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Donnerstag, 11.Feb 2010, 13:43

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 11.02.2010
Hallo, leider müssen wir erkennen,dass unser Sohn(21) WOW-Süchtig ist.

Angefangen hat es eigentllich vor ca. 3-4 Jahren. Nach der Berufsfachschule für Elektrik hatte unser Sohn das große Glück, bei einer großen, zukunftsicheren Firma eine Ausbildung zum Elektriker für Betriebstechnik zu beginnen. Das erste Jahr ging noch alles gut. Dann aber, verschlechterten sich seine Schulnoten und es waren auch beträchtliche Fehlstunden im Zeugnis. Alles gute Zureden half auch nichts.. Das nächste Zeugnis bekamen wir erst nach den Sommerferien, nachdem er es wohl eingescannt und bearbeitet hatte. Ist uns erst garnicht aufgefallen. Aber nach näherem ansehen und vergleichen mit den anderen Zeugnissen ist es uns doch aufgefallen. Als wir ihn darauf ansprachen, wand er sich wie ein Aal und wollte es erst garnicht zugeben.

Durch Zufall bekamen wir dann auch noch heraus, dass er schon die 1.te Abmahnung seines Arbeitgebers hatte. Selbst als mein Mann ein Gespräch mit dem Personalchef hatte, brachte es unseren Sohn nicht zur Besinnung. Wir versuchten immer wieder mit ihm zu reden. Auf der anderen Seite mußten wir auch etwas Ruhe in unser Familienleben bringen, wir haben noch eine Tochter( jetzt 19), die ja auch so einiges mitbekam.

Im März 09 wollte dann unser Sohn ausziehen. Er war 20 Jahre und wir hätten ihn nicht daran hindern können. Also rechneten wir mit ihm die finanzielle Seite durch und mit Gehalt und Kindergeld war es für ihn auch möglich. Wir hofften, dass er dadurch selbständiger und verantwortungsvoller wird. Im Nachhinein betrachte ich es als eine Flucht vor der evtl. Kontrolle zu hause. Regelmäßig kam er nach Hause um das Auto für Einkäufe oder anderes zu leihen. Auf die Frage wie es ihm gehe und was die Arbeit macht, bekamen wir immer zu hören " Alles Bestens ". An seinem Geburtstag im Dezember hat er mir noch voller Elan gezeigt und erzählt, was er alles für die Gesellenprüfung im Januar schon vorgearbeitet hat. Wir hatten ein tolles Gespräch von ca. 2 Stunden. Ich war so Stolz auf Ihn!!!! Da wußte ich noch nicht, was uns 3 Wochen später erwartete.

Ich hatte im Januar Geburtstag und die ganze Familie ( Omas,Opa, Onkel,Tanten, Nichten) waren da. Es war ein schöner Tag. Unser Sohn gab auch wieder sein " Bestes ". Einen Tag später fielen wir aus allen Wolken, als mein Schwager uns die Nachricht überbrachte, dass unser Sohn wohl schon seit Oktober oder November nicht mehr arbeitete. Darauf fuhren wir unangemeldet zu unserem Sohn und sahen dass Ausmaß in seiner Wohnung. Müllberge, benutztes Geschirr, Briefhaufen u.s.w.Auf unsere Fragen warum und wieso, bekamen wir immer nur ein Achselzucken und " ich weiß es nicht ". Alle Angebote von Hilfe wurden abgeblockt. Er bräuchte keine Hilfe!!!!

Ich kürze jetzt ein bischen ab, sonst könnte ich noch viel mehr schreiben. Mein Mann und ich sind vor 1 Woche zu einer Beratungsstelle gegangen. So viel Neues hat es uns nicht gebracht. Außer das die ganze Familie Hilfe angeboten hat und unser Sohn jetzt selber die Hilfe annimmt oder nicht. Selbst die beiden Omas waren zu einem Beratungsgespräch. Die Großeltern machen sich natürlich auch Sorgen und wollten nun wissen, was sie tun können.


