www.aktiv-gegen-mediensucht.de



http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/361/5/freund-und-vater-an-wow-verloren/

Druckversion / Zur Bildschirmversion





Forum
 Foren zum Thema Mediensucht / Partner-Forum
        Freund und Vater an WoW verloren

Freund und Vater an WoW verloren

()



Gnubbel

(Mittwoch, 27.Jan 2010, 23:41)
WoW-Sucht
Hallo ....

ich weiß garnicht so richtig wie ich anfangen soll ... am besten wohl damit das meine Söhne 9 Jahre, 10 Monate alt und ich einen lieben Menschen seit 2,5 Jahren an WoW verloren haben.
Vor 5 Jahren habe ich meinen Freund als Sebstbewußten Mann, der mitten im Leben stand der genau wusste was er beruflich noch alles erreichen will kennengelernt.Er hat mich in allem unterstützt ob es in der Erziehung von meinem damals 4 jährigen Sohn oder beruflich war, er war immer da wenn ich ihn brauchte. Er war sportlich und hatte Spaß am "Real Life" und jetzt ist aus ihm ein
Grauer - Arbeitsloser - WoW Junkie der durchschnittlich 16 Stunden am Tag spielt.

Ich frage mich wie kann ich ihm helfen, kann ich ihm überhaupt helfen??

Wir wohnen nicht zusammen von daher kann er sich in wann immer er will in seiner Wohnung verkriechen entfernt sich immer mehr von uns meldet sich nicht wenn ich anrufe oder mal bei ihm vorbei fahre (was nicht mehr oft vorkommt ) werden wir so gut wie ignoriert ich rede gegen einen Wand weil er spielt oder wir können ihm beim spielen zu sehen und wenn es ihm reicht schmeißt er mich raus. Er ist nicht gerne bei uns weil er sich hier nicht wohl fühlt liegt daran das ich bist vor 2 Wochen noch keinen Internetzugang hatte und ich ihm das Spielen hier verboten habe. Er sieht uns maximal 2 mal in der Woche für 2 Stunden ( wir wohnen nur 15 min von einander entfernt ) da er nie viel Zeit hat er muss ja spätestens um 19 uhr bei seiner Gilde sein und wenn er erst gegen 16 Uhr aus dem Bett kommt weil er wieder bis zum Morgengrauen gespielt hat bleibt nicht viel Zeit für uns.
Es gab auch Tage wo es weniger mit dem spielen war, aber seit Januar ist es wieder richtig extrem geworden ich habe ihn das letzte mal am 31.12 gesehen.
Ansonsten hat er überhaupt keinen Spaß mehr am echten Leben in der Schwangerschaft hat er mich alleine gelassen hat mir nicht bei dem Einkauf oder beim Renovieren geholfen war nicht bei der Geburt dabei und seit der Kleine da ist hat er nicht wirklich mehr interesse gezeigt.
Aber wenn ich einen Schlußstich ziehen möchte sagt er mir das wir das wichtigste in seienem Leben sind er uns über alles liebt ... und so weiter halt all das was ich hören möchte. Wenn ich wieder angebissen habe lässt er mich wieder fallen und kehrt zurück zu seiner liebsten Beschäftigung. Ich fühle mich so Hilflos egal was ich mache er ist nur noch Gefühlskalt und wenn ich ihn auf das Spiel anspreche wird er agressiv.
Manchmal denke ich lass ihn einfach machen vielleicht wacht er auf wenn er ganz unten ist. Ich habe nicht mehr die Kraft und Lust ihm als Animateuin zu dienen ich habe 2 Kinder um die ich mich kümmer.

ich höre jetzt erstmal auf zu schreiben, vielleicht habt ihr ja lust mir zu schreiben.

HappyHour

(Donnerstag, 28.Jan 2010, 13:42)
Hallo Gnubbel,

da bist du leider in einer sehr verfahrenen, aber doch sehr eindeutigen Situation:


Zitat
Ich frage mich wie kann ich ihm helfen, kann ich ihm überhaupt helfen??


