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Syreanna(Donnerstag, 3.Dez 2009, 23:21)Tach zusammen, ich bin 23, Studentin und habe es jetzt endlich geschafft auszusteigen und wollte einfach mal euch an der Erfahrung bis hier hin teilhaben lassen. Angefangen hat alles glaube ich mit dem Koreanischen Online Rollenspiel Ragnarok Online. Kleine niedliche Figuren, nette Ablenkung. Viel Zeit verbrachte ich vor der Kiste, schmierte meine Hausaufgaben nur hin, vernachlässigte aber nicht meine Freunde. 2006 machte ich Abitur und soweit ich weiß kam auch WoW in dem Jahr raus. Freunde berichteten mir davon und da ich wusste dass ich einen leichten Hang zu solchen Spielen entwickeln würde, wusste ich dass ich dieses Spiel nie spielen wollte. Abitur verlief gut, man fand eine Beziehung, begann sein Studium, alles perfekt halt. Doch ein Jahr später fing dieser Freund dann an WoW zu testen und man saß dann zusammen im Wohnzimmer und er spielte und ich nicht. Damit fing also alles an, man levelte hoch, hatte keine Ahnung vom Spiel, stellte doofe Fragen. Doch kannte ich jemanden in diesem Spiel und auch schon an den Konsolenspielen hatte ich den Hang zur Perfektion, es musste komplett erledigt werden. Im Winter 2007 trennte sich mein Freund von mir und ich verbracht mehr Zeit im Spiel, lernte jemand neues kennen, welcher jedoch auch WoW spielte. Mein Verhängnis. Ich kam in die zweitbeste Gilde des Servers und machte eben das was ich wollte, Perfektionieren, auch wenn es nur ein Spiel war. Doch Anfang diesen Jahres merkte ich erst wirklich wieviel es mir kaputt gemacht hatte. Ich ging selten weg, meistens nur an Tagen wo im Spiel nichts anstand, da man ja Angst hatte etwas zu verpassen. Doch mein Studium litt darunter sehr. Ich erhielt eine Ablehnung vom Bafögamt und somit kein Geld mehr zum wohnen. Aber wirklich wachgeschüttelt hatte mich das verpassen eines Drittversuches, zwar krankheitsbedingt aber trotzdem nicht gut. Um diesen Drittversuch kämpfte ich, erhielt die Erlaubnis neuzuschreiben und diesen Herbst bestand ich diese Klausur und eine weitere. Wobei ich zwei Monate Hardcore lernen draus gemacht hatte. Auch hatte ich mich das ganze Semester darum gekümmert alle fehlenden Scheine zu machen, da ich dank diesem Spiel jetzt Zeitdruck habe. Nur noch bis nächstes Jahr kann ich mein Vordiplom machen ansonsten Bachelor und mit WoW geht sowas natürlich nicht. Doch verließ ich WoW noch nicht, hatte ich doch nette Leute dort kennengelernt und war es Abends doch immer sehr lustig und unterhaltsam. Aber ich schwor mir im August ca. das wenn ich meine Drittversuche bestehe, dann höre ich auf mit WoW und ich bestand sie. Schob es aber noch ein wenig vor mir her. Dieses Spiel verlockt nunmal doch ziemlich stark. Tage und Wochen vergingen und mein Bruder begann mir im Nacken zu sitzen. Mich zu treten, damit ich mein Leben nicht so versaue wie er sich seines vertan hat. Kein Abitur, nur schriftlichen Teil des Fachabiturs, aber hat eine Ausbildung jetzt angefangen die ihm Spaß macht. Und so verhandelte ich mit meinem Bruder und er ließ mich noch DEN Boss schlechthin legen ;-) Wir spielten also noch zusammen und legten diesen Boss, Serverfirst, geiler Titel, Penismeter ganz oben ;-) Zwei bis Drei Wochen hatte ich ab dem Punkt noch bis zum auslaufen des Accounts. Was ich eigentlich noch gechillt nutzen wollte. Doch die Stimmung im Vent (sowas wie teamspeack) schlug Abends immer um. Versaute mir die Laune und seit dem Sommer ca habe ich auch gemerkt