ohne ein Getränk geholt zu haben.
Wie in Trance und komplett verpeilt( was für eine kranke scheiße)

Nur damit ihr euchbdas vorstellen könnt
heute ist das gottseidank nicht mehr so.
Ich bin damals in extrem heftige Tagträume geflüchtet in denen ich mir alles mögliche vorgestellt hab.
(nicht nur sex)
Jeder hat Tagträume und die sind auch wichtig, meine waren allerdings (mutmaßlich) so heftig um die depressiven Gedanken zu überbrücken, bis ich wieder vor dem Pc abschalten konnte.

mfg
der_dau
Mittwoch, 24.Feb 2016, 15:54

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Jetzt habe ich noch eine Frage.Wie äussern sich Entzugssymptome bei Spielsucht denn???
Müdigkeit? Passivität? Innere Leere die nach aussen strahlt?? Das wüsste ich doch gerne.
Mittwoch, 24.Feb 2016, 18:15

webCARE Benutzer ist offline

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Hallo Gerbera,

sehr gerne bekommst du auch auf diese Frage eine Antwort.
Die klassischen Entzugssymptome sind: Nervosität, Unruhe, innere Anspannung, oft auch Schlafstörungen, teils Aggressivität und Impulsivität, Unkonzentriertheit und heftige Stimmungsschwankungen.
Wie schon beschrieben ist das manchmal nicht so genau zu trennen wo die Entzugserscheinungen beginnen und was dem Bewusstwerden der eigenen Situation zugerechnet werden kann, das geht fließend ineinander über..
Müdigkeit ist ne klare Folge aus den Schlafstörungen, die bei fast allen Mediensüchtigen vorliegen, nur wird die halt erst wahrgenommen, wenn man vom Rechner weg ist.
Und die Innere Leere ist denke ich weniger die Entzugserscheinung sondern eben auch die Bewusstwerdung, in welcher Lage man sich befindet. Häufig ist auch eine Depression Teil der Sucht, entweder ursächlich oder als Konsequenz daraus.
Was mich interessiert: Was machst du jetzt mit diesem Wissen? Und was war die Motivation zu fragen?

Liebe Grüße
Patrick
Donnerstag, 25.Feb 2016, 17:49

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Lieber Patrick-
vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.Ich wusste doch,dass ich mich auf dich verlassen kann ;-)Nun zu deinen Fragen -gute Fragen!
Ja,was mache ich jetzt damit.Ehrliche Antwort? Ich weiss es nicht.Ich befinde mich im Moment in einer sehr kritischen Phase/ Situation.Ein wenig habe ich ja bereits in meinem Eingangspost geschildert.Ich bin ratlos,weiss nicht wie es weitergehen soll.Spüre nur,dass ich so nicht weiter machen kann / will. Tue mich aber mehr als schwer ,daraus die logische Konsequenz zu ziehen und mich zu trennen.Warum auch immer.Das muss man sich dann folgendermassen vorstellen: Gestern kam mein Freund und ich beginne zu "sezieren".Ich registriere,dass er total übermüdet ist ,3 Tage Bart,fertig aussieht.Das sage ich dann und frage,wann er denn im Bett war? Er rastete dann auch gleich aus,da er genau weiss worauf meine Frage/Bemerkung abzielt.... Sehr gruselig das ganze.Dann versuche ich alles hübsch für mich im Stillen zu analysieren/einzuordnen. Gruselig und gar nicht schön.Für keinen von uns beiden.So war es auch ein recht grässlicher Abend es deprimiert mich aber ich spüre im Moment keine Traurigkeit,sondern nur masslose Enttäuschung.Unsere Sprachlosigkeit macht mich ganz krank.Denn dass wirkliche Problem-darf nicht benannt werden -denn dann gibt es Zoff -hatten wir ja auch alles schon.Ich weiss gar nicht wie ich das alles beschreiben soll.Ist dann natürlich eine super Atmosphäre - der Teppich wölbt sich vor darunter gekehrten Problemen,aber sie können nicht besprochen werden.Ganz schrecklich und ich bin auch gar nicht stolz auf meine Rolle in diesem Spiel.Vom Kopf her denke ich es wäre am besten erstmal Abstand zu wahren,denn eine Trennung bekomme ich noch nicht hin.Ambivalenzen ohne Grenzen in mir. Ganz grässlicher Zustand -und ich bin im Moment auch weit weg von meinen Gefühlen...oder habe ich gar keine mehr??????Du siehst-sehr schräge Nummer.Ich habe in der letzten Zeit schon gesagt wie mir zumute ist (allerdings die Sucht nicht klar benannt....) von ihm kam keine Reaktion.Wird alles stumpf ignoriert.Deshalb habe ich in der letzten Zeit ja auch meistens abgesagt.
Es ist nicht so,dass nie über Sucht gesprochen wurde.Nein-ich war da schon immer mal im passenden Moment sehr,sehr deutlich.Gab dann natürlich immer streit. Er weiss also schon sehr genau,dass ich es als Sucht einstufe(das hasst er auch).Aber da ich ja mit diesem Wissen die letzten Jahre mit ihm verbracht habe,bin ich da eher diplomatisch rangegangen.Im bin einfach sehr enttäuscht und auch sehr verletzt im Moment. Zu viel Lieblosigkeit,Desinteresse ,Ignoranz mir gegenüber...Es geht mir nicht gut.Und am besten geht es mir im Moment ohne ihn-dennoch ist meine Sehnsucht eine andere.
Ich hoffe deine Fragen sind mit meinem Gedankenkreiseln beantwortet ?? Liebe Grüße Gerbera
Donnerstag, 25.Feb 2016, 17:57

