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        Youtube und Gaming

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Dienstag, 10.Apr 2018, 12:51

Yoyoyoghurt Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 10.04.2018
Youtube und Gaming
Hallo zusammen,

Heute möchte ich aber den Schritt wagen, denn ich weiß schon lange nicht mehr weiter.

Es geht um meinen 15 jährigen Sohn.
Bei meinem Sohn wurde schon im Kindergarten vermutet, dass er ADHS hat, da er aber noch zu jung für eine Diagnose war, haben wir bis zum Schuleintritt gewartet. Er wurde bei einem Kinderpsychiater durchgecheckt und bekam die Diagnose ADHS.
Ich selbst litt damals zu der Zeit an einer Spielesucht.
Ich kaufte meinem Sohn ein Nintendo, Pc, ein Tablet, einen Tv usw, fütterte ihn quasi mit Medien. In der Schule war er immer gut bis sehr gut. Freunde hatte er kaum.

Das ganze ging rapide bergab seit der 6. Klasse. Dort brachte ihn ein Schulfreund auf den Geschmack von Youtube. Er fing an den ganzen Tag im Bett zu liegen und auf sein Handy zu starren. Er vernachlässigt die Schule, die Noten schmieren ab. Zettel und Tests erreichen nicht unser Zuhause. Ich bekomme Briefe, dass mein Sohn mal wieder kein Referat abgegeben hat. Ich frage ihn immer wieder, ob was anliegt in der Schule, ob für einen Test geübt werden müsste - nein! Mein Sohn schreibt nie Tests wie es scheint.

Er geht kaum raus, Fahrradfahren, Basketball spielen, mit Freunden abhängen, usw macht man heutzutage alles nicht mehr, sagt er. Alle liegen zu hause im Bett und gucken Youtube.

Das Zimmer verkommt, Müll stapelt sich neben seinem Bett, die Wäsche türmt sich.

In den Ferien geht er kaum duschen.

Nun geht er wieder vermehrt an seinen Pc, zockt counter strike mit seinen Schulfreunden. Manchmal zocken wir auch zusammen. Hier hat jeder seinen eigenen Pc, mein Mann und ich spielen ab abends ca 20 Uhr für 2-4 Stunden vielleicht.

Wir haben nun eine Regel, in der er zwischen 13 und 16 Uhr keine Geräte nutzen darf, ab 22 Uhr ist wlan aus. Am Wochende ist wlan ab 2:30 Uhr aus. Er geht nun in dieser "Geräte freien Zeit" raus. Meist ist er pünktlich um 16 Uhr wieder Zuhause. Oder er verschläft diese drei Stunden einfach.

Als ich es ansprach mit den drei Stunden Geräte frei Zeit, sagte er mir, wir müssen das langsam immer mal steigern alle paar Wochen, also erstmal nur 20 Minuten am Tag oder dass er die drei Stunden verteilt am Tag nutzt, also hier mal 10 Minuten und dort mal 20 Minuten - wer kontrolliert denn das? Das gibt bloß Theater.

Wir hatten es also Anfangs eine Zeit lang so, Geräte freie Zeit von 13-17Uhr, wlan ab 23 Uhr aus. Da er mir aber immer sehr müde vorkam, er muss um 6:30Uhr aufstehen, sagte ich, wlan ist ab 22Uhr aus. Das gab ein riesen Theater, er wurde laut, es sei unfaire, dann müsste man schließlich die Zeit auch von 17 uhr auf 16 Uhr vorverlegen, sonst zieeht man ihm eine Stunde ab. Ich sagte "nein", er redete mit mir mehrere Tage nicht mehr

Er entschuldigte sich später und ich gab nach und verlegte die Zeit von 17 auf 16 Uhr.

Wenn das Wlan mal kurz ausfällt, steht er 2 Sekunden später in der Stube und fragt ob wir noch Wlan haben oder fummelt direkt am Router rum.


