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        Frau durch Onlinerollenspiel verloren

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Frau durch Onlinerollenspiel verloren

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HappyHour

(Freitag, 11.Dez 2009, 13:17)
Hallo Christian,

im Moment scheint ja alles einen positiven Lauf zu nehmen, bis auf...

Nun ja, ich möchte es einmal so ausdrücken, du gefällst mir in deiner Rolle nicht so. Hast du eigentlich schon gemerkt, wie unsicher du dich fühlst?
Es ist zwischen hoffen und bangen und einen Plan scheinst du im Moment eher nicht zu haben. Hm, ich halte dies für etwas "gefährlich", ist es doch eher deine Frau die im Moment DEINE Unterstützung braucht! Du solltest, auch wenn es dir im Moment aufgrund deiner Gefühlslage schwerfällt, eben doch (wenn auch nur einen kleinen) Plan haben und eher die Zugmaschine sein, welche die Richtung weist, als der Anhänger, der den Ereignissen folgt.

Zeige ruhig Initiative und lass diese nicht aus Angst vermissen! Ich vermute du hast Zweifel einen falschen Schritt zu machen, vllt etwas damit zu zerstören. Aber wenn ich ein Problem habe bin ich für eine "starke Schulter" doch sehr dankbar.

Nicht dass du etwas erzwingen solltest, aber bereite ein solides Fundament für eure gemeinsamen Stunden vor und sehe die momentane Entwicklung als Chance. Im Endeffekt könnt ihr nur beide gewinnen, denn verloren habt ihr doch schon zuviel.


Verkrampfe nicht, sondern sieh die Chance die sich hier gerade auftut. Wie sagt man so schön: "Werd´mal wieder locker..." und so meine ich dies in vollstem Vertrauen auf deine Einsicht und all jenes Verständnis das du für deine Mitmenschen aufbringst.

Weihnachten ist das Fest der Liebe, lasst es für euch ein Fest des Wiederentdeckens werden!

Euch beiden aufmunternd auf die Schulter klopft...


LG HappyHour!

Christian

(Freitag, 11.Dez 2009, 21:24)
Hi Happy Hour,

Deine Einschätzung ist ganz richtig, ich bin unsicher. Wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin und wir was draußen machen, ist alles wunderbar. Sie sagt, sie wolle das Spielen sein lassen, es nerve sie bei ihren Eltern, weil es kein anderes Thema gibt, sie wolle die Kontrolle über ihr Leben wieder gewinnen und weder Zeit noch Geld für das Spiel verschwenden. Aber: ich gucke ab und zu in das Forum des Spiels, weil ich verstehen will, was die Spieler daran fasziniert und wie die Community funktioniert. Wenn meine Frau gleich auf der Hauptseite in der Liste der aktivsten Forenteilnehmer mit 20 bis 40 Beiträgen pro Tag auftaucht, relativiert sich alles. Es mag sein, dass sie vom Spiel Abstand gewinnt, weil es bei ihren Eltern zuviel ist und sie da lieber Bücher liest oder wenn wir was unternehmen, aber so wie es aussieht, ist sie auf der Arbeit nur im Forum unterwegs. Dort gibt es nichts, was sie abhält.

Auch die Sache mit dem Herrn aus Jordanien ist relativ und ändert sich ständig. Mal will sie nicht hin, mal doch wieder. Nun überlegt sie, die geplanten drei Wochen Urlaub im Januar zu verkürzen, woanders hinzufahren und im Sommer mit mir Urlaub zu machen. Alle paar Tage ändert sich das.

Was unsere Beziehung angeht, sind wir uns wohl einig, dass es weitergehen kann, wenn wir beide bereit sind, einiges zu ändern. Das ist aber eine Sache, die ich erst nach ihrem Urlaub wirklich beurteilen kann. Wenn sie wirklich nach Jordanien fliegt, werde ich sehen müssen, wie ich damit umgehe. Ich liebe meine Frau sehr, habe sie immer geliebt, auch wenn ich es ihr nicht immer gezeigt habe. Ich möchte sie zurück und das weiß sie auch. Ob es klappt, ist die Frage, die im Moment noch auf eine Antwort warten muss. Wir werden noch viel reden müssen, brauchen aber auch Zeit und Abstand, damit jeder für sich selbst überlegen kann, was er für sich will und was er zu tun bereit ist. Wenn die Beziehung eine Chance hat, ist das ein ganz zartes Pflänzchen und wir müssen behutsam vorgehen. Es wäre falsch, sich jetzt auf's Motorrad zu schwingen und durch's Blumenbeet zu pflügen.