Im Moment versuchen wir unserem Sohn die Hand zu reichen, aber er meint, er kann sich nur selber helfen. Wieder nur eine Lüge um uns zu beruhigen und er wieder seine Ruhe vor uns hat????? Wir wissen es nicht und haben beschlossen, Ihn jetzt ersteinmal eine Zeit in Ruhe zu lassen. Mein Mann sagt immer: "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Vielen Dank das ich ein kleines bischen Last abladen konnte !










Montag, 15.Feb 2010, 20:14

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 11.02.2010
Moin,
bin ein bischen geknickt weil ich heute gerne meinen Sohn besuchen wollte. Als ich mich telefonisch
anmeldete, meinte er, er hätte noch was vor. Wollte einkaufen. Ich hatte noch Unterlagen vom
ihm und dachte, man könnte vieleicht mal ganz unverbindlich reden. Leider blockte er aber ab.
Das hat mich doch ganz schön traurig gemacht. Mein Mann meint, wir sollen ihn dann eben jetzt
in Ruhe lassen. Das fällt mir natürlich doch sehr schwer. Auf der einen Seite möchte
man ihm doch zeigen, dass wir da sind, auf der anderen Seite scheint ihn dass garnicht zu
interessieren.

Auf der einen Seite möchte ich ja den Kontakt beibehalten und auf der anderen Seite denke ich
manchesmal, " du kannst mich doch mal............" Ich bin irgendwie hin und her gerissen.
Was ist richtig und was ist falsch.

Vieleicht weiß ja jemand so einen Mittelweg oder hat eine guten Ratschlag.

Ich würde mich sehr über Antworten freuen.
Montag, 15.Feb 2010, 21:09

Luna Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 27
Mitglied seit: 23.06.2009
Hallo!

Hatte eine ähnliche Situation. Ich hab auch immer auf mein Herz gehört und "geholfen".

Bis ich mich irgendwann nur noch als Versorgerin, Strombezahlerin und Vomhalshalterin gefühlt habe.

Und dann hat es klick gemacht. Ich hab mir immer wieder gesagt, wenn Du ihn jetzt nicht fallen lässt, sitzt er in 10 Jahren immer noch da und spielt auf deine Kosten.
Er wird nie ein selbständiges Leben in der Realität haben. Wird nur in seinem Zimmer sitzen, nur virtuelle "Freunde" haben, Nie die echte Sonne sehen....
Und dort so langsam vergammeln.....

Das war es....... was ich auf gar keinen Fall wollte.

Es war ein harter Schritt, ich hab ihn fallen lassen ( nicht aufgegeben). Und es hat ( in unserem Fall) geholfen.

Sei für Deinen Sohn da, wenn er auf Dich zu kommt und um Hilfe bittet.




LG
Luna

Dienstag, 16.Feb 2010, 15:28

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 11.02.2010
danke
Hallo Luna,
danke für deine Antwort. Was du schreibst, bestätigt ja auch vieles was ich hier im Forum gelesen habe. Nur wenn der Betroffene sich selber im Klaren ist, dass er abhängig ist, kann man anfangen zu helfen. Natürlich nur wenn er es zu läßt. Das sagen wir uns ja auch immer wieder und haben es unserem Sohn ja auch schon erklärt. Aber es ist natürlich trotzdem hart.

Bin aber froh, dass ich mich hier angemeldet habe und man auch auf Fragen Antworten bekommt und man das Gefühl hat, man steht nicht so ganz alleine da.

