Zeitungsartikel aus der Wochenzeitung die Zeit
Natürlich wird mit Computerspielen auch Geld verdient - aber warum werden die Herstellerfirmen von Computerspielen nicht verpflichtet gegen die Gefahren zu warnen wie z.B. Zigarettenfirmen oder die Lotterie? Sie verdienen doch genug wie aus diesem Beitrag aus der Wochenzeitung "Die Zeit" zu entnehmen ist:
http://www.zeit.de/digital/games/2009-09/blizzard-kotick-wow . Die Verantwortung werden diese Firmen in irgendeiner Weise zukünftig übernehmen müssen. Doch um so eher je mehr Menschen sich dafür einsetzen und das Problem erkennen.
Win-Win-Situation für alle - nur nicht für die Familien
Vielen Dank für diesen Hinweis!
Leserbrief in der Onlineausgabe (Nr.5) der Zeit
Win-Win-Situation für alle - nur nicht für die Familien
Was für eine Welt! 50 % Rendite und mehr erzielt Blizzard durch Computerspiele wie World of Warcraft, auf Kosten der Gesundheit und der Entwicklung der Kinder. Man könnte das auch als menschenverachtend bezeichnen. Das Leid in den Familien wird zunehmend größer, nachzulesen z.B. bei der Elterninitiative rollenspielsucht.de und dem Verein AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.
Warum wird dieser Vorgang auch noch mit Werbeveranstaltungen wie z.B. sog. Eltern-Lanparties von offizieller Seite unterstützt? Dort soll Eltern Verständnis für das stundenlange Abtauchen in die virtuellen Welten übermittelt werden. Vielleicht finden Eltern in manchen Fällen ja auch selbst Spaß daran, mehr Lebenszeit online zu verbringen? Michael Ende’s Geschichte „Momo und die Zeitdiebe“ wird immer konkreter.
Wir wünschen uns, dass immer mehr Eltern sich trauen, sich öffentlich zu engagieren, wünschen uns, dass immer mehr betroffene Familien den Mut haben, sich zu „outen“, damit Familien und Kinder auch eine Lobby erhalten. Die finanzkräftige Industrie weitet ihre Einflussnahme auf viele Institutionen stetig aus, eine sogenannte Win-Win-Situation für alle, nur nicht für Familien und Kinder.
AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.
Vorstandsvorsitzender
Christoph Hirte
Ich kann ja jederzeit aufhören
... wenn ich es schaffe. Wenn nicht schon wieder neue Spielvariationen auszuprobieren sind, wenn der Computer nicht mehr so verführerisch auf meinem Schreibtisch steht, wenn ich nicht mehr an meinen Avatar denken muss, wenn ich mich wieder mit realen Menschen treffen kann. Wahrscheinlich erst dann, wenn ich in der höchsten Spielebene mich selbst besiegt habe. Aber vorher wird mir hoffentlich ein neues Spiel serviert, das mich auffängt und mich gegen ein kleines Entgelt von meinem eigenen realen Leben fernhält. Ich habe ja dafür bezahlt, mit Geld und Zeit.
Virtuelle Welten mit Suchtfaktor und dicken realen Umsätzen
In der Ausgabe 4 (1.2.2010) der Computerzeitschift c't wird über das "ungeheuere Verbreitungspotenzial" von Spielen in sozialen Netzen (Facebook & Co.) berichtet. Die Überschrift des Artikels "Soziale Saat" ist ein sehr guter Hinweis darauf, was da passiert. Der Spielgedanke eines dieser Spiele, "Farmville", ist es, einen Bauernhof am Laufen zu halten und mit Investitionen (Spielzeit - Lebenszeit, Geld) dessen Wert zu steigern. Das Suchtpotential zeigt sich darin, dass zum guten Gedeihen der Ackerfrüchte und Tiere regelmäßig "gespielt" werden muss. Wer schneller ans Ziel kommen will, kann aber auch reales Geld in virtuelles Geld umwandeln und sich davon seine virtuelle Welt neu gestalten. Dies führt natürlich zum einen dazu, dass der Drang zu spielen immer größer wird, man will ja nicht seine Besitztümer alleine lassen und verkommen. Zum anderen natürlich auch zur Gewinnsteigerung des Spieleherstellers , der das reale Geld einstreicht (allein auf dem US-Markt wurden 2009 virtuelle Waren, andere Spiele eingeschlossen, in der Höhe von 1 Milliarde Dollar umgesetzt).