Ein paar wenige Worte noch an Merle: wunderschön gesagt, Dein Beitrag hat mich wirklich berührt. Danke.
Und an Knackpunkt: ja, über Sport habe ich auch schon nachgedacht. Fahrrad habe ich nicht, aber joggen wäre machbar, sofern ich mir passende Schuhe kaufe. Das hat mir schon früher immer beim Abschalten und Nachdenken geholfen.

Liebe Grüße,
Chris.

Knackpunkt

(Freitag, 11.Dez 2009, 21:45)
hi christian,

so wie´s aussieht hat deine frau ja auch erkannt, das sie ein problem hat. habt ihr schonmal darüber nachgedacht oder geredet euch professionelle unterstützung zu holen?

ich mochte es am anfang auch nicht glauben und wollte alles allein schaffen aber diese leute können einem ungemein helfen. auch jetzt nachdem ich auf der therapie war, bin ich noch in nachsorgebehandlung und froh darüber das ich es nutzen kann.
man bekommt dort n andere sichtweise und unterstützung die ich nur weiterempfehlen kann.

schönen abend euch noch

Christian

(Freitag, 11.Dez 2009, 22:03)
Hi Knackpunkt,

ja haben wir. Sie selbst kam schon vor ein paar Wochen, als sie noch hier war, mit dem Vorschlag einer Paartherapie. Sie selbst scheint auch Einsicht zu haben, dass sie eine Einzeltherapie braucht. Das Spiel ist ja nicht das Problem, sondern ein Katalysator anderer Probleme. Diese liegen lang zurück und stecken tief. Bei ihrer damaligen Therapie war das Problem, dass die immer dienstags in ihrer Mittagspause stattfand. Die Pause sollte zum Abschalten und Kraftholen da sein, aber sie ging zur Therapie. Das war totaler Stress und konnte schon deswegen nichts bringen. Der Therapeut war zwar auf Suchtprobleme spezialisiert, aber richtig warm geworden mit ihm ist meine Frau nie. Wenn man kein Vertrauen hat und die Rahmenbedingungen nicht stimmen, ist eine Therapie zwecklos.

Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einige Leute, die in Behandlung sind oder waren und mir schon einige Kontaktdaten gegeben haben. Ich kann mit meinen Freunden offen drüber reden, das ist keine Schwäche, wenn man Hilfe braucht.

Gruß, Chris.

Christian

(Sonntag, 13.Dez 2009, 23:17)
Hallo Freunde und Mitstreiter,

das war heut ein sehr nachdenklcher Tag. Meine Frau hatte heut Geburtstag, nicht irgendeinen, sie wurde ein Viertel-Jahrhundert alt, rundfünfundzwanzig. Es war wohl eher trostlos und traurig, keine Feier, keine Geschenke. Ein paar wenige Anrufe von Freunden, eine einzige Karte einer ehemaligen Arbeitskollegin. Ich hab ihr ein Buch geschenkt, Der Tipp kam von Knackpunkt (Lese-Tipps), danke dafür. Der Dr. Hirschhausen ist echt genial.

Jetzt muss ich nur noch mein Problem in den Griff bekommen. Wenn ich allein bin und keiner auf mich aufpasst, trinke ich gern und viel. Zwar "nur" Bier, davon aber viel. Ich habe oft und lang den "guten" Ehemann gespielt, aber ich bin auch nur ein Säufer. Wenn meine Frau zu ihrer Sucht steht, sollte ich das auch.

Ich habe es halbwegs im Griff: es geht viele Abende ohne Alk. Kein Problem. Sobald ich aber ein Bier trinke, werden es acht bis zehn. Ich verlier die Kontrolle über den Konsum und dann über mich selbst. Ich mach Sachen, die alles andere als schön sind und die ich am nächsten Tag bereue.

Wenn Bier da ist, trinke ich, wenn nicht, dann nicht. Ich habe den "vernünftigen" Umgang damit verlernt. Wenn im TV Fußball kommt, zieh ich gern sechs bis acht Flaschen weg. Hab ich nix da und es kommt nichts im Fernsehen, bleibe ich trocken. Gern auch mehrere Tage. Es muss nur jemand auf mich aufpassen.