Nochmals ganz herlichen Dank

LG shadow
Dienstag, 16.Feb 2010, 15:56

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 268
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo shadow,
ich kann so gut nachvollziehen, was Du fühlst. Nicht helfen zu dürfen, ist ungemein schwer und geht so konträr mit dem, was wir im tiefsten Inneren als elterlichen Reflex spüren. Aber Luna hat Recht: nur so wirst Du Deinem Sohn längerfristig helfen können. Dass er Dich nicht treffen wollte und Ausflüchte wie Einkaufen und Erledigungen vorgeschützt hat, ist eine ganz typische Reaktion in dieser Situation. Seine Wohnung wird unglaublich vermüllt sein und es ist absolut verständlich, dass er sich dessen schämt. Lies Dir doch mal den Beitrag von Isabhan bei "Alleinerziehende" durch ( http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/233/126/1/mein-sohnseit-4-jahren-wow-meister-und-sonst-nichts/). Dort wird äußerst anschaulich geschildert, wie eine solche WoW-Karriere verlaufen kann.
Fange an, jetzt mehr für Dich zu sorgen, für Deinen Mann und Deine Tochter, die bei der gesamten Suchtproblematik sicherlich viel zu kurz kommen. Ganz abgesehen von Dir. Wichtig ist, dass Euer Sohn weiß, dass Ihr ihn nicht habt fallenlassen. Er ist für seinen Weg jetzt selbst verantwortlich und deshalb müsst Ihr Euch zurückziehen aus diesem Teufelskreis der Co-Abhängigkeit und des Abnehmens unangenehmer Dinge.
Dein Mann sagt sehr schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Daran halte Dich und glaube an einen guten Ausgang. Bei uns hat sich auch alles zum Guten gewendet, nach fast drei Jahren. Lies Dir die Aussteigerberichte durch, auch bei www.rollenspielsucht.de Es macht Mut, zu erfahren, dass andere es geschafft haben, da rauszukommen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft zum Loslassen.
Merle
Mittwoch, 17.Feb 2010, 13:47

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 11.02.2010
danke
Auch dir, liebe Merle, sagen wir herzlichen Dank für deine Worte.

Vom Kopf her ist uns schon klar, dass wir jetzt im Moment für unseren Sohn nichts tun können. Aber das Herz schwankt natürlich immer noch. Wir versuchen aber zusammen zu halten und uns gegenseitig Mut zuzusprechen. Es ist ja auch eine Prüfung für uns als Paar, dass man in so einer Situation zusammen hält. Daher ist es für uns auch ein Lichtblick, wenn die Temperaturen wieder wärmer werden und wir uns unserem gemeinsamen Hobby, dem segeln, wieder zuwenden können. Es gibt fast nichts schöneres, als mit einem Glas Rotwein die Sonne auf dem Meer untergehen zu sehen.Dann sagen wir uns oftmals : " Mann was geht es uns doch gut! "

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag

LG shadow
Freitag, 11.Jun 2010, 23:48

Eusebia66 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 11.06.2010
Hilfe für Angehörige

Hallo Luna,
Du sprichst mir aus der Seele. Bin auch in der Fase "fallen lassen" ODER NICHT.
Es ist soo wahnsinnig schwierig. Mein Sohn ist 27 und verbietet sich jegliche Einmischung.
Aber ich kann doch nicht zuschauen wie er sein Leben wegwirft ?!
Ich suche dringend einen Therapeuten und Selbsthilfegruppe für Angehörige in Karlsruhe und Umgebung.
PLZ: 76.
Kannst mir einen Rat geben, oder weißt Du jemaden an den ich mich wenden kann?
Mit den besten Wünschen.
Eusebia66[/b]
Samstag, 12.Jun 2010, 16:22

Sommer Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 4
Mitglied seit: 12.06.2010
du hast Recht
Es ist eine riesige Last!!!! Auch ich habe feststellen müssen, dass mein Sohn (22) mit ziemlicher Sicherheit WOW-spielsüchtig ist. Alles hört sich so ähnlich an. er wohnt seit fast 2 Jahren nicht mehr zu Hause, weil er wegen seiner Lehrstelle ausgezogen ist. Nun hat er diese Lehrstelle nach fast 2 Jahren im April verloren. Auch ich bin aus allen Wolken gefallen. Da ich für die Wohnung bürge, habe ich diese gekündigt. Er wohnt selbstverständlich bei einem Freund, dem das wohl egal ist, hat sich nicht arbeitslos gemeldet, liest seine Post nicht .... und das Problem PC braucht man gar nicht anzusprechen, da blockt er sofort ab. Auch ich habe mir jetzt Hilfe bei der Diakonie in Düsseldorf geholt, weil es mich total runterzieht.

