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Knackpunkt(Sonntag, 20.Dez 2009, 19:46)puh, da fällt mir n stein vom herzen. hab auch schonmit leuten geredet, die dann plötzlich bei solchen meinungsäußerungen von mir anders reagierten. von wegen was ich mir einbilde un für wen ich mich halte usw. . ok abgehakt ![]() mit der therapie war das bei mir so,das ich das über die suchtberatung gemacht habe. bin dorthin gegangen und hab mit denen geredet. dann haben die von ganz allein den vorschlag gemacht, o ich nicht eine therapie machen will. naja und dann wurde mir alles erklärt und in welche klinik usw usw usw. und dann haben die auch mit mir den antrag ausgefüllt und den weggeschickt. ob das die krankenkasse oder der rententrägerbezahlt is personenabhängig, aber das machen auch alles die dort. tja und dann geht er rest fast von allein. eigentlich klären die den größten teil für dich und dann bekommste irgendwann den termin. |
Christian(Sonntag, 20.Dez 2009, 19:59)Nun, ich habe ja schon einige Beiträge von Dir gelesen, davon auch welche hier zu meiner Geschichte. Du hast eine sehr direkte und deutliche Art, Dich auszudrücken, aber im Kern hast Du Recht und ich finde Deine Beiträge auch sehr hilfreich. Ist mal was anderes, als immer nur aufbauende und ermutigende Antworten zu bekommen. Als Aussteiger hast Du auch eine andere Perspektive als Angehörige oder Freunde, das ist sicher nicht nur für mich sehr wertvoll, auch mal die zu sehen. Und danke für die Hinweise zur Therapie. |
HappyHour(Montag, 21.Dez 2009, 11:06)Hallo zusamm´, da hat sich bei Christian doch einiges bewegt mittlerweile... oder auch nicht!!! Genau genommen, spielt deine Frau immer noch, du bist immer noch unsicher und die Reise nach Jordanien steht auch noch an, mal ganz abgesehen davon, dass deine Frau immer noch bei ihren "Zockereltern" wohnt. Veränderung sieht anderst aus. Als positivstes Merkmal kann ich herausstellen, dass du dein "Alk-Problem" im Griff hast. Aber aufgefallen ist mir etwas ganz anderes. Du hast geschrieben, dass deine Frau in diesem Forum auch eingetragen wäre, es ihr zumindest bekannt ist. Hmm... dann wird sie wohl entweder: 1. auch alles lesen, was hier dazu geschrieben und geäussert wird. Allein dies wäre wohl genug Gedankenanregung. 2. sie interessiert es in keinster Weise, das wäre dann aber doch eine Form von Ignoranz. Wie siehst du das? LG HappyHour! |
Christian(Montag, 21.Dez 2009, 11:27)Hi HappyHour, ja, sie liest ab und zu schon mal mit. Als gestern fragte sie mich, was ich Samstagabend nach dem Kino noch gemacht habe und ich erzählte ihr, dass ich hier einen Tagesbericht geschrieben habe. Das hat sie dann gelesen, was sie aber irgendwie getroffen hat. Sie hat mir leider nicht gesagt, was genau und was es bei ihr angestellt hat. Jedenfalls meinte sie, dass sie hier lieber nicht lesen sollte. Wie ich ja schon sagte, ich trinke aus Gewohnheit und Langeweile, wirklich abhängig bin ich vom Alk nicht. Ich habe keine zittrigen Hände, kann klar denken und habe kein Bedürfnis nach Bier, Wein & Co. Ich überlege, ob ich mir mal ein paar Flaschen Gerstensaft hole, um meine Resistenz zu testen. Sollte kein Problem sein. Hab ja auch noch ein paar angebrochene Flaschen Jägermeister und Tequila hier, die ich nicht anrühre. Gruß, Chris. |
