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        Spielbranche saugt Kindheit auf

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Montag, 21.Dez 2009, 20:18

inter2naut Benutzer ist offline

Mitglieder Anfänger
Anzahl Beiträge: 32
Mitglied seit: 08.07.2009
Eltern seid ruhig - die Spielzeugindustrie weiß schon was für mich gut ist
Neue Einsichten aus der Spielbranche gibt das sehr gute Dossier "Mega-Weihnachten" von Susanne Gaschke in der Wochenzeitung "Die Zeit" vom 17.12.2009, S. 15 - 18 wider (http://www.zeit.de/2009/52/DOS-spielzeug).
Im derzeit sehr umkämpften Spielemarkt - Geburten nahmen innerhalb 10 Jahren um mehr als 1/3 ab - werden Kinder mit Spielneuheiten beballert. Damit Eltern nicht dazwischen gehen, werden von Marketingunternehmen der Spielindustrie die Kinder als möglichst souveräne Kunden dargestellt. Kinder brauchen gar nicht mehr geschützt werden, da sie gar keine Kinder sondern als "Twens", "Kids", "Pre-Teens" und "Teens" bezeichnet werden. Eine "gleichgeschaltete Kinderwelt" wird erzeugt, in der "seit den achtziger Jahren ... die Eltern mehr oder weniger" machen "was die Kinder sagen." Was die Autorin zur folgender Aussage bringt: "Die Spielzeugindustrie bietet etwas potenziell Schädliches an, privatisiert die Gewinne und sozialisiert die Risiken." Der Marketingexperte Martin Lindstrom wird zitiert: "... Fang die Tween-Fantasie ein! Gib ihnen die Mittel, die sie brauchen, um sich ihre eigene eskapistische Welt zu bauen - und du hast gewonnen!" Aber was ist das für eine Fantasie, die eingefangen ist und die durch ein "überwältigendes Drehbuch" vom Spiel schon ausgearbeitet ist? Das Dossier schließt mit dem Verweis auf Michael Endes "Momo": "Aber Bibi-girl löst in Momo nur ein einziges Gefühl aus - unendliche Langeweile."



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