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        Auf Nimmerwiedersehen, World of Warcraft

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Montag, 6.Jun 2016, 21:47

Martin Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 06.06.2016
Hallo liebe Foren-Gemeinschaft,

ich bin Student und 24 Jahre alt. Meine Karriere in dem MMORPG World of Warcraft begann schleichend. Ich war damals 16 Jahre alt, als mich ein Bekannter auf dieses Spiel aufmerksam machte (zu dieser Zeit herrschte noch der große "Hype" um dieses Spiel, der Diskurs über Sucht- und Gefahrenpotenzial von Online-Rollenspielen steckte noch in den Kinderschuhen, zumal dieses Thema damals, genauso wie heute, von den Meisten tabuisiert wurde).

Während meiner Schulzeit in der Grundschule wurde ich (zusammen mit weiteren Mitschülern) von Lehrerinnen zwar nicht physisch, aber psychisch misshandelt und mir wurde eingeredet, dass ich minderwertig sei; ich erspare Euch die Details. Ich hatte Bauschschmerzen und Angstzustände, wenn ich zur Schule ging.
Während meiner Schulzeit auf dem Gymnasium wurde ich ca. 3 Jahre lang gemobbt, einerseits, weil ich gute Noten hatte und bei einigen Mitschülern Neid aufkam, andererseits, weil ich mir so ziemlich alles habe gefallen lassen (mein Selbstwertgefühl war ja sowieso schon im Keller durch die oben erwähnte Vorgeschichte).
Vorgreifend kann ich hier also sagen, dass die WoW-Sucht eher Resultat statt Ursache meiner Probleme war.
Durch diese Gegebenheiten begann ich mich immer mehr meinem Computer zuzuwenden. Ein Computer beleidigt Dich nicht, er wertet Dich nicht ab, er bietet Dir die Möglichkeit online in Spielergemeinschaften einzutreten, die Dich als gleichberechtigtes Mitglied anerkennen. Ich begann also zu spielen. Das Spektrum reichte von Strategiespielen, die man sowohl offline als auch online spielen konnte, über Ego-Shooter, Weltraumshooter, Jump-and-Run-Spiele bis hin zu Autorennspielen.

Dann lernte ich WoW kennen und war fasziniert. Dieses Spiel bot nicht nur die Möglichkeit, einen Charakter individuell in Bezug auf Volk, Klasse und Aussehen zu gestalten, sondern man konnte gleichzeitig eine schier unendliche Welt erkunden, die in altertümlich-mystisch verklärender Weise alle möglichen Landschaftsbilder sowie fabelhafte (und großteils auch echte) Lebewesen beherbergte. Es gibt tropische Regenwälder, aber auch Einöden mit versteckten Tempeln, es gibt Wüstenlandschaften mit Instanzen, in denen sich ägyptisch anmutende Bauwerke und Gegner finden lassen, es gibt mittelalterlich-barock gestaltete Städte mit großen Stadtmauern und Schlösser, die selbstverständlich mit Ritterrüstungen und Wandgemälden ausgestattet sind, es gibt märchenhafte Schneelandschaften. Jedoch das Interessanteste war, dass man sich dort mit Hunderten anderer Spieler austauschen, Gilden und Kampfgemeinschaften aufbauen und "Freundschaften" schließen konnte. Und das alles aus einem verstaubten Zimmer heraus, in dem ein einsamer Mensch stundenlang auf einen Bildschirm starrt! Aber genug der Ausführungen, ich denke, dass die allermeisten von euch dieses Spiel zur Genüge kennen ;-)