merle(Montag, 21.Dez 2009, 14:56)Das darf so nicht sein Hallo Christian, das tut mir richtig weh, Deinen Bericht zu lesen. Das ist doch eine einzige nicht enden wollende Qual. Warum tust Du Dir das an? Ich finde, Deine Frau hat mittlerweile den Punkt ganz eindeutig überschritten, an dem ein Zuwarten noch akzeptabel war. Die ganze Sache mit dem Jordanier ist doch für Dich ein Schlag ins Gesicht. Das darfst Du mit Dir nicht machen lassen. Du wirst ja endlos hingehalten und mit fadenscheinigen Argumenten und leeren Versprechungen "warm gehalten". Egal ob Deine Frau etwas mit dem Jordanier anfängt oder nicht - allein die Tatsache, dass sie da hinfährt, ist unmöglich. Das hat mit lebendiger (und halt oft auch schmerzlicher) Beziehungsarbeit nichts mehr zu tun. Willst Du warten, ob sie da drüben scheitert und dann halt doch zu Dir zurückkehrt? Du darfst nicht der Notnagel sein, Christian, das musst Du Dir ganz klar sagen. Mit Liebe hat das Ganze in meinen Augen rein gar nichts mehr zu tun. Und eine gesunde, konstruktive und für beide bereichernde Partnerschaft darf so nicht sein. Es ist unausweichlich, dass man sich beim Zusammenleben ganz oft verletzt, es schwer hat miteinander, sich aufreibt, immer wieder. Aber die Basis muss stimmen, das Etwas-Miteinander-Wollen, das gemeinsame Ziel, der Wunsch, miteinander alt zu werden. Da hat so ein Firlefanz wie diese Jordanienreise nichts zu suchen. Das ist einfach nur grausam, rücksichtslos und fern jeder Realität. Wehr Dich, Christian. Mach so nicht weiter. Du bist auf einem guten Weg mit Dir und kämpfst stark und bewusst gegen Deine ureigenen Schwierigkeiten an. Darauf konzentriere Deine ganze Kraft. Verzeih meine offenen Worte, aber ich kann das so einfach nicht unkommentiert im Raum stehen lassen, was Deine Frau da mit Dir macht.... Ganz liebe Grüße und viel viel Kraft. Merle |
kleinesMauf(Freitag, 25.Dez 2009, 10:57)Hallo Christian, Merle hat recht. In meinen Augen geht deine Frauf fremd. Und das ganz offen und ehrlich... Sie sollte sich entscheiden, egal wie hart das klingt. Du oder dieser Jordanier. Sie trampelt auf dir rum und macht mir dir was sie will. Du kannst mir nicht sagen, dass dir das gefällt.... Also tu was dagegen, du möchtest auch nicht ewig so weiter machen. Du versuchst sie da raus zu retten, aber sie rennt mit geschlossenen Augen immer weiter rein und tritt nach hinten nach dir... Bitte entscheide dich, bevor sie dich kaputt macht. Dafür hast du zu viel erreicht. Liebe Grüße, Jeanette |
Christian(Freitag, 29.Jan 2010, 23:58)Hallo zusammen, zunächst: parallell zu diesem Thread solltet ihr Meine Familie ist rollenspielsüchtig lesen, da wird zum Teil meine Geschichte fortgesetzt, zum Teil auch der weitere Rahmen aus einer anderen Perspektive beleuchtet. So langsam seh ich es ein, es bringt nichts. Der Jordanier ist wieder da, hat sich Mittwoch plötzlich wieder gemeldet. Meine Frau hat neue Freunde im Spiel, eine neue Gilde, neue Ziele. Nach Level 100 (Maximum bisher) warten nun noch diverse Quests. Es gibt immer was zu tun. Sie weicht meinen Fragen aus, ist schnell gereizt, wenn ich Probleme anspreche und Lösungen suchen möchte. Die guten Vorsätze klappten nicht. Sie muss kapieren, dass sie krank ist. Sie sagt, sie wolle kein Geld mehr im Spiel versenken. Sagte sie um Weihnachten herum auch. Anfang Januar waren einige Hundert Euro verballert. Immer wieder: ich hör auf, ich will aufhören, das Spiel ist krank. Andererseits: ich will es nicht aufgeben, meine Freunde nicht verlieren, ich will spielen. Ich würde sie spielen lassen, wenn sie die Balance finden würde: bisschen spielen, ohne Geld, Blick für die Realität, für echte Freunde, für mich, für ihre Familie (naja, die Reste davon). Sie schafft es nicht. Alle Bemühungen, alle Briefe in den letzten Wochen, alle Anstrengungen, alle Versuche scheinen umsonst. Ihre Schwester, meine Freunde, ihr hier im Forum, ihr habt alle Recht. Es geht nicht. Man kommt davon nicht los. Aufruf an die Aussteiger: Sind Spiel-Freunde wirklich Freunde? Ich sagte meiner Frau, die "Freunde" würden sie in drei Tagen vergessen haben. Wie war es bei Euch? Ratlos und verzweifelt wüscht Euch einen schönen Abend Chris. |
