"Wir begrüßen Sie herzlich als Gast beim Netzwerk für Ratsuchende von AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.
Sie müssen sich registrieren, um in den Foren Beiträge verfassen zu können.
Anonyme und kostenlos. Wichtiger Hinweis: Die Nutzung ist völlig unabhängig von den Interessen
oder den Zielen des Vereins.  (mit-AKTIV werden: Info hier)

Netzwerk für Ratsuchende:  (Aufruf alle Rubriken: www.netzwerk-fuer-ratsuchende.de)
-- 
Sucht- und andere Beratungsstellen     -- Forum Fachberatung
-- Kliniken                                                         -- Ambulanzen, Ärzte, Psychologen, Therapeuten
-- Präventionsangebote                                 -- Präventive Interventionen  (neu)
-- bestehende Selbsthilfegruppen              -- Gründungsgesuche für Selbsthilfegruppen
-- Offline-Alternativen (auch therapeutisch)
-- Netzwerke + Initiativen + Vereine + Forschung + andere Institutionen 

Austausch- und Infoforen:                                                             Pressegesuche
Angehörige / Aussteiger / Alleinerziehende / Betroffene / Partner / Umfrage / News / (Ihre)Termine
allgemeiner Austausch / Fragen zur Mediensucht / Suchtpotenzial anderer Spiele / Prominente



Forum
 Neugründung einer Selbsthilfegruppe (SHG) / PLZ 8xxxx
        84347 Pfarrkirchen

Seite drucken

Freitag, 24.Feb 2017, 16:56

Ina83 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 23.02.2017
Selbsthilfegruppe für Eltern und Angehörige
Hallo ihr Lieben,

seit langem bin ich auf der Suche nach Gleichgesinnten. Unsere Tochter (14) wurde in der Schule 6. und 7. Klasse extrem gemobbt. Anfangs schoben wir ihr Verhalten auf die Pubertät. Sahen das normal an das sie sich ständig in ihr Zimmer verkriecht. Wlan wurde bei uns nur zu bestimmten Zeiten freigeschalten, war eigentlich alles im grünen Bereich. Dann viel uns immer öfter auf das sie morgens krank war und den restlichen Tag eigentlich immer sehr schnell erholt und fit. Ich muss dazusagen das wir beide Berufstätig sind und sie somit tagsüber alleine war. Zumindest bis 16 Uhr. Als wir sie darauf ansprachen erzählte sie uns was in der Schule so passiert und auch online über sämtliche Soziale Netzwerke. Erschrocken über das alles suchte ich sofort das Gespräch mit der Schule und es wurde mit Unterstützung zugesagt. Jeden Monat war ich nun im Elterngespräch in der Schule und der Zustand meiner Tochter verschlechterte sich rasant. Wir suchten eine Jugendtherapeutin die wir jetzt wöchentlich aufsuchen. Immer mehr zog sie sich zurück, bis sie es nicht mal mehr schaffte zum essen rauszukommen. Uns viel auf das sie die bis in die Nacht wach war und dann bemerkte ich das das sie vor dem PC sitzt. Ich hatte doch ab 22 Uhr gesperrt? Hmm... gleich mal Passwort geändert und wieder blockiert.. Nächster Tag das selbe Spiel... die konnte doch echt das Passwort umgehen..... Nach einem massiven Zwischenfall ( akute Mobbingattacken) in der Schule hab ich sie erstmal eine Woche zuhause gelassen, danach hat sie die Schule gewechselt. Jetzt geht sie auf eine Ganztagsschule. Seit Herbst hat sie noch nicht wirklich Anschluss gefunden. Als das Zeugnis kam traf uns ein gewaltiger Schock... Unendlich schlecht, versetzungsgefährdet. Wir fühlen uns machtlos im Kampf gegen den Computer. Sie spielt LOL. Hat nur ihre Internetfreunde, jeder der versucht an sie ranzukommen scheitert. Wenn sie von der Schule kommt ist der erste Gang zum PC und dann sieht man sie nicht mehr, außer es kommt Hunger oder sie muss mal... Wobei ich mit nicht mal da sicher bin... Hab jetzt schon mehrmals Handtücher in ihrem Zimmer gefunden die patsch nass waren und nach Urin gerochen haben. Sie belügt uns ständig und auch sich selber. Hab eine riesen Angst sie zu verlieren. Jeden übrigen Euro investiert sie in paysafe Karten für ihr Spiel. Anfang des Jahres hat sie alles Geld von ihrem Taschengeldkonto abgehoben, in paysafe Karten investiert und dann noch Punkte für 40€ per Lastschrift gekauft. Die Bank hat dann das Geld wieder zurück geholt weil ihr Konto nicht gedeckt war. Egal was ich mache oder versuche es geht immer nach hinten los. Würde mich so gerne mit Eltern die in einer ähnlichen Situation sind unterhalten, beraten und einfach mal hören wies anderen geht. Vielleicht findet sich auf diesem Weg jemand aus meiner Umgebung für regelmäßigen austausch. Am besten in einer Selbsthilfegruppe.

Danke!
hoffnungsvoll Ina83
Samstag, 4.Mär 2017, 19:24

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Liebe Ina,

leider hast du uns deinen Postleitzahlenbereich nicht verraten, sodass wir nicht wissen, was du mit "aus meiner Umgebung" meinst. Hast du mal in unserem Netzwerk für Ratsuchende in der Rubrik ´Selbsthilfegruppen` geschaut, ob es dort bei dir in der Nähe einen Eintrag gibt? http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/foren/9/vorstellung-bestehender-selbsthilfegruppen-shg/ Der Austausch mit anderen betroffenen Familienangehörigen ist unglaublich wichtig und hilfreich, weil die meisten, die dieses Problem nicht unmittelbar erleben, gar keine Vorstellung davon haben, wie sich das Ganze anfühlt.

