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Forum
 Foren zum Thema Mediensucht / Forum für Alleinerziehende
        Schulabsentismus/Mediensucht

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Sonntag, 29.Jan 2017, 16:56

Suedwind Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 29.01.2017
Schulabsentismus/Mediensucht
Hallo,

mein Sohn (15) geht seit gut 1/2 Jahr nicht mehr zur Schule, stattdessen sitzt er tageweise
vorm PC. Ich bekomme jetzt einen Familientherapeuten vom Jugendamt gestellt.
Da er mir bereits kräftemäßig überlegen ist, kann ich mich gegen ihn nicht mehr
durchsetzen, indem ich ihm Handy oder PC wegnehme. Einsichtig ist er nicht.
Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Zu einer stationären Einweisung
wegen PC-Sucht würde er nicht mitkommen, eine Zwangseinweisung ist lt.
Jugendamt nicht möglich. Habe ich überhaupt keine Handhabe?

Dienstag, 31.Jan 2017, 16:33

Isabhan Benutzer ist offline

Mitglieder
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 19.10.2009
Hallo Suedwind,

als ich Deinen Eintrag las, habe ich gedacht, dass das ein Beitrag von mir vor 15 Jahren sein könnte... Exakt die selbe Situation.
Mein Sohn ist inzwischen 30 Jahre alt. Jaaaa er hat sich nach Jahren der totalen Abhängigkeit von WoW und Verwahrlosung gefangen. Er hat Jahre lang vonSozialhilfe gelebt und hat inzwischen mit Hilfe von Freunden wieder einen Job gefunden.

Meine Erfahrung : der Beistand vom Jugendamt hat gar nichts gebracht. Die Erlebnis-Pädagogik hat er selbstverständlich abgelehnt, weil es am Segelboot (o. ä) kein WoW (o. ä) gibt.

Mein einziger Rat: Ziehe mit Deinem Sohn in einen Dschungel, wo kein Internet verfügbar ist.
oder... bevor ich einen Shit-Storm von guten Menschen auf mich ziehe ... höre ich auf

ich wünsche Dir viel Kampfgeist, Mut, gute Nerven und Glück!!

Mittwoch, 1.Feb 2017, 17:44

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Suedwind,

du bist in der Tat in einer äußerst schwierigen Situation, so wie all die zahllosen alleinerziehenden Mütter, die mit diesem Problem völlig alleingelassen sind. Wir erleben immer wieder, dass die Jugendlichen sowohl vom Jugendamt als auch von anderweitigen Betreuern in ihrem Mediennutzungsverhalten eher noch bestärkt und die Mütter letztendlich mit ihrer berechtigten Sorge als hysterisch und überängstlich stigmatisiert werden. Empfehlungen wie: "Lassen Sie ihn spielen, solange er will - er wird schon von alleine merken, wann es zuviel ist," verunsichern die Eltern, die oft sehr genau fühlen, dass sie eigentlich dringend die Zeiten massiv reduzieren sollten. Sätze wie: "Das machen doch jetzt alle - da kann man nichts machen - das ist heute halt so," machen ratlos und verstärken das Ohnmachtsgefühl in den Familien.

Wohin es jedoch führen kann, wenn wir Eltern nicht rechtzeitig eingreifen - konsequent, unbeirrt und klar - kannst du in den zahllosen Berichten in unseren Foren nachlesen. Die Abwärtsspirale lässt sich in den meisten Fällen nicht aufhalten, und nicht selten zieht sich dieser Strudel nach unten über viele Jahre hin, bis die Betroffenen viel viel zu spät erkennen, dass es so nicht mehr weitergeht und nur mühsam den Weg zurück finden. Die Angst vor massiven Aggressionen, vor Zerstörungswut und völligem Austicken lähmt die leidgeprüften Eltern und hält sie davon ab, das einzig Richtige zu tun: Weg mit dem "Heroin aus der Steckdose."

Du wirst deinen Sohn zu keinem Klinikaufenthalt zwingen können, weil, selbst wenn die Klinik ihn aufnehmen würde (was sie aber nur bei Freiwilligkeit tut), keine Therapie greifen könnte. Ohne Krankheitseinsicht seinerseits, wird ihm niemand helfen können. Seid ihr denn noch einigermaßen im Gespräch miteinander, sodass du ihn auf unsere Foren hinweisen könntest? Gerade bei den Aussteigern wird er viele Beiträge finden, die ihm zu denken geben könnten. Vielleicht gelingt es dir, ihm, so ruhig wie möglich, das zu schildern, was ihm bevorsteht, wenn keine Veränderung eintritt? Dass er nicht mehr zur Schule geht, darf in keinem Fall von dir toleriert werden. Vergiss nie, dass du das Recht hast, die Polizei einzuschalten, wenn dein Sohn handgreiflich wird. So wird er sich beim nächsten Mal überlegen, ob er dich wieder attackiert.

Wir erleben immer wieder, dass die Betroffenen sich in kürzester Zeit positiv verändern, sobald ihnen kein Internet mehr zur Verfügung steht und sie keine andere Wahl haben, als sich anderweitig zu beschäftigen. Plötzlich werden sie wieder in der Jugendarbeit aktiv, treiben Sport, aktivieren längst vergessene Freunde.... Brauchst du zwingend Internet bei euch zu Hause?...... Ein möglicher und äußerst effektiver Weg. Vergiss nie: DU bist die Große und DU bestimmst die Regeln in deinem Haus.

Ich wünsche dir Mut, viel Mut.
Herzlichst, Merle

Freitag, 27.Okt 2017, 11:47

lakipf Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 27.10.2017
TV Beitrag Mediensucht
Hallo Suedwind,

ich bin Laura und arbeite für akte 20.17 in Sat.1. Aktuell recherchieren wir für einen Beitrag zum Thema Mediensucht bei Kindern und dem Umgang der Familie damit. Leitfrage: Was tun, wenn die Kinder nur noch am Handy/Computer o.ä. sind? Ziel ist, unsere Zuschauer aufzuklären und ihnen Auswege und Hilfsmaßnahmen aufzuzeigen, wenn auch ihre Kinder davon betroffen sind.

Im Zuge dessen suchen wir Familien, deren Kind/er mediensüchtig ist/sind und die sich vorstellen könnten, uns ihre Geschichte zu erzählen oder sich sogar begleiten zu lassen. Wie ist es dir bis jetzt ergangen? Hat die Therapeutin helfen können? Falls du dir vorstellen kannst, dich an uns zu wenden, dann schick eine Mail an redaktion@metaproductions,de

Ich freue mich sehr über Rückmeldung.

Herzliche Grüße
Laura


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