Trotz WoW machte ich ein gutes Abitur, danach leistete ich Wehrdienst, was meine WoW-Zockerei vorerst gezwungenermaßen einschränkte.
Mit der Aufnahme meines Studiums begann dann der kritische Teil der ganzen Geschichte. Wenn man in einer erstmal fremden Stadt auf sich allein gestellt ist und es einem generell schwerfällt, auf andere Menschen zuzugehen aufgrund seiner Vorgeschichte, dann bietet der Computer bzw. die Welt von WoW "erst einmal" ein verlockendes Angebot, man hat ja seinen "großen Bekanntenkreis" durch seine Gilde, seine "Freundesliste" in WoW und die Dutzenden Spieler auf dem Server, mit denen man chatten kann.
Also begann ich, immer mehr Zeit in meine Charaktere in WoW zu investieren, Hunderte Quests abzuschließen, Dutzende Reit- und Flugtiere und über hundert Haustiere zu sammeln, Berufe wie Kürschnerei, Lederverarbeitung, Schmiedekunst,Verzauberkunst und Kochkunst auf die höchste Stufe zu bringen und auch alle Rezepte und Formeln für selbige zu sammeln. Ansonsten maß ich mich mit anderen Spielern in Arenakämpfen (2 gegen 2 / 3 gegen 3) bzw. in sogenannten Schlachtfeldern, in denen man mit seiner Gruppe (meist ca 20 Mitspieler) gegen eine ebenso große gegnerische Gruppe antreten und Fahnen erobern oder Gebiete halten muss. Die meiste Zeit spielte ich zusammen mit einem Mädel, mit dem ich monatelang auch über alles Mögliche (auch teilweise Privates) gechattet habe und wir schon so etwas wie eine Rollenspiel-Beziehung geführt haben, aus der sich vielleicht auch mehr hätte entwickeln können, wenn ich im entscheidenden Zeitpunkt den Mut und die Kraft zu dem ersten Schritt gehabt hätte. Meine Sucht und meine wachsenden Probleme im Studium lähmten mich allerdings.

Fortsetzung unten [...]
Montag, 6.Jun 2016, 21:47

Martin Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 06.06.2016
Ich dachte mir: "so kann es nicht weitergehen!" und löschte vor 3 Jahren WoW. Ich machte jedoch den entscheidenden Fehler nur das Spiel, nicht aber meinen Account mit den Charakteren zu löschen, sodass noch das Hintertürchen zur Rückkehr in das Spiel möglich war. Genauso kam es dann auch, nach etwas mehr als einem Jahr Abstinenz kam dann der Rückfall, ich installierte WoW wieder und trat einer Raid-Gilde bei, die wöchentlich die schwersten und nur durch abgestimmtes Gruppenspiel zu besiegenden Bosse bezwang.

Nach einigen Monaten hatten meine Charaktere bereits die beste Ausrüstung, die man im Spiel überhaupt erreichen konnte, und das, ohne, dass ich mir irgendetwas durch echtes Geld kaufen musste, sondern allein durch meine spielerische Leistung. Ich dachte mir: "das ist doch etwas, auf das ich stolz sein kann! Jetzt bin ich einer der Stars im Spiel!". Kurze Zeit später merkte ich jedoch, dass ich mich, obwohl ich bereits alles im Spiel erreicht hatte, nicht wirklich glücklicher fühlte. Die aus meiner Sicht einzige Parallele von WoW zum echten Leben: ich glaube, dass es erfolgreichen Musikern, Künstlern bzw. Stars im realen Leben ähnlich geht. Sie blicken auf ihr Leben und sagen sich: "nach den Maßstäben dessen, was uns nach dem gesellschaftlichen Konsens glücklich machen soll - Status, Geld, volle Handlungsfreiheit, viele Anhänger und damit viel Aufmerksamkeit - habe ich alles erreicht". Und dann merken sie, dass sie sich durch all diese Dinge kein bisschen glücklicher fühlen, als zu früheren Zeitpunkten, zu denen sie z.B. noch arm, unbekannt oder von niedrigerem Status waren und gehen an dieser Erkenntnis zugrunde.
Aber bevor ich hier zu weit ausschweife, zurück zu meiner WoW-Sucht. Da stand ich nun, hatte bestens ausgerüstete Charaktere, die mir im Spiel auch Anerkennung gebracht haben. Ich wurde zu Spieltaktiken und weiteren Dingen befragt, die ich hier mal nicht alle aufzähle, um Leute, die WoW kaum kennen, nicht zu verwirren. Aber was hatte ich davon nun konkret? Ist es mir wichtig, von Leuten anerkannt zu werden, die ich eigentlich überhaupt nicht kenne? Kann ich mir im realen Leben irgendetwas von meinen großen Erfolgen im Spiel kaufen? Hat mich das Spiel zwischenmenschlich weitergebracht?
Diese Fragen sind alle zu verneinen. In meinem Studium hinke ich mittlerweile hinterher, um es erfolgreich zu beenden, muss ich nun Gas geben.

Nach dieser Erkenntnis habe ich nun vor kurzem den radikalen Schritt getan - und alle meine Charaktere in WoW gelöscht und danach das Spiel selbst. Da ich auf einem Privatserver spielte, können die Charaktere nun auch nicht mehr wiederhergestellt werden. Ebenso habe ich auch nicht die monatliche Gebühr bezahlen müssen, allerdings habe ich viel teurer bezahlt - mit meiner Lebenszeit.

