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![]() Foren zum Thema Mediensucht / Neuigkeiten zum Thema Mediensucht![]() Mediensucht - was wissen wir schon darüber?
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inter2naut(Freitag, 29.Jan 2010, 21:17)1. Symposium Fachverband Medienabhängigkeit - wo steht derzeit die Forschung, ist Mediensucht schon eine Volkskrankheit? Die neue Grippe (Schweingrippe) als "bekannte" Krankheit wurde von der Bundesregierung sofort mit hohem Aufwand und viel Geld bekämpft. Das Ziel war, eine Epidemie zu verhindern, und die Bekämpfungsmöglichkeit gegen die neue Grippe war das Bereitstellen ausreichender Mengen an Impfstoff. Bei der in vielerlei Hinsicht noch unbekannten Krankheit (?) Medienabhängigkeit, die meiner Meinung nach schlimmere Auswirkungen als die Grippe haben wird, muss man erst Forschung betreiben, um dem Thema gerecht zu werden. Das heißt meiner Meinung nach erstens, dass sofort schnellstmöglich aktiv gegen Mediensucht gearbeitet wird, aber auch zweitens, dass die Forschung sich des komplexen Themas intensiv annimmt. Dadurch ließe sich die Wahrnehmung der Gefahren durch Mediensucht in der Bevölkerung steigern und die Behandlungsmöglichkeiten für die Betroffenen werden verbessert. Ich war überrascht, wie viel doch bereits über Mediensucht in Erfahrung gebracht worden ist und welche Erkenntnisse vorliegen, als ich auf die Seite des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V. stieß Fachverband Medienabhängigkeit e.V.. Die dort in Erklärungen und Protokollen zusammengefassten Infos weisen darauf hin, dass Mediensucht epidemisch (also eine Volkskrankheit!) ist. Des weiteren wird darauf hingewiesen, dass das Suchtpotential bei der Alterseinstufung von Computerspielen berücksichtigt werden müsste. Was meiner Meinung nach einige Spiele ins Rentenalter schicken würde. Vom Artikel der Vereinsseite kommt man auf die wissenschaftlichen Dokumente - eine gute Lektüre für politisch Verantwortliche, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. |
inter2naut(Donnerstag, 11.Feb 2010, 20:25)Spielender Mensch oder mit Mensch gespielt Im jetzt veröffentlichten ausführlichen Protokoll des 1. Symposiums Fachverband Medienabhängigkeit e.V. http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/images/Dateien/Protokoll_symposiumFV.pdf wird im Referat von Dipl.-Psych. Klaus Wölfling auch die Internetseite www.GetGameSmart.com [im Protokoll falsch: GetGamesSmart.com] von Microsoft erwähnt (als Präventions- und Interventionsseite). Als ich mir den Film unter dem Titel "Watch a Video - Get Tips from Experts" ansah, erschrak ich doch ziemlich: dort wurden Bewertungskriterien vorgestellt, die den Eltern eine sinnvolle Auswahl eines Computerspiels ermöglichen sollten. So weit ich es verstand, dreht sich alles bei der Bewertung um bestimmte Inhalte (Gewalt, Sexdarstellungen, bzw. Spiele für alle Altersklassen ohne Gefährdungen). Sicher ist es auch sehr wichtig, dass Kindern keine angstmachenden oder jugendgefährdende Inhalte bei den Spielen serviert bekommen. Mit keinem Wort wurde aber erwähnt, dass Kinder lernen müssen, vernünftige Spielgewohnheiten zu entwickeln. Das heißt, dass sie Abstand zu den Spielen halten lernen und sich nicht darin hineinflüchten und anderen Beschäftigungen weiterhin nachgehen. Möglicherweise gibt es Kinder, die so gefährdet sind, dass sie besser gar nicht mit Computerspielen in Kontakt kommen, weil sie sonst abhängigmachende Spielgewohnheiten entwickeln. Auf mich machte der dort gezeigte Film den Eindruck als ob man aufkommende Ängste