Ich war früher gern allein, heute nicht mehr. Ich weiß, wo ich hingehöre und wer mich beschützen kann. Auch wenn ich mich nach fast drei Wochen an die Einsamkeit gewöhne: ich suche nach der Hand, die mich hier rauszieht. Aus dem Dunkel, aus dem Loch. Aus der Einsamkeit.

Ganz nachdenkliche Grüße,

Chris

[Edit, 23:40]
Merle, Du hast mal gesagt und den Dalai Lama zitiert: "Liebe bedeutet, dass man sich mehr liebt als braucht." Ich liebe meine Frau und brauche sie, um aus diesem Loch rauszukommen. Wir haben vor weniger als drei Jahren einen heiligen Eid geleistet: "In guten wie in schlechten Zeiten..." Ich nehm den Eid ernst und will daran festhalten. Ich will für sie da sein, wenn sie mich braucht. Aber ich brauche sie genauso.

HappyHour

(Montag, 14.Dez 2009, 00:50)
Das Blatt wendet sich...
Hallo Christian,

ja, bestimmt war es heute ein sehr nachdenklicher Tag... aber eher für dich!

Ich meine damit nicht den Geburtstag ( den hättet du (ihr) nach eurem Gusto gestalten können, also nicht die Schuld auf andere schieben!).

Du sprichst in aller Offenheit und Ehrlichkeit (RESPEKT) über DEIN Problem!!!

Endlich ist es raus... Ich sage es nun einmal wieder bildlich, ... "zwei springen aus dem Flugzeug, und jeder hofft, dass der andere einen Fallschirm dabei hat!"

Wie krass! Dazu einen, ja, zugegebenermasssen flachen Witz: " Ein Blinder und ein Tauber stehen auf der Bühne. Frägt der Blinde: "Tanzen sie schon?". Antwortet der Taube: "Spielen sie schon?"... So ähnlich kommt es mir bei euch auch vor.

WARUM meinst du, ist mein Nick "HappyHour"?

Ich hatte immer die HappyHour, jeden Tag, aber genauso wie RoM starb, habe ich meinen Ar... zusammengekniffen und versucht, DIES zu vermeiden.

OK., es klappt im Mom ganz gut, aber nur weil ich mich jeden Tag neu erforsche.

Du kannst nicht auf einmal sagen, "Ich muss meine Frau vor dem PC retten", aber gleichzeitig, "ich suche nach der Hand, die mich hier rauszieht. Aus dem Dunkel, aus dem Loch. Aus der Einsamkeit."

DU brauchst Hilfe, aber schnellstens!!!


Immer an deiner Seite...

... und heute ganz speziell für Christian!!!

PS: AUF, wir alle zusammen schaffen das!!!!

Christian

(Montag, 14.Dez 2009, 09:28)
Hi Happy Hour,

ich muss Dir immer wieder für Deine Beiträge danken, die sind echt sehr aufbauend. Und ja, ich will das hinbekommen und es wird auch gar nicht schwer. Was ich brauche, ist etwas Verständnis und Rücksicht aus meinem Freundeskreis. Ich habe mir schon länger nix mehr zum saufen geholt und kam ganz gut zurecht. Am Wochenende aber stand ein Kumpel vor der Tür und wollte sich eine Spielekonsole ausleihen - gegen einen Kasten Bier als Leihgebühr. Völlig falsch natürlich. Ich konnte nicht "nein" sagen, war ja sicher auch gut gemeint von ihm.

Ich denke, solange mich keiner verführt, komme ich gut ohne Alk klar. Das müssen meine Freunde einfach verstehen und etwas drauf aufpassen.

Ich hab schon krassere Phasen hinter mir. Damals habe ich mal den Absprung von heut auf morgen geschafft und ein halbes Jahr Tee getrunken, Tee geradezu gesammelt und immer neue Sorten probiert. Ist für andere vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber wenn es echte Freunde sind, verstehen sie das.

Mal sehen, vielleicht kauf ich nachher mal ein paar Päckchen Tee. Jetzt mach ich erstmal Kaffee.