Ich denke, die können sich nur selbst helfen und wir müssen da sein wenn es soweit ist. Bis dahin müssen wir versuchen, uns über Wasser zu halten.

Allen die davon betroffen sind wünsche ich viel Glück!
Montag, 14.Jun 2010, 14:51

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 268
Mitglied seit: 12.06.2009
Hilfe durch Nichthilfe
Hallo Eusebia, hallo Sommer,
dieses "Ihn Fallen- Lassen ohne ihn aufzugeben", dieses "Ich denke, die können sich nur selbst helfen und wir müssen da sein, wenn es soweit ist" scheint mir der Schlüssel zu sein bei unseren erwachsenen Kindern, die einen Lebensumweg über die Sucht nehmen. Wenn wir als Eltern, vor allem wir als Mütter, nicht aufhören, unsere Söhne rundum zu versorgen und ihnen alles abzunehmen, wenn wir nicht aufhören, ihnen ihr Leben zu organisieren und einzuspringen, wenn sie es nicht selbst machen etc. etc. etc., machen wir uns quasi zum Komplizen. Wir halten ihnen die Konsequenzen ihres Suchtverhaltens vom Hals und hindern sie dadurch daran, tief zu fallen. Beim Betroffenen kann nur dann der Wunsch nach Veränderung entstehen, wenn der Leidensdruck so hoch ist, dass nichts mehr funktioniert. Alles andere wirkt suchtverlängernd und zieht das Erkennen der Auswegslosigkeit der eigenen Situation und das Bedürfnis nach Selbstheilung in die Länge.
Es bedarf unmenschlicher Kraft, als Eltern diesen Weg zu gehen, scheinbar tatenlos zusehen zu müssen, wie das eigene Kind ganz unten ankommt. Diese Hilfe durch Nichthilfe ist jedoch der einzige Weg, unser erwachsenes Kind da "rauszuholen". Es muss nur jederzeit wissen, dass wir für es da sind, dass wir es lieben, dass wir es gedanklich begleiten auf seinem schweren Weg und da sein werden, wenn es darum bittet.
Diese Kraft wünsche ich Euch von ganzem Herzen.
Merle

PS
Eusebia, ich habe Dir heute eine PN mit Hilfsadressen geschickt.

Montag, 14.Jun 2010, 17:52

Sommer Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 4
Mitglied seit: 12.06.2010
Danke
Hallo Merle,

Du scheinst schon so viel weiter zu sein als wir. Ich glaube diese Worte müssen wir uns immer und immer wieder wie ein Mantra vorsagen. Ich hoffe für (uns) alle, dass es gut ausgehen wird.
Montag, 14.Jun 2010, 17:57

shadow Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 11.02.2010
Sommer
Hallo Sommer, ja, es ist grausam, wenn man auf einmal mit so einem Problem konfrontiert wird. Aber ich kann Merle nur Recht geben, dass man seinem Kind Hilfe anbieten kann, aber dieses selber annehmen muß!!!! Wurde uns in der Beratungsstelle auch so erklärt. Sicherlich ist es auch noch von Fall zu Fall verschieden. Da unser Sohn ja selber arbeitslos war, mußte er auch selber beim Arbeitsamt vorstellig werden. Hat er auch alles gemacht und ist seit März auch wieder in Arbeit. Allerdings bei einer Leiharbeitsfirma. Letztens erzählte er, dass es da natürlich nicht so ein Zuckerschlecken ist, wie in seiner alten Firma. Aber diese Erfahrung muß er machen, damit er auch sieht, das Leben besteht nicht nur aus PC und irgendwie geht es schon weiter!!!!
Es hört sich bestimmt gemein an, wenn ich schreibe, dass mein Mann und ich froh sind, dass unser Sohn nicht mehr bei uns wohnt. Aber für uns, unserer Tochter und für unseren Sohn ist es so am Besten, in der Hoffnung, dass er damit auch für sich selber Verantwortung übernimmt. Natürlich haben wir immer gesagt: "Die Tür steht ihm immer offen" Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Ich wünsche Dir jedenfalls die Kraft und Durchhaltevermögen für Dich und Deinem Sohn.
GLG Shadow
Dienstag, 15.Jun 2010, 17:43

Sommer Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 4
Mitglied seit: 12.06.2010
Hallo Shadow

Da ist euer Sohn ja auf jeden Fall schon ein Stück weiter. Toll!!!