bei Eltern gegenüber Computerspielen besänftigen wollte und sich als "ehrlicher Makler" präsentiert. Mit den von den Eltern ausgewählten, als kindgerecht bewerteten Spielen, will man das erste Interesse der Kinder dafür wecken. Hat man sie erst mal da, folgen sicher weitere Spielekäufe. Wenn dann ein paar der Kinder computerspielsüchtig werden, liegt die Verantwortung bei den Eltern, da sie die guten Ratschläge der Spielehersteller nicht richtig umgesetzt hätten. Vielleicht ist meine Einschätzug zu den Absichten der Spielehersteller zu hart, da wirklich versucht wird, Kinder zu schützen. Letztendlich fürchte ich aber, es kommen bei sochen Versuchen von Spieleherstellern immer irgendwie auch Werbefilme für ihre Produkte heraus, die letztlich die Gefahr der Computerspielabhängigkeit für Kinder erhöhen. |
inter2naut(Freitag, 12.Feb 2010, 20:58)14h am Tag Computerspiel - was wird langfristig mit solchen Spielern geschehen? Im weiteren Verlauf des Protokolls wird auch auf die Computerspielabhängigkeit in Großbritannien und die dortige Forschung dazu eingegangen. Die wissenschaftliche Beurteilung der dargestellten Forschungen müssen sicher Wissenschaftler fachgerecht erledigen. Interessant ist aber, dass dort zwischen einem exzessivem Computerspielgebrauch und Computerspielabhängigkeit unterschieden wird. Als Beispiel wird von zwei Spielern berichtet, die täglich 14 Stunden mit Computerspielen verbringen, wobei der eine abhängig ist, der andere aber nur exzessiv spielt [Großbritannien: Diagnostik, Prävention und Behandlung von Computerspielabhängigkeit– Dipl.-Psych. Florian Rehbein] http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/images/Dateien/Protokoll_symposiumFV.pdf". Unsere Altvorderen hätten sicher gesagt: "Der soll was arbeiten!". Doch vielleicht gibt es für denjenigen, der derzeit die meiste Zeit des Tages "verspielt" keine andere akzeptable Beschäftigungsmöglichkeit. Was immer die Gründe dafür sind, nichts besseres zu tun, als seine Zeit für Computerspiele aufzubrauchen, fürchte ich, dass man damit nicht recht weit auf seinem Lebensweg kommt. Die "gefühlte" Wichtigkeit wird für denjenigen durch den Status im Spiel widergespiegelt, im normalen Leben zählt diese nicht. Aber wenn es keine Abhängigkeit ist, liegt auch kein Grund vor, ihn vom Spiel abzuhalten. Das ist die Freiheit des einzelnen. Aber ist es für unsere Gesellschaft bedrohlich, wenn immer mehr Menschen exzessiv spielen und manche süchtig werden? |
HappyHour(Freitag, 12.Feb 2010, 21:59)Jeder ist seines Glückes Schmied... Hallo Inter2naut, wir können hier stundenlang weiterdiskutieren über Forschungen, Erkenntnisse und was weiss ich was... MAN WILL ES NICHT WAHRHABEN! Der alte Spruch "erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist..." scheint hier die Bibel der "Blinden" zu sein. Wie behämmert muss man denn sein, um nicht zu erkennen, worum es geht? Vllt sollte sich mal unsere "Mutter der Nation", Ursula von der Leyen, um die Belange der Gefährdeten kümmern... oder auch erst, wenn eines ihrer Kinder im Sog versinkt. Die Inkonpetenz und das fehlende Fingerspitzengefühl für die leidende Klientel hat ja erst heute unser aller "Guido" in die Welt hinausposaunt: ich sage nur Hartz IV (allein schon diese Bezeichnung ist total bescheuert)... Aber die Qualität unserer Politiker äussert sich nach wie vor in dem bischen Hirn, dass sie uns alle zum Besten geben. Vllt sind wir die Letzten einer aussterbenden Gattung, eben jene die noch normal durch das Leben laufen und die Probleme in ihrem Kern analysieren. In diesem Sinne freue ich mich weiterhin auf deine kritische Art und deine Energie, eine hervorragende Recherche zu betreiben, die uns allen etwas die Augen dafür offen hält, was noch wichtig ist: das Leben! Danke schön sagt HappyHour! |