Dass ich das Spiel und meine Charaktere gelöscht habe, bereue ich nicht im Geringsten, obwohl ich das zum Zeitpunkt der Löschung befürchtet habe. Das einzige, was ich bereue ist, dass ich zu feige war, mich einmal mit dem Mädel, das ich durch WoW mehr oder weniger kennengelernt habe, einmal zu treffen (ob letztendlich etwas daraus geworden wäre, sei einmal dahingestellt), denn ich habe erkannt, dass es im Leben zu 98% auf die zwischenmenschlichen Beziehungen ankommt, und denen dient man nun einmal nicht, wenn man alleine vor einem Bildschirm sitzt.

Da es nun durch die Löschung für mich auch kein Zurück mehr zu WoW gibt, werde ich den Kampf gegen mich selbst bis zum Ende ausfechten, koste es, was es wolle. Als Ersatzbeschäftigung werde ich nun wieder verstärkt im Fitnessstudio trainieren gehen und mich mehr um meine Ernährung kümmern (die hat während meiner Zockerzeit etwas gelitten, wobei ich sagen muss, dass ich dennoch weder unter- noch übergewichtig war).

Auf Nimmerwiedersehen, World of Warcraft!
Donnerstag, 9.Jun 2016, 17:07

karla Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 55
Mitglied seit: 25.02.2011
Lieber Martin,

vielleicht wunderst Du Dich, dass bisher noch keine Reaktion, kein Kommentar auf Deine (Spieler)- Geschichte geschrieben wurde,
weil die Beiträge und Diskussionen hier im Forum doch meist sehr rege, vielseitig und auch emotional sind.
Du hast vielleicht schon einiges davon gelesen.

Nun, dann werde ich den Anfang machen und Dich zu Deinem Entschluss beglückwünschen,
WoW und Co. die kalte Schulter zu zeigen.

Du hast sehr ausführlich geschrieben, was und wie erfolgreich Du gespielt hast, aber auch wie schwer es ist,
von der Spielerei loszukommen, trotzdem Du schon vor drei Jahren gemerkt hast, dass Du das nicht mehr willst
und die "Charaktere" gelöscht hast.

Du kannst hier nachlesen, dass ich mich als Angehörige (Mutter) eines Spielsüchtigen an dieses Forum gewandt habe,
hier Fragen stelle, aber auch unterstützend bei der Bewältigung dieser Sucht wirken möchte.

Deshalb habe ich ein paar Fragen an Dich:

- Bist Du der Meinung, süchtig, d.h. abhängig von diesen Spielen zu sein?
- Sind das Löschen der Spiele und Dein "Outing"hier im Forum die einzigen Schritte, die Du als Ablösung von
den Spielen unternommen hast?
- Welche Rolle spielen Freunde (aus Schule, Uni, Nachbarschaft!!!) und deine Familie in Deinem Leben?
- Kennen Sie Deine (Spiel)-Situation?
- Bist Du der Meinung, das alles allein bewältigen zu können, oder hast Du mal an professionelle Hilfe gedacht?
- Mich interessieren auch Deine "gefühlten" Beweggründe, Dich von WoW zu verabschieden.
- Und wie geht es Dir jetzt, einige Tage, nach Deinem wunderbaren Entschluss?

Ich wünsche Dir jetzt erst einmal, viel Kraft und Glück im Leben OHNE!

Liebe Grüße, karla




Montag, 13.Jun 2016, 23:21

Martin Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 06.06.2016
Hallo Karla,

ich werde mal versuchen, mich durch Deinen Fragenkatalog hindurchzukämpfen ;-) (habe die Fragen zur Übersichtlichkeit mal nummeriert)

1. Bist Du der Meinung, süchtig, d.h. abhängig von diesen Spielen zu sein?
2. Sind das Löschen der Spiele und Dein "Outing" hier im Forum die einzigen Schritte, die Du als Ablösung von
den Spielen unternommen hast?
3. Welche Rolle spielen Freunde (aus Schule, Uni, Nachbarschaft!!!) und deine Familie in Deinem Leben?
4. Kennen Sie Deine (Spiel)-Situation?
5. Bist Du der Meinung, das alles allein bewältigen zu können, oder hast Du mal an professionelle Hilfe gedacht?
6. Mich interessieren auch Deine "gefühlten" Beweggründe, Dich von WoW zu verabschieden.
7. Und wie geht es Dir jetzt, einige Tage, nach Deinem wunderbaren Entschluss?