LOL ist ein Spiel mit einem ebenso hohen Suchtpotential wie WoW, und du wirst mit Sicherheit bei deiner Tochter keine positive Veränderung erleben, solange sie Zugang zu diesem Spiel hat. LOL hat sie bereits voll im Griff und alles andere tritt in den Hintergrund, weil ihr einziges Bestreben nur noch ist, so schnell und so ausführlich wie möglich an ihr Suchtmittel zu kommen. Deshalb ist es kein Wunder, dass sie der Schule fernbleibt und dass ihre Noten eine Katastrophe sind. In unseren Foren kannst du nachlesen, in welche Abwärtsspirale diejenigen geraten, die im Bann der Spielsucht stehen. Für Argumente sind sie nicht mehr zugänglich, weil ihre Abhängigkeit alles vernünftige Denken überlagert und schließlich vollkommen auslöscht.

Eure Tochter ist erst 14 Jahre alt und deshalb solltet ihr euch ganz klar an den Punkt heranarbeiten, dass ihr die Kraft aufbringt, ihr LOL zu entziehen. Würdet ihr es zulassen, dass sie z.B. eine Droge einnimmt, die ihr ganz offensichtlich schadet? Betrachtet LOL als eine solche, dann müsste klar auf der Hand liegen, was zu tun ist. Es gibt sicherlich Kinder, die es schaffen, diese Art von Spielen zu spielen, ohne vollkommen abhängig davon zu werden, doch eure Tochter ist dazu nicht in der Lage. Ihr müsst daraus die Konsequenzen ziehen, denn ihr dürft es nicht weiter zulassen, dass sie durch ihr unkontrolliertes und nicht mehr steuerbares Zocken den Boden unter den Füßen verliert. Wenn ihr die zahllosen Beiträge der leidgeprüften Angehörigen in unseren Foren ausführlich studiert, wird euch klar werden, welche verheerenden Auswirkungen die Onlinesucht auf die Entwicklung eures Kindes hat. Zieht euch daraus die Kraft, an dieser Stelle unbeirrt und klar einzugreifen und eurem Kind durch euer konsequentes Handeln da raus zu holen.

LG Merle
Sonntag, 5.Mär 2017, 21:06

Ina83 Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 23.02.2017
Danke
Danke für deine Antwort Merle,

Unser PLZ Gebiet ist 84347. ich weiß das wir irgendwie versuchen müssen das mit dem Spiel zu Beemden. Aber ich weiß nicht wie! Egal was wir blockieren sie knackt jede Sperre und jedes Passwort. Bei uns ist kein Handyempfang wir sind auf das Festnetz angewiesen. Kann man über den Betreiber das Konto sperren lassen? Morgen hab ich ein Gespräch mit ihrer Therapeutin. Für unsere Tochter gibt s nur noch die Internetfreunde. Alles was mit realen Menschen in Ihrer Umgebung zu tun hat interessiert sie nicht. An Halloween und an Silverster war sie bei Mitschülern eingeladen und ist auch hingegangen aber sonst sucht sie keine Kontakte. Will nichts ausmachen. Sich nicht mit anderen treffen. Gestern ist sie mit uns auf ein konzert gegangen, es hat ihr total Spaß gemacht. Als die Band fertig war war ihr auf einmal schlecht und sie wollte sofort nachhause...zuhause angekommen lief sofort der PC... nehm ich ihr den Rechner wird s so extrem das es nicht auszuhalten ist... erst extreme Aggression danach Geheul und danach Lügen dass sich die Balken biegen... sie ist auch schon weggelaufen müsste dann die Polizei einschalten... bin absolut überfordert mit der Situation....

Lg Ina83
Dienstag, 7.Mär 2017, 13:26

Ina83 Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 23.02.2017
Entscheidung getroffen
Hallo ihr Lieben,

Ich habe jetzt mit der Therapeutin die Entscheidung getroffen. Meine Tochter und ich werden gemeinsam den ersten Schritt machen und in eine Klinik gehen. Sie ist zwar nicht wirklich begeistert, aber ich will und muss sie zurück ins Leben holen. Noch ist es nicht zu spät! Drückt uns die Daumen!

Liebe Grüße
Ina83
Sonntag, 12.Mär 2017, 19:07

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Liebe Ina,
ich bin sehr erleichtert, dass du so schnell zu dieser wichtigen und sicherlich richtigen Entscheidung gefunden hast, und ich bin froh, dass die Therapeutin gemeinsam mit dir an einem Strang zieht. Du wirst sehen, wie gut es deiner Tochter tun wird, ins wahre und greifbare Leben zurück geholt zu werden. Sie wird neu erlernen, wie schön es sein kann, reale Erlebnisse haben zu dürfen, seine Kräfte wieder neu zu entdecken und zu entfalten und diesem verheerenden Kreislauf der absoluten Isolation zu entkommen.
Ich begleite euch gedanklich mit den allerbesten Wünschen und freue mich auf weitere Berichte von dir.
Viel Kraft und ganz viel Zuversicht wünscht euch
Merle


Seite drucken  |  Nächstes Thema
 
Gehe zu
 


 Wer ist online?


Benutzer online: 0, Gäste online: 38

 Forum Statistiken


Themen: 1136, Beiträge: 4138, Mitglieder: 1949
Wir begrüssen unser neuestes Mitglied: Tho.mas

 Heutige Geburtstage


Heute hat kein Mitglied Geburtstag.