inter2naut(Samstag, 13.Feb 2010, 20:46)was wir tun (können) Hallo HappyHour, vielen Dank für das Lob! Ich könnte jetzt sagen, dass meine Analysen, Beiträge, Meinungen nicht ausgereift sind, keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben und ich lediglich verzweifelt leienhaft ein bißchen Aufmerksamkeit auf das Thema Mediensucht lenken will. Das tue ich natürlich nicht ;-) . Denn auch ich kenne das Gedicht von Wilhelm Busch: Selbstkritik Die Selbstkritik hat viel für sich. Gesetz den Fall, ich tadle mich, so hab' ich erstens den Gewinn, dass ich so hübsch bescheiden bin. Zum andern denken sich die Leut': "Der Mann ist lauter Redlichkeit!" Und schnapp' ich drittens diesen Bissen vorweg den andern Kritiküssen. Und viertens hoff' ich außerdem auf Widerspruch, der mir genehm. So kommt es denn zum Schluss heraus, dass ich ein ganz famoses Haus. Um es einfach zu sagen, ich denke man sollte über das Thema intensiv reden. Mediensucht bzw. exzessiver Medienkonsum wird immer mehr zu einer Bedrohung, die unser Leben negativ beeinflusst. Dadurch, dass ich hier öfter was schreibe und mich damit beschäftige, bleibt mir das immer in Erinnerung. Ich hoffe damit auch für mich einen Schutz aufzubauen und mich immer wieder zu fragen, ob ich das, was ich da schreibe, für mich selber auch angemessen umsetze. Wenn ich wirklich bei anderen etwas Aufmerksamkeit auf das Thema lenken könnte, würde mich das freuen. Da ich mich selber gegenwärtig nicht als mediensüchtig, oder als Angehöriger eines Süchtigen sehe, muss ich natürlich aufpassen, dass ich nicht verleitet werde, mir irgendwelche Dinge zusammenzureimen, da sie mir auf den ersten Blick passend erscheinen. Ich hoffe, ich werde in solchen Fällen umgehend von jemanden korrigiert. Vielmehr versuche ich die Bedrohungen, die ich erkenne und sehe, darzustellen. |
inter2naut(Samstag, 6.Mär 2010, 21:43)Einfluss der neuen Medien auf das Familienleben In der Süddeutschen Zeitung vom 6./7. März 2010 sind als Thema des Tages unter dem Titel " Der will nur spielen " die Auswirkungen von Computerspielen auf Teenager beschrieben www.sueddeutsche.de/leben/961/505166/text/ . Vor allem die Veränderungen, die durch Mediennutzung innerhalb der Familien entstehen, finde ich hier interessant [nur in der Printausgabe verfügbar]. Die Beschränkung der Mediennutzung ist zu einem zentralen Thema im Familienalltag geworden. Eltern kennen sich meist nur sehr wenig mit den Comuterspielen und den verwendeten Medien der Jugendlichen aus. Lediglich der Zeitraum, den ihre Kinder mit digitalen Medien belegen, wird von ihnen wahrgenommen und zum Großteil eingeschränkt. Für die Heranwachsenden ist dieser eingeteilte Zeitraum gefühlsmäßig grundsätzlich zu kurz. Auch wenn viele mit beiden Beinen im Leben stehen, die Gefahr der Versuchung zu erliegen, die virtuelle Welt dem "einfachen" Familienleben vorzuziehen bleibt akut. Mit immer "realeren" Computerspielen wird es immer schwieriger für Eltern, Kinder in der wirklichen Welt zu halten. Wenn man aber liest, dass "Kleinkinder heute teilweise 32 Stunden pro Woche vor Flimmerkisten verbringen", weiß man nicht, ob deren Eltern noch einen Unterschied zwischen realer Welt und Bildschirmwelt machen. |