zu 1.:
Nun ist es bereits einige Tage her, dass ich das Spiel und meine Charaktere gelöscht habe und ich leide an keinerlei "Entzugserscheinungen", daher würde ich diese Frage persönlich mit Nein beantworten.

zu 2.:
Ja, es sind bisher die einzigen Schritte, die ich unternommen habe.

zu 3.:
Freundschaften habe ich wenige, dafür bestehen sie aber bereits seit meiner Schulzeit. Auch während meiner WoW-Zockerei habe ich mich mit ihnen getroffen, zwar nicht häufig, weil es wegen des jetzigen Wohnortes und der beruflichen Situation meiner Freunde nicht immer leicht ist, sich zu verabreden, aber immerhin sieht man sich ab und zu (auch zu sportlichen Aktivitäten). Freunde aus Uni oder Nachbarschaft, die den Begriff "Freund" verdienen, habe ich derzeit nicht.
Meine Familie ist mir sehr wichtig, ich sehe sie auch regelmäßig, allerdings gibt es keine tiefgreifenden Gespräche.

zu 4.:
Nein, weder Freunde noch Familie kannten meine Spielsituation. Das liegt zum Teil auch daran, dass sich meine Eltern immer nur für die Noten, die ich nach Hause gebracht habe, interessiert haben. Eine Person, der ich in dem Maß vertraue mich ihr anzuvertrauen, gibt es nicht.

zu 5.:
Professionelle Hilfe lehne ich kategorisch ab, weil ich weiß, dass der Anstoß und die Willenskraft von mir selbst ausgehen muss. Das Erfolgserlebnis ist auch größer, wenn man selbst wieder kleine Schritte in das richtige Leben wagt.

zu 6.:
Meine gefühlten Beweggründe, WoW zu löschen, bestanden in der Einsicht, dass ich durch das exzessive Spielen vor mir selbst und meinen Gefühlen davonlaufe, denn das Zocken betäubt einen zwar, aber durch das Unterdrücken seiner Emotionen wird man nur noch unglücklicher. Während meiner Zockerei hatte ich dennoch ein paar Dates (eigentlich hasse ich dieses Wort, weil es immer eine Drucksituation aufbaut) mit wirklich hübschen und herzlichen Mädels, die aufrichtiges Interesse an mir hatten, aber es wurde daraus nichts, weil ich es immer war, der abblockte bzw. sich nicht weiter öffnen konnte. Man könnte auch sagen, ich bin/war im realen Leben so emotional wie ein Wandschrank. Abgesehen davon hatte ich ja meine Rollenspiel-Beziehung in WoW zu einem Mädel, das ich nicht einmal getroffen habe, zu der ich aber durch monatelanges Chatten eine emotionale Bindung aufgebaut habe und bei der ich mich auch heute noch frage, was sie gerade so macht und wie es ihr geht und zutiefst bereue, sie nicht mal näher kennengelernt zu haben. Ich glaube, in Sachen Beziehung bin ich komplizierter als die meisten Frauen.

zu 7.:
Momentan kann ich sagen, dass ich mich in gewissem Sinne befreit fühle, gleichzeitig aber mit meinen Problemen (erfolgreiche Beendigung meines Studiums/ wieder soziale Kontakte zu knüpfen und zu intensivieren, auch zum anderen Geschlecht) umso heftiger konfrontiert werde, da die Gedanken daran vorher durch das exzessive Spielen unterdrückt worden sind.
Dienstag, 14.Jun 2016, 16:36

der_dau Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
hi Martin,

schön das du hier bist.
Ich möchte dir zunächst zu deinen bisherigen Schritten gratulieren.
Es erfordert viel Überwindung wenn man da in seinem Trott festsitzt und sich dann versucht daraus zu lösen.

Ich kann dir nicht sagen inwiefern du süchtig bist, bzw. wie weit diese fortgeschritten ist.
Aber ich kann dir eines definitiv verraten:

Wenn ich Zahnschmerzen habe gehe ich zum Zahnarzt und wenn mir was auf der Seele lastet, dann gehe ich zum Therapeuten.
In unserer Gesellschafft gibt kaum jemand zu, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil wir Angst davor haben abgewertet zu werden.
Und du kannst mir eine Sache glauben: Wir Menschen sind Meister darin, nicht wirklich zu wissen was wir wollen oder warum wir etwas nicht wollen.