Gerbera280 Benutzer ist offline

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@ Patrick
Patrick-ich nochmal.Ich möchte dir nicht zu nahe treten,bin aber neugierig.Als was bist du hier unterwegs? Betroffener? Nein Angehöriger ? Nein ?????????Oder sind solche Fragen doof???? ;-) Grüße!
Freitag, 26.Feb 2016, 07:46

webCARE Benutzer ist offline

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Hallo Gerbera,

klingt alles in allem nach einer verfahrenen Beziehung gepaart mit der großen Hoffnung, ihn ändern zu können. Aber wie schon viele Erfahrungen hier im Forum und auch aus meinem beruflichen Hintergrund zeigen, wird das leider nicht passieren, den Zahn muss ich dir leider ziehen..
Letzendlich musst du entscheiden, was die richtige Lösung ist, aber verabschiede dich von der Hoffnung, dass er es auf einmal checkt und wieder der liebevolle Partner wird. Hart das zu akzeptieren, ich weiß.
Wie du schreibst geht es dir nicht gut und da gehen bei mir die Alarmglocken los. Ab einem gewissen Punkt muss man als Angehörige auf sich selbst schauen, um nicht mit unter zu gehen. Leichter gesagt als getan, ist mir klar. Aber du warst doch schonmal in einer Suchtberatung als Angehörige. Nutze das, falls es für dich hilfreich war. Vielleicht kriegst du da Klarheit, was dich daran hindert, den entscheidenden Schritt zu machen.

Nun zu deiner Frage, welche Rolle ich hier habe:
Ich beschäftige mich seit nun knapp 20 Jahren mit dem Thema Sucht und 9 Jahre speziell mit dem Thema Mediensucht, bin vom Hintergrund Diplom-Pädagoge.
Im Projekt webC@RE leite ich eine virtuelle Selbsthilfegruppe für Mediensüchtige und auch eine für Angehörige.
Heißt zum einen stelle ich hier gerne mein angeeignetes Wissen zum Thema zur Verfügung, zum anderen möchte ich Interessierten auch das Projekt webC@RE näher bringen. Im Gegenzug bewerbe ich dieses Forum in all meinen Tätigkeiten, auch im Rahmen von webC@RE.
Reicht dir das als Antwort?
Samstag, 27.Feb 2016, 14:07

Gerbera280 Benutzer ist offline

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Hallo Patrick-
klar reicht das als Antwort.So ähnlich habe ich es mir auch gedacht. Die Selbsthilfegruppe ist aber nicht für Partner,oder?
Und natürlich hast du völlig recht ,mit dem was du sagst.Ich werde nächste Woche nochmal einen Termin in der SB machen.Ich finde es auch nicht hart,sondern du hast natürlich recht.Und es stimmt -ich habe wider besseren Wissens scheinbar noch die Hoffnung ihn verändern zu können. Liebe Grüße Gerbera
Samstag, 27.Feb 2016, 16:49

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 782
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Gerbera,
in deinen ersten Beiträgen hatte ich eher das Gefühl, dass du die Situation, in der deine Partnerschaft sich befindet, bereits sehr genau verstanden hast und dass du mit großer Klarheit die Antwort eigentlich schon weißt. Du hast präzise Fragen gestellt und wolltest dem Ganzen auf den Leib rücken, in dem Bedürfnis, noch besser zu verstehen, was da abläuft, bevor du dich ganz bewusst deinem eigenen Weg zuwendest. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, dass du Gefahr läufst, im Strudel der Suchtthematik selber mit unter zu gehen, denn auch die Tatsache, dass du ein Kind hast, schien dir die Kraft zu geben, einen klaren Schlussstrich zu ziehen.
Nun stellt sich das Ganze doch etwas anders dar. Wie alle anderen Partner hier im Forum, die sich in einer ähnlich verzweifelten Situation befinden, hat auch dich das sinnlose Hoffen auf Veränderung voll im Griff.
Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir erzähle, was ich beim Lesen deines allerersten Beitrages empfunden habe: "Warum liebt sie ihn? Woran hängt sie? Warum hält sie das aus? Was ist es, was sie so heillos an ihn bindet, obwohl gar nichts, absolut gar nichts von ihm zurück kommt?"
Versuche mal, dir diese Fragen zu beantworten. Es muss doch einen Grund geben, warum du dir nicht vorstellen kannst, dich zu trennen. Du schreibst zwar, dass er auch einmal anders war - klar, sonst wäre es ja auch völlig unverständlich, dass du dich in ihn verliebt hast - aber jagst du da nicht einem Phantom hinterher? Du kannt Jahre darauf warten, dass er wie durch ein Wunder wieder der wird, der er mal war. In der Zwischenzeit gehst du vor die Hunde und dein Kind mit dir.
Gerbera, du bist eine starke und kluge Frau. Mach dich frei von dem Würgegriff der Co-Abhängigkeit. Du kannst ihn nicht retten, denn das kann nur er selbst. Wenn ein Schiff untergeht, reißt der Strudel alles sich in seiner Nähe befindliche mit sich in die Tiefe. Bring dich und dein Kind in Sicherheit und mute ihm zu, dass er die Verantwortung für sein Scheitern allein sich selbst zuzuschreiben hat.
Ich wünsche dir ganz viel Klarheit und auch ganz viel Mut. Ich bin sicher, dass du dich da rausholen kannst.
Herzlichst, Merle



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