Mich erinnert das Bedürfnis, in solchen Spielen möglichst weit aufzusteigen, seine virtuelle Welt auszuschmücken, an die Bedürfnispyramide von Maslow (hier entsprechend verändert):
Selbstverwirklichung: Auf dem obersten Level des Spieles bleiben und durch ständig hohen Einsatz (Zeit, Geld) das Erreichte absichern.
Ich-Bedürfnisse: Herausstechen aus der breiten Masse der mittelmäßigen Spieler und durch mehr Einsatz zur Elite aufsteigen.
Soziale Bedürfnisse: Anerkennung in Facebook durch eine eigene gepflegte virtuelle Welt. Austausch mit anderen Mitspielern der gleichen Ebene ist möglich.
Sicherheitsbedürfnis: Meinen Status erhalten, d.h. regelmäßig Zeit und Geld investieren, dass ich weiterhin dabeibleiben kann.
Grundbedürfnis: Auch beim Spiel dabeisein, weil es die anderen Freunde auf Facebook spielen und ich von ihnen eingeladen wurde.
Ich hoffe diese gefährliche "Soziale Saat" wird nicht eines Tages zum "Sozialen Zwang", der dann oft zur sozialen Verwahrlosung führt!
Um die Spielehersteller braucht man sich, glaube ich, keine Sorgen zu machen.
Brot und Spiele
Hallo Inter2naut,
es war schon je her ein Bedürfnis einer "regulierenden" Klientel, das Fussvolk im Zaum zu halten. Ob es nun damals Wagenrennen waren, Ritterspiele oder nur das wilde Treiben der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Prinzipiell wurde immer nur von den grossen Problemen abgelenkt und das "gewöhnliche" Volk abgespeisst. Aber so wie sich die Methoden und Verfahren in den letzten Jahren geändert haben, haben eben jene Anbieter auch dazu gelernt. Ein Pulk von Psychologen, Marketingexperten und Analysten steuert heute die Welt. Bedürfnisse werden geweckt oder gar erst kreiert. Beispiele gefällig? Der Massenmarkt an Handynutzern wird künstlich durch immer wieder neue Produkte geschürt... aber eigentlich will man doch nur telefonieren. Und die Hersteller von MMORGS sind auch nicht auf den Hinterkopf gefallen. Immer ausgeklügeltere Systeme erfüllen deine geheimen Wünsche, die da schon lang keine mehr sind. Der "gläserne" Mensch ist real. Warum aufregen über Körperscanner? LOOL, wir alle sind heute schon so durchschaubar, dass es diesen nicht mehr benötigt. Selbst ich bekomme zur Zeit GENAU auf mich abgestimmte Werbung (Altersklase, Interessen, u.s.w.). Woher wohl? Durch die totale Verblödung der Menschen (siehe diesen Crap im Fernsehen), ist es ein leichtes ein dummes Volk zu manipulieren. Wer will denn heute noch in der Schule etwas erreichen? NEIN, ich gehe zum Bohlen und werde Sänger oder drücke bei Heide Klum meinen Hintern über die TV-Scheibe! Da muss man nix mehr lernen... zur Not gibt es ja noch Hotel-Mama oder Hartz IV. Und wenn das auch nicht funzt, dann eben ein virtuelles Leben. Jedoch, der Tod ist real und der Rückblick auf das Erreichte vllt schmerzlich. Ich kann mich jedoch mit Stolz und Selbstachtung ins Grab legen, denn ich habe meiner Tochter das Wissen um das Leben doch in einem verständlichem Rahmen mitgegeben. Das klingt jetzt zwar etwas abgedroschen, aber Kinder sind unsere Zukunft, etwas, das bleibt in der Zeit und die Verantwortung für deren geistiger Einstellung liegt in unseren Händen. Wer die Schönheit des RL erkennt und die damit verbundenen