Ich denke eher nicht, denn dein Mann müsste schon von sich aus den Willen zur Selbsthilfe zeigen. Leider scheinen hier zuviele Faktoren gegen eine gütliche Wiedervereinigung zu sprechen. Warum bin ich dieser Meinung? Hm, ich denke weil:

Zitat

- Wir wohnen nicht zusammen von daher kann er sich in wann immer er will in seiner Wohnung verkriechen
- entfernt sich immer mehr von uns meldet sich nicht wenn ich anrufe oder mal bei ihm vorbei fahre (was nicht mehr oft vorkommt )
- werden wir so gut wie ignoriert ich rede gegen einen Wand weil er spielt oder wir können ihm beim spielen zu sehen und wenn es ihm reicht schmeißt er mich raus.
- Er ist nicht gerne bei uns weil er sich hier nicht wohl fühlt liegt daran das ich bist vor 2 Wochen noch keinen Internetzugang hatte und ich ihm das Spielen hier verboten habe.
- Er sieht uns maximal 2 mal in der Woche für 2 Stunden ( wir wohnen nur 15 min von einander entfernt ) da er nie viel Zeit hat er muss ja spätestens um 19 uhr bei seiner Gilde sein und wenn er erst gegen 16 Uhr aus dem Bett kommt weil er wieder bis zum Morgengrauen gespielt hat bleibt nicht viel Zeit für uns.
- Es gab auch Tage wo es weniger mit dem spielen war, aber seit Januar ist es wieder richtig extrem geworden ich habe ihn das letzte mal am 31.12 gesehen.


Deine restlichen Argumente zähle ich hier nicht weiter auf, denn du lieferst schon genug Gründe dieses Vorhaben zum Scheitern zu verurteilen.

Das klingt jetzt zuerst einmal hart. Wenn du dich aber einmal durch dieses Forum gelesen hast, wirst du feststellen, dass eben nicht nur den "Süchtigen" geholfen werden muss, sondern auch den "Betroffenen". Und dies sind eben all jene im direkten Umfeld der Süchtigen. In deinem Fall gilt das Gleiche, wie in anderen aussichtslosen Fällen: DU musst dich und deine Kinder retten! Wenn dein Mann nicht einsichtig ist (was ich hier in keinster Weise erkennen kann), geht es darum wenigstens das Umfeld zu schützen. Denke an deine Kinder, halte sie so gut wie möglich von ihm fern. Sonst ist spätestens in 2 Jahren dein Ältester der Nächste auf der Liste der gefährdenden Spieler, da dein Mann ihn bestenfalls in den Dunstkreis der Rollenspieler zieht.

Du selbst bist für deinen Mann nur noch Mittel zum Zweck:

Zitat
Aber wenn ich einen Schlußstich ziehen möchte sagt er mir das wir das wichtigste in seienem Leben sind er uns über alles liebt ... und so weiter halt all das was ich hören möchte. Wenn ich wieder angebissen habe lässt er mich wieder fallen und kehrt zurück zu seiner liebsten Beschäftigung. Ich fühle mich so Hilflos egal was ich mache er ist nur noch Gefühlskalt und wenn ich ihn auf das Spiel anspreche wird er agressiv.


Nein, nicht du bist das Wichtigste, das Spiel ist es! Du bist nur noch Ausführungsgehilfe. Dein grösster Fehler: wieder "anzubeissen". Daduch gibst du ihm das Fundament zurück, auf dem er seine Spielsucht weiter ausüben kann.

Zuletzt:

Zitat
Manchmal denke ich lass ihn einfach machen vielleicht wacht er auf wenn er ganz unten ist. Ich habe nicht mehr die Kraft und Lust ihm als Animateuin zu dienen ich habe 2 Kinder um die ich mich kümmer.