Er möchte mit uns nichts machen. Wir haben nicht viel Geld, aber wir bieten immer mal sachen an, ne Fahrradtour mit grillen, Schwimmen gehen, im Wald mit Softair Waffen schießen, usw.. Nein, darauf hat er keinen Bock. Wenn ich ihn frage, ob er bitte auf seinen kleinen Bruder aufpassen kann, dann verdreht er die Augen und legt sich mit handy und Kopfhörer bei seinem Bruder ins Bett.

Er hat eine einzige Aufgabe hier Zuhause, abends um 19 Uhr das katzenklo säubern. Manchmal macht er es nicht, weil er gerade Zockt, dann gehe ich rein und sage, er soll es sofort machen. Er ist dann so wütend, dass er den Pc ausmacht und den restlichen abend im bett verbringt.

Mein Sohn hat kein Interesse am realen Leben.
Dass er sich mit Freunden trifft, liegt nur daran, dass er die Zeit totschlagen kann, in der er keine Geräte nutzen darf. Ich weiß, dass die beiden dann zusammen bei rewe sitzen, weil es dort kostenlos wlan gibt...

Ein Verein oder Sport, in was für einer Form auch immer, möchte er nicht, er sagt, er hat Angst vor fremden Menschen.

Er ist extrem vergesslich oder desinteressiert?
Ich habe z.B heute eine email von seiner Lehrerin bekommen, dass ich doch endlich den Betrag für die klassenfahrt überweisen soll. Hier kam nie ein Zettel an, ich weiß nichts von einer Klassenfahrt. Im Anhang war der Elternbrief vom 18. NOVEMBER bis Januar hätte ich bezahlen müssen.


Das Gespräch habe ich mehrfach gesucht. Ich habe Angst um ihn. Vielleicht gefällt es ihm so momentan aber man selbst verteidigt doch immer seine Sucht.
Da ich weiß, was es für einen Spaß macht, wenn man zockt usw, kann ich den Medienkonsum verstehen aber nicht in der Masse. Er kann sich mit uns über diese Themen unterhalten, wir sind auf dem Stand der Dinge. Aber ich weiß nicht weiter. Am liebsten würde ich ihm alles wegnehmen und ihm ins Gesicht schreien "GEH RAUS UND LEB GENIEß DEIN LEBEN".


Wow, ziemlich lang und doch nir ein Bruchteil.
Freitag, 13.Apr 2018, 07:30

Habicht Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 22
Mitglied seit: 04.09.2017
Ganz ehrlich?
Geht doch mit gutem Beispiel voran und entfernt alles aus eurem Haus was mit Medien zu tun hat.
Konsolen; Fernseher(wozu braucht man diese alten Kisten noch kommt eh nur Schrott auf allen Kanälen) und auch alle Smartphones und Tablets sowie Computer.
Oder braucht einer von euch Eltern Smartphone und PC für die Arbeit?
Wenn ja dann reicht auch ein PC mit richtigem Zugangsschutz und am besten ohne WLAN sondern nur über lan(WLAN ist so unsicher und leicht knack btw manipulierbar. Und dann auch so bitte dass ihr wenn ihr diese Geräte braucht in einen Zimmer stellt wo euer Sohn keinen Zutritt hat; btw verlagert den Router auch dahin falls ihr unbedingt Internet für euch braucht.
Weil wenn nicht könntet ihr Handys nehmen wie zum Beispiel damals die Nokia oder Alcatel Dinger; einfache Mobiltelefone ohne dem ganzen überladenem Zeug eines Smartphones... telefonieren und SMS mehr braucht man nicht.--
Außerdem was sein Leben angeht...hutzutage schreiben die in den Schulen nacheinander Tests und Schularbeiten so dass man als Schulkind oder Teenie kaum zur RUhe kommt.
Ich meina uch wenn ihr wenig Geld habt; egal das tut nichts zur Sache,.. ihr könnt mal alle zusammen ein Wochenende frei nehmen und irgendwo in einer Hütte oder so wo es keine Möglichkeit für Internet oder so gibt ausspannen oder gleich wenn ihr Verwandte irgendwo habt oder Eltern die kein Internet nutzen... sagen wir ihn für paar Monate dort wohnen lassen... klar es wird ihm fehlen und er wird alles probieren aber er muss von selber erst von dem ruunter kommen und merken weder Schule noch Internet ist wichtig sondern er selber als Mensch; wie er seine Umwelt; seine Familie wahr nimmt und dass man das was man hat nicht vorbeistreichen lassen soll denn die Zeit geht immer weiter und irgendwann ist er allein.