Möglichkeiten, wird das VL in die Ecke stellen und nur müde darüber lachen. Wer sich aber dem Schicksal der digitalen Welt ergibt, hat das wahre Leben bereits verpasst. Mögen die Kinder der Hersteller solcher Spiele dem eigenen Gift erliegen (was ich ihnen niemals wünsche), so besteht vllt die kleine Chance auf Besserung. Da jedoch "Geld, die Welt regiert" wird sich immer jemand finden, der die "Linie des Geldes" weiterverfolgt und dieses Thema am Leben erhält. Vllt sind wir bereits eine aussterbende Gattung, Menschen, die einfach noch Spass am Leben und all den damit verbundenen Problemen haben. Aber auch die Freude an Tieren, Blumen oder nur der Sonne. Ich für meinen Teil ziehe auf alle Fälle einen schönen Sonnenaufgang jedem virtuellem Sieg vor. Denn somit habe ich jeden Tag meine persönliche ...
HappyHour!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Sollen sie Geld verdienen, aber wenn Menschenleben zerstört werden ...
Hallo HappyHour,
heute las ich in der Zeit
http://www.zeit.de/2010/05/F-Kolumne-Blippy, dass manche automatisch durch Verwendung ihrer Kreditkarte ihr ganzes Leben öffentlich machen: "Nackte Einkäufer - Bei Blippy entblättert sich der Kunde ganz freiwillig". Vielleicht bereuen die ja, dass sie so unvorsichtig mit ihren persönlichen Daten waren. Vielleicht ist das auch etwas worüber man in Europa schmunzeln kann - bis jetzt gibt's sowas bei uns nicht.
Sicher ist das eine bedenkenswerte Sache. Aber sie findet im realen Leben statt. Wenn aber jemand gar nicht mehr "richtig" lebt, nur noch im Computerspiel seine Erfüllung findet, oder weil er meint sich im echten Leben nicht mehr zurecht zu finden, wird das zu einem lebenswichtigen Problem.
Die Lernkurve wird im Fall des "nackten Einkäufers" schnell steigen, wenn er erste negative Erfahrungen mit der "privaten" Öffentlichkeit gemacht hat. Der süchtige Computerspieler wird in seinem Spiel nur Erfahrungen machen, die die Spiellust erhöhen bzw. erzwingen. Mit dieser Lernkurve kommt er alleine nicht mehr aus der Nummer raus.
Äpfel und Birnen...
Huhu inter2naut,
danke für die anregende Diskussion. Ich unterscheide aber dennoch, die "Freiwilligen" (Blippy), die zu dumm sind, das System zu erkennen.
Und eben andererseits die Spieler.
Klar, beide Fraktionen unterliegen der "Verführung". Die einen, sich eben öffentlich zum Depp zu machen, die anderen, weil sie es nicht besser wissen.
Nun ja, zum letzten Punkt: wer sich heute noch bei Facebook, Twitter oder 2nd-Life veröffentlicht, hat genauso das Bedürfnis sein Innerstes in die Welt hinaus-zu-posaunen, wie jener MMORG-Spieler, der nur noch sein Glück im Spiel findet.
Letztendlich ist die dunkle Brille, die beide aufhaben, nur die Vernebelung der Sinne. Sei es uns gegönnt den Durchblick zu erhalten und mit beiden Beinen in der Realität zu stehen. Der "Einäugige" ist unter den Blinden der "Sehende" und wenn unser bischen Verstand die richtige Beurteilung dessen, was da noch ist, zulässt, sind wir klar im Vorteil!
In diesem Sinne verbleibe ich heute dein "Astro-2-naut"!
(Astro = Stern), eben jenen Stern, der am Himmel UNS den Weg weist.
LG HappyHour!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
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