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Donnerstag, 1.Jun 2017, 13:38

Cavia Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 27.04.2017
Hallo Franc,

Alles valide Themen, danke!

Ich möchte nur eine Sache klären:

Zitat
Original geschrieben von: Franc
Leider muss ich auch sagen das Langeweile das schlimmste ist was man einem Kind antun kann, ka. welcher Therapeut das vorgeschlagen hat aber das ist definitiv keine Lösung.


Mit der Langeweile wurde von dem Therapeut was anderes gemeint. Nicht "lengeweile dich, weil duso ein so mieser Typ bist"
Die, sozusagen Methode, wurde in Verbindung mit der Schulfobie meines Sohnes vorgeschlagen. Die Idee ist, wenn er in die Schule nicht geht, soll er auch keine Möglichkeit wärend dieser Zeit zu Hause haben, sich speziall attraktiv zu amüsieren. Sonst hat er keine Motivation, sich zu bemühen, seine Fobie zu bekämpfen. Wozu denn, wenn er sich selbst für die Schulabwesenheit mit Computer, TV, PSP oder was auch immer belohnen kann?
Der Mechanismus soll folgendermassen wirken: bist du nicht in der Lage, in die Schule zu gehen, dann OK, wir verstehen das, du hast Angst, du bist müde, du fühlst dich schlecht. Aber normalerweise sind Leute wie du am Vormittag in der Schule und du auch solltest. Wenn du dich so wohl zu Hause fühlst und keine Nachteile siehst, wirst du nie die Probleme loswerden! Deswegen darfst du zu Hause bleiben, aber gleichzeitig mit so gut wie keinen Möglichkeiten der einfachen Flucht in andere Welte vie Comp oder TV. Du kannst Bücher lesen, Radio hören, basteln, Hausaufgaben machen, lernen usw. Dies gilt für die Zeit 8-14.

Mit deiner, Franc, Aussage über die Langeweile generell bin ich völlig einverstanden und wir haben schon immer sehr viel den beiden Kindern interessante Freizeitmöglichkeiten gezeigt, vieles zusammen gemacht usw. Auch jetzt, wenn die beide Teenager sind. Wir beide haben unsere Hobby und die Kinder sehen das auch, ihre Hobbys haben wir auch immer unterstützt, auch wenn wir die nicht verstehen
Mein Sohn weisst sehr gut, was man mit dem Computer machen kann, er kann das sogar sehr gut! Programmieren, Kodieren, Filme drehen und bearbeiten, Musik, alles nützliche und unnnützliche... Sogar als Hacker... Hat unheimlich gute Werkstatt und sehr breites Wissen in dem Thema, was wir gerne oft nutzen!
Aber im vergleich mit dem Zocken ist alles so dumm für ihn. Mann muss sich Mühe geben; was kann schief gehen; Der Film oder Musik oder Programm kann schlecht bewertet werden. Beim Zocken besteht diese Gefahr eigentlich nicht.
Freizeitangebote für die computerbegabte Jugend - neeeeein, danke - was kann ich dort noch lernen? Schulolympiade im Programmieren? Pfffff! So sieht das aus.

Wenn ich ihm was vorschlage - zB gestern hat er für uns die neuen Möbel zusammengebaut - macht er das schnell und gut. Aber sonst, wenn er keine Möglichkeit hat, zu Zocken oder mit Freunden auszugehen, macht er nichts. Wirklich.

Er hatte immer das Traum, Pilot zu werden. Er weiss sehr viel von der Aviation, ist kerngesund, mit sehr gutem Reflex und Sehkraft. Ein Experte sagte ihm, er solle so schnell wie möglich anfangen, er habe Potential schnell Fortschritte zu machen, Der Flugsportklub mit Flugplatz haben wir in unserem Stadtviertel! Wir haben ihm gesagt, wenn er nur will... "Nein, was kann ich dort noch lernen? Bevor ich die Möglichkeit habe, zu fliegen, müsste ich dort viele Stunden das zuhören, was ich schon weiß. Pffff.

Mit so einer Einstellung ist es sehr schwierig, Ihn für irgendwas zu begeistern. Könnte eigentlich typisch für den Alter sein, aber in Kombination mit der geringern Ausdauer ist das schon eine Katastrophe.

Und die Theorie "was passiert wenn du weiter so lebst" kennt er auch sehr gut. Macht aber nichts.

Was wir noch machen können? Eigentlich sehe ich nur noch eine Möglichkeit, die wir seit einiger Wochen konsequent verwirklichen. Das is das, was Du Franc geschrieben hast:
Zitat
Original geschrieben von: Franc
das Ihr ihm klar machen könnt das seine Taten folgen haben und er auch Taten walten lassen muss um das zu bekommen was er möchte.


Sonntag, 4.Jun 2017, 10:05

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 800
Mitglied seit: 12.06.2009
Liebe Cavia,

das mit der Langeweile sehe ich genauso. Solange den Betroffenen die Möglichkeit bleibt, statt in die Schule zu gehen, zu Hause gemütlich zu zocken und so ihre freie Zeit problemlos zu füllen, wird sich nichts bewegen können. Sie bekommen dadurch nicht die Chance, über sich und ihre Situation zu reflektieren. Ein verzweifelter Betroffener schrieb uns einmal: "Ich setze mich jetzt wieder vor mein Spiel, weil ich dann nicht weiter darüber nachdenken muss, wie sehr mein Leben durch das Spielen in eine Sackgasse geraten ist." Ein Teufelskreis. Das Spiel bietet -scheinbare- Zuflucht vor den negativen Konsequenzen. Unseren Kindern sollte bewusst werden, wie leer ihr Leben ist, wenn sie nicht zocken können. Dass wir sie mit dieser riesigen und auch bedrohlichen Lücke auf Dauer nicht allein lassen, ist selbstverständlich. Im Hintergrund sollte immer die Bereitschaft stehen, ihnen in Freizeitangebote "hinein zu helfen", aber sie sollten diese Leere erst einmal intensiv zu spüren bekommen, um daraus im Laufe der Zeit eine Erkenntnis zu gewinnen. Wir sind nicht dafür zuständig, sie zu "bespaßen". Wir sollten ihnen zutrauen, dass sie nach der ersten lethargischen und schier unerträglichen Phase des Nichts aus eigener Kraft in der Lage sind, ihre kreativen Kräfte und ihre Talente zu aktivieren. (Dazu gehört natürlich, dass es nicht erlaubt ist, den Fernseher den ganzen Tag laufen zu lassen!! Diese Passivberieselung erstickt jedes Nachdenken im Kein und so ist nichts gewonnen.)

Haltet durch. Ihr macht das gut.
Merle



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