Hmm, "vielleicht" wacht er auf... vielleicht auch nicht. Dies ist mehr bangen als hoffen. Und wenn er "ganz unten" ist? Sorry, er ist schon ganz unten, danach kommt nur noch absacken. Absacken ins Elend. Geistig, körperlich und finanziell wird dann die unterste Schiene erreicht. Du hast es aber nicht verdient mit in diesen Strudel gezogen zu werden. Also verabschiede dich von diesem "Ghetto". Du solltest umziehen. Ob du nun 15 Minuten oder 2 Stunden Fahrt von ihm wegwohnst, das ist ihm gleichgültig. DU solltest dich und deine Kinder schützen! Baue dir einen neuen Freundeskreis auf, mit ganz normalen Menschen. Mache DEIN Leben wieder zu deiner Hauptaufgabe, denn deine Kinder sind Bestandteil desselben. Erwache aus diesem Albtraum, zeige Stärke und Selbstbewusstsein und siehe im Nachhinein auf das neu gewonnene zurück: 2 glückliche Kinder, die es dir ein Leben lang danken werden!

In diesem Sinne drücke ich dir die Daumen auf deinem neuen Weg zurück ins Leben.

LG HappyHour!!!

NIDRO

(Donnerstag, 28.Jan 2010, 15:22)
Hilfe !!
Hallo Gnubbel,

so ähnlich wie happyhour denke ich auch. Du kannst Deinem Mann helfen, in dem Du ihm nicht mehr hilfst. Deiner Schulderung nach ist er wohl PC-Abhängig. Dies ist eine Krankheit, die dazu führt, dass Leben um das Spiel zu organisieren. Die Menschen wedren gebraucht um spielen zu können (Wohnung, Essen, Geld, Kippen ...). Fällt dies weg, muss er Spieler es sich selbst organisieren und damit sein Spiel unterbrechen. Dann kann ihm auffallen, dass was nicht stimmt. Andere könnes es ihm nicht beibringen (Erklär mal einem Trinker, dass er krank ist ...).

Du kannst Dir bei Profis Hilfe holen. Jede Suchtberatungsstelle berät auch Angehörige. Ob Du dich an eine spzielle Beratung für Spielsüchtige (Glücksspiel / PC) oder eine "normale" Suchthilfe wendest ist meist zweitrangig. Dort kann mit Dir ein passender Plan erarbeitet werden und DU bekommst Hilfe und Unterstützung. Trau Dich, die Profis warten auf Dich (Dafür werden sie ja auch bezahlt).

Grüße

NIDRO

Gnubbel

(Donnerstag, 28.Jan 2010, 20:50)
Hallo HappyHour und NIDRO,


vielen Dank für eure ehrliche Meinung, hat mir zwar die Tränen in die Augen getrieben aber so ist es wohl am besten für mich, meine Kinder und warscheinlich auch für meinen Freund. Nein Einsicht hat er in keinster Weise er sagt er sei nicht süchtig. Er war im Oktober 09 zwar mal in einer Klinik zur Therapie aber dort fühlte er sich fehl am Platz, da laut seiner Aussage da nur " richtige Spieler " waren und er hat die Klinik nach 2 Wochen wieder verlassen. Er würd sich auch sofort um einen neuen Platz bemühen. Ich habe ihn dort abgeholt und zu Hause abgesetzt ich sollte nicht einmal mehr mit in die Wohnung kommen.Er braucht seine Ruhe. Im Oktober habe ich ihm das auch noch geglaubt das er sich kümmert, aber jetzt wird mir immer bewusster das er einfach noch nicht bereit war und auch noch nicht ist sein Leben in WoW aufzugeben, ich denke er ist nur in die Klinik gegangen damit ich und auch seine Mutter endlich Ruhe geben.

Zitat
Die Menschen wedren gebraucht um spielen zu können (Wohnung, Essen, Geld, Kippen ...). Fällt dies weg, muss er Spieler es sich selbst organisieren und damit sein Spiel unterbrechen.

Das erklärt natürlich auch warum er im Dezember auf die Idee gekommen ist mit mir zusammen zu ziehen. Was ich natürlich nicht möchte solang er spielt und kifft ja das macht er leider auch noch, aber das hat ihn wenigstens noch am Leben teil haben lassen. Nicht so wie dieses verdammte WoW.


HappyHour... wie meinst du das?? Habe ich nicht so richtig verstanden.