Knackpunkt(Samstag, 30.Jan 2010, 14:24)Zitat Sind Spiel-Freunde wirklich Freunde? meiner meinungnach ist das ein sehr heikles thema und zweischneidiges schwert. auf der einen seite sind die meisten dieser leute genauso krank wie wir und haben das selbe problem. die frage fängt damit an, was für dich freunde sind? wieviel wirkliche freunde hat man denn so? und wen bezeichnet man einfach nur so? man sagt das ja öfter einfach mal so dahin, ".. das ist ´n freund...". also als wirkliche "freunde"würde ich sie anfangs nicht bezeichnen. allein schon weil der bezug zur realität fehlt. allerdings muss ich auch sagen, das aus diesen bekannten auch freundschaften entstehen können. ist es nicht im realen leben genauso? hier wie dort, umgiebst du dich mit leuten die dir gut tun, die auf deinem level sind, mit denen du gleiche interessen hast usw .. einige werden zu echten freunden und andere bleiben bekannte. das ist in der realen als auch in der virtuellen welt gleich. der einzige wirkliche unterschied, der in den meisten fällen nicht zur freundschaft führt, ist die räumliche trennung. würden alle leute aus meiner gilde in einem umkreis von 20 km von mir wohnen, denke ich hätte ich freunde dazugewonnen statt die realen in meiner umgebung zu verlieren. ich war 4 jahre in derselben gilde und es gab einen sogenannten "harten kern". also leute der 1. stunde der gilde. und ich muss schon sagen, das wir alle ne menge geteilt haben. wenn´s kinder gab, kannte man die namen. hatte jmd frust auf der arbeit, haben wir ihn aufgemuntert. bei einem paar war die frau schwanger und wir haben ihre schwangerschaftsübelkeit live mitbekommen und wir durften auch alle gratulieren als das baby dawar.. usw usw usw. ein weiterer, für mich, sehr entscheidender vorteil der "onlinefreunde" war/ist, man lernt die leute einzig und allein durch gespräche kennen. ich für meinen teil habe niebilderder personen an den rechnern gesehen. es war alles symphatie, die rein auf gesprächen beruht hat. scheiß egal, wie dein gegenüber aussieht. also zählten sozusagen die reinen inneren werte. bis auf eine außnahme. das ist eine frau mit mann und kinder, mit denen wir uns letztes jahr getroffen haben und das regelmäßig tun wollen. zu den restlichen leuten,kann ich nur sagen, das es mir teilweise noch schwer fällt, sie ganz zu vergessen. es waren alles liebe und nette leute, mit denen ich 4 jahre, ca. 10 h am tag zu tun hatte und diese zeit intensiv verbracht habe. es hat mir nie jmd was böses getan von ihnen und selbst aus ihren reihen, kamen oft anstöße ob mein spielverhaltennoch gesund wäre! mir fiel es schon schwer diese leute zu verabschieden und ich denke heut noch gern an sie zurück und wünschte mirmit eineigen mehr kontakt zu haben, außerhalb von WoW. so du siehst, das man es von beiden seiten sehen kann. das is garnicht soleicht und diese "onlinefreunde" sind definitiv auch ein faktor, die zur sucht führen. bin mir nachwievor nicht schlüssig wie ich diese "freunde" einsortieren soll. ob positiv oder negativ. |