Team-ch(Sonntag, 7.Mär 2010, 09:51)Leserbrief an die SZ zu diesem Artikel Leserbrief zu „Der will nur spielen“ SZ 06.03.10 (Seite 2 – Thema des Tages) Die Autoren fragen: Wächst hier eine zwischenmenschlich gestörte Generation heran? Das Medienkonsumverhalten von Kindern und Jugendlichen wird vor allem von der Videospielindustrie und ihren umfangreichen nahestehenden Kreisen nach wie vor lautstark verharmlost. Wie selbstverständlich ist zu lesen, dass wöchentlich 32 Stunden Internet und PC – das sind 4,5 Stunden täglich! - bei Kindern völlig normal sind. Soll hier suggeriert werden, dass Eltern, die dies nicht tolerieren, technikfeindlich sind ? Im SZ-Artikel „Verloren in Zeit und Raum“ (Roland Preuß vom 16.07.09 (http://www.sueddeutsche.de/computer/247/480725/text/) wird sehr eindrücklich geschildert, wohin exzessiver Medienkonsum führen kann. Wann wird es flächendeckend die notwendigen Therapiekliniken geben? Wer wird die Kosten tragen? Was ist, wenn uns später, nach vielen verlorenen Jahren, die Kinder fragen: „ Warum habt ihr mich da nicht heraus geholt?“ Knapp 200 Berichte von ehemaligen Viel-Spielern können im Aussteiger-Forum der Elterninitiative rollenspielsucht umfassend nachgelesen werden.Wir als Elterninitiative haben seit 3 Jahren tagtäglich mit hilfesuchenden und verzweifelten Familien zu tun. Wir können nicht verstehen, dass nach wie vor Goldgräberstimmung im Zusammenhang mit nahezu unbegrenztem Medienkonsum ausgerufen wird, an vorderster Stelle natürlich von der milliardenschweren Videospielindustrie, von vielen Politikern und, in deren Schlepptau, leider auch von vielen Medienpädagogen. Die Familien werden vielfach durch fahrlässig empfohlene Zeitangaben zusätzlich verunsichert. Wir als Eltern können und wollen die nachhaltigen Verharmlosungsversuche nicht weiter akzeptieren und hinnehmen. Momo und die Zeitdiebe lassen grüßen. Eltern sollten darin bestärkt werden, bei der Vereinbarung der Medienkonsumzeiten ihrem gesunden Menschenverstand wieder mehr zu vertrauen, statt sich auf irgendwelche medienpädagogisch empfohlenen Maximalzeiten zu verlassen. Wenn allerdings die Situation nicht mehr kontrollierbar ist, sollten Eltern früher als bisher fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Selbsthilfegruppen sind eine gute und wichtige Möglichkeit sich auszutauschen und gegenseitig zu stärken. Verzweifelte Angehörige und Betroffene gibt es genug und diese Familien und Kinder / Jugendliche haben bislang noch keine Lobby. Stellen, die helfen können, können beim Netzwerk für Ratsuchende (netzwerk-fuer-ratsuchende.de) schneller gefunden werden. (Sucht- und Beratungsstellen, Kliniken, Therapeuten, Psychologen, Ärzte, Ambulanzen, Selbsthilfegruppen, Selbsthilfegruppengesuche, Netzwerke, Initiativen, Vereine, Prävention, Offline-Alternativen). Wir wünschen uns zunehmend mehr selbstbewusste und AKTIVE Eltern, die sich zu diesem Thema informieren und mutig engagieren. Christoph Hirte Vorstandsvorsitzender AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V. (Ergänzung 13.03.2010: In der Printausgabe vom 13.03.2010 (leicht gekürzt) veröffentlicht) |
Team-ch(Sonntag, 7.Mär 2010, 20:13)Ergänzung zur Studie Angesichts der Wichtigkeit sozialer Bindungen für die Gesundheit und die Entwicklung von Heranwachsenden, sei die lange Zeit, die Jugendliche vor Bildschirmen verbringen, Anlass zu „Besorgnis“ , resümierten die Forscher. Bei Focus Schule Online erfährt man mehr über die klaren Ergebnisse der Studie, als bei den unserer Meinung nach eher irreführenden Stellungnahmen im SZ-Bericht (nur in der Printausgabe). Link zu Focus Schule: PC und Fernsehen schwächen Sozialleben Wichtig für alle Eltern!!! |
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