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        Counter Strike hat meine Ehe zerstört

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Montag, 25.Jul 2016, 19:55

Josycats Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 25.07.2016
Wer kann mir helfen.
Hallo,
vor 2 Monaten bin ich mit meiner 15 jährigen Tochter zu Hause ausgezogen, da mein Mann und ich uns immer mehr entfremdeten.
Anfangs war ich der felsenfesten Überzeugung, dass dies von beiden Seiten ausging. Ich habe seit 2 Jahren einen neuen Job, der sehr viel Zeit einnimmt, was mir immer wieder vorgehalten wurde. Ich habe dann daran gearbeitet und Freiräume für alle geschaffen. Mein wesentlich jüngerer Mann (19 Jahre Unterschied - nie ein Thema, seit 9 J. Ein Paar €“ 3 J. verheiratet) waren immer ein gutes Team und hatten gemeinsame Interessen und Ansichten.
Im Oktober letzten Jahres fing mein Mann das Spiel Counter Strike an zu spielen.
Immer öfter saß ich alleine auf der Couch und ging ständig alleine ins Bett. Darauf angesprochen warf er mir aber immer wieder mein Job vor und dass ich mich verändert hätte.
Zuerst schien mir das auch plausibel und ich gab mir auch dafür die Schuld. Er verzog sich immer mehr an den PC, trug Kopfhörer, wollte seine Ruhe haben, flippte aus, wenn er eine Runde verloren hatte oder ich ihm z.B. mitteilte dass das Essen fertig ist. Auch nach dem Spielen war er zu keiner Zeit mehr ansprechbar. Ich wurde für Kleinigkeiten auf das Übelste beschimpft und gedemütigt. Ich war Schuld an seiner Müdigkeit, für den Stress auf seiner Arbeit etc. und auch für sein Spielen. Bei jeder freien Gelegenheit wurde sofort der PC angestellt. Seinen heißgeliebten Hund vernachlässigt er ebenfalls. An einem Samstag spielte er 15 Std. am Stück und war überhaupt nicht mehr er selbst. Mit den Spielfreunden wurde erzählt, gelacht, gescherzt - ich aber nur noch angeschrien. Er half nicht mehr im Haushalt wurde unordentlich was mich letztendlich völlig überforderte. Oft behauptete er, mir irgendetwas erzählt zu haben was er aber vergessen hatte. Er ließ sich von mir bedienen und war als ich ernsthaft krank wurde nicht für mich da. Dann fing er an auch beim Spielen Alkohol zu trinken. Vorher tranken wir eigentlich nur wenn Besuch kam mal Bier oder Wein.
Im April wollten wir uns dann noch mal eine Chance geben und sind zusammen nach Rom geflogen. Was soll ich sagen... mein Mann schaffte sich extra ein Laptop an, nahm es mit, damit er im Urlaub seine Spieler-Tipps für das zu dem Zeitpunkt stattfindenden Turnier abgeben konnte. Wieder nur Streit! Noch in Rom schaute ich mich im Internet nach einer Wohnung um. Wieder zu Hause, gab er an, dass er die Trennung wolle, da ich nur meckern würde, ich mich verändert hätte und wir auch nichts mehr gemeinsam hätten (wie auch - ich spiele das Spiel nicht). Als ich ihm offenbarte, dass ich mich schon nach einer Wohnung umsehe, war ich letztendlich auch noch diejenige, welche die Trennung unbedingt wollte.

Die ersten Wochen nach meinem Auszug verbesserte sich unser Verhältnis tatsächlich ein bisschen. Wir telefonierten täglich oder schickten uns Nachrichten oder halfen uns gegenseitig ein bisschen bei den Renovierungsarbeiten und Neuanschaffungen. Er nahm mich in den Arm, wenn ich weinen musste und war auch für mich da. Vorletzte Woche waren wir dann sogar noch einmal für eine Woche zusammen im Urlaub (war länger geplant und stonieren nicht mehr möglich). Da meine Tochter kurzfristig mit ihrem leiblichen Vater in Urlaub flog, konnte ich deren Einzelzimmer beziehen und mein Mann nahm mit dem Hund das Doppelzimmer. Wir verstanden uns wirklich gut und ich hatte die Hoffnung, dass wir wieder zueinander finden würden. Wenn da nicht das besagte Laptop gewesen wäre. Wir hatten viel Regen (ein Grund aber kein Hindernis für Ausflüge) und mein Mann lag ständig auf seinem Bett und war am zocken oder schaute sich Videos zum Spiel an. Gleichzeitig wünschte er aber auch meine Anwesenheit - und ließ sich bedienen. Ich sollte zu ihm ins Zimmer kommen und dort Fernsehen schauen oder lesen. Gesprochen haben wir dann nicht sodass ich dann immer zermürbt auf mein Zimmer ging. Seit einer Woche sind wir wieder zu Hause und seitdem ist Funkstille. Er meldet sich nun gar nicht mehr bei mir und ich möchte ihn auch nicht belagern oder nachlaufen. Ich dachte, dass das vielleicht mal ganz gut ist, damit er merkt wie es so ohne mich ist, da ich immer für ihn da war.