Gruß, Chris.

merle

(Montag, 14.Dez 2009, 13:02)
Hallo Christian,
das ist mutig von Dir, dass Du uns so offen Dein Problem schilderst. Und ich denke, das ist auch der einzige Weg und erste Schritt zur Bewältigung dessen. Erst wenn Du darüber redest, stehst Du Deinen Freunden und den Menschen, die Dir wichtig sind, auch wahrhaftig gegenüber. "Nur die Wahrheit ist erträglich." Dieser wichtige Satz ist mir mal geschenkt worden und ich gebe ihn gerne an Dich weiter.
Vielleicht lässt Du für Dich jetzt mal die Suchtprobleme Deiner Frau ganz außen vor und wendest Deine gesamte Kraft und Energie auf Deine. Meine persönliche Erfahrung ist nämlich, dass nur jeder für sich allein seine Probleme meistern kann: X-mal hatte ich gemeinsam mit meinem Mann versucht, mit dem Rauchen aufzuhören und es nie wirklich geschafft. Wir waren wie zwei Ertrinkende, die sich aneinander festklammern. Und sind natürlich schön gemeinsam untergegangen. Erst als ich mich ganz allein entschieden hatte, endlich damit Schluss zu machen und ganz für mich allein gekämpft hatte, jeden Tag ein Stückchen weiter, habe ich es geschafft. Ich habe seit über acht Jahren keine Zigarette mehr in der Hand gehabt!!!! Stolz, stolz, stolz. Mein Mann hat ein Dreivierteljahr später nachgezogen und auch ganz allein für sich diesen Kampf ausgefochten. Erfolgreich!! Stolz, stolz, stolz. Das Tückische sind nämlich immer diese Wenn..dann..s. Wenn meine Freundin nicht mehr spielt, dann höre ich mit dem Saufen auf. Wenn meine Freunde auf mich Rücksicht nehmen, dann schaffe ich es auch, trocken zu bleiben. Wenn nichts im Fernsehen kommt, dann trinke ich nichts. Alles Quatsch. Der Schalter zum Umlegen ist in Deinem Kopf, und wenn Du beschließt, Dein Leben auf die Reihe zu kriegen, egal, was um Dich herum passiert, dann wirst Du es auch schaffen. Das heißt nicht, dass nicht jeder in Deiner Umgebung - und auch wir hier in diesem Forum!!! - Dich fest unterstützt, ermutigt, lobt, anspornt oder auch Dir in den Hintern tritt, wenn Du das brauchst. Die eigentliche Arbeit aber musst Du leisten, Du allein.
Ich stell mir einfach vor, dass wir alle bei Deinem Fünftausendmeterlauf an der Straße stehen, bunte Fähnchen schwenken und Dir zurufen: Christian, Christian, Christian! Und jeder von uns glaubt daran, dass Du ans Ziel kommst - erschöpft, aber glücklich.
LG Merle

Knackpunkt

(Montag, 14.Dez 2009, 14:39)
Oha
das is ja ne große baustelle die ihr da habt. aber auch von mir erstmal respekt dafür, das du, hier, so offen und ehrlich zu uns und dir bist und uns auch das vertrauen schenkst.

möchte mich aber merle´s beitrag anschließen. so wie sich das liest, sollte im moment jeder für sich auf seiner baustelle arbeiten. du auf deiner und deine frau auf ihrer seite und wenn jeder mit seiner seite fertig ist, dann is die straße komplett und ihr könnt zusammen drüber gehen und einen neuen weg einschlagen.
und auch mit diesen wenn und aber´s hat merle recht. das kann einen das leben schon erleichtern und man kann die schuld einigermaßen von sich weghalten aber für wie lange und zu welchem preis? und gerade als suchtkranker gibt es seeeehhhhrrrr viiiieeeeeele wenn´s und aber´s.
wenn ein kumpel kommt und sich ne konsole ausleihen und ne kiste bier als pfand dalassen will, musste nein sagen was soll der scheiß.
und nicht im nachhinein ihm die schuld geben, wie er überhaupt auf die idee kommen kann sowas zu machen.
ich weiss ja nicht inwiefern du zu deinen leuten offen bist, aber falls du ihnen noch nichts gesagt hast, das du n problem mit dem trinken hast, woher soll er´s denn wissen??
die verführung lauert überall! oder gist du dem supermarkt schuld, daser alkohol verkauft und du nicht vorbei gehen kannst?
es leibt an dir hängen. egal welchen weg du gehst.
ich kann dir nur ehrlich ans herz legen, professionelle hilfe in anspruch zu nehmen und dich nicht weiter zu quälen. je eher du es angehst umso eher tritt eine veränderung ein.
auch wir hier im forum können dir ja nur tipps geben und auf eine art und weise unterstützen, wo du wen ansprechen kannst und erfahrung austauschen, aber die entgültige hilfe, die dir auch über längeren zeitraum hilft und dein leben und den umgang mit dem alkohol ändert, wirst du hier so nicht finden.
also ich war 8 wochen auf therapie und ich kanns nur jedem empfehlen. schlechter als vorher kanns nicht werden.
ich wünsche dir die kraft, die richtige entscheidung zu treffen und um dich und deine frau aus dieser besch.... lage zu befreien. auf jeden fall bist du schonmal an der richtigen kreuzung abgebogen .

