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        Allein mit Säugling

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Mittwoch, 21.Jun 2017, 17:26

SalzUndZitrone Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 21.06.2017
Hey ihr alle da draußen!
Ich bin 29 und habe mit meinem Partner (35) einen 4 Monate alten Sohn. Wir waren nicht ganz ein Jahr zusammen (da schon turbulent, er hatte bissl ein Problem mit Bindung kam mir vor)da wurde ich ungeplant schwanger. Wir entschieden uns beide für eine Beziehung und Kind. Sehr bald wurde es immer schwieriger, mir kam immer vor er entzog sich seiner Verantwortung und ließ mich viel allein (sind erst im 7.Monat Zusammengezogen) aber da dachte ich noch, er ist überfordert und das wird - haben mir alle anderen immer gut zugeredet. Als wir zusammenzogen wollte er dann immer weniger Sex und als ich es ansprach, war die Schwangerschaft schuld. Für mich hart aber heute weiß ich, auch ohne Schwangerschaft wäre es schnell so gekommen. Bald darauf kam ich drauf, dass er fast täglich, wenn ich mein Schläfchen machte, Pornos im Nebenzimmer sah. Nach ca Wochen stellte ich ihn zur Rede und reagierte, feurig wie ich bin, ganz heftig und schrie ihn an, weinte auch viel und meinte er könne das doch so nicht machen, kein Sex mit mir aber Pornos und das so offensichtlich. Daraufhin versteckte er es besser - aber ich kam immer wieder drauf wenn ich zb einkaufen ging und was vergessen hatte - NebenzimmerTür war zu. Da knallte ich dann immer Türen und dann musste er sich wieder meinen Wutanfällen stellen. Das passierte dann noch einige Male so. Nach der Geburt verlief es ruhig bzw war er oft stundenlangen im Fitnesscenters schätze er hat es dort am Handy getan. Mehr und mehr ließ er mich allein weil er dachte jetzt hab ich ja ein Kind und bin glpcklich, da kann er wieder seine Freiheit genießen (heute weiß ich, der Verantwortung entziehen) das habe ich ihm auch immer wieder vorgeworfen - er wollte immer weg, Freunde treffen etc, um die Familie kämpfte ich, er für sich. Sex wollte er weiterhin fast keinen, die Ausrede war nun, dass ich immer so viel stritt mit ihm und herumschrie. Dann kam der große Schlüsselmoment - wir kamen von einem Ausflug zurück und ich setzte mich zum Stillen vor den großen Bildschirm (war an sein Notebook gekoppelt) da erschien die Homepage einer Prostituierten, in unserer Nähe, samt Preisliste Fotos usw. Da bin ich ausgezuckt, hab ihn angeschrien und seinen Laptop auf den Boden geworfen und bin wie eine Verrückte darauf herumgesprungen. Dann bin ich mit unserem Sohn zu meinen Eltern. Er war fertig. Nach einer Woche sind wir wieder zurück und auf meine Frage ob er es getan hätte antwortete er ehrlich: ja.nun eben übers Handy. Und da wurde es mir klar. Er ist süchtig. Setzt sogar seine Familie aufs Spiel. Zu der Zeit waren wir auch schon in Paartherapie - aber darauf sind wir nicht gekommen, es ging eher immer um die Verantwortung die er nicht übernahm und seine traumatische Kindheit. Die Therapeutin gab ihm den Kontakt für einen Spezialisten. Er sah sein Problem ein und wollte mit der Therapie beginnen. Danach lebten wir so gut als möglich vor uns hin und er vereinbarte eine Termin - leider war erst 1 Monat später einer frei. Leider eskalierte es dazwischen wieder, da ich im Streit sein Handy nahm und im Internetverlauf wieder Pornos und Homepages diverser Prostituierten fand. Und auch, dass er teilweise deren Namen googelte, also sie ja fast staklte) seit der Therapie war er bis zu dem Zeitpunkt abstinent gewesen aber herauszufinden dass er es dazwischen mehrmals getan hätte und auch oft in Zeiten als er meinte er könne uns nicht abholen weil er sich nicht gut fühle, aber eigentlich einfach "es" Tat und uns im Stich ließ. Mir wurde dann auch klar, dass warum er die Krankenschwester, die ihn angesprochen hatte während er wartete, dass er zu mir in den Op durfte (nach 18 Stunden Wehen Sectio) gegoogelt hatte. Damals versuchte ich ihm noch zu glauben als er meinte, die war so stark geschminkt und ich wollte wissen, was das für eine ist ... das tat so weh. Und als er mir das Handy wegnehmen wollte, wehrte ich mich und schlug ihm auf die Brust und heulte und schrie - ich konnte einfach nicht mehr. Daraufhin rief er mich am nächsten Tag an - er würde dieses Wochenende nicht nach Hause kommen. Er erledigte nich den arzttermin für unseren Sohn mit mir und dann ging er ... mal wieder. Das kannte ich schon von ihm. Wenn es eskalierte, ging er für ein paar Tage. Ich fühle mich so alleingelassen und er hat mir nicht nur mein Herz gebrochen, sondern auch meinen Verstand. Das Leben mit Säugling allein und diesen Haufen an Problemen die er in mein Leben gebracht hat - beim kleinsten Geräusch schrecke ich hoch und ich fühle mich so alleingelassen. Derzeit kommunizieren wir nur wegen Rechnung etc. Emotionslos. Er will uns nicht im Stich lassen bzw weiterhin für uns sorgen (zahlen etc) und er schreibt auch immer, dass er weiter nach einem Therapieplatz (er ist nun in der Nachbarstadt, dort arbeitet er und wohnt derzeit bei seinem Bruder) sucht. Das schlimme ist, dass ich immer noch warte/hoffe, dass er zurückkommt. Ich war mal eine starke Frau...
Mittwoch, 21.Jun 2017, 19:37