Was macht man nur gegen die manchmal allumfassende Traurigkeit?!?

Dienstag, 15.Jun 2010, 17:46

Sommer Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 4
Mitglied seit: 12.06.2010
Hallo Merle,

Danke für deine netten Zeilen. Ich habe nächste Woche einen Beratungstermin bei einem Sozialarbeiter, der sich eng mit diesem Thema auseinandersetzt. Merke einfach, dass ich es alleine nicht schaffe mich zu lösen. Die guten Vorsätze sind zwar da, aber im Moment kreisen eigentlich meine Gedanken wieder ständig und ständig. Es wird sicherlich noch ein langer schwieriger Weg werden. Kann nur hoffen, dass wir da alle "nur" mit einem blauen Auge rauskommen werden.

Jedenfalls tut es gut zu lesen, dass man nicht alleine ist.

Lieben Gruß
Dienstag, 22.Jun 2010, 10:52

holy-harry Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 22.06.2010
WOW
Moin,
also Sie haben nicht erklärt warum Sie glauben, dass Ihr Sohn WOW abhängig ist.
Aus sozialpädagogischer Sicht würde ich dem Spiel nicht die Schuld geben für den sozialen Abstieg Ihres Sohnes.
Ein User hier hat bereits eine gute Antwort gegeben. Lassen Sie Ihren Sohn laufen. Lösen Sie sich von ihm und machen Sie seine Sorgen nicht zu Ihren.
Nach den Informationen die ich hier von Ihnen lesen konnte, kann Ihnen eine systemische Familienberatung vielleicht echte Hilfe geben.
Vielleicht ist das "Überich" zu groß für Ihren Sohn. Allein die Aussage, dass er das Glück hatte in einem ach so tollen Betrieb eine Ausbildung machen zu "dürfen" macht mir Bauchschmerzen. Sie sagen selbst, dass er immer sein "Bestes" zeigt. Vielleicht hatte er gar keinen Bock auf den Job. Vielleicht hatte er zwischenmenschliche Probleme dort. Vielleicht lebt er damit, dass er sozial so absagt, gerade seine Rebellion gegen sein Elternhaus aus (meine persönliche Meinung nach ist dies der Punkt).

Aber das kann man hier so in den Foren nicht erkennen. Mein Rat: Besorgen Sie nicht Hilfe für Ihren Sohn, sondern für sich selbst. Erst wenn Sie ihr Familiensystem ändern kann er sich ändern.


be blessed

Harald Termöhlen

Dipl. Soz.päd./Soz.arb.
(ich gehöre aber nicht zu dem Team dieser Seite oder Organisation.)
Dienstag, 22.Jun 2010, 14:15

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 268
Mitglied seit: 12.06.2009
Traurigkeit
Hallo Sommer,
ja, diese allumfassende Traurigkeit kenne ich auch nur allzu gut. Ich habe sie mir mittlerweile zum Freund gemacht, weil sie ja auch zu mir gehört, genau so wie meine tiefe Freude über so Vieles. Wenn sie kommt, dann denke ich mir: "Hallo, bist du auch mal wieder da?" und versuche, sie anzunehmen. Ich weiß ja, dass sie auch wieder verschwindet und anderen Gefühlen Platz macht.
Auch unsere Kinder werden diese Traurigkeit kennen, so denke ich, und die Flucht in virtuelle Welten wird manches Mal der Versuch sein, ihr zu entrinnen....
Merle



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