Christian

(Montag, 14.Dez 2009, 15:51)
Hallo zusammen,

danke für Eure Beiträge. Bei mir ist das Problem wohl nicht so gravierend, wie es sich vielleicht anhörte. Ich bin einfach manchmal schwach und denke nicht nach. Hab ich dann Bier da, greife ich zu. Und dann bekomme ich gar nicht mit, was ich so unbewusst in mich reingieße. Ich habe nirgendwo geheime Vorräte oder den ständigen Zwang, was kippen zu müssen. Nur wenn, dann richtig. Aber eben "so nebenbei", ganz unbewusst.

Ich hab mich vorhin mit einem Freund getroffen, der - ohne meine aktuelle Situation zu kennen - vorschlug, eine Art "Teeclub" zu starten. Genau der richtige Vorschlag zur richtigen Zeit. Hab dann auch grad einen Haufen Früchtetees besorgt und werd gleich mal Wasser aufsetzen.

Meine Freunde werd ich bitten, mich aus Party- und Kneipenplanung erstmal rauszulassen. Ich werd denen alternativ mal einen Brettspielabend mit Tee vorschlagen.

Den Schalter in meinem Kopf habe ich nun wohl wirklich endlich umgelegt. Ich mach das für mich, nicht für andere und auch nicht unter irgendwelchen Bedingungen. Ich möchte mich nicht mehr für mich selbst schämen müssen und das Leben wieder bewusster genießen.

Liebe Grüße,
Chris.

HappyHour

(Dienstag, 15.Dez 2009, 18:17)
Hallo Christian,

ach ja, ist es nicht herrlich sich ein bischen gehen zu lassen?

ZITAT:
"Ich bin einfach manchmal schwach und denke nicht nach. Hab ich dann Bier da, greife ich zu. Und dann bekomme ich gar nicht mit, was ich so unbewusst in mich reingieße... ..Nur wenn, dann richtig. Aber eben "so nebenbei", ganz unbewusst."

Das kommt mir bekannt vor. Ach, da ist noch Wein... hm, ein Schluck, ne ein Glas, ach was, mach ich doch gleich die Flasche leer.

Un guggs du, da schteed ja nooch eine, hicks. Die wird schischer schlächt. Wech damit.
Jetscht iss abba alls leer, da waa doch noch wo de Schnaaps. N Glässchen geht abba noch.. odda noch eins... upps leer! Isch bin ja sooo müüde nuuun.
N´acht Frau, und babbel ned son Shitkram, bisch moin früh... schnarch...

Aber: so, wie es eben unbewusst "nebenher" geht, so geht es auch "bewusst" ohne! OK, das ist ein Kampf, denn widerstehen muss man gegen viele kleine Plagegeister die einem laufend ins Ohr flüstern: "Komm, geht doch ganz einfach und ist doch nur auch EIN Schluck!".

Nach dem ersten Schluck werden die Plagen schon lauter: "Ist doch gar nicht so schlimm, oder? EINER geht noch!"

Danach lehnen sie sich entspannt zurück: "OK, Level erreicht, das ist ein Selbstläufer nun!".

Das blöde dabei ist nur der "Dr. Jekyll - Mr. Hide" -Effekt. Wie oft musste ich mir von meiner Frau sagen lassen: "Wenn du was getrunken hast, bist du ein völlig anderer Mensch!" Tja, dem war auch wirklich so. Und viel Vertrauen hatte sie in dem Zustand zu mir auch nicht. Heute verstehe ich das. Und ich muss mich immer schwer am Riemen reissen, denn diese schei... kleinen Geister quälen mich immer wieder. Hoffentlich besiege ich sie auch weiterhin...