Zitat
Daduch gibst du ihm das Fundament zurück, auf dem er seine Spielsucht weiter ausüben kann.



Liebe Grüße Gnubbel

HappyHour

(Donnerstag, 28.Jan 2010, 23:24)
Hallo Gnubbel,

zuerst: mit "Fundament zurückgeben" meinte ich, dein Verständnis und das Verzeihen, eben dein "anbeissen". Damit hat er wieder eine Grundlage für sein weiterspielen. Entziehe ihm diese Grundlage! DU bist NICHT verantwortlich für seine Situation, sondern er selbst. Du versuchst nur zu helfen.

Zitat
Das erklärt natürlich auch warum er im Dezember auf die Idee gekommen ist mit mir zusammen zu ziehen. Was ich natürlich nicht möchte solang er spielt und kifft ja das macht er leider auch noch, aber das hat ihn wenigstens noch am Leben teil haben lassen. Nicht so wie dieses verdammte WoW.


Hüstel, keuch, abko... sorry... wie??? er kifft noch dazu und Du findest es gut??? HALLOOOOO!!!!

Das wäre ja wie wenn ich Alki wäre und du sagst: "Hey, gut dass er nur kifft, dass hält ihn vom Alk ab...."

Sorry, total daneben!. Eine Sucht durch die andere zu entschuldigen geht nicht. Ich geb´s dir noch krasser: also wenn eines deiner Kinder nur raucht aber kein Alk trinkt wäre das o.k.? Hmmm, früher sagte man "den Teufel mit dem Belzebub austreiben". SOO geht das nicht. Du richtest dir gerade deine Argumente (Ausreden) selbst zugrunde. Schau mal in deinen Spiegel! Und, rede dir nicht mehr dein Leben schöner wie es ist... es ist hart genug.

Sei real, erkenne die Situation und handle danach.

Achso, und ER ist auf die IDEE gekommen mit dir zusammenzuziehen. Wie nobel!

<Ironie = an>
Also, wenn ich morgen keine Kohle mehr verdiene, möchte ich auch bei dir einziehen. Bitte koche für mich, halt den Haushalt clean, besorg´ Zigaretten und Stoff, etwas Alk, bezahl die DSL-Flatrate und ansonsten STÖRE MICH NICHT!!!!
<Ironie = aus>


Ich gebe dir hierfür noch ein bildliches Beispiel, leicht abgewandelt:

- "Warum spielst du WOW?"
- "Ich habe keine Freunde mehr und kein Spass am Leben!"
- "Warum hast du keine Freunde mehr und kein Spass am Leben?"
- "Weil ich WOW spiele..."

So schliesst sich der Kreis.

Bitte, bitte, bitte... wach´ endlich auf und sieh den Trümmerhaufen um dich rum!

Tue es für deine Kinder, sie können nichts dafür und müssten im Endeffekt darunter leiden. (-> dir mal Selbstbewusstsein + Kraft sende. Komm´, steh auf auf, du bist doch eine starke Frau!!!)



THX sagt

HappyHour!!!

HappyHour

(Donnerstag, 28.Jan 2010, 23:43)
Hallo Gnubbel,

vor lauter Emotionen habe ich mein Hauptgegenargument total vergessen:

Zitat
1.) - Nein Einsicht hat er in keinster Weise er sagt er sei nicht süchtig. Er war im Oktober 09 zwar mal in einer Klinik zur Therapie aber dort fühlte er sich fehl am Platz, da laut seiner Aussage da nur " richtige Spieler " waren und er hat die Klinik nach 2 Wochen wieder verlassen.
2.) - Er würd sich auch sofort um einen neuen Platz bemühen.
3.) - Ich habe ihn dort abgeholt und zu Hause abgesetzt ich sollte nicht einmal mehr mit in die Wohnung kommen.Er braucht seine Ruhe


Puuhhh, nun muss ich erst mal tief Luft holen, aber dann....

zu 1.) LOOOL, was für ein schwaches Argument!. Wäre ich Alki, würde ich auch sagen "Hey, in der Klinik waren nur jene, die unter der Brücke übernachten. Das mache ich nicht. Also bin ich hier fehl am Platz (erstmal einen Wodka trinke)....

zu 2.) und? hat er es gemacht? IM LEBEN NICHT!!!!

zu 3.) klar, erstmal wieder ne Runde zocken ohne Störung, die ALTE nervt eh nur!!! (sorry, die bildliche Sprache, aber so ist es!).