Gestern habe ich mich dann intensiv mit dem Thema Spielsucht beschäftigt und bin dabei sogar auf seinen Account gestoßen. Ich konnte sehen, dass er in der letzten Woche 47,7 Stunden gespielt hatte. Das sind 2 von 7 Tagen!!!! Die Zeit, die er online ist und nicht spielt, noch nicht dazugerechnet!!! Ich bin bestürzt und tieftraurig. Ich fühle mich betrogen, im Stich gelassen, alleine und falle gerade in ein sehr tiefes Loch. All meine Hoffnung, meine Ehe noch retten zu können löst sich gerade in der Welt der PC-Spiele auf. Was kann ich denn nur tun, um ihn zur Vernunft zu bringen und wieder den Mann zurück zu bekommen, den ich geheiratet habe. Ich liebe ihn noch sehr - weiß mir aber keinen Rat mehr. Wo kann ich auch für mich Hilfe bekommen.
Mittwoch, 3.Aug 2016, 11:59

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Josycats,

es tut mir Leid, dass ich dir erst so spät antworten kann auf deine wahrlich verzweifelten Zeilen. Hinzu kommt, dass ich dir auch kein Patentrezept mit auf den Weg geben kann, das deine Ehe wieder ins Lot bringt. Es ist offensichtlich, dass die Spielsucht deinen Mann verändert hat, und somit gibt es für dich keinen argumentativen Weg, ihn zu erreichen und auf Augenhöhe die sicherlich auch vorhandenen Probleme in eurer Partnerschaft gemeinsam aufzuarbeiten. Du hast gegen diesen Sog keine Chance, wie du ja sicherlich auch in unserem Partnerforum zur Genüge nachgelesen hast.

Du hast den vorerst einzig möglichen Schritt getan: Du bist ausgezogen und hast dich aus der Situation heraus genommen. Somit ist dein Mann auf sein alleiniges Leben zurück geworfen und wird früher oder später seiner Counterstrike-Abhängigkeit ins Auge blicken müssen. Du bietest ihm nun nicht mehr die Zielscheibe, die es ihm ermöglicht, die Verantwortung auf dich abzuwälzen, und er wird der Tatsache, dass er suchtkrank ist, nicht mehr länger ausweichen können.

Versuche, den Kontakt zu ihm auf ein Minimum zu reduzieren. Er muss die Möglichkeit bekommen, zu begreifen, was euer Fortgehen für ihn bedeutet, und da wäre es nicht gut, sich ständig zu sehen. Euer gemeinsamer Urlaub war sicherlich hilfreich für dich, endgültig zu begreifen, dass hier kein Beikommen ist, und deshalb solltest du dich jetzt zurück ziehen und dich ganz bewusst auf dein eigenes Leben und das deiner Tochter konzentrieren. Dein Mann wird erst einmal froh sein, dass es nun niemanden mehr gibt, der den Finger in die Wunde legt und dass er nun endlich ungehindert spielen kann. Doch die Ernüchterung wird kommen. Du solltest ihm den Raum dafür geben, aus dem Geschehenen die entscheidenden Konsequenzen zu ziehen - sei es, in der Abhängigkeit stecken zu bleiben und in die dazugehörige Abwärtsschleife zu geraten, oder sich Hilfe zu holen, um seine Familie zu retten.

LG Merle
Mittwoch, 10.Aug 2016, 21:53

Kenn Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 29.07.2016
Hallo!
Es ist sehr schade( Und auch Hund( Es ist einfach schon andere Mann. Ja, ich bin einverstanden, er ist geändert wegen Spiel. Und ich sage aus meiner Erfahrung, dass er kann nicht ändern und sie kann nichts machen, wenn ich will das nicht! Glückwunsch zu ihnen.


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