SalzUndZitrone Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 21.06.2017
Wie kann ich nun damit umgehen? Meine Gedanken kreisen ständig um dieses Thema und ich fühle mich so maßlos überfordert mit der Situation. Auch dass ich nicht weiß, ob es nun wirklich das Ende ist. Ich weiß ich muss nun einfach mal Zeit vergehen lassen, dasa wir alle runter kommen können aber das ist so schwer ... ich bin richtig zum Psycho geworden kommt mir vor ... er hat mir meine Lebensenergie geraubt, ich fühle mich so leer, traurig und wütend. Und schwach. Und das alles neben unserem Baby. Der einzige Grund, warum ich manchmal lächle und mich bemühe ... es tut mir aber auch für meinen Sohn so leid, dass ich ihm nicht die liebevolle und gesunde Mutter sein kann, die ich eigentlich sein möchte ... ich singe, bade und füttere ihn ... aber er wird auch spüren, dass ich nicht ich bin :(
Freitag, 23.Jun 2017, 16:29

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo,

du bist sehr in Not, das ist zu spüren, aber da gibt es einen Schlüsselsatz, den du dir fest in dein Herz nehmen solltest: "Ich war mal eine starke Frau". Jawoll, und dahin gilt es, zurück zu kehren. Ich bin erleichtert, dass dein Partner gegangen ist, denn offenbar hättest du vorerst nicht die Kraft aufgebracht, ihn zu verlassen oder ihn aufzufordern, zu gehen.

Dein Partner ist krank und du kannst ihm nicht helfen! Dies musst du akzeptieren, so schmerzlich es auch ist. Pornosucht ist eine ernstzunehmende Abhängigkeitserkrankung, an der du als Partnerin zerbrechen wirst. Für euch wird keine normale Beziehung möglich sein, so sehr du dir das auch wünschen magst. Kein Betteln und Flehen, kein Wutausbruch, kein Appell an seine Vernunft und kein eingefordertes Versprechen kann ihn davon abhalten, seinem Drang nach diesen Tätigkeiten nachzugehen. Es liegt einzig und allein bei ihm, sich auf eigenen Wunsch hin und verursacht durch größten Leidensdruck in ihm selbst, nach Hilfe umzusehen. Dein Part dabei ist, dich und vor allem dein Kind, "in Sicherheit zu bringen". Lies dir bitte all die Forenbeiträge der ebenfalls davon betroffenen Partnerinnen durch, damit dir klar wird, dass du hier keine Chance hast.

