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        Mein Sohn, seit 4 Jahren WoW-Meister und sonst nichts

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Freitag, 30.Okt 2009, 14:44

Isabhan Benutzer ist offline

Mitglieder
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 19.10.2009
Ich, in den schlimmsten Phasen alleinerziehend , habe meinen Sohn seit langer Zeit an WoW verloren.

Weil die Geschichte zu lange würde, nur in Stichpunkten:

Mein Sohn 23 Jahren, Status: Student, nach 3 Jahren nicht einmal ein Semester abgeschlossen.

immer schon endloser Streit um Fernseh- und PC- Konsum.
ADS diagnostiziert mit 13 Jahren
Eigener PC mit 15 Jahren.
Eigener Fernseher mit 18 Jahren.

2005: 19 Jahre: Beginn seiner WoW-”Karriere”
2006: 20 Jahre: Fachabitur geschafft mit Ach und Krach
August 2006: DSL-Abschaltung; wegen ständiger höchst aggressiver Auseinandersetzungen
(teilweise mit körperlicher Gewalt: Schubsen , Ringkämpfe im Kampf um's Modem)

Auszug in eine eigene Wohnung.
3 Jahre Unterhaltsberechtigung wegen Status Student.
Seit März 2009 habe ich meine Unterhaltszahlungen beendet.
Der Vater und die Großeltern zahlen noch immer, weil sie Angst um ihn haben (ich habe auch Angst um ihn!)

Fakt: Er weiß, dass er süchtig ist und will es sein. Es ist sein virtuelles Leben!
Dem realen Leben kann er nichts mehr abgewinnen.
Sein Studium dient alleine dem Zweck den Status “Student” aufrecht zu erhalten.
Seine Wohnung ist auf völlig unvorstellbare Weise verwahrlost und zugemüllt.

Mein Hass und meine Abscheu:
Die Typen von Blizzard (WoW-Verursacher) wissen ganz genau was abläuft.
Die haben die Daten wie lange ein Spieler seine Lebensstunden für dieses Zeug hingibt!!
Sie bauen immer perfidere Methoden in das Spiel ein, um möglichst viele Seelen möglichst lange an dieses
Suchtmittel zu ketten. Die Zerstörung von Menschen und ganzer Familien ist ihnen einfach egal!

@Leute von Blizzard: “könnt Ihr wirklich noch in den Spiegel schauen ohne sofort kotzen zu müssen???”
Fragt doch mal Eure Web-Master nach den Spielzeiten der Spieler. Wann sollen die Spieler denn noch ein normales Leben führen?
Aber ich weiß schon: Wir leben in einem freien Land, in dem sich jeder zu Grunde richten darf, wie er mag.
Hauptsache Eure Gehälter werden bezahlt.
Und das mit den Sucht-Faktoren habt Ihr ja wirklich toll hin bekommen. Ihr habt Euch einen Bonus verdient.

Zugegeben:
Es sind und werden nicht alle WoW-Spieler süchtig. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass jemand Heroin ausprobiert und nicht süchtig wird.
Wenn aber, gerade bei jungen Männern (manchmal auch Frauen), so etwas wie mangelndes Selbstbewusstsein, Liebeskummer, länger andauernde Langeweile oder einfach eine besonders intensive Begeisterungsfähigkeit für die Bilder und Geschichten von WoW vorliegt, ist es um sie geschehen.

Der Skandal:
Dieses Spiel ist offiziell ab 12 Jahre zugelassen!!! Wenn schon junge Männer (oder auch ältere Familienväter) Probleme haben, sich dem Sucht-Faktor zu entziehen, wie soll das ein 12 Jähriger schaffen?

Die Hoffnung:
Langsam wachen viele Menschen auf: Eltern, Lehrer, Sucht-Berater, Drogenbeauftragte, Politiker.
Könnt Ihr nicht bitte etwas schneller aufwachen?

Für meinen Sohn ist es wahrscheinlich zu spät.

Im Rückblick:
Die Unterstützung meines Sohnes hätte viel früher abgebrochen werden müssen.

Er hat nur noch eine Chance: gaaaanz weit runter kommen: Obdachlosenheim, körperliche Verwahrlosung. Nur dann besteht Hoffnung, dass er erkennt, dass sein virtuelles Leben nicht existiert.
Nur dann besteht Hoffnung, dass er selber an seinem Leben etwas ändern will.
Momentan gilt für ihn Leben = virtuelles Leben. Solange diese Gleichung funktioniert, wird er dabei bleiben.


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