Du zum Beispiel hast Angst abgestempelt zu werden. Das ist der Grund weshalb du keine(psychologische) Hilfe in Anspruch nimmst.
Es ist toll das du hier bist und du kannst auch sicherlich von dem einen oder dem anderen Erfahrungsbericht lernen.
Aber diese anonyme Hilfe allein, wird dich nicht heilen.
Du bist nicht dumm, ich kann das aus deinen Formulierungen herauslesen.
Aber du machst dir was vor. Du hast jetzt jahrelang Dinge vor dir Hergeschoben, deine Sexualität, dein Bedürfnis nach Nähe, Freundschaften, echte Beziehungen...
ich kann das verstehen warum du so argumentierst(ich brauch keine Hilfe, ich bin der Meinung das man es selbst schaffen sollte...), den in dem Moment gibst du ja Schwäche zu, du gibst zubdas du ein Problem hast mit dem du alleine nicht fertig wirst.

Aber du musst einsehen das du dein Unterbewusstsein jahrelang, mit wow und Pornos gefüttert hast und dein Unterbewusstsein hat gelernt das diese Dinge toll sind.
Jetzt hast du einen Motivationsschub und stellst dich deinem Unterbewusstsein entgegen, und das ist ein harter Kampf. Oder warum glaubst du scheitern bei anderen Leuten die Diäten? oder die Aufhörversuche beim Rauchen?
Ich finde du hast (im übrigen auch unabhängig von Videospielen) noch viel aufzuarbeiten, damit du endlich da ankommst wo du hinwillst.
Dienstag, 14.Jun 2016, 17:06

der_dau Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 87
Mitglied seit: 10.11.2015
und wir wissen beide was ein Mann mitte 20 am meisten begehrt.

Versuch dir das ein bisschen durch den Kopf gehen zu lassen und versuche auch einzusehen,
dass der Erfolg einer Veränderung von der benötigten Zeit, dem Widerstand deines Unterbewusstseins deiner Motivation und deiner Struktur abhängt.

Und du hast einige Widerstände und wenn du diese nicht überwindest, drehst du dich nur im Kreis.
Zun Beispiel, wenn ich jetzt lese was du bei 6. über die Mädels schreibst... Ich lese da nur heraus, dass du dir zu viel Druck machst, zu wenig Selbstwertgefühl hast und ausserdem noch ne Menge Angst davor mit ihr Intim zu werden.

Versteh mich nicht falsch, ich möchte nicht über dich urteilen und vielleicht ist das auch alles bullshit was ich geschrieben habe.
Aber wenn du dich mal zurücklehnst tief einatmest und mal überprüfst ob ich dich nicht bei dem einen oder anderen Punkt erwischt habe, dann darfst du mir das gerne schreiben.

Problematik an deiner Situation, ist meiner Erfahrung nach eben folgende:
Du versuchst dich alleine durchzubeißen(egal was andere sagen auf mich trifft das nicht zu), und nach 1bis3 Wochen fällst du in dein altes Schema zurück.
Und das wäre ärgerlich, weil du dir nur noch mehr und mehr Steine in den Weg wirfst und noch länger in deinem dunklen(eher dreckigem) zimmer sitzt und deine Zeit mit wow verschwendest anstatt ein erfühltes und glückliches Leben zu leben.
Unterschätz nicht die Macht der Gewohnheiten(oder Sucht).
Mittwoch, 15.Jun 2016, 20:27

Martin Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 06.06.2016
Hallo der_dau,