Danke für die Erklärung der dreifachen Disqualifikation deines Mannes (Freundes???). Besser geht es nicht!


Wieviele "Zaunpfähle" brauchst du noch???

Ich schenke dir nun mal einen grossen Wecker!!!

Denk´ mal drüber nach....

Deine Erkenntnis dafür wünscht sich HappyHour!!!

Gnubbel

(Freitag, 29.Jan 2010, 09:05)
Guten Morgen HappyHour!!

Oh nein, ich habe geahnt das ich total falsch verstanden werde. Ich finde das Kiffen ganz, ganz schrecklich genau wie das Spielen auch. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass ihn das zusätzliche spielen den Rest gegeben hat oder alles beschleunigt hat was sowieso gekommen wäre.

Glaub mir, ich wache immer mehr auf ich habe immerhin schon verstanden das ich ihm nicht helfen kann sondern das er ganz alleine aufwachen muss. Vor 6 Monaten wäre ich noch mit ihm zusammen gezogen in dem Glauben das er wirklich aufhört zu spielen und zu kiffen. Jetzt weiß ich das es nichts ändert und mich noch unglücklicher machen würde. ich weiß auch das ich nicht an seiner Situation schuld bin, auch wenn er mir vorgeworfen hat das es so extrem ist weil ich ihn nicht genug in den A.... getreten habe und weil ich nicht mit ihm zusammen ziehen möchte ( weil in einer gemiensamen Wohnung müsste er sich ja zusammen reissen). Nein das würde er nicht machen, ich weiß....



Zitat
zu 2.) und? hat er es gemacht? IM LEBEN NICHT!!!!


Nein natürlich hat er es nicht gemacht. Und nicht aus dem Grund das er es alleine nicht schafft, sondern weil er keinen Bock drauf hat oder besser gesagt weil er dafür ja keinen Grund sieht, er ist in seinen Augen ja nicht WoW-Süchtig.

Es dauert bei mir immer sehr lange und kostet ne Menge Zaunpähle bis ich kapiere, aber ich habe es kapiert. Und da mir keiner geschrieben hat "Hey Gnubbel er braucht dich damit er es schafft davon loszukommen" wird das auch so sein das ich völlig überflüssig in seinem derzeitigen Leben bin.

Danke HappyHour du hast mir die Augen so richtig geöffnet.

Wünsche dir einen schönen Tag.

Gruß Gnubbel






merle

(Freitag, 29.Jan 2010, 17:27)
ein Engel an Deiner Seite
Hallo Gnubbel,
da war wohl ein Engel an Deiner Seite, der Dich damals davon abgehalten hat, mit Deinem Freund zusammen zu ziehen. Stell Dir einmal vor, in welcher Situation Du jetzt wärst - dies alles hautnah in Deinem Zuhause, die Kinder mitten drin... Das Essen an den PC bringen, die Wohnung in Ordnung halten, die Finanzen regeln (u.a. damit das Suchtmittel erhalten bleibt!!!), das Familienleben aufrecht erhalten, immer wieder mit faulen Sprüchen vertröstet und ruhig gestellt werden und ansonsten der letzte Dreck sein, der nur stört. Ihr seid das Wichtigste auf der Welt, das er über alles liebt? Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Schau nach vorne und sorg für Dich und Deine Kinder. Entscheide Dich fürs Leben, das richtige - das vielfältige, das schwere und schöne, das graue und bunte. Lass dies alles hinter Dir und überlass ihm die Verantwortung für sein Handeln. Du bist stark, schon deshalb, weil Du Kinder hast, das wichtigste und großartigste, was es geben kann im Leben.
Ich wünsche Dir ganz viel Power und Freude am Neuen.
LG Merle