HappyHour(Samstag, 30.Jan 2010, 20:54)Hallo Christian, hallo Knackpunkt, tja, das mit den Freunden sehe ich etwas anders wie Knackpunkt. Das geht schon bei der Definition "Freund" los. Ich habe genau 3 Freunde im Leben. Die kann ich nachts um 4 anrufen wenn es brennt und dann stehen sie ohne wenn und aber vor der Tür und helfen. Ich kann mich auf sie verlassen (alles gesagt gilt natürlich umgekehrt auch), sie sind kritikfähig und teilen ihr Leben mit mir in guten wie in (und das ist der Unterschied) schlechten Zeiten. Die zweite Fraktion ist die der "Bekannten". Da wird es schon differenzierter. Man sieht sich, wenn man sich eben sieht. Notrufe in der Nacht wären doch eher unerwünscht und präsent sind sie meistens nur, wenn es einem "gut geht". Hat man ein echtes Problem, ist die Distanz schnell da oder es wird ganz und gar ignoriert. In der Gilde gab es die "auf der gleichen Wellenlänge". Bevorzugte Mitspieler mit denen man questen und raiden ging. Aber Freunde...? Als ich meine erste Gilde verlassen hatte, konnte ich garnicht so schnell schauen, wie man mich "vergessen" hatte, nicht mehr sehen wollte und im Spiel wortlos an mir vorbeiging. Ich finde, eine echte Beziehung kann man hier nicht direkt aufbauen, da das Spiel im Vordergrund steht und das "Drum-rum" nur nettes Beiwerk ist. Klar, wenn ich 10 Stunden am Tag einen festen Kreis um mich rum habe, entstehen schon stärkere Bindungen. Aber das ist, zeitlich gesehen auf der Arbeit genauso. Es gibt Kollegen mit denen man kann und andere die man meidet. Vllt entstehen sogar wahre Freundschaften daraus. Aber der Zeitfaktor der gemeinsam verbrachten Zeit spielt hier doch eine grosse Rolle. Ob es nun die Gilde war oder mein alter Kollegenkreis: "Aus den Augen, aus dem Sinn!". Oder was glaubst du, Knackpunkt, wie oft heute noch einer während des Spiels an dich denkt? Vllt wenn mal Serverwartung ist... oder hast du noch regen Kontakt ausserhalb des Spiels zu deinen Mitstreitern? Du hast nie ein Bild deines Gegenübers aus dem Spiel gesehen, dir aber dein eigenes aus den Gesprächen und Handlungen dort gemacht. Wie nahe kommt dies an die Realität? Ich vergleiche es einmal mit diesen vielen ONLINE-Partner-Vermittlungen. Jeder gibt sein Bestes und zeigt sich von seiner Sonnenseite. Trifft man sich dann aber im RL, heisst es "Hosen runter" und meistens scheitert die Beziehung dann doch, da "das Bild, das ich mir von dir gemacht hatte, doch nicht den Erwartungen entsprach." Virtuelle Welten heissen nicht umsonst so, da hier nur der "Schein" dessen gewahrt wird, was er eigentlich real darstellen soll. Eigentlich eine supergut verpackte "Mogelpackung", die sich nach dem Öffnen als "heisse Luft" herausstellt. Und so, Christian, wird sich auch der Jordanier als Flop herausstellen. Zwar anfänglich ganz interessant, aber im Endeffekt wird er nicht annähernd halten können was er verspricht. Schon Odysseus wäre den "Circen" zum Opfer gefallen, hätte er sich nicht an den Schiffsmast binden lassen. Zitat Sie muss kapieren, dass sie krank ist. Sie sagt, sie wolle kein Geld mehr im Spiel versenken. Sagte sie um Weihnachten herum auch. Anfang Januar waren einige Hundert Euro verballert. Immer wieder: ich hör auf, ich will aufhören, das Spiel ist krank. Andererseits: ich will es nicht aufgeben, meine Freunde nicht verlieren, ich will spielen. Das ganze nennt man glaub ich "Wunschkonzert". Du bekommst immer das zu hören, was du willst, Hauptsache du nervst nicht weiter. So wie ich schon einmal geschrieben habe, ist es an der Zeit anderes Kaliber aufzufahren. Nur durch Druck kann hier noch eine Reaktion/Wende herbeigeführt werden. Welche Wahl der Waffen du wählst, liegt allein in deinem Ermessen, aber die Wahl will gut überlegt sein. Im Moment bin ich mir nicht ganz sicher, wer von euch beiden wieder näher am Abgrund steht. Zeit, das Ruder rumzureissen. Es gibt einen alten, abgedroschenen Spruch der da lautet: "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!". Gewalt beziehe ich in diesem Fall jedoch auf ein überlegtes Vorgehen, vllt die letzte Chance für euch beide doch noch das rettende Ufer zu erreichen. In diesem Sinne drücke ich dir weiterhin die Daumen und das notwendige Fingerspitzengefühl das Ruder noch einmal rumzureissen. Immer an deiner Seite HappyHour!!! |
