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Samstag, 25.Nov 2017, 11:13

neuhier Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 25.11.2017
Bin noch unter Schock
Hallo.

Ich hoffe, es ist ok, wenn ich noch sehr unzusammenhängend schreibe.
Strenggenommen bin ich kein Partner eines Mediensüchtigen mehr. Aber wir wohnen noch zusammen, bis ich eine leistbare Wohnung für mich und mein Kind gefunden habe. Trotzdem ist die Endgültigkeit noch frisch.
Ich bin noch gar nicht soweit, meine Situation schildern zu können, habe aber trotzdem das dringende Bedürfnis, mich jemand mitzuteilen, der ähnliches kennt.
Ich fühle mich unter Schock.
Im Moment habe ich nur anklagende Gedanken für meinen ehemaligen Partner(?) übrig und kann mich nicht weiter mit meiner Co-Abhängigkeit auseinander setzen. Es raubt mir Kraft, die ich für meinen Alltag, mein Kind und die Wohnungssuche brauche. Es klingst also alles noch sehr gemein, tut mir leid.
Mich würde aber interessieren, ob sich jemand, ob Angehöriger oder nicht, im Folgenden wiedererkennen kann. Ich fühle mich gerade sehr allein mit meiner Erlebniswelt...
Deshalb nur ein Text_


Du bist völlig leer. Du wünschst dir Intimität, aber sie ist unerreichbar für dich.

Dadurch verlierst du alles, was du dir nie gewünscht, aber trotzdem bekommen hast.
Und daher nie bedauern wirst.
Alles Gute noch.
Ich bleibe ein Mensch.

Dein arroganter und gleichzeitig flehender Blick, den du auf Frauen wirfst, nein, wie du starrend an ihnen vorbeiläufst, während dein Kopf sie weiterverfolgt. Und ich hinter dir her laufe.
Ohhhh, die Versprechungen, die von ihnen ausgehen, ohne dass sie auch nur mit dir gesprochen hätten. Immer eine Art Frau.Deine Mutter, deren Nähe du möchtest,
deine Mutter die du erniedrigen willst, damit die Nähe bewiesen ist.

Ich habe deine Oberflächligkeit verkannt. Wahrscheinlich dachte ich, wenn du mich als Partner wählst€ Bin nicht besonders schön, eine negativistische Grüblerin.
Aber: du hast mich nie gewählt, wir waren nur eine Option.
Sobald wir mit dir zusammen lebten, war der Kick vorbei, der nächste musste her.
Ein Tab von vielen in deinem Amateurexhibitionistensumpf.
Keine Bestätigung von mir wie von der Footballcommunity?
Nicht der Herrscher der Welt wie im Strategiespiel, sondern nur ein Mann mit eingelaufenen Jogginghosen, der immer noch keine Kartoffeln geschält hat?
Klick, klick, klick.
Scheiße, der verdammte Tab lässt sich nicht schließen. Strg, alt, entf.

Wir hofften einmal, wir wären deine Familie.

Ich bin schnell die alte, verbitterte Hexe geworden, in die ich mich verwandle, wenn ich unzufrieden bin. Und noch nicht sprechen kann. Mich immer hinterfragend, ob ich nicht übertreibe.

Hier habe ich nicht übertrieben. Ich war verzweifelt. Weil von Anfang an alles verloren war.
Ich habe es bitter gefühlt.

Liebe gab es nicht, aber Eifersucht. War nur eine Sucht von vielen deiner Süchte.
Der nächste Kick/KLick: Urlaub, Auto, Hund.Eigentumswohnung?
Minimum: Zigaretten, Bier, gutes Essen.
Weil du leer bist. Mit Rückenschmerzen.
Wie kontrolliert du nur aller 20 Minuten rauchst, während ich natürlich €gedankenlos€ eine nach der anderen vernichte.
Es ist mir nie aufgegangen, wie man Abhängigkeit mit Selbstdisziplin verwechseln kann.

Das Lamentieren über den Platz jeglichen Kochlöffels während die Wohnung verdreckt.
Die kleinkarierte Borniertheit deines Vaters, die aber ohne jegliches MITgefühl ist und die du zu 100% übernommen hast. (Armer Kerl, das tut mir wirklich leid)
Die fehlende männliche Anerkennung, die wir beide nicht hatten. Und uns beide nicht geben konnten. Wie auch? Ich bin keiner und du irgendwie auch nicht.Und.
Ich bin kein Spiegel aus Gold. Ich bin ein angeschlagener Spiegel aus Messing.
Und du wirst nicht zwingend schöner darin, manchmal sogar hässlicher.
Das muss man ertragen können. Menschen. Sich.
Aber was rede ich.
Du hattest nicht den Mut öfter hineinzusehen.
Das erste Mal, als dich nicht ein König daraus anblickte, der die Bettelmaid errettet hat, hast du sich wieder in dein eigens errichtetes Spiegelglashaus gekauert.
Aber die nächste Frau, dir es dir poliert, wirst du vielleicht bezahlen müssen.





Wie gesagt, es ist alles noch sehr direkt und fies

Liebe Grüße an alle und danke fürs Lesen,
Eure neuhier.
Freitag, 1.Dez 2017, 16:59

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo neuhier,
klar stehst du noch unter Schock und das darfst du dir auch zugestehen. Ganz offensichtlich bist du ein Mensch, der seine geballten Emotionen sozusagen "wegschreiben" muss, um Klarheit über seine Gefühle zu bekommen. Deshalb denke ich, dass es dir helfen wird, ein Tagebuch zu führen, in dem du, ohne Kommentare von draußen befürchten zu müssen, alles loswerden kannst, was dir auf der Seele liegt. Kaufe dir einen dicken Collegeblock, den du auch in die große Handtasche oder dernRucksack tun kannst, damit du ihn immer dabei hast. So kannst du jederzeit zum Stift greifen und Stück für Stück all das verarbeiten, was dir widerfahren ist.
Du solltest versuchen, so schnell wie möglich aus eurem Noch-Zusammenleben auszusteigen und dir was Eigenes aufzubauen. Vielleicht ist es dir ja auch möglich, vorerst bei Freunden unter zu schlüpfen, bis du ein neues Zuhause für dich und dein Kind gefunden hast.
Ich drücke dir fest die Daumen, dass das Schreiben dir Kraft gibt und du bald den Kopf wieder hoch tragen kannst. Dein Kind wird dir dabei helfen, denn es zwingt dich, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen und das absolut Allerbeste aus deinem Leben zu machen.
LG Merle


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