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        Computersucht und Auszug

Computersucht und Auszug

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Michi

(Mittwoch, 3.Feb 2010, 22:50)
Hallo,

bin neu hier und weiß gar nicht, ob ich hier richtig bin.

Mein Sohn (15-Jahre) ist computersüchig (Counter Strike). Er geht nicht mehr zur Schule. Darauf habe ich das Internet für ihn gesperrt, keine Schule- kein Internet. Er ist jetzt zu seinem Vater gezogen, der der Meinung ist, ich würde Sohn zu sehr einschränken wegen Internetsperre.
Dort kann er spielen bis zum Umfallen.

Für meinen Ex gibt es keine Computersucht, obwohl mein Sohn deswegen in einer Klinik war. Jetzt hatte er einen Rückfall. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Einerseits bin ich froh, mal aufatmen zu können und will dem Vater die Möglichkeit geben, selbst sich damit aueinander zu setzen. Andererseits habe ich totale Angst, das mein Sohn jetzt entgültig abrutscht. Wie lange soll ich ihnen Zeit geben? Was habe ich für Alternativen?

LG
Michi

merle

(Dienstag, 9.Feb 2010, 14:12)
kämpfe um Deinen Sohn
Hallo Michi,
da bist Du ja wahrlich in einer schwierigen Situation. Gerade Alleinerziehende haben mit dem Problem Computersucht bei ihren Söhnen besonders zu kämpfen. (siehe unser Forum für Alleinerziehende, in das Du gerne auch einen Beitrag setzen kannst, um dort vielleicht auf diese Weise Kontakt zu anderen Müttern in ähnlicher Situation zu bekommen.) Oft wird der "Trennungskrieg" auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, und die Väter ignorieren die Mediensuchtproblematik ihrer Söhne, um damit der Ex-Frau gehörig eins auswischen zu können. Oft winkt auch der andere Elternteil mit dem Versprechen auf unkontrollierte und unbegrenzte Mediennutzung, um das Kind mit dieser Verlockung dazu zu bringen, auszuziehen und zu ihm zu kommen. Wer letztendlich dabei auf der Strecke bleibt, ist das Kind.
Gib nicht auf! Versuche in jedem Fall, mit Deinem Ex-Mann im Gespräch zu bleiben. Zeige ihm diese Seite und auch die Internetplattform www.rollenspielsucht.de. Lass ihn dort die Forumsbeiträge der Aussteiger und der Familien lesen und zeige ihm die ARD-Dokumentation über Onlinesucht, die man auf unseren Seiten ansehen kann. (http://www.rollenspielsucht.de/ARD_Doku.html) Es ist immens wichtig, dass er endlich begreift, dass bei Eurem Sohn ein massives Problem vorliegt und ein sofortiges Eingreifen dringend erforderlich ist. Mach ihm klar, dass es sich bei Deinen Appellen nicht um Beziehungs- und Trennungsmachtkämpfe oder Einmischungen handelt, sondern dass es einzig und allein um das Wohlergehen Eures Kindes und in der Konsequenz auch um dessen Zukunft geht. Die Maßnahme: keine Schule, kein Internet, ist vollkommen schlüssig und unabdingbar wichtig, um so mehr, als Dein Sohn wegen dieser Problematik bereits in der Klinik war. Er braucht klare Vorgaben und eine selbstbewusste und klar geregelte Ansage zu diesem Thema!!!
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut für diesen anstrengenden und zermürbenden Weg.
Alles, alles Liebe Merle

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