Wenn du die nächsten Monate damit verbringst, darauf zu hoffen, dass er zu euch zurück kehrt und dann alles irgendwie wieder gut wird, vergeudest du wichtige Seelenkräfte, die du lieber dazu nutzen solltest, nach vorne zu schauen und an eine Zukunft für dich und deinen Sohn zu glauben. Halte dich nicht künstlich in einer Warteposition auf, die dir verbietet, wirklich zu leben. Du hast völlig Recht, dass dein Kind spürt, wie traurig du bist. Wenn du dein Leben mit Warten und Hoffen auf Stillstand hälst, wird sich daran nichts ändern und wird dein Kleines diese Trauer mit in sein Leben aufnehmen. Kehre zu der starken Frau zurück, die du mal warst und setze alle Kräfte ein, sie in dir wieder zu finden. Du hast es verdient, ein "ganzes "Leben in Fülle zu leben statt ein "halbes" in sinnloser Warteschleife.

Dafür wünsche ich dir ganz viel Kraft und Zuversicht, für dich selbst und für deinen kleinen Sohn.

Merle
Samstag, 24.Jun 2017, 22:40

SalzUndZitrone Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 21.06.2017
Liebe Merle!
Vielen Dank für deine Antwort ... es ist so hart ganz loszulassen und mir kommen den ganzen Tag über schlimme Bilder in den Kopf, ich sehe (schon zu lange) die Welt mit seinen Augen ... also jede hübsche Frau bringt mich nur zu dem Gedanken "was würde er sich hier vorstellen, welche abartigen, grausigen Gedanken" und ich mag mich dafür selbst nicht. Aber seit er weg ist, jetzt etwas über 1 Woche, wird es weniger, wenn auch nur in ganz kleinen Schritten. Ich habe vor einigen Tagen, jetzt in meinem Tiefpunkt, einen Entschluss für den Start meiner "Heilung" gefasst: ich werde mit meinwm Sohn für ein Monat ins Ausland gehen. Erste Anlaufstelle ein Freund, den ich auf einer früheren Allein-Reise kennengelernt habe, und dann schau ich weiter. Gestern habe ich einen Flug gebucht, mal ein One-Way Ticket. Allein-Reisen war für mich immer wunderbar, eine Herausforderung aber immer was ganz tolles. Für mich war nun schnell die Erkenntnis da: nur so kann ich meinen Kopf säubern und wieder zu mir zurückfinden. Mit Säugling nun eine weitaus größere Herausforderung aber ich will wieder ICH sein. Es ging mir, obwohl ich in meinem Leben schon einige Hürden meistern musste, noch nie SO schlecht. Aber ICH WILL DAS SO NICHT!!!! Ich schreibe dies, da ich damit vielleicht anderen Frauen zeigen kann, dass es in der TIEFSTEN SCHEIßE (ja, für diese Situationen ist genau diese Wortwahl angemessen) wieder bergauf gehen muss. Ich bin grad nicht die starke Frau und daher ist dieser Schritt für mich doppelt und dreifach schwer. Aber ich seh das Ziel bzw ein Etappen-Ziel dahinter. Puh ... härteste Kost das Ganze. Aber alle die das lesen sollten: Das ist nicht das, womit ihr euch zufrieden geben sollt! Festen Drücker an alle Gleichgesinnten da draußen.
Mittwoch, 28.Jun 2017, 17:43

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo,

das hört sich doch äußerst gut an und ich finde, dass da die starke Frau von früher bereits kräftig durch blitzt. Diese Reise wird dir gut tun, da bin ich mir sicher. Und du wirst es dabei schaffen, all das Scheußliche, das du erleben musstest, abzuschütteln. Den Abstand, den du dadurch zwischen euch bringst, brauchst du, um am Ende mit großer Distanz und vielleicht auch mit Erstaunen darauf zurück zu blicken - im Sinne von: "Kann das wahr sein, dass ich so etwas Abwegiges erlebt habe?" Und du wirst dir mit Verwunderung die Frage stellen, warum du das tatsächlich so lange erduldet hast.

Ich finde es großartig, wie schnell du dich gefangen hast und wie klar du bereits zu handeln in der Lage bist. Dies kann anderen Frauen, die sich in derselben Situation wie du befinden, sicherlich helfen, auch mit viel Kraft endlich einen Schlußstrich zu ziehen.

Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit im Ausland, zusammen mit deinem kleinen Sohn. Auf dass du, wenn du zurück kommst, wieder diejenige sein kannst, die du mal warst.

Herzliche Grüße
Merle


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