das ich emotional mehr in diesem Spiel war als vorher. Dinge bedrückten mich, machten mich sauer, ließen mich verletzt sein und dies war auch der Grund für mein dann doch sehr plötzliches gehen. Es wurde im Vent abends meist nur noch Leute angekackt, wie schlecht sie seien, sie sollen sich doch anstrengen etc. Dieses flamen, zicken, aufhetzen, war mir einfach leid und als ich dann eines Abends ausgetauscht wurde, weil ich zurück zickte und schlecht war oder so. War für mich die Sicherung durchgebrannt, ich wollte einfach nicht mehr. Mein Bruder schrieb mich im Vent an, bevor ich mich aus dem Spiel ausloggte und meinte ich soll die Gilde verlassen, WoW aufhören und mir diesen Mist nicht mehr antun. Den Leave erklärte er mir damit, dass es besser für die Psyche ist, weil wenn man dann mal sagt man kommt zurück, man nichts im Spiel hat, nichts Tolles und das würde einem schon weniger Lust bereiten wieder zurück zu kommen. Und das tat ich auch. An dem Abend schrieb ich etwas fürs Forum, am nächsten Tag loggte ich mich durch meine Chars, machte Screens von ihnen, verteilte mein Gold und alles andere spannende und reichte es meinem Bruder weiter. Kaum war das getan holte ich einmal tief Luft, drückte auf den Knopf für leaven und loggte mich aus. Seitdem habe ich mich nicht mehr im Spiel eingeloggt. Habe meinen Abschied im Forum kundgetan und bin seitdem zurück im richtigen Leben. |
Syreanna(Donnerstag, 3.Dez 2009, 23:21)Schwer ist es im Moment eigentlich nicht. Ich habe während meiner Lernphasen gemerkt wie wenig ich WoW vermisst hab. Klar ab und zu mal rein und was schauen war okay, aber nicht wirklich eigentlich. Das Spiel ist seit der neuen Erweiterung total langweilig geworden und ich bin eigentlich froh den Schlussstrich dann gezogen zu haben wo dieses Spiel noch ein letztes Mal gut war. So sieht man dann nicht wie schlecht es wird und muss sich nicht frusten. Als ich aufhörte stromerte ich bei meinen eltern durchs Haus. Aß mit meinem Vater zu Abend, etwas was ich schon sehr lange vermisst hatte wieder zu machen, doch war halb 8 bis 23 Uhr immer belegt für WoW. Er meinte ich verhalte mich im Moment wie ein Alki auf der Suche nach seiner Flasche. Und er hat recht, im ersten Moment weiß man nicht was man tun soll mit all der Freizeit, doch sieht man dann erst was für viele Zeit man wirklich hat. Jetzt sind fast 3 Tage vergangen und ich fühle mich gut. Abends schaue ich in Ruhe Filme oder Lese. Tagsüber lerne ich, gehe einkaufen und Putze. Dinge die ich vorher in aller Eile getan habe. Ich höre mehr Musik, schreibe mehr und setze mich mehr mit meiner Uni und meiner Jobsuche auseinander. Da ich ohne Bafög mein Studium und meine Wohnung irgendwie finanzieren will. Denn auch die Jobsuche wurde durch WoW sehr beeinflusst. Doch ich habe wundervolle eltern die mir in den letzten Monaten finanziell sehr geholfen haben. Jetzt möchte ich ihnen zeigen das es sich gelohnt hat. Später als dieses Jahr hätte ich auch nicht aussteigen dürfen, denn im Februar starten die Klausuren und die wären sonst umsonst. Dieses Spiel hat mir zum Glück nur 2 Jahre genommen, zwei Jahre die zwar Spaß gemacht haben, aber noch mehr Spaß hätte es gemacht hätte ich ordentliche Linien gezogen. Wäre ich aber anfangs stark geblieben und hätte nie angefangen, wer weiß, vielleicht hätte ich dann jetzt schon mein Vordiplom. An alle die Freunde haben die Spielen, spielt selber lieber Spiele wo ihr einfach auf den Knopf zum Speichern drücken könnt. Denn da ist kein Zwang weiter