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        Was hält uns im realen Leben fest?

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Samstag, 6.Feb 2010, 14:23

inter2naut Benutzer ist offline

Mitglieder Anfänger
Anzahl Beiträge: 32
Mitglied seit: 08.07.2009
Verführerische Phantasiewelten regen zum Verlassen der realen Welt an
Manche wollen Elvis sein, andere die Stars in einer TV-Serie oder erstrebenswerten Charakteren gleichen, die für Figuren in Büchern geschaffen wurden. Tragisch ist das im Normalfall nicht - das Leben läßt sich meist auch so "normal" gestalten und da dies nicht zur totalen Abschottung führt, bleiben Beziehungen bestehen, die solche Wünsche in geregelte Bahnen leiten.
Heute kann man praktisch in Welten abtauchen, die das ganze bisherige Leben vergessen lassen und ein Weiterleben in dieser virtuellen Welt ermöglichen . Dem Bewusstsein können dabei scheinbar so reale Bilder und Lebenswelten vermittelt werden, wie z.B. in 3-D Kinofilmen oder Computerspielen, so dass es diese als "neue" Welt akzeptiert und dieser neuen Welt wegen ihrer Anziehungskraft vollkommen verfällt . Interessant wäre zu erfahren, welche Körperfunktionen (z.B. Ausschüttung von Endorphinen) diese Bewusstseinsänderung verursachen. Denn irgendetwas im Körper muss doch solche Gefühlsregungen, wie sie hier nach dem Film "Avatar" beschrieben sind, auslösen http://www.cyberlord.at/forum/?ID=4062&thread=2758 , http://www.cnn.com/2010/SHOWBIZ/Movies/01/11/avatar.movie.blues/index.html . Bezüglich Computerspielabhängigkeit stellt sich natürlich auch die Frage, welche Körperfunktionen diese unvorstellbar starke Sucht nach PC-Spielen hervorrufen. Oder sind es immer die gleichen, die auch die Ursache für andere Süchte sind?

Erschreckend ist, dass diese Sucht-Gefahren meines Erachtens immer noch unter dem Motto "Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich" abgetan werden. Sicherlich ist Eigenverantwortung wichtig. Aber wenn allein das Betrachten eines öffentlich angebotenen Films, der Einstieg in ein Computerspiel mit Altersfreigabe ab 12 Jahren süchtig machen und das Leben zerstören kann , muss man doch weitere Verantworliche suchen.

Der Mensch kann höchstens ein paar Bit pro Sekunde kontrolliert verarbeiten - wie sich Informationsüberflutung auswirkt und welche virtuelle Erfahrungen er maximal verarbeitet, ohne Schaden zu nehmen, ist ein wichtiges Gebiet der Forschung. Hoffentlich werden Spielehersteller und Filmproduzenten dazu veranlasst, dafür notwendige Gelder bereitzustellen. Geld haben sie ja.
Sonntag, 7.Feb 2010, 15:10

inter2naut Benutzer ist offline

Mitglieder Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 32
Mitglied seit: 08.07.2009
Selbstmord wegen Avatar - Real Life beendet
Im Glauben, dass das Leben nach einem Selbstmord in der Phantasiewelt des Kinos weitergeht, machen einige ihrem eigenen wertvollen Leben ein Ende:
http://www.kino.de/news/selbstmord-wegen-avatar/284252.html .

Samstag, 20.Feb 2010, 20:19

Knackpunkt Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 95
Mitglied seit: 29.10.2009
Zitat
Bezüglich Computerspielabhängigkeit stellt sich natürlich auch die Frage, welche Körperfunktionen diese unvorstellbar starke Sucht nach PC-Spielen hervorrufen. Oder sind es immer die gleichen, die auch die Ursache für andere Süchte sind?


im großen und ganzen deckt sich das schon mit den anderen süchten. hier wie dort ist es ein flüssiger übergang von dem gelegentlichen konsum zur sucht.

es werden grundsätzliche menschliche bedürfnisse befriedigt. z.b. das streben nach anerkennung oder das gefühl etwas in der "welt" zu bewegen, ebendso ein zugehörigkeitsgefühl. des weiteren wird intensiv das belohnungssystem angesprochen. mach das und das und du bekommst als einer von wenigen das und das.daraus folgt die ausschüttung des glückshormons. das selbstwertgefühl steigt. man ist stolz auf etwas.
das sind alles sachen die die meisten computerspielsüchtigen im realen leben nicht erfahren, die aber wiederrum ein jeder braucht, um ein einigermaßen zufriedenens leben zu erfahren.
"normale" leute holen sich diese bestätigung , belohnung, anerkennung im arbeitsleben oder in der partnerschaft etc.. aber was tun, wenn genau das nicht möglich ist oder gerade nicht zur verfügung steht. da sind wir menschen wieder recht einfach gestrickt und gehen den weg des geringsten widerstandes. durch alkohol, drogen, tabletten, pc usw. hole ich mir genau diese befriedigung innerhalb kürzester zeit, ohne viel aufwand und wann immer ich möchte.

ich könnte das jetzt ewig weiterführen und eine sucht rechtfertigen. aber das muss ja nicht sein.
mein fazit: die ursachen für eine sucht decken sich häufig, die wirkung sind ähnlich aber werden individuell anders wargenommen und auf medizinischer ebene denke ich sind alle süchte gleich.


Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.
Samstag, 20.Feb 2010, 22:42

inter2naut Benutzer ist offline

Mitglieder Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 32
Mitglied seit: 08.07.2009
Sucht kann durch Mangel entstehen
Hallo,
vielen Dank für die Antwort, Knackpunkt! Ich fürchte der Mangel an Selbstbestätigung, Selbstbewusstsein bzw. die irgendwie gelagerte Geringschätzung für das eigene Leben - man sucht sich ein neueres schöneres im Computerspiel - sind Hauptpunkte, die eine Sucht entstehen lassen. Ob diese "Vorschädigung" auf alle Süchtigen zutriff, ist aber, glaube ich, nicht richtig. Ich stelle mir das so vor, dass in praktisch jedem Menschen irgendwo ein "schwacher Punkt" ist, der wenn er angesprochen wird, zu einer Sucht führt. Damit meine ich nicht, dass jeder computersüchtig wird, der einmal spielt. Ich denke aber, viele könnten ein "normales" Leben ohne Einschränkungen führen, wenn sie nicht irgendwann mit dem Spielen begonnen hätten. Dass also ein als gesund und glücklich geltender Mensch seinen bisherigen unbeeinträchtigten Lebensweg durch die Computerspielsucht zerstört. Ganz habe ich folgenden Satz nicht verstanden, aber er drückt zumindest etwas ähnliches aus: (in: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/pdf_doc/internetabhaengikeit08.pdf) "Angesichts der suggestiven und interaktiven Kraft der neuen digitalen Medien, insbesondere der von Online-Spielen und -Parallelwelten, ist nicht auszuschließen, dass Menschen mit subklinischen psychiatrischen Syndromen, vor allem aber auch Kinder und Jugendliche, abhängig gemacht werden können und psychisch erkranken."
Bill Gates hat glaube ich auch mal gesagt, dass er nicht mit Computerspielen anfängt, weil er dann nicht mehr aufhören könnte. Ich hoffe, ich erinnere mich da richtig.


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