Anmerkung: dies soll keine Suchtberatung oder ein Vorwurf in irgendeiner Art sein, sondern nur der Versuch dir zu zeigen, wie sehr ich dich verstehe und auf welchem Weg du unter Umständen zum nächsten "Addon" wärest: "Schnaps V2.0"!


Ein schönen Teeabend wünscht dir

HappyHour!

Christian

(Donnerstag, 17.Dez 2009, 22:37)
Charmanten Abend in die Runde,

heute ist Tag vier mit Tee statt Bier. Ich fühle mich prima und denke nicht im entferntesten daran, mir "Stoff" zu holen. Wenn ich den Willen habe, geht alles. Ich schlafe besser, stehe früh auf (obwohl ich es nicht müsste) und kann mich eigentlich den ganzen Tag beschäftigen. Bin momentan von der Arbeit freigestellt, weil ich studiere und eine Projektarbeit schreiben muss. Geht endlich wieder voran damit, hab das verständlicherweise in den letzten Wochen sehr vernachlässigt.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: meine Frau.

Ich habe momentan viel Zeit zum Nachdenken und auch den klaren Kopf dafür. Immer wieder lese ich Eure lieben Ratschläge und entdecke endlich, was ihr mir sagen wollt. Natürlich denke ich auch darüber nach, was ich will und was ich bekommen kann. Leider sieht es im Moment nicht gut aus.

Am Samstag steht wieder Kino mit meiner Frau auf dem Plan, "Avatar" in 3D wird sicher genial. Aber wir werden auch reden müssen. Viel und ernsthaft. Es muss wirklich was passieren und das bald. Mal sehen, was bei unserem Treffen rumkommt.

Ich werde dann bald wieder berichten. Und die spannenden Dinge aus "Avatar" verraten...

Schönen Abend Euch,
Chris.

Christian

(Samstag, 19.Dez 2009, 23:26)
Hallo mal wieder,

die Tage fünf und sechs verliefen auch ohne größere Probleme, gestern habe ich nach dem Essen beim Griechen sogar den Gratis-Absacker abgelehnt und mich abends in der Kneipe an Cola gehalten. Soweit alles in Butter.

Heut mit Frau im Kino, "Avatar" ist genial. Die Story ist nicht besonders originell oder überraschend, aber der Film ist super inszeniert und voller künstlerischer Kreativität. Die vier Stunden (einschließlich Vorprogramm und Pause) gingen recht schnell rum, langweilig war der Film nie. Bei "The Abyss" hat James Cameron geübt, mit "Terminator 2" und "Aliens" hat er sich technisch weiterentwickelt und mit "Titanic" das Geld für "Avatar" verdient. Aber schon seltsam, dass Cameron so gesellschafts- und technologiekritische Filme macht, dabei selbst aber immer modernste Technik einsetzt. Egal, ich mag seine Filme.

Naja, der Abend verlief dann doch wieder anders als erwartet. Hab meiner Frau gesagt, dass ich nicht weiß wie es weitergehen soll und dass ich für die gemeinsame Zukunft keine Basis sehe, weil viel Vertrauen kaputt gegangen ist. Hab diese Woche viel nachgedacht und ihr einen sehr langen Brief geschrieben, wo ich meine Gedanken und Gefühle ausdrücke. Wenn ich allein nachdenke, scheint alles so klar und einfach, bin ich mit ihr zusammen, ist alles wieder anders.

Ich hatte beim Nachdenken Zweifel, ob sie es diesmal ernst meint, wenn sie sagt, sie wolle aufhören. Was ich erst heute erfahren habe: sie will die Ausrüstung ihrer Spielfigur gegen echtes Geld verkaufen, um einen Teil des Geldes rauszuholen, das sie da reingesteckt hat. Ist die Ausrüstung erstmal weg, macht das Spiel keinen Sinn mehr. Die ganze Figur will sie nicht verkaufen, weil da auch eine Reputation dran hängt, die der Käufer ausnutzen könnte. Das verstehe ich auch.

Sie steht momentan auf dem Standpunkt, unbedingt nach Jordanien zu fliegen, damit sie erkennen kann, ob sie sich zu mir nur hingezogen fühlt, weil ich ihr vertraut bin, sie lange kenne und ihr Geborgenheit geben kann, oder ob es tatsächlich noch Liebe ist, die uns verbindet. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll, zumal sie mir nicht versprechen kann, dass im Urlaub mit dem anderen Herrn nicht doch was läuft.