Christian

(Freitag, 29.Jan 2010, 23:07)
Hallo Gnubbel,

ich mach grad einen ähnlichen Mist durch wie Du. Ich weiß nicht, wo es hinführen wird, aber wenn ich durch dieses Forum und die Teilnehmer gelernt habe: Sei vorsichtig, denke zuerst an Dich selbst und Deine Kinder, dann erst an andere. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wenn es soweit ist, muss man es erkennen und Konsequenzen ziehen. Ich selbst bin noch nicht soweit, lasse mich blenden und mir was vortäuschen, verliere mich selbst in Co-Abhängigkeit.

Ich werde es aber irgendwann (bald?) einsehen. Du solltest aus den Fehlern, die andere gemacht haben lernen, bevor Du diese Fehler selbst machst. Aussteiger und Angehörige werden Dir hier immer denselben Rat geben: spring ab, solang es geht, mach es nicht schlimmer. Es ist hart und ich weiß selbst, dass dieser Schritt Kraft kostet und weh tut. Ich rede viel und handle selbst nicht danach, ist komisch, aber ich stecke genauso drin wie Du. Ich kenne das Problem und die Lösung, kann den Schritt aber noch nicht gehen.

Hör auf die anderen. Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut dafür. Du wirst es brauchen. Aber es ist der einzig gangbare Weg.

Gruß,
Chris.

Gnubbel

(Freitag, 29.Jan 2010, 23:29)
Hallo merle,

Danke für deine Wünsche..
irgendetwas hat verhindern wollen ,das ich diesen Fehler begehe und wenn ich darüber nach denke bin ich richtig FROH. Ich habe auch schon oft dran gedacht wie es mir jetzt gehen würde und ich bin zu dem Entschluss gekommen das es mir genauso wie du es beschrieben hast ergehen würde. Ich habe mit dem "Neuen" seit dem 01.01.10 begonnen und es geht mir langsam besser es ist zwar schwer aber ich werde es für mich und meine Kinder schaffen.

Liebe Grüße

Gnubbel

(Samstag, 30.Jan 2010, 00:02)
Hallo Christian,


ich habe ein Teil deiner Geschichte gelesen .... und dachte mir, man er muss sich genauso beschissen fühlen wie du, wenn nicht noch schlechter. Ich habe mich gefragt warum lässt man sich das alles gefallen?? Wohl aus dem gleichen ( ähnlichem ) Grund wie ich. Ich kenne das, man weiß das es keinen Sinn mehr macht, dass man nur noch benutzt wird, das man endlich nur an sich selber denken muss. Tipps kann man auch ganz viele geben, aber einen Selber fehlt der Mut und die Kraft diesen Schritt zu gehen, obwohl man ja selber weiß das es das Beste ist. Ich bin Froh das ich es langsam schaffe (wobei ich mich auch schon über einem Jahr damit beschäftige) einen Schlußstrich zu ziehen und es tut auch weh wenn einem aufeinmal bewusst wird das man dem Partner wirklich egal ist nicht mehr wichtig. Aber er macht es mir auch von Tag zu Tag leichter ... seit dem ich ihn nicht mehr ständig anrufe um zu erfahren wann er denn mal wieder Zeit für uns hätte, habe ich gemerkt das wir ihm so was von egal sind (weil er bisher nicht auf die Idee gekommen ist anzurufen oder mal vorbei zu kommen).

Auch du wirst diesen Schritt sehr bald schaffen, allein aus dem Grund weil du nicht mehr alleine mit dem Problem dastehst, hier sind wirklich viele Leute die einem (finde ich) zu diesem Schritt bestärken. Einem Zeigen das es genau das Richtige ist.
Hier ein Zitat von dir.... nimm dir deine Worte zu Herzen, es sind die Richtigen.
Zitat
Hör auf die anderen. Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut dafür. Du wirst es brauchen. Aber es ist der einzig gangbare Weg.


Ich wünsche dir auch für deinen Schritt ganz viel Kraft und Mut.