natürlich habe ich noch viel aufzuarbeiten, da ich mich durch das Zocken in einer Abwärtsspirale befand (zum Glück kamen keine anderen Süchte dazu; habe nie geraucht, trinke so gut wie nie Alkohol, nehme/nahm auch keine anderen Drogen).
Ich gehe wieder ins Fitnessstudio (aus dem ich jetzt grad auch komme) und kümmere mich mehr um meine Ernährung (bin mit meinem BMI von 20,5 noch relativ dünn, aber das wird sich die nächsten Monate definitiv steigern).
Auch zum Lernen finde ich nun logischerweise mehr Zeit. Dass ich in der Lage dazu bin, gute Noten an der Uni zu schreiben, habe ich dadurch gemerkt, dass ich noch während meiner Zocker-Zeit einmal 2 Wochen Auszeit genommen habe und dadurch in einer Klausur sehr gut abgeschnitten habe, insofern bin ich für die Zukunft zuversichtlich.
Dass ich in 1-3 Wochen (über eine Woche ist ja bereits rum) in mein altes Schema zurückfalle, kann ich definitiv ausschließen (werde mich hier dann auch gerne nochmal zurückmelden nach weiteren Wochen/Monaten), da ich mir einerseits die Möglichkeit genommen habe, wieder einzusteigen (bei diesem Spiel nochmal von 0 anzufangen ist keine Option) und andererseits durch die vielen negativen Erfahrungsberichte, die ich, nicht nur auf dieser Seite, über WoW gesehen habe, ein fanatischer Gegner dieses Spiels geworden bin. Abgesehen davon macht es viel mehr Spaß, den Körper im Fitnessstudio zu triezen (und als positives Resultat einen besseren und gesünderen Körper zu erhalten, der auch das Selbstbewusstsein anhebt) als den Geist/die Psyche durch irgendwelche Spiele.
Aus Deinen Forenbeiträgen habe ich herausgelesen, dass Du früher in Bezug auf Frauen auch sehr zurückhaltend und passiv warst und an diesem Thema gearbeitet hast/arbeitest. Da dieses Thema das einzige (dennoch sehr wichtige) ist, das mir momentan Probleme bereitet, habe ich diesbezüglich 2 Fragen an Dich:

1. Mit welchen (kleinen) Schritten hast du begonnen, auf Frauen zuzugehen bzw. ihnen auf nicht kumpelhafter Ebene näherzukommen?
2. Mit welcher inneren Einstellung gehst Du auf (fremde) Frauen zu?

MfG
Martin
Donnerstag, 16.Jun 2016, 19:29

der_dau Benutzer ist offline

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ach ja, das ewige Rätsel um die Frauen...

googel mal Leonard Baumgardt, der erklärt dir das besser als ich es je könnte.
Ohne seine motivierende Videos und sein Buch hätte ich bis heute noch keinen Erfolg bei Frauen.
Flirten kann man lernen, man muss nur dabei bleiben und sich nicht durch Körbe verunsichern lassen.
Im übrigen hat mir das Flirten auch eine enorne Verbesserung für mein Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und meine Laune beschert

Also der typ ist ein flirtcoach, der holt dich da ab wo du gerade bist & bringt dich dort hin wo du hinwillst.
Kein dämmliches Pickup, kein verstellen & keine Spielchen einfach autentisch flirten.

Ich möchte dir aber auch noch mal an dieser Stelle therapeutische Hilfe raten( also nicht wegen den Mädels).

Im übrigen rate ich dir auch dich sportlich nach einem Verein umzusehen mit einer Sportart die dir gefällt.
Da findet man eben Anschluss.
Klar Fitness ist irgendwoe toll, aber anschluss wirst du beim Pumpen nicht finden.
Du solltest im übrigen auch in Clustern denken und einladungen nachgehen auch wenn es dich nicht besonders lockt, einfach um unter die leute zu kommen.
Es ist halt sehr wahrscheinlich das du dann über andere eben die ein oder andere Bekanntschaft machst.

mfg der dau
Donnerstag, 16.Jun 2016, 19:41

der_dau Benutzer ist offline

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achja das wichtigste hab ich vergessen:

lass dir Zeit und sei nicht zu hart zu dir selbst, mein Weg war lange und steinig, und dann plötzlich stand ich da wo ich hin wollte.
Gerade wenn es um die Frauen geht darfst du dir nichts zu herzen nehmen, aber das erklärt dir leo besser.

Das wichtigste ist eben, zu erkennen wenn man gerade mal wieder vom Pfad abgekommen ist, diesen wiederzufinden.
Egal ob es dabei um Frauen, Freunde, den Pc oder die Motivation fürs lernen geht.

Gerade jetzt ist es eben hart für dich. Du musst dir deine ewige Zockerei als versteckspiel vor dir selbst und deinen Gefühlen sehen.
Und jetzt ist diese Balance nicht mehr da, weil du ja aufgehört hast mit spielen.
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Ganz wichtig: schau dir auf keine Fall lets plays oder Trailer von spielen an... das drückt einfach alle Knöpfe und lässt dich höchstwahrscheinlich wieder in alte Gewohnheitsmuster fallen.



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