Ich frage mich nun: habe ich noch die Kraft, einen weiteren Monat Ungewissheit zu ertragen, auch wenn ich nicht weiß, ob es sich "lohnt"? Und dann natürlich das Problem meiner (wohl nachvollziehbaren) Eifersucht. Wenn sie sich danach für mich entscheidet, kann ich ihr glauben, was sie mir von Jordanien erzählt? Wird sie danach den Kontakt zu ihm abbrechen und die Sache ist ein für allemal erledigt?

Im Moment denke ich, dass ich auf kein Fall damit klar kommen würde, wenn sie in den Flieger steigt. Dann wäre die Geschichte für mich gegessen. Aber wer weiß, was morgen ist? Kann in der Zeit bis dahin wieder soviel Vertrauen wachsen, dass sie einerseits nicht unüberlegtes in Jordanien tut und ich ihr auch glauben kann, was sie sagt?

Ich sollte dazu sagen, dass ich auch nicht immer treu war. Ich war vorher mal mit einer anderen Frau verlobt und habe sie auf einer Seefahrt mit einer Norwegerin betrogen. Auch während der Beziehung mit meiner Frau habe ich mich mal anderen Frauen zugewandt. Ein Unschuldslamm bin ich sicher nicht, aber ich habe bisher nie die Erfahrung als "Betrogener" gemacht, nach einer solchen Sache die Beziehung fortzusetzen. Meine bisherigen Freundinnen waren immer auf Dauer weg, wenn ein anderer Mann ins Spiel kam. Daher weiß ich nicht mit letzter Sicherheit, wie ich damit umgehen soll oder würde.

Ein bisschen ist das ein Spiel mit dem Feuer. Die Reise kann ein Liebestest sein, der endlich Klarheit bringt, wobei wohl alles offen ist. Ich kann gewinnen oder verlieren. Andererseits kann ich mir den Stress ersparen und die Beziehung jetzt beenden. Dann hätte ich auch Klarheit. Was ist, wenn in Jordanien zwischen meiner Frau und ihm was läuft, sie es bereut und mir nichts sagt oder wieder in Notlügen flüchtet? Oder wenn ich nur denke, dass es so war und auf ewig eifersüchtig und misstrauisch bin?

Akutes Problem ist erstmal wohl Jordanien und der Herr. Die Spielerei scheint meine Frau einigermaßen im Griff zu haben, zumal sie nun in einer anderen Gilde ist, die nicht wirklich was kann. Ich hoffe, dass sie den Verkauf der Ausrüstung durchzieht und das auch klappt. Das wäre ein wichtiger Schritt.

Da der Tag anders verlief, als ich dachte, habe ich ihr den Brief nicht gegeben. Noch will ich kämpfen.

Nun gut, das sollte als Zwischenbericht reichen, evtl. treffen meine Frau und ich uns am Montag wieder.

Angenehmen Abend und schönes Rest-Wochenende,
Chris.

Knackpunkt

(Sonntag, 20.Dez 2009, 12:45)
moin christian

erstmal freu ich mich natürlich für dich, das du es ohne den fusel schaffst und es dir gut geht.

auch auf die gefahr hin, das du mich verfluchst oder so, weil ich immer eher negative sachen zu dir/euch und den problemen schreibe aber das was deine frau da mit dir macht is doch eiertanz und müll.

dieses gelaber von wegen ausrüstung verkaufen, neue gilde und blablabla is doch kikifax. sie spielt trozdem und ausrüstung is das geringste problem. in den spielen gibts berufe und die können dir ruckzuck ne neue ausrüstung machen usw usw. nur heiße luft und ausreden. charakter löschen und fertig.
sonst kommt als nächstes ".... wollte keiner haben. muss gucken das ich die loswerde. ....kanns doch nicht einfach so liegen lassen ..... .... ....." die liste ist unendlich.
also thema "spielen" durchgefallen und nix passiert. sie spieltimmernoch und wird meiner meinung nach auch in naher zukunft nicht aufhören. wenn nicht was entscheidendes passiert. ich kenns von mir und dieses "kontrollierte", "nur ein bißchen" spielen funzt nicht. nicht bei uns, die damit ein problem haben.