Liebe Grüße Gnubbel

HappyHour

(Samstag, 30.Jan 2010, 21:53)
Hallo Gnubbel und Christian,

heute lasse ich einmal eure Partner aussen vor, sondern versuche eure Gefühlswelt besser zu verstehen. Ich denke dass eine der Hauptfragen die euch beschäftigt jene ist:

WARUM?

Warum musste es soweit kommen, lag es an mir, was kann man noch retten?

Dieser permanente Bohrer der sich durch euren Kopf kämpft und schlaflose Nächte bereitet. Diese Ungewissheit und der damit immer verbundenen Hoffnung auf ein gutes Ende. "Die Hoffnung stirbt zuletzt!" und den Halm, an den man sich zur Rettung immer noch klammern kann, bestimmen nun das Leben. Rationales und irrationales Denken sind ständige Begleiter und die Logik wird von den Gefühlen erschlagen. Es darf nicht sein, was nicht sein darf und doch zeigt sich die Erkenntnis aus dem Erlebten als rücksichtloser Prediger, der die Wahrheit nicht verschweigen will.

Man möchte aus "seinem Herzen keine Mördergrube" machen und den Bezug wo oben und unten ist hat man schon lange verloren.

Aber was einem am meisten auffrisst, ist die Enttäuschung! Über sich selbst, seinen Partner und die daraus resultierenden Umstände. Wahrhaben will man es nicht. Es KANN nicht sein, es darf nicht sein, es soll nicht sein!

Gefühle kann man nun mal nicht so von jetzt auf gleich ausschalten. Sich aber deren bewusst zu machen und sich ihnen zu stellen schon. O.K., ich als Aussenstehender habe da leicht reden, aber emotional bin ich ein ständiger Reisebegleiter. Vllt hilft es ja, dass ich euch die Hand reiche... um über euren eigenen Schatten zu springen. Da hinten leuchtet ein Regenbogen und ich möchte euch den Weg weisen. Ob ihr mir folgt, liegt allein an euch, aber glaubt mir, der Mut zu dieser Entscheidung ist es wert!


Euch einmal die Hand reiche...


... kommt mit, wünscht sich euer HappyHour!

Gnubbel

(Montag, 1.Feb 2010, 21:10)
Hallo HappyHour,

ja genau das ist das Problem dieses ständige WARUM? WARUM? WARUM? in meinen Kopf. Warum musste es soweit kommen? Du hast das Chaos in meinem Kopf oder meiner Gefühle schon richtig erkannt. Wie du schon sagst das schlimmste ist die Enttäuschung. Ach allein heute schon wieder, ich musste heute Sperrmüll rausstellen (Termin hatte ich ihm im Dezember in Form eines gelben Postit, an den Rand seines Monitors geklebt) und wer hat mich wieder sitzen lassen?? Ich bin froh darüber das ich richtige Freunde habe (mein Freundeskreis) die natürlich gleich vorbei gekommen sind. Ohne wenn und aber wie es sich für Freunde gehört. Wie gesagt er macht es mir wirklich von Tag zu Tag leichter. Irgendwann werde ich auch beim Regenbogen angekommen sein. Das du wenigstens immer was bei mir zu sagen hast, das hilft mir schon unheimlich weiter.

Danke das du mir die Hand reichst.
Wünsche dir einen wunderschönen Abend.
Grüße Gnubbel

HappyHour

(Dienstag, 2.Feb 2010, 11:18)
Negativ = Positiv!
Guten Morgen Gnubbel,

da hat sich ja wieder ein weiteres Türchen zur Erkenntnis geöffnet. Zwar verlief die versprochene Hilfe deines Partners im Sande (Negativ), aber deine Freunde haben die Situation gerettet (Positiv). Wieder ein Schritt mehr in DEIN Leben zurück.

