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Dienstag, 22.Jun 2010, 14:25

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 11.02.2010
holy-harry
Moin, tja, warum glauben wir, dass unser Sohn WOW-abhängig ist? Ich finde alleine schon diese Frage etwas merkwürdig!!! Warum hat unser Sohn wohl seine Arbeitsstelle verloren??? Wohl nicht, weil irgendjemanden seine Nase nicht gefallen hat, sondern weil unser Sohn wohl beim Spiel vergessen hat, zur Arbeit zu gehen!!!! Und wenn wir die Müllberge usw. in seiner Wohnung gesehen haben, wir auch nicht in diese reingelassen wurden, na, wenn das nicht Anzeichen einer Abhängigkeit ist, dann weiß ich es auch nicht.In den Beruf haben wir ihn nicht gedrängt und bei der heutigen Arbeitssituation sind wohl alle Eltern froh, wenn ihr Kind nach der Schule einen Ausbildungsplatz finden. Diesen hat er sich selber ausgesucht, nicht wir.
Zu einer Beratungsstelle waren wir, aber so richtig beraten fühlten wir uns nicht. 'Wie ich auch schon geschrieben hatte, haben wir unserem Sohn Hilfe angeboten, diese anzunehmen, muss er jetzt selber.
Eins noch, auch wenn es pädagogisch nicht o.k. ist. Als Mutter bleibt ein Kind immer Kind !!! Auch wenn diese Erwachsene sind.
LG Shadow
Sonntag, 22.Aug 2010, 14:53

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 8
Mitglied seit: 11.02.2010
wow-Sucht
Nachdem unser Sohn (21) im März wieder Arbeit gefunden hatte und wir hofften, dass er
darauß eine Lehre ziehen würde, sind wir leider wieder auf dem Allerwertesten gefallen.
Er muß, aus was für Gründe auch immer, seit Juni entlassen worden sein.
Natürlich haben wir dieses erst Ende Juli erfahren. Jetzt ist auch noch der Vermieter, seit 1
1/12 Jahren wohnt unser Sohn nicht mehr bei uns, zu uns gekommen und hat uns erzählt, dass er
seit Juni keine Miete mehr zahlt.Dieser hat nun unseren Sohn eine fristlose Kündigung unter
Zeugen zukommen lassen, mit der
Aufforderung, innerhalb 1 Wo. die ausstehende Miete zu zahlen. Andernfalls ist Ende des Monats eine
Räumung angesagt. Weiß jemand, inwieweit wir als Eltern für die Schulden ( wir
vermuten auser Mietschulden gibt es sicher noch mehr) unseres Sohnes haftbar gemacht werden
können. Sind wir auch verpflichtet ihn wieder bei uns aufzunehmen?
Vielen Dank im vorraus Shadow
Sonntag, 22.Aug 2010, 15:18

Luna Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 25
Mitglied seit: 23.06.2009
Hallo Shadow!

Nein, nicht Ihr seit auf den "allerwertesten" gefallen, sondern Euer Sohn.

Mach Dir das bitte für Dich selber klar. Dein Sohn ist Erwachsen mit allen Konsequenzen. Das heißt für das was er verbockt, muß er auch gerade stehen.
Wie die rechtliche Seite mit den Schulden ist, weiß ich nicht ( vielleicht kann hier ein Beratungsgespräch beim Anwalt helfen, es gibt auch eine Seite im Netz wo sowas online gemacht wird Kostenpunkt ab 20&euro

Aber gerade jetzt solltet Ihr jegliche Hilfe einstellen.
Hört sich hart an, aber nur so kann er sich (vielleicht) für sich selbst eingestehen, dass seine Sucht sein Leben zerstört.

Ich würde ihm Hilfe bezüglich Therapieplatzsuche anbieten. Wenn er dazu bereit ist würde ich alles möglich machen, dass er einen Platz bekommt.