zu spielen, außer dem das nächste Level zu erreichen. Aber man kann einfach speichern, ausmachen und weggehen. Bei WoW ist es nicht so. Man macht meist was, interagiert mit Leuten zusammen und schwupps kann man nicht mehr ausm Game raus. Ich weiß noch wie oft ich mir selber sagte, nur noch diese eine Inze und dann mach ich meine Sachen fertig, doch schwupps war Abend, halb 8 und ich hatte meinen Raid. Es war echt eine schöne Zeit, man hat liebe und nette Leute kennengelernt und ich hoffe das die paar mit denen ich jetzt noch Kontakt habe auch weiterhin in meiner Kontaktliste bleiben. Macht euch immer klar was ist wenn dieses Spiel nicht mehr ist. Was macht ihr dann, was habt ihr dann. Nichts. Habt ihr euch eure Träume erfüllt? Nein. Das einzige was in diesem Spiel verlockend ist, dass man in einem Tag etwas erreichen kann und nicht erst nach 3,4 oder gar 5 Jahren, oder für manch andere ist es auch verlockend endlich mal Leute herum kommandieren zu können. Doch was ist nach diesem Spiel. Was ist wenn aller Strom weg ist zB. und man nicht mehr Spielen kann, dann ist man verloren. Denkt an eure Träume, an Dinge die ihr erreichen wollt im späteren Leben. Lasst euch dies nicht durch ein Spiel nehmen. Ich möchte später mal nicht abhängig vom Mann sein, deswegen muss ich jetzt hart arbeiten um später selbstständig zu sein. Ich möchte heiraten und Kinder haben. Dies kriege ich aber nicht mithilfe eines Spieles hin, denn die richtigen Menschen die sind um einen herum, draußen auf der Straße oder in Kneipen/Diskotheken. Denkt an eure Träume bevor ihr euch an WoW bindet oder andere Spiele mit denen mal viel übers Internet mit anderen Menschen interagiert. Ich fühle mich wohl, auch wenn es nur drei Tage sind bisher. Aber es ist immer wieder überraschend wieviel Freizeit man doch auf einmal hat. Wieviel man tagsüber geschafft kriegen kann, was vorher liegen blieb. Ich wünsche allen die mit sich hapern auszusteigen viel Glück. Je nachdem wie tief man drinnen ist, bedarf es große Kraft zu gehen. Doch macht es, gebt euch ein Ziel und dann geht, meldet den Account ab, macht Screens und sagt Byebye. Glaubt mir, es fällt eine große Last von euren Schultern. Greetz, me, back to life =) |
HappyHour(Freitag, 4.Dez 2009, 01:46)Guten Morgen Syreanna, ich schreibe bewusst "Guten Morgen", denn um diese Zeit war ich normalerweise auch in einem Raid unterwegs. Aber heutzutage teile ich eher das Schicksal aller "Nichtmehr-Rollenspielsucht"-Betroffenen, ich habe Anteil, nein Freude, an jenen, die es "Geschafft haben". Die Grafik des RL ist doch nicht soo schlecht, aber die Emotionen eben des selbigen sind durch nichts zu ersetzen! - Ich wünsche dir von Herzen dein Kind, denn der Blick in dessen Augen sind durch nichts in der Welt zu ersetzen. - Ich wünsche dir in der Nacht auf einem Berg zu sitzen und jene Sterne zu sehen, die du in keinem Spiel je sehen wirst. - Ich wünsche dir jenes unbeschreibliche Gefühl, das dich durchdringt, wenn jener Mensch dein Leben betritt und du nicht beschreiben kannst, warum... ... denn das RL hat: - doch die beste Grafik - den besten Sound - das beste Feeeling in diesem Sinne wünscht HappyHour auch die besten Träume für die Nacht (denn diese werden auch eines Tages wahr)! |