Christian(Mittwoch, 31.Mär 2010, 22:05)N'Abend an alle, ich habe gerade den Fernsehfilm "Bis nichts mehr bleibt" im Ersten gesehen, wo über die "Karriere" einer jungen Familie bei Scientology erzählt wird. Das kommt mir alles verdammt bekannt vor. Irgendwo stehen sich Sekten und Online-Sucht sehr nahe. Falsche Freunde, finanzielle Abzocke, Gehirnwäsche, psychische Abhängigkeit. Und die Geschichte des Films ähnelt unserer sehr. ICH habe das Spiel entdeckt, es nicht ernst genommen, es als Zeitvertreib und Ausgleich gesehen. Meine Frau ist drauf kleben geblieben und wollte mich richtig reinziehen. Ihre Familie sprang drauf an und klebt nun drauf fest. Am Freitag ist sie wieder zu den Eltern gefahren, Happy war live dabei. Sie konnte es nicht ertragen, dass ich mit ihm per Computer "telefoniert" habe und sie alles mitbekam. Am Wochenende bin ich wieder ausgerastet. Erst war ich Samstagvormittag spontan bei ihr und der Familie, um eine "Familienkonferenz" einzuberufen. Schien soweit vernünftig zu funktionieren. Die Eltern meinten, sie wüssten, dass sie ein Problem haben. Aber sie wüssten auch keinen Ausweg. Ihr Stiefvater sagte, er spiele aus Verzweiflung, weil meine Schwiegermutter zu sehr mit spielen befasst sei. Sie gab wiederum an, dass sie es unter Kontrolle habe und sich inzwischen mehr um Hausarbeit kümmere. Fakt ist: alle lügen sich gegenseitig an. Meine Frau wurde mal wieder gahackt, das Spiel war vorbei. Wahr ist, dass ihre Mutter für einen vierstelligen Betrag meiner Frau das Equipment wiederbeschafft hat. Der Mann wusste es nicht, bis ich es Samstag angesprochen habe. Fakt ist: Die Mutter ist derzeit arbeitslos, eine Stunde Hausarbeit am Tag ist daher mit langem Daddeln vereinbar und keine große Kunst. Nach allen wissenschaftlichen Berichten, die ich inzwischen gelesen habe, ist Leugnen, Lügen und Ausreden-Suchen ein ganz typisches Erscheinungsbild bei dieser Sucht. So wundert es mich nicht, dass meine Frau offen zugeben kann, dass sie mich, ihre "Spiel-Freunde" und ihre Familie anlügt. Und es sollte nicht überraschen, wenn die "Freunde" und die Familie sie auch anlügen. Naja, dann kam der nächste Ausraster meinerseits. Meine Frau schrieb vor einiger Zeit im Spiele-Forum über ihre "tolle" Familie. Es gab einen Preis zu gewinnen und natürlich ging es darum, sich selbst gut dazustellen (wer es lesen mag: http://forum.top.igg.com/viewthread.php?tid=144336). Das ging mir so gegen den Strich, dass ich erst einige Kommentare fallen ließ. Insbesondere störte mich, dass sie anfangs von einem "someone" schrieb, der ihr das Spiel gezeigt hat. ICH war das. Warum sagt sie das nicht? Am Wochenende dann antwortete ich auf Nachfragen anderer User, was ich meine. Und packte in klaren Worten aus, was Sache ist. Es gab einige, die es verstanden haben, andere meinten, die Diskussion gehöre nicht zu der Geschichte. Auch habe ich aus Wut, Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit ein Video gebastelt, das einige Leute in dem Forum gesehen haben, wo ich alte Fotos von mir uns meiner Frau gezeigt habe und anschließend beschrieb, was aus ihr/uns wurde. Kurz: meine Frau war tierisch sauer (nicht zu Unrecht, seh ich ein). Wir haben uns unsachliche Dinge an den Kopf geworfen. Sie hat dann meine Accounts im Forum und bei Youtube übernommen und den Kram gelöscht. Auch das war verständlich und wohl richtig. Im Nachhinein bereue ich die Aktion, das war sehr kontraproduktiv. Fortsetzung im nächsten Beitrag... |