€Melvin Udall: €Some of us have great stories€ pretty stories that take place at lakes with boats and friends and noodle salad. Just not anybody in this car. But lots of people €“ that€™s their story €“ good times and noodle salad. And that
Freitag, 13.Apr 2018, 11:24

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 811
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Yoyoyoghurt,

es fällt mir schwer, dir einen ruhigen und sachlichen Rat zu geben, weil ich fassungslos darüber bin, dass ihr eurem Sohn schon bei Schuleintritt den Zugang zu allen nur erdenklichen Medien ermöglicht habt. Ihr habt euer Kind quasi mit Nintendo und Co gefüttert, in einem Alter, in dem es für seine gesunde Entwicklung lebensnotwendig gewesen wäre, sich fest im realen Leben zu verankern; in einem Alter, in dem es mit dem Fahrrad durch die Gegend hätte flitzen, Fußball hätte spielen und mit viel Fantasie und Kreativität unendliche Legogebilde hätte bauen sollen. Warum wundert ihr euch dann, wenn nach ein paar Jahren nichts mehr geht? Der Sog dieses "Spielzeugs" ist so immens groß (vor allem für Kinder mit der Diagnose ADHS!!!), dass bereits nach kürzester Zeit das Interesse an anderen Aktivitäten gleich null ist. Hinzu kommt, dass ihr als Eltern eurem Kind ja von klein auf vorgelebt habt, welche Bedeutung diese "Spiele" auch für euer Leben haben....

Was soll ich euch raten? Wie soll es gelingen, erst jetzt, wo euer Kind 15 Jahre alt ist und sich nicht mehr allzu viel sagen lässt, alles wieder auf Anfang zu stellen? Wie soll es euch gelingen, zuallererst mal selber auf euer Spielzeug komplett zu verzichten, um mit gutem Beispiel voran zu gehen? Wie soll es euch gelingen, euren Sohn nach zehn Jahren Medienüberernährung nach einem ausführlichen und klärenden Gespräch "auf Null-Diät" zu kriegen, damit er einen Entzug seines Suchtmittels in Angriff nehmen kann? Er ist außerdem gewöhnt, dass Regeln (siehe von 17 Uhr auf 16 Uhr runter zu gehen) außer Kraft gesetzt werden, wenn er nur genügend argumentiert oder sich halt einfach nur für sein Verhalten entschuldigt.

Vielleicht könnt ihr gemeinsam durch das Lesen unseres prall gefüllten Forums eine Vorstellung davon bekommen, in welchem Ausmaß die exzessive Mediennutzung das gesamte Leben eines Heranwachsenden negativ beeinflussen kann. Vielleicht habt ihr ja Glück und könnt auch bei eurem Sohn mithilfe der unzähligen und sehr eindrücklichen Forenbeiträge ein Umdenken bewirken. Ihr werdet aber nicht darum herum kommen, selber mit bestem Beispiel voran zu gehen und 100 % konsequent zu sein, wenn Regeln vereinbart werden.

LG Merle
Freitag, 13.Apr 2018, 16:07

Yoyoyoghurt Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 10.04.2018
Danke für eure Antworten.

Unser Sohn hatte alle diese Geräte, durfte diese aber nicht Grenzenlos nutzen. Er durfte am Tag maximal zwei Stunden diese Dinge nutzen, er musste sich halt überlegen was er nutzen möchte. Ansonsten war er teilweise, leider, bis 18 Uhr im Hort. Da er aufgrund von adhs immer aneckte, hatte er kaum Freunde, was es wiederum schwierig machte sich draußen ordentlich auszutoben. Wir haben mehrere Vereine versucht, er hatte aber an keinem Spaß. Er hatte lego und baute auch seine gebilde. Er interessierte sich sehr für yugioh Karten, welche er sammelte und sortiere, Kategoriesierte und tauschte.