Und wie du ja bereits selbst merkst, hat es mit dieser "Aus den Augen, aus dem Sinn"-Geschichte doch etwas auf sich: ist es für ihn nur die notwendige Abschottung um sein VL aufrecht zu erhalten, bietet es dir die Möglichkeit eine gesunde Distanz aufzubauen.
Und "aus der Ferne betrachtet" eröffnet sich doch ein anderer Blickwinkel der Dinge. Während du gerade dabei bist dein Leben neu zu gestalten und die Schönheit und Möglichkeiten des RL wieder zu entdecken, denkt dein Partner immer noch, er hätte dich in der "Hinterhand".

Erst wenn der Schnitt vollzogen ist, gibt es vllt eine allerletzte Möglichkeit, dass er doch noch aufwacht. Sollte er dich immer noch lieben, wird er richtige Gefühlsprobleme bekommen. Zeigt er indessen keinerlei Reaktion, war es sowieso der beste Schritt ihn zu verlassen. Da dieser Zeitpunkt früher oder später eintreten wird, solltest jedoch dafür auch gewappnet sein. Mache dir heute schon Gedanken über deine Erwartungen, spiele verschiedene Szenarios durch und lege dir hierfür jeweils einen entsprechenden Plan zurecht. Lass´ dich nicht mehr "einwickeln" sondern stelle klare Forderungen, die innerhalb eines von dir festgelegten Zeitrahmen erfüllt sein sollten.

Denn nun "spielst" DU ein neues Spiel: "WoW oder ICH!"

Dies verlangt Fingerspitzengefühl, Taktik und eine genau geplante Vorgehensweise. Einen realen "Raid" gegen den Endboss "WoW"!
Die "Ritter" an deiner Seite sind dein Freundeskreis, die "Magier" sind wir, deine Forumsbegleiter, und der "Heiler" bist du selbst.

Und so wünsche ich dir, wie es Caesar einst sagte: Veni Vedi Vici! (Ich kam, sah und siegte!)


LG HappyHour!

Gnubbel

(Mittwoch, 3.Feb 2010, 21:48)
Ich wüsche einen wünder schönen guten Abend HappyHour und den anderen!!

ich kann seit langen sagen, dass es mir richtig gut geht.. er hat heute mal wiederangerufen, wobei er schon seit Montagabend täglich anruft, um zu sagen das er vorbei kommen möchte und bis heute nicht hier war. Das ist aber auch nicht wirklich der Grund warum es mir gut geht, mir geht es gut weil er mir heute wieder mal eine Teilschuld seiner derzeitigen Situation gegeben hat und ich wusste heute zum erstenmal ganz sicher (dank dir und den anderen) das ich nicht daran Schuld bin. Er hat soetwas von sich gegeben wie ... wenn ich ihn nicht fallen gelassen hätte ... dann
- hätte er einen Grund eine Therapie zu machen
- würde er seine Wohnung aufräumen
- würde er sich um Arbeit bemühen
- würde er seine Unterlagen endlich ausfüllen
aber da er jetzt ja keinen Grund mehr hat ... schafft er das alles nicht mehr.
Ich glaube er hat jetzt langsam aber sicher die Stufe körperliche Verwahrlosung erreicht, nicht mehr waschen nicht mehr richtig anziehen, Nahrung??? laut Aussage auch nicht mehr richtig. Keine Lust mehr wie er sagt. Aber das er Spielsüchtig ist willl er immer noch nicht einsehen (weil könnt ja schlimmer sein) er spielt ja noch nicht am Automaten er spielt zwar viel WoW aber das könnte er auch wieder einschränken.
Tja wärend ich hier schreibe hat er nochmal angerufen ( ? heut garkein Raid ) und mich um Hilfe gebeten .... zweifel, überleg braucht er jetzt wirklich meine Hilfe??? Oder will er wieder nur mal sehen ob das kleine Dummchen immer noch springt wenn er mit den Finger schnipst?? Hätte er mich nicht so oft vera... in dieser Sache bräuchte ich nicht lange zu überlegen. Ich habe ihn erstmal die Adresse von zwei Beratungsstellen geschickt.


Ich hoffe einer von euch kann mir einen guten Rat geben.

LG Gnubbel

Powered by Koobi:CMS 7.24 © dream4®