Christian(Mittwoch, 31.Mär 2010, 22:30)Nun, bei den gegenseitigen Anschuldigungen waren sehr fiese Sachen dabei, die ich hier nicht lang ausbreiten will. Ich meinte z.B. "dann spring doch von der Brücke, macht es uns beiden leichter", sie konterte mit "ich hab mehr Anwälte als Du Freunde, ich überzieh Dich mit Unterlassungsverfügungen". Lief sehr dreckig. Gestern war ich wieder einigermaßen beruhigt und wollte mit ihr vernünftig reden. Nach einigem Flehen und Bitten trafen wir uns dann. Ich sagte ihr, dass mir die Aktionen vom Wochenende leid tun, was sie natürlich nicht glaubte. Ich bat sie, darüber nachzudenken, was ich in den letzten Wochen und Monaten getan habe, um sie glücklich zu machen. Klar, ich habe Mist gebaut, aber ich habe mir auf der anderen Seite auch den A**** aufgerissen. Mein Studium ausgesetzt, Geld für Kino und Ausflüge ausgegeben, ihr Überraschungen bereitet, die Wohnung oft alleine gepflegt, ihre Wäsche in den Schrank geräumt, statt sie nur auf's Bett zu werfen, für sie zur Apotheke gelaufen, Essen gemacht, wenn sie lang gearbeitet hat, Briefe geschrieben, sie von der Haltestelle abgeholt, ihr in der Wanne den Rücken geschrubbt,.... Aber das alles macht sie nicht glücklich. Sie wirft mir vor, dass ich ihr schaden will, erkennt aber nicht, dass ich helfen möchte. Daher werden wir jetzt erstmal eine Weile keinen Kontakt mehr haben, wenn er sich irgendwie vermeiden lässt. Ich habe ihr die Kontaktdaten unserer örtlichen Suchtberatung gegeben und ihr angeboten, mit ihr dahin zu gehen, wenn sie das möchte. Aber ich werde von mir aus nichts mehr tun, das kommt bei ihr nicht an und führt bei mir nur zu mehr Enttäuschung und im Extremfall zu Eskalation. Erst wenn sie einsieht, dass sie ihr Leben jeden Tag mehr zerstört und was ändern will, kann ich ihr helfen. Dass es irgendwann soweit sein wird, weiß ich. Nachdem ich nun inzwischen einige tausend Aussteigerberichte (auch englischsprachige) gelesen habe, weiß ich, dass sie ein ganz normaler "Fall" ist, der einen typischen Verlauf nimmt. Die Einsicht wird irgendwann kommen. Und dann wird sie alles bereuen, was sie an Geld, Zeit, sozialen Kontakten und Gefühlen im Spiel verloren hat. Bis dahin werde ich wohl erstmal allein leben, mich um meine realen Freunde kümmern, mich mit unseren Katzen beschäftigen und mein Studium beenden. Momentan kann ich für meine Frau nichts tun. Ich hoffe, dass es nicht so läuft wie im Film. Dort klebte die Frau nach vielen Jahren und der Scheidung immer noch bei Scientology. Sie war beim Gerichtstermin immer noch betäubt und hat die Wahrheit nicht gesehen. Die junge Tochter war auch schon voll "auf Linie" gebracht, was zum Schluss dazu führte, dass die Mutter das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekam. Die beiden haben den Absprung nicht geschafft. Ich kann grad nur hoffen und nach Jahren der Religionslosigkeit für meine Frau beten. Vielleicht glaube ich nicht an einen Gott, aber ich glaube an die Vernunft und die gute Seele, die in jedem Menschen stecken. Möge meine Frau dies bei sich wiederentdecken. Gesegneten Abend, Chris. |