und das thema mit der jordanienreise usw. geht ja mal garnicht. was is das für´ne begründung, das zu machen um zu sehen ob es noch liebe ist und so?
für mich hört sich das so an:"ich flieg da mal hin und guck ob der meine spielerei akzeptiert und wie der aussieht und was da sonst noch so geht. wenn nicht kann ich wieder nach hause, da wartet einer der mich will und zu dem ich könnte bevor ich ganz ohne dastehe."
also sorry was soll der scheiß. ich möchte sie jetzt auch nicht persönlich angreifen, aber ich glaube sie merkt im moment nicht was sie dir und sich seler antut und ist gerade in ihrer eingefahrenen eigenen welt.

du solltest wirklich überlegen inwieweit du dir das nochlänger zutraust gefühlsmäßig und seelisch durchzuhalten. vllt. ist eine trennung erstmal genau das richtige. dein kopf wird nach den ersten tagen trennungsschmerz wieder frei für dein leben und deine probleme usw. und sie wird sich evtl. auch im klaren wie es weiter gehen soll. wie es zur zeit aussieht, dreht ihr euch nur im kreis und kommt nicht vorwärts.
naja wollte dir nur mal meine sicht der dinge dazu mitteilen und hoffe nicht zu sehr in deine beziehung eingedrungen zu sein.

wünche dir ertsmal noch nen schönen 4. adventund schöne feiertage und die kraft das alles durchzustehen.

Christian

(Sonntag, 20.Dez 2009, 13:11)
Danke für Deine Meinung, Knackpunkt.

Natürlich ist das ein Eiertanz, wenn sich jeden Tag was ändert und keiner weiß, was wirklich Sache ist. Und wie Du richtig sagt, tut sie mir richtig weh. Das weiß sie aber auch. Ich habe halt die Wahl, jetzt die Sache zu beenden und Klarheit zu schaffen oder aber abzuwarten, mich noch mindestens vier Wochen zu quälen und dann zu sehen, was sich getan hat und wie die Zukunft aussehen kann.

Ich halte von der Jordanien-Sache auch nichts, das dürfte klar sein. Sie selbst riskiert eine Menge damit. Kann ja auch sein, dass sie sich mit dem Kerl am ersten oder zweiten Tag ausquatscht, er sauer oder so ist, sie nach Hause kommt und ich dann auch nicht mehr will. Dann hat sie alles verloren. Sie hat ihm wohl auch schon klar gemacht, dass sie nie zu ihm ziehen könnte, weil das nicht ihre Welt ist. Rational überlegt kann das mit ihm nichts geben, deshalb verstehe ich nicht, warum sie dahin will. Wenn sie Abstand braucht, um die Gefühle zu sortieren, kann sie auch sonstwo hinfahren und muss nicht unbedingt nach Jordanien.

Im Moment sind wir getrennt, seit dreieinhalb Wochen "wohnt" sie bei ihren Eltern. Wir sehen uns ein bis zwei Mal pro Woche und haben sonst eher weniger Kontakt. Das hilft mir ja auch, weil ich merke, dass ich auch alleine klar komme. Was Merle und den Dalai Lama beruhigen wird: ich habe gemerkt, dass ich sie nicht brauche .

Das Spielen ist so eine Sache: da ihre Eltern keine anderen Themen haben, ist es für sie schwer, davon wegzukommen, solang sie bei denen ist. Meine Frau sagte gestern, sie wolle wieder eine Therapie machen, diesmal aber stationär, damit sie auch wirklich vom PC weg ist. Wer weiß hier, wie man sowas einleitet und wie die Chancen stehen, die Therapie von der Krankenkasse bewilligt zu bekommen?

Was Du auch richtig sagst: ich habe die Befürchtung, dass sie sich hinter Schutzbehauptungen und Ausreden versteckt. Ich will ihr ja glauben, dass sie aufhören will, ganz einfach ist das aber nicht. Dazu müsste ich erstmal weitere Fortschritte in die richtige Richtung bei ihr sehen.

Sei unbesorgt, Du mischst Dich nicht in unsere Beziehung ein. Ich habe mich hier gemeldet, weil ich Meinungen von Betroffenen und Aussteigern hören wollte. Wenn Du mir Deine Meinung sagst, ist das genau das, was ich mir wünsche.

Dir auch einen schönen Advent und nette Feiertage,

Gruß, Chris.

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