Christian(Freitag, 4.Dez 2009, 13:55)Hallo Syreanna, willkommen im Leben und Gratulation zu diesem großen Schritt. Und danke dafür, dass Du uns Deine Geschichte erzählt hast. Ich bewundere Deine Kraft und wünsche Dir, dass Du durchhältst. Du hast ja selbst gesehen, was Du vom wahren Leben verpasst hast und was Du verloren hast. Gerade die Sache mit dem husch-husch-Putzen und nur das Nötigste tun, ist ein deutliches Zeichen. Wenn die Wohnung verwahrlost, hat man noch mehr Grund, in eine saubere Traumwelt zu flüchten, wo man Dreck extra programmieren müsste. Wenn die Umgebung aber hübsch ist, kann man sie viel mehr genießen und auch Freunde einladen, ohne sich schämen zu müssen. So kann man den Suchtkreislauf vielleicht gut umdrehen und positiv nutzen. Alles Gute für Deine private und berufliche Zukunft. Genieße das Leben, es hält so viele Wunder und Überraschungen bereit. Chris. |
sylketaube(Dienstag, 8.Dez 2009, 09:22)Ich gratuliere Dir Hallo Syreanna, das finde ich ganz super, dass Du es geschafft hast. Ich heisse Dich herzlich willkommen zurück im realen Leben. Und es ist viel schöner :-) lg |
merle(Mittwoch, 9.Dez 2009, 13:11)@ Syreanna Hallo Syreanna, jetzt hast Du ja wieder eine weitere Strecke Wegs geschafft OHNE. Wie geht es Dir inzwischen? Ist es leichter geworden? Erzähl doch mal ein bisschen, welche Strategien Du entwickelt hast, um bei all dem weiter vorwärts zu kommen. Sicherlich hast Du bereits den Beitrag Good bye, WoW gelesen? Falls nicht, hier den Link dazu: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/meldungen/1/19/goodbye-wow-wb-rl-welcome-backreal-life/ Das wird Dich weiter stärken und ermutigen, nicht aufzugeben. Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen, auf dass es bald geschafft ist und Du Dein Leben in vollen Zügen genießen kannst. Merle |
Syreanna(Sonntag, 14.Mär 2010, 21:51)Nun, mittlerweile ist März und ich muss zugeben das ich ab und zu nochmal im Spiel drinnen war. Doch bis auf herumstehen und mit den Leuten chatten hab ich nichts gemacht. Hatte keine Lust, keinen Anreiz. Es langweilte mich. Ein Rezept für danach gibt es nicht. Ich habe mich ins Lernen für die Uni gestürzt und wirklich Lust auf das Spiel habe ich eigentlich nicht mehr. Das einzige was ich vermisse sind vereinzelte Leute, doch das war es eigentlich auch schon. Vielleicht kehre ich irgendwann wieder zurück, um zu sehen wie es geworden ist, doch im Moment hab ich eigentlich wenig Interesse daran. Denn Lust, wieder an etwas gebunden zu werden, habe ich nicht. Deinstalliert hab ich das Spiel bisher noch nicht, keine Lust zu gehabt. Aber Lust danach mich wieder ein zu loggen, habe ich auch wenig, von daher ist es eigentlich egal. Spätestens wenn ich Festplattenspeicher brauche ist das Spiel dann runter ;-) Jedem der weiterhin aussteigt, wünsche ich viel Erfolg. Ohne das Spiel ist es echt einfacher und leichter. Man kann in Ruhe Filme und Serien schaun. In Ruhe Abendessen und weggehen ohne Angst zu haben etwas ingame zu verpassen. Kurz, es ist echt cool ohne WoW :-D |
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(Donnerstag, 10.Mär 2011, 13:47)
Hallo Syreanna. Gebe ich Dir Recht, ohne WoW ist vieles schöner. Dein Nick kommt mir bekannt vor... Hast Du damals (2007oder 2008) auf dem Server Alleria eine N811 Schurkin gespielt? Dann kann es sein, dass wir uns damals vielleicht sogar ingame trafen. Ich spielte dort damals einen N811 Jäger mit dem Namen Wyr. Auf Alleria war auch mein Schurke Víncé. Wir "feierten" ingame Silvester (2007 auf 2008) und standen in SW rum Hab sogar noch ein paar Screens davon.Ich finds gut das WoW hinter Dir liegt und es würde mich sehr freuen, wenn Du hier weiterhin postest. lg Kay |
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