Team-ch(Mittwoch, 31.Mär 2010, 22:35)Film in der ARD-Mediathek technische Ergänzung: Der Film " Bis nichts mehr bleibt " ist hier in der ARD Mediathek zu sehen: Wiederholungstermine: 31.03.2010 01:55 - 03:25 ORF 2 01.04.2010 10:30 - 12:00 ARD (wurde wohl aktuell aus dem Programm genommen: ARD 01.04.2010 07.04.2010 18:30 - 20:00 ARD EinsFestival 08.04.2010 07:00 - 08:30 ARD EinsFestival 08.04.2010 12:30 - 14:00 ARD EinsFestival 09.04.2010 04:35 - 04:35 ARD EinsFestival Film-Beschreibung bei der ARD team-ch |
Christian(Mittwoch, 31.Mär 2010, 23:36)@ team-ch: Danke für's verlinken der Sendung und die Hinweise auf die Wiederholung. Ich denke, der Film passt ganz gut zur allgemein hier besprochenen Problematik. Und vielleicht hilft die Vernetzung/das interdisziplinäre Denken, die gesamte Reichweite zu erfassen. Es gibt aktuelle Studien und Berichte zu Sekten und zu Drogen. Ich weiß nicht, wie viele Leute inzwischen von Sekten/selbsternannten "Religionsgemeinschaften" in den Griff genommen wurden. Aber wenn ich vorsichtigen (!) Studien glauben darf, gibt es inzwischen in Deutschland mehr Online-Abhängige* als Medikamenten- und Glücksspielsüchtige zusammen ! Was ich noch nachschieben möchte: Meine Frau mag nicht, wenn ich ihr/unser Leben hier ausbreite. Andererseits nimmt sie für sich in Anspruch, ihr Leben, in das ich mich gefälligst nicht einmischen soll, in "ihrem" Forum und mit "ihren" Chat-Partnern auszutauschen. Ich mach das hier mehr oder weniger anonym und versuche sachlich zu bleiben. Ich bemühe mich um Ehrlichkeit und Offenheit, gestehe mir meine eigenen Fehler und Schwächen ein. Sie selbst hat die Gelegenheit, sich selbst zu Wort zu melden und Dinge richtig zu stellen, wenn ich vielleicht zu subjektiv bin. Die Chance habe ich in "ihrem" Forum nicht. Ich habe keine Geheimnisse vor meiner Frau und will das Problem offen angehen. Folglich sehe mich auf der rechtlich und moralisch richtigen Seite, wenn ich hier weiterschreibe. Weitere Berichte werden folgen, nehmt es als Drohung oder als Versprechen. ![]() Gruß, Chris. * Wobei ich hier differenzieren möchte: Online-Abhängigkeit wird nach den "klassischen" Studien eingeteilt in a) Online-Spiel-Abhängigkeit, b) Online-Chat-Abhängigkeit, c) Online-Sex-Abhängigkeit. Und ich benutze bewusst lieber die Terminologie "Abhängigkeit", um sie von Sucht, die nach ICD-10 und DSM-IV stoffgebunden sein müsste, abzugrenzen. Im Englischen spricht man von "internet addiction disorder", was m.E. klarstellt, dass es keine eigenständige Krankheit, sondern das Symptom/Syndrom einer Verhaltens- oder Persönlichkeitsstörung handelt. Die Zusammenhänge und insbesondere die Komorbidität sind noch nicht abschließend erforscht. Wie es in ein paar Jahren, wenn die DSM-5 rauskommt, aussieht, mag ich nicht vorauszusagen. |
Christian(Donnerstag, 1.Apr 2010, 00:13)Noch ein Nachklapp (heute schwirren mir wieder soviele Sachen durch den Kopf, ein paar davon muss ich einfach loswerden): Montag waren meine Mom und mein Bruder spontan hier (genau richtig, die beiden kamen wie gerufen). Sie bauten mich wieder auf, sie rieten mir zum "Rosinen-picken", ich solle das Gute und Schöne sehen. Naja... Nun, geldmäßig geht es mir ohne meine Frau besser. Von der gerade erhaltenen Steuererstattung behalte ich wohl alles, weil sie noch Schulden bei mir hatte für die Wohnung, die sie damals angemietet, aber nicht bezogen hat. Daher sollten wir etwa auf pari* sein. Vom Strom bekomm ich auch einiges wieder. Meine Frau: Siehst Du, soviel Strom braucht mein Computer doch gar nicht." Ich: "Hm, Du warst zwei Monate nicht hier." Ok, auch einkaufen wird billiger. Die Küche ist