Alles andere muß er selber regeln ( Arbeitsamt, Schulden, etc)

Es gibt ja diese Regelung, dass Menschen unter 25 kein Hartz 4 oder ähnliches bekommen, sondern wieder zu den Eltern ziehen müsse.
Aber auch hier gibt es eine Härtefallregelung. Soll heißen: Wenn jemand mutwillig seinen Job verliert muss man als Elternteil nicht zahlen.

Tu Dir selbst den Gefallen und grenz Dich ab.

Solange er nicht selber bereit ist etwas zu ändern verschwendest Du Deine Kraft.

Alles Gute
Luna

Kannst Dich gerne per PN melden ( Bin nur viel unterwegs z.Z., kann daher nicht immer sofort antworten)


Sonntag, 22.Aug 2010, 15:44

Luna Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 25
Mitglied seit: 23.06.2009
Schulden
Ich nochmal kurz!

Also für Schulden der Kinder haften Eltern nur wenn sie gebürgt haben.
Unterhaltspflicht besteht bis zum 27. Lebensjahr. ( Außer es wurde schon eine abgeschlossene Ausbildung finanziert oder das Kind bricht die Ausbildung mutwillig ab)




Montag, 23.Aug 2010, 20:33

ratlose Mama Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 23.08.2010
wow-Sucht
Hallo,
ich weiß nicht mehr weiter.
Mein Sohn ist 23 und spielt seit mehreren Jahren wow. Er hat die Ausbildung abgebrochen und lebt vom Amt. Da er unter 25 ist finanziert die Arge keine eigene Wohnung. Ich kann ihn allso nicht auf den Boden der Realität fallen lassen. Es hilft nichts, kein Reden keine Drohungen . Zur Beratung waren wir auch schon und ich hatte den Eindruck das ich daran schuld bin. Ganz besonders schlimm ist, dass er jetzt schon wieder eine Internetbekanntschaft gemacht hat, von der er glaubt dass er sie liebt und sie ihn auch. Sie haben sich noch nie gesehen. Er würde sich gerne mit ihr treffen, aber sie ist ein Unglücksrabe und die Treffen werden immer durch Unfälle und Todesfälle verhindert. Mein Sohn merkt nicht, dass er belogen wird. Und das nun schon zum Zweiten mal. Das erste Mal kam nach einem Jahr heraus das die besagte große Liebe 50 Jahre alt war und bei Ihrem Sohn im Keller gewohnt hat. Was mit der jetzigen Liebe nicht stimmt , keine Ahnung, aber ich bin auf alles gefaßt. Mich macht das alles fix und fertig. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.
Dienstag, 24.Aug 2010, 14:43

NIDRO Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 15
Mitglied seit: 26.10.2009
Rastlose Mama
Hallo rastlose,

Ok, die ARGE kann sich weigern die Miete zu bezahlen aber es gibt eine Ausnahmeregel, die in Härtefällen (wie z.B. Suchterkrankungen) auch eine Mietkostenübernahmen (KdU) ermöglichen.
Wichtig ist, dass die ARGE als "Mitspieler" beim Versuch den Sohn in eine Beratung / Therapie zu bewegen gewonnen wird. Dazu kann es sinnig sein den Fallmanager/pesönlicher Ansprechpartner zu informieren, der dann entsprechende Schritte einleiten muss. (Gutachten beim Amtsarzt, Therapie, Beratungsstunden). So ist es möglich, dass das "Hilfesystem" (Arge, Eltern, Ämter, Beratungsstellen, psychosozialer Dienst, etc.) zusammenarbeiten. Manchmal ist es die einzige Hilfe der Eltern, Helfer für das Kind (und sich) zu besorgen. Dies kann eine Beratungsstelle oder auch ein psycho-sozialer Dienst sein, die sich dann kümmert.
Noch etwas am Rande: Hinter fast allen abhängigen Spielern, die ich beisher gesehen habe, stecken psychische Probleme, von Depressionen bis zu Bindungs- und Persönlichkeitsstörungen, so dass Hilfe aus dem "psycho-Bereich" selten falsch ist.