Warum sollte ich mich nicht wundern? Ich sagte zu keiner zeit, dass er 24/7 am den Geräten hing.

Also haben wir versucht mit ihm viel zu unternehmen. Wir waren sehr viel unterwegs wobei er auch Spaß hatte. Nur ein richtiger Freund war lange nicht in Sicht.
In der 5. Klasse lernte er seinen damals besten Freund kennen, mit diesem hat er draußen viel gemacht. Sie haben sich im Wald hütten gebaut usw. Leider endete diese Freundschaft, weil sein Kumpel eine Freundin fand.

Der neue beste Freund brachte ihn auf den Geschmack von Youtube. Und ab da fing es an, dass nichts wichter war als sein Handy

Er hat ein TV und wir haben einen, diese sind aber dauerhaft aus. Außer Montags, da gucken wir eine dreiviertelstunde eine Sendung, das war's.
Mein Handy nutze ich ausschließlich für's online Banking, ansonsten liegt das Handy ausgeschaltet im Schreibtisch. Mein Mann benötigt seins für die Arbeit.


Wir haben hier weder Familie noch bekannte, sind also auf uns allein gestellt.
Irgendwo übers Wochende hinzufahren ist leider nicht möglich.

Heute hat er ein paar Freunde, die allerdings alle abends gemeinsam zocken. Also sie reden über discord und spielen pc.
Montag, 16.Apr 2018, 10:06

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 811
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Yoyoyoghurt,

das stellt sich jetzt natürlich anders dar, als ich es ursprünglich verstanden hatte.

Die ADHS - Problematik wirkt unglücklicherweise in diesem Zusammenhang meist eher verstärkend, weil in diesen Fällen ohnehin eine starke Affinität zu Medien aller Art besteht. Da es im realen Leben in puncto Freundschaft eher schwierig verläuft, wird dieses Defizit gerne durch virtuelle Erfolge kompensiert. Ihr habt ja selbst beobachtet, dass euer Junge viel draußen war, solange er den besten Freund hatte und seine Zeit zusammen mit ihm gut verbringen konnte. Ihr als Eltern habt natürlich jetzt, wo er bereits 15 Jahre alt ist, wenig Chancen, ihn für Ausflüge oder andere familiäre Unternehmungen zu begeistern, was ja auch in Familien, in denen keine Mediensuchtproblematik besteht, irgendwann eher schwierig wird.

Sein Hauptproblem scheint ja das Handy zu sein, durch das er unbegrenzten Zugang zu Youtube hat. Ihm dies zu nehmen, könnte jedoch zur Folge haben, dass er noch weiter ausgegrenzt wird und vielleicht auch noch die wenigen Freunde, die er jetzt noch hat, am Ende verliert. Dennoch wird euch nichts anderes übrig bleiben, als ihm "in Aussicht" zu stellen, dass er auf sein Handy mit Internetzugang verzichten und mit einem klassischen Handy vorliebnehmen muss, wenn sich die schulische Situation nicht verbessert. Da diese Tatsache in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner Handynutzung steht, halte ich diese Maßnahme für gerechtfertigt. So liegt es bei ihm, sich in puncto Leistungen und auch Verlässlichkeit, Tests, Zettel und Informationsweitergabe anbetreffend, zu steigern, um diesen Verzicht nicht auf sich nehmen zu müssen. Wichtig ist, dass euer Auftreten unaufgeregt und klar rüber gebracht wird, damit kein Zweifel daran besteht, dass ihr das Angekündigte konsequent und ohne Wenn und Aber durch zieht. Er darf keinerlei Möglichkeiten für Verhandlungsspielräume oder "undichte Stellen" sehen.

Wartet mit dieser Maßnahme lieber solange ab, bis ihr sicher sein könnt, dass ihr die Kraft dafür aufbringt. Lest euch durch die Foren und holt euch darüber die Motivation für glasklares Handeln.

Ich wünsche euch viel Kraft für diesen sicherlich nicht leichten Weg. Doch es wird sich lohnen, ihn zu gehen.

Herzlichst, Merle


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