endlich abbezahlt. Finanziell und von der Hausarbeit (weniger waschen, einkaufen, putzen, Geschirr etc.) geht es mit besser. Aber: mir fehlt der Mensch, den ich liebe und aus Überzeugung geheiratet habe. Das ist mit Geld und Mühe nicht aufzuwiegen. Ich war damals, als meine Frau mir dem Thema "Hochzeit" ankam nicht begeistert. Aber als es soweit war, sind mir auf dem Standesamt alle Gedanken durch den Kpf geschossen. "Ja, ich will", kam aus den tiefsten Abgründen meiner Seele, meiner Gefühle und meines Gewissens heraus. Und so kann und will ich auch heute noch dazu stehen. Bei Maischberger gestern (hier die Sendung in der Mediathek) ging es um Liebe und Ehe. Ich habe einige Freundinnen und eine Ehefrau gehabt. Geliebt habe ich alle, jede für sich war ein besonderer Mensch. Ich habe nie eine Beziehung von mir aus beendet. Ich mache Fehler, aber mein/e Partnerin/nen mach(t)en auch Fehler. Verzeihen und Nachsicht sind besondere menschliche Fähigkeiten. Ich habe und nutze sie. Und ich gebe nicht so leicht auf. Nochwas ans Team: ich würde gerne meine Kraft und Zeit etwas kanalisieren und Euch unterstützen. Wollte dazu schon vor ein paar Monaten Mitglied im Verein werden. Leider war der Download-Antrag kaputt. Hab den Link auch als defekt gemeldet, leider geht der immer noch nicht. Könnt ihr das reparieren? Link: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/downloadverzeichnis/1/7/23/mitgliedsantrag/ Danke. Chris. * Kleines Wortspiel: Unsere Katzen heißen "Tequila" = "Kila" und "Campari" = "Pari" |
Christian(Donnerstag, 1.Apr 2010, 00:51)Nachschub: (Sorry, hab mir grad meine/unsere Geschichte nochmal durchgelesen und festgestellt, dass da Lücken sind) Also, die Sache mit dem Jordanier ist wohl praktisch erledigt, weil er kapiert hat, dass es nix wird. Meine Frau hängt emotional (?) wohl noch an ihm. Andererseits gibt es da einen recht jungen Typen aus Irgendwo (Süd-/Mittelamerika?). Der hat ihr geholfen, vom Jordanier wegzukommen und nun neigt sie zu ihm. Ja, ich weiß, rational alles Käse, aber Abhängige können nicht rational handeln. Ich geb ihr einfach die Zeit, lass sie die S****** durchstehen und dann sehen wir weiter. Irgendwann wird sie wieder ihren Platz in der Welt finden und merken, wo sie wirklich hingehört. Dienstag beim Treffen meinte sie, sie könne nicht mit mir, aber auch nicht ohne mich. Ja, weiß ich. So geht es wirklich jedem. Sie will was besonderes sein, im Spiel aber ist sie austauschbar, im Leben auch. Sie muss sich selbst erstmal lieben können, um geliebt zu werden. Die endlose Flucht vor sich selbst hilft nicht. Psychologisch kompliziert, chemisch recht einfach. Dopamin setzt sich ins Belohnungszentrum, wenn wir glücklich sind. Die Abhängigkeit aber will immer mehr. Wir brauchen Dopamin durch unseren Stoff, um auf den Normal-Pegel zu kommen. Mehr geht nicht. Glücklich können wir nicht mehr sein. Das Gehirn gewöhnt sich ans Dopamin, wir brauchen immer mehr. Die "Peaks", die Glücksmomente können wir nicht mehr erleben, weil die "Peaks" nur den Normal-Bedürfnisstand ausgleichen. Ein schönes Zitat von Manfred Spitzer: "Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein. Aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben". Deswegen sind Drogen und Süchte auch so fies. Sie betäuben, frieren uns ein. Das Gehirn und die Gefühle aber wollen Bewegung. Naja, ich kann hier schreiben und reden, was ich will, es hilft außer mir wohl niemandem. Wir alle stecken nicht (mehr) mit drin, die anderen gucken hier nicht rein. Chris. |
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