Viel Kraft und gute Ideen

NIDRO


06232 / 2 60 47 NIDRO Speyer/Germersheim
Fachstelle Spielsucht
huegel-nidro@ludwigsmuehle.de
Montag, 30.Aug 2010, 20:38

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 147
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Shadow,
ich kann Luna nur beipflichten: Dein Sohn ist erwachsen und muss die Konsequenzen seines Handelns (bzw. Nicht-Handelns) selbst zu spüren bekommen. Wenn Du ihn immer wieder raushaust aus seinen Schwierigkeiten, kann er nie wirklich erwachsen und eigenverantwortlich werden und sein Selbstwertgefühl wird immer mehr verkümmern.
Ich weiß, wie schwer es ist, als Mutter aushalten zu müssen, dass unser Kind in einer auswegslosen Situation steckt. Doch vielleicht hast Du die Kraft, Dir zu sagen, dass das mit der Räumung auch eine große Chance in sich birgt - die Chance, dass Dein Sohn wach wird, seine selbst verschuldete Situation erkennt und endlich aktiv wird, diese zu verändern. Die Räumung könnte dazu führen, dass er endlich therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt, und an dieser Stelle kannst auch Du dann unterstützend (im Hintergrund) tätig werden, indem Du ihm klar zu spüren gibst, dass Du an eine Veränderung glaubst. Du hast nicht die Aufgabe, ihn wieder aufzunehmen und für seinen Schaden aufzukommen. Dies würde sein Suchtverhalten nur bis zum Sankt Nimmerleinstag verlängern.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.
Merle
Dienstag, 31.Aug 2010, 18:33

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 147
Mitglied seit: 12.06.2009
nach vorne schauen
Hallo ratlose Mama,
Du bist nicht gezwungen, Deinem Sohn weiterhin die Sucht zu finanzieren. Er hat seine Ausbildung abgebrochen und unternimmt offenbar nichts, um seine vom Amt abhängige Situation zu verändern. Es ist Dir nicht zuzumuten, ihn ohne Gegenleistung seinerseits weiterhin durchzufüttern und es wäre wichtig, die ARGE in diesen speziellen Sachverhalt einzuweihen. Jede finanzielle Unterstützung Deinerseits wirkt suchtverlängernd - ebenso wie das Hotel Mama - und deshalb sollte dringend eine Situation geschaffen werden, die es Deinem Sohn (wenn auch schmerzhaft) ermöglicht, zu erkennen, wo er steht. Wende Dich an die ARGE und habe keine Scheu, offen über alles zu sprechen.
Du bist der Meinung, dass Du an allem schuld bist? Ich denke, dass wir Mütter von suchtkranken Kindern alle an diesen quälenden Fragen herumdenken:
"Was hätte ich anders machen können? Was habe ich versäumt? Hat mein Sohn zu wenig Liebe von mir bekommen oder vielleicht auch zu viel?" Diese Fragen machen uns zusätzlich zu allem Leid, das wir in dieser Situation empfinden, kaputt. Versuche, nach vorne zu schauen und Dich durch diese Schuldgedanken nicht vollkommen zu blockieren. Mit Sicherheit hast Du Dein Bestes gegeben. Die Formel -die Eltern sind schuld und haben in der Erziehung versagt- ist grausam und viel zu einfach. So viele Faktoren kommen zusammen, die die Sucht eines Kindes begünstigen, und es auf dem einfachen Nenner der Schuldzuweisung bewenden zu lassen, wird der Komplexizität des Ganzen in keinem Fall gerecht.
Vergiss nicht, für Dich selbst zu sorgen und zu schauen, dass es Dir gut geht und Du nicht untergehst in Deinem Kummer. Wenn Du stark bist und Dein Leben sich nicht nur ausschließlich um die PC-Sucht Deines Sohnes dreht, wirst Du viele positive Kräfte freisetzen, die in Deinem Umfeld Wirkung zeigen.
Ich denke an Dich und schicke